GPC Biotech

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GPC Biotech AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Sitz Martinsried, Bayern, Deutschland
Leitung Bernd R. Seizinger (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 114 (2008)
Umsatz 22.674 Tsd. € (2006)
Branche Biotechnologie
Produkte KrebsmedikamenteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte

GPC Biotech war ein Biotechnologie-Unternehmen, das in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs tätig war. Am 5. November 2009 fusionierte das Unternehmen mit Agennix Incorporated zu Agennix. Am 23. Mai 2013 gab Agennix die Liquidation der Gesellschaft bekannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

GPC Biotech war an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notiert, seit März 2003 im TecDAX 30. Am 27. Dezember 2007 schied die Aktie von GPC Biotech aus dem TecDax aus. In den USA war die Aktie im NASDAQ Health Care Index gelistet.

GPC Biotech erhielt Ende November 2005 zum zweiten Mal den „€uro Corporate Governance Quality Award“ des Finanzmagazins €uro als Unternehmen mit der besten Corporate Governance (Unternehmenstransparenz) im TecDAX, in der Gesamtwertung aller Kriterien erreichte es von 100 bewerteten Unternehmen Platz 9.

Das Unternehmen schloss 2005 für Europa und einige andere Länder eine Partnerschaft in der Medikamentenentwicklung, Vermarktung und im Vertrieb mit dem Unternehmen Pharmion Corporation ab; auch für Japan war eine Allianz beabsichtigt.

GPC Biotech entwickelte unter anderem Satraplatin, ein Mittel zur oralen Chemotherapie (insbesondere in Kombination mit Präparaten anderer Unternehmen) bei bereits hormonresistentem Prostatakrebs. Den US-Markt für Satraplatin wollte GPC Biotech in Eigenregie bearbeiten. US-amerikanischer Entwicklungs- und Lizenzpartner war seit 19. Dezember 2005 Spectrum Pharmaceuticals. Mit diesem Unternehmen war 2007 ein Schiedsgerichtsverfahren anhängig.

Der Satraplatin-Zulassungsantrag für Europa war für 2007 geplant. Nach einer negativen Beurteilung des Medikaments durch die US-Gesundheitsbehörde FDA fiel die GPC Biotech Aktie am 20. Juli 2007 um 34 Prozent, und am 31. Oktober 2007 stürzte der Kurs um über 60 % ab, da das genannte Mittel Satraplatin wichtige Forschungsziele verfehlt hatte.

Die GPC Biotech AG fusionierte 2009 mit der amerikanischen Firma Agennix.

Struktur[Bearbeiten]

Der Hauptsitz des Unternehmens war Martinsried/Planegg (56 Mitarbeiter) bei München. Standorte der US-amerikanischen Tochtergesellschaft GPC Biotech Inc. waren Waltham/Boston (Massachusetts, Ende 2007 geschlossen) und Princeton (New Jersey, 58 Mitarbeiter). Vorstandsvorsitzender von GPC Biotech war seit 1998 Bernd R. Seizinger, Aufsichtsratsvorsitzender war Jürgen Drews.

Die Familie des SAP-Gründers Dietmar Hopp hielt (über Zwischengesellschaften) etwa 14 % der Aktienanteile. Ende September 2006 veräußerte der bis dahin zweitgrößte Aktionär Altana nach dem Abstoß seiner Pharmasparte auch die seit 2001 gehaltene 7,1 % Beteiligung bei GPC Biotech an Goldman Sachs.

Kennzahlen[Bearbeiten]

2005 verfügte GPC Biotech über ein Eigenkapital von 84 Millionen Euro. Es wurden in diesem Jahr über 9 Millionen Euro Umsatz erzielt, die Entwicklungsinvestitionen beliefen sich auf 56 Millionen Euro. 2005 erwirtschaftete GPC Biotech einen Verlust von 62 Millionen Euro. Zum Jahresende 2005 beschäftigte GPC Biotech 222 Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2006 erhöhte sich der Umsatz stark auf 22,7 Millionen Euro, da durch einen abgeschlossenen Entwicklungs- und Lizenzvertrag vorgeleistete Entwicklungskosten erstattet wurden. Allerdings stieg 2006 auch der Aufwand für Forschung und Entwicklung auf 65 Millionen Euro und im gleichen Maß die allgemeinen und Verwaltungsaufwendungen auf 24 Millionen Euro (2005 waren es 21 Millionen Euro). Der Fehlbetrag stieg insgesamt leicht auf 64 Millionen Euro.

Das Stammkapital belief sich zum 28. Februar 2007 auf knapp 36 Millionen Euro.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Agennix wird liquidiert auf transkript.de, Zugriff am 21. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

49.421318.674489Koordinaten: 49° 25′ 17″ N, 8° 40′ 28″ O