Aggregat 4

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A4 (National Air & Space Museum, Washington, ca. 2004)
HVA-Peenemünde, Raketenabsturz

Aggregat 4 (A4) war die Typenbezeichnung der weltweit ersten funktionsfähigen Großrakete mit Flüssigkeitstriebwerk. Die ballistische Boden-Boden-Rakete wurde im Deutschen Reich in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (HVA) auf Usedom ab 1939 unter der Leitung Wernher von Brauns entwickelt und kam im Zweiten Weltkrieg ab 1944 in großer Zahl zum Einsatz.

Als eine der „Wunderwaffen“ der NS-Propaganda wurde neben der Fieseler Fi 103 (V1) die A4 im Oktober 1944 von Joseph Goebbels zur Vergeltungswaffe 2, kurz „V2“ erklärt; die Starteinheiten von Wehrmacht und SS nannten sie schlicht „Das Gerät“. Die A4 war als ballistische Artillerie-Rakete großer Reichweite konzipiert und das erste von Menschen konstruierte Objekt, das die Grenze zum Weltraum (nach Definition der FAI mehr als 100 km Höhe, die Kármán-Linie) durchstieß.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Raketenentwicklung in der Heeresversuchsanstalt war von Anfang an von militärischen Anforderungen geprägt: Seit März 1936 bestand ein Anforderungsprofil für eine Rakete, die eine Tonne Sprengstoff über 250 Kilometer befördern sollte.[1]

Neben dem Technischen Direktor Wernher von Braun waren eine große Zahl von Wissenschaftlern und Ingenieuren in der HVA tätig, unter ihnen Walter Thiel, Helmut Hölzer, Klaus Riedel, Helmut Gröttrup, Kurt Debus und Arthur Rudolph. Leiter der HVA bzw. deren Kommandant war Major Walter Dornberger, Chef der Raketenabteilung im Heereswaffenamt.

Die Vorgängermodelle der Aggregat 4 waren nur teilweise erfolgreich: Aggregat 1 explodierte beim Brennversuch in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Aggregat 2 absolvierte 1934 zwei erfolgreiche Starts auf Borkum, und im Dezember 1937 hatte Aggregat 3 vier Fehlstarts. Erst der direkte Nachfolger Aggregat 5 war 1938 erfolgreich. Die Aggregat 4 wurde ab 1939 entwickelt und erstmals im März 1942 getestet. Am 3. Oktober 1942 gelang ein erfolgreicher Start, bei dem sie mit einer Spitzengeschwindigkeit von fast Mach 5 (4824 km/h) eine Gipfelhöhe von 84,5 km erreichte und damit erstmals in den Grenzbereich zum Weltraum eindrang. Am 20. Juni 1944 wurde bei einem Senkrechtstart eine Höhe von 174,6 km erzielt.[2]

Am 20. Mai 1944 stellten Mitglieder der Polnischen Heimatarmee Teile einer abgestürzten A4 sicher. Die wichtigsten Teile wurden zusammen mit den in Polen vorgenommenen Auswertungen in der Nacht vom 25. Juli zum 26. Juli 1944 von einer Dakota der RAF, die in der Nähe von Żabno gelandet war, nach Brindisi ausgeflogen (Operation Most III). Von dort aus kamen die Teile nach London.

Nach dem ersten Luftangriff auf die militärischen Anlagen bei Peenemünde am 17. August 1943 (Operation Hydra) wurden viele Schießübungen der A4 mit scharfem Sprengkopf vor allem zur Ausbildung der Raketeneinheiten durchgeführt. Anfangs auf dem Truppenübungsplatz Heidelager bei Blizna im südlichen Polen (damals „Generalgouvernement“), verlegte man die Übungen wegen des Näherrückens der Roten Armee in die Tucheler Heide nördlich von Bromberg auf den Truppenübungsplatz Westpreußen.[3] Die Bevölkerung um Blizna wurde dabei rücksichtslos den A4- und „V1“-Einschlägen ausgeliefert. Auf Flugblättern warnte man vor Ort lediglich vor gefährlichen Kraftstoffbehältern, die aber keine Bomben seien.[4] Neben den Tests von der HVA Peenemünde und der Greifswalder Oie aus erfolgten dort noch bis zum 21. Februar 1945 Versuchsstarts von A4-Raketen.

Aufbau[Bearbeiten]

Aufbau der Rakete "Aggregat 4"


Die A4-Rakete war 14 Meter hoch und hatte eine Masse von 13,5 Tonnen. Die einstufige Rakete bestand aus etwa 20.000 Einzelteilen.[5] Der Rumpf bestand aus Spanten und Stringern, die mit dünnem Stahlblech beplankt waren. Die Technik bestand aus vier Baugruppen:

Sprengstoff[Bearbeiten]

Die etwa 738 kg Sprengstoff einer Amatol-Mischung waren in der Raketenspitze untergebracht. Da sich diese während des Flugs durch die Reibung aufheizte, konnten nur Sprengstoffmischungen verwendet werden, deren Zündtemperatur über 200 °C lag.[6]

Steuerung[Bearbeiten]

Für die Stabilisierung und Steuerung sorgte das Leitwerk mit den Luftrudern, welche aber erst bei höherer Geschwindigkeit wirkten. Kurz nach dem Start waren die direkt im Gasstrom liegenden vier Strahlruder aus Graphit für die Stabilisierung zuständig. Alle Ruder wurden von Servomotoren bewegt.

Als einer der ersten Flugkörper war die A4 mit einem für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen Trägheitsnavigationssystem ausgestattet, das mit zwei Kreiselinstrumenten (Gyroskopen) selbsttätig den eingestellten Kurs hielt. Die elektrische Energie für Kurssteuerung und Ruderanlage wurde den beiden Bordbatterien entnommen, die aus dem Werk Hagen der Accumulatoren Fabrik AG (AFA) stammten. Die Batterien waren unterhalb des Sprengkopfes im Geräteraum eingebaut, wo sich auch das sogenannte „Mischgerät“ befand, ein elektronischer Analogrechner, der die von den Gyroskopen registrierten Abweichungen von Quer- und Seitenachse auswertete und zur Kurskorrektur die Servomotoren der Strahl- und Luftruder ansteuerte.[7][8] Um eine bessere Zielgenauigkeit zu erreichen, wurde in mehreren Versuchsraketen auch eine Funksteuerung erprobt, die aber im späteren Einsatz wegen möglicher Störungen von Seiten des Feindes nicht verwendet wurde.

Die beim Start eingestellte Zeitschaltuhr sorgte dafür, dass der Neigungswinkel der Kreiselplattform nach drei Sekunden Brennzeit so verändert wurde, dass die Rakete aus der Senkrechten in eine geneigte Flugbahn überging. Der Neigungswinkel war so eingestellt, dass sich je nach zu erzielender Entfernung die gewünschte ballistische Flugbahn ergab. Vor dem Start musste die Rakete auf ihrem Starttisch exakt senkrecht gestellt und so gedreht werden, dass eine besonders markierte Flosse in Zielrichtung zeigte.

Antrieb[Bearbeiten]

Das Aggregat 4 war eine Flüssigkeitsrakete und wurde mit einem Gemisch aus 75-prozentigem Äthanol und Flüssigsauerstoff angetrieben. Unter der Leitung des Ingenieurs Walter Thiel wurden das beste Mischungsverhältnis der Treibstoffe, die Einspritzdüsenanordnung sowie die Formgebung des Raketenofens ermittelt. Eine Pumpenbaugruppe war nötig, welche die großen Mengen an Alkohol und flüssigem Sauerstoff in die Brennkammer fördern konnte, um die erforderliche Schubkraft des Triebwerks zu erzeugen. Zum Antrieb dieser Doppelpumpe diente eine integrierte Dampfturbine von 500 PS Leistung. In einem Dampferzeuger wurde durch die katalytische Zersetzung von Wasserstoffperoxid mittels Kaliumpermanganat Dampf erzeugt. Zur Förderung des Wasserstoffperoxids war auf 200 Bar komprimierter Stickstoff in mehreren Druckbehältern an Bord; dieser diente auch zur Betätigung diverser Ventile. Die Kreiselsteuerung und das präzise und daher sehr aufwendig zu fertigende Pumpenaggregat waren die beiden teuersten Bauteile des A4.

Die Rakete erreichte nach einer Brenndauer von etwa 60 Sekunden ihre Höchstgeschwindigkeit von etwa 5500 km/h (etwa Mach 5). Die Verbrennungsgase verließen den Brennofen (Raketenmotor) mit ca. 2000 m/s. Da der gesamte Flug bei einer Reichweite von 250 bis 300 km nur 5 Minuten dauerte, gab es damals keine Abwehrmöglichkeit gegen diese Waffe.

Fertigung[Bearbeiten]

Triebwerksteil einer A4 im Stollen des Lagers Dora-Mittelbau (2012)
Leichen von KZ-Arbeitern am Boden, Baracke Dora-Mittelbau, 11. April 1945
Kohnstein, Stollen für die Produktion der „V2“, Rümpfe, 1945

Die Fertigungsstätten für Teile der A4 waren über ganz Deutschland und Österreich verstreut: Unter dem Tarnnamen „Lager Rebstock“ bei Dernau an der Ahr wurden in unfertigen Eisenbahntunneln Bodenanlagen und Fahrzeuge für die Rakete unter Tage produziert. Zwischen 1942 und September 1944 wurde unter starker Geheimhaltung auch in Oberraderach gefertigt. Das Gelände wurde im Januar 1945 beim Herannahen französischer Truppen geräumt.[9] Weitere Lieferanten waren die Firmen Gustav Schmale in Lüdenscheid, in der Teile der Brennkammer gefertigt wurden,[10] und die Accumulatoren Fabrik AG (AFA) in Hagen-Wehringhausen,[11] die die speziellen Akkumulatoren herstellte. Anfang 1944 wurde im KZ-Nebenlager Redl-Zipf auf dem Gemeindegebiet von Neukirchen an der Vöckla der Betrieb eines Triebwerksprüfstandes aufgenommen.

1943 lief in insgesamt vier Orten die Serienfertigung der A4, welche, so Dornberger in einem Protokoll zu einer Besprechung mit Gerhard Degenkolb und Kunze, „grundsätzlich mit Sträflingen durchgeführt werde“.[12] Dafür zog man Häftlinge aus folgenden Konzentrationslagern heran: KZ Buchenwald (HVA-Peenemünde ab Juni), KZ Dachau (Luftschiffbau Zeppelin „Friedrichshafener Zeppelinwerke“ ab Juni/Juli), KZ Mauthausen (Rax-Werke in Wiener Neustadt ab Juni/Juli) und KZ Sachsenhausen (DEMAG-Panzer in Falkensee bei Berlin ab März).[13] Einzelne wissenschaftliche Mitarbeiter wählte Wernher von Braun persönlich unter den Häftlingen im KZ-Buchenwald aus.

Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkrieges 5975 Raketen von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und deutschen Zivilbeschäftigten aus tausenden Einzelteilen zusammengebaut.

Am 29. Oktober 1944 wurde Dornberger nach dem Einsatz der V2 an der Westfront mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet.

Ab 1944 fand die Montage der A4 im unterirdischen Komplex der Mittelwerk GmbH im Kohnstein nahe Nordhausen durch Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora statt. Im Schnitt waren etwa 5000 Häftlinge des KZ Mittelbau unter Aufsicht von ungefähr 3000 Zivilangestellten mit dem Zusammenbau beschäftigt.[14] Für das hochtechnologische Projekt wurden auch spezialisierte inhaftierte Facharbeiter und Ingenieure aus dem gesamten Reichsgebiet und den besetzten Staaten gezielt herangezogen. Obwohl viele von ihnen erst nach einer handwerklichen Prüfung in den Kohnstein verschleppt wurden, erwarteten sie dort keine besseren Arbeits- und Haftbedingungen als in anderen Konzentrationslagern. Vielmehr befürchteten sie, dass man sie wegen ihrer Einblicke in dieses Staatsgeheimnis nicht mehr freilassen würde. Wie unmenschlich die Behandlung auch durch zivile Ingenieure zeitweise war, zeigt etwa eine schriftliche Anweisung, die Häftlinge bei Verfehlungen nicht mehr mit spitzen Gegenständen zu stechen. Dennoch kam es immer wieder zu Sabotageakten, die allerdings die Fertigung der Rakete nie ernstlich behinderten. Zwar erwies sich bei der Endabnahme jede zweite Rakete als nicht voll funktionstüchtig und musste nachgebessert werden, dies lag jedoch in erster Linie daran, dass die Ingenieure aus Peenemünde fast täglich bauliche Änderungen vorgaben, die den laufenden Produktionsprozess erheblich beeinträchtigten.

Opfer[Bearbeiten]

Etwa 20.000 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter starben nach neueren Schätzungen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kohnsteins und der anschließenden Untertageproduktion.[15] (Die Akten der SS belegen davon etwa 12.000 Tote.) Etwa 8.000 Menschen verloren ihr Leben durch den Einsatz der Waffe, meist im Raum London und Antwerpen (s.u. "Einsatz").

Laut Jens-Christian Wagner, Leiter der Gedenkstätte KZ Mittelbau-Dora, sind somit „mehr Häftlinge bei der Produktion der Waffe ums Leben gekommen als [andere Opfer] bei ihrem Einsatz. Das ist ein Unikum; ich glaube, es hat keine andere Waffe gegeben, die schon in der Produktion so viele Menschenleben gefordert hat.“[16] Einziger Ingenieur der „V2“-Produktion, der je vor Gericht gestellt wurde, war der DEMAG-Geschäftsführer und Generaldirektor der Mittelwerk GmbH Georg Rickhey. 1947 im „Dachauer Dora-Prozess“ angeklagt, wurde er freigesprochen, obwohl im Prozess der Mitangeklagte Funktionshäftling Josef Kilian aussagte, dass Rickhey bei einer besonders brutal inszenierten Massenstrangulation von 30 Häftlingen am 21. März 1945 in Mittelbau-Dora anwesend war.[17]

Startliste der Versuchsstarts in Peenemünde[Bearbeiten]

Start einer A4 von Prüfstand VII, Sommer 1943
A4-Start, Prüfstand VII, März 1942
Prüfstand VII in Peenemünde:
A4 beim Start (1943)
Startvorbereitungen einer A4 in Peenemünde
Modell des Prüfstands VII
Originalgetreue Lackierung „Frau im Mond“ der V2-Nachbildung im HIT Peenemünde
Versuchsstarts in Peenemünde[T 1]
Nr. Datum Brennzeit (s) Reichweite (km) Bemerkungen
1 16. Mär. 1942 Explosion bei Zündung
2 13. Juni 1942 36 1,3 stieg etwa 4900 m, bis eine Treibstoffpumpe brach, rollte zudem im Flug, stürzte ab
3 16. Aug. 1942 45 8,7 durchbrach Schallgrenze, aber dann Spitze abgebrochen, Flugzeit: 194 Sekunden
4 03. Okt. 1942 58 190 erster erfolgreicher Flug, stürzte nach 296 Sekunden Flug ins Meer, Gipfelhöhe 84,5 km
5 21. Okt. 1942 84 147 Probleme mit dem Dampfgenerator, Flugzeit: 256 Sekunden
6 09. Nov. 1942 54 14 vertikaler Aufstieg bis auf 67 km
7 28. Nov. 1942 37 8,6 taumelte, verlor Flossen
9 12. Dez. 1942 4 0,1 Explosion
10 07. Jan. 1943 Explosion bei Zündung
11 25. Jan. 1943 64,5 105 zu steil, rollte im Flug
12 17. Feb. 1943 61 196 Aufstieg zu flach
13 19. Feb. 1943 18 4,8 Feuer im Heck
16 03. Mär. 1943 33 1,0 vertikaler Aufstieg, Heckexplosion
18 18. Mär. 1943 60 133 zu steil, Rotation im Flug
19 25. Mär. 1943 28 1,2 taumelte, explodierte
20 14. Apr. 1943 66 287 Absturz in Pommern
21 22. Apr. 1943 59 252 Absturz in Pommern
22 14. Mai  1943 62 250 Abschaltung versagt
26 26. Mai  1943 66,5 265 Erfolg, Flugzeit: 349 Sekunden
25 26. Mai  1943 40 27 Brennschluss nach 40 Sekunden
24 27. Mai  1943 55 138
23 01. Juni 1943 62 235 vorzeitiger Brennschluss
29 11. Juni 1943 63,5 238 erfolgreicher Start
31 16. Juni 1943 60,5 221 vorzeitiger Brennschluss
28 22. Juni 1943 62,5 75 nach 70 Sekunden explodiert
30 24. Juni 1943 65,1 287 erster Start vom Prüfstand X, Abschaltung versagt
36 26. Juni 1943 64,9 235 erfolgreicher Start
38 29. Juni 1943 15 3 Absturz auf Flugplatz
40 29. Juni 1943 63,6 236 Einschlag nicht beobachtet
33 01. Juli 1943 Brennschluss nach Abheben, Explosion
41 09. Juli 1943 4 0,1 Absturz auf Pumpenhaus des Prüfstands VII
34 09. Juli 1943 Brennschluss nach Abheben, Explosion
12. Aug. 1943 64 ? erfolgreicher Start
06. Okt. 1943 68 ? erfolgreicher Start mit 272 Sekunden Dauer, erster Start nach dem Luftangriff am 17. August 1943
21. Okt. 1943 63 ? erfolgreicher Start, Flugzeit: 286 Sekunden
04. Dez. 1943 63 ? erfolgreicher Start, Flugzeit: 286 Sekunden
10. Dez. 1943 69 ? erfolgreicher Start, Flugzeit: 247 Sekunden
21. Dez. 1943 33 ? nur Teilerfolg, vorzeitiger Ausfall des Triebwerks, Flugzeit: 104 Sekunden
07. Jan. 1944 43 ? explodierte 43 Sekunden nach dem Start
27. Jan. 1944 ? ? erster Testflug einer im Mittelwerk gefertigten Rakete, Fehlschlag
02. Mär. 1944 ? ? explodierte
11. Mär. 1944 59 ? erfolgreicher Start, Flugzeit: 282 Sekunden
05. Apr. 1944 ? ? explodierte
13. Juni 1944 ? ? Absturz in Schweden
20. Juni 1944 ? ? Senkrechtschuss; bisherige Rekordhöhe 174,6 km

Anmerkungen

  1. Sofern nicht anders angegeben, erfolgte der Start vom Prüfstand VII.

Für den Zeitraum zwischen Juli 1943 und Februar 1945 liegen keine vollständigen Startlisten vor. Bei einem Versuchsstart am 13. Juni 1944 zur Erprobung von Komponenten der Flugabwehrrakete Wasserfall stürzte eine von Peenemünde aus gestartete A4-Rakete in Südschweden ab.

Einsatz[Bearbeiten]

A4 auf einer mobilen Startrampe der Münchner Firma Meiller („Meillerwagen“) bei der Operation Backfire in der Nähe von Cuxhaven (→ Raketenstarts in Cuxhaven)
Start einer V2 aus einem Waldstück bei Den Haag

Als am 8. September 1944 die erste A4 nur den Vorort Chiswick und nicht etwa die Großstadt London traf, gestand selbst Dornberger ein, dass es sich bei der A4 um eine „unzureichende“ Waffe handele. Trotzdem taufte sofort Propagandaminister Goebbels die A4 in „V2“ um und propagierte diese als „Vergeltungswaffe“.[3] Mit Sprengköpfen bestückt und von mobilen Startrampen aus wurden mit ihr vor allem London und später Antwerpen bombardiert; London nach offizieller Verlautbarung als Vergeltung für britische Bombenangriffe. Zwar war die Treffergenauigkeit gering, aber die plötzlichen Einschläge ohne Vorwarnung übten eine psychologische Wirkung (Demoralisierung) auf die Beschossenen aus, wenngleich diese wohl niedriger war als bei der V1. Während man bei Angriffen der V1 noch Fliegeralarm auslösen konnte, war dies durch die hohe Geschwindigkeit der A4 kaum noch möglich, da der Überschallknall erst nach der plötzlichen Explosion zu hören war.

Schon 1943 hatte die NS-Propaganda zur Erwiderung alliierter Luftangriffe auf deutsche Städte die Bombardierung Englands mit „Vergeltungswaffen“ angekündigt, um den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung und den Kampfgeist der an der Front kämpfenden Soldaten aufrechtzuerhalten. Mit ständigen Beschwörungen von der Wirksamkeit der neuen „Wunderwaffen“ propagierte das NS-Regime den Glauben, die Wehrmacht habe mit neuen überlegenen Waffensystemen ein technisches Mittel in Händen, um die Wende im Krieg doch noch herbeiführen zu können. Allerdings schlug die nach dem Kriegseinsatz der „Vergeltungswaffen“ kurzzeitig entstandene euphorische Stimmung der Bevölkerung schon im Sommer 1944 wieder in Skepsis um, als die V-Raketen nicht die erwarteten spürbaren Erfolge erzielen konnten. Auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Niederlage versprach am 30. Januar 1945 Adolf Hitler in seiner letzten Rundfunkrede immer noch den „Endsieg“ durch einen verstärkten Einsatz sogenannter „Wunderwaffen“, zu denen auch die „V2“ gehörte.[18]

Wie wenig die propagierte Bezeichnung Vergeltungswaffe für die A4 zutraf, zeigen die Äußerungen von Walter Dornberger Ende März 1942, der Raketeneinsatz sei derart geplant, dass „bei Tag und Nacht in unregelmäßigen Abständen, unabhängig von der Wetterlage, sich lohnende Ziele wie London, Industriegebiete, Hafenstädte, pp. unter Feuer genommen werden“. Zuvor hatte er schon, als er Juli 1941 für das neue Waffensystem warb, auf die „nicht mehr vorhandene Luftüberlegenheit“ hingewiesen. Damit nahm er ganz klar auf die verlorene Luftschlacht um England Bezug. Bereits ab Ende 1939 ging es schon dem Entwurf nach in der Sache um eine Kriegsrakete. Auch Hitler drohte deutlich im September 1940: „Wir werden ihre Städte ausradieren!“[19]

V2-Explosion, Camberwell Road, London, ca. 1944

Insgesamt wurden etwa 3200 Raketen abgefeuert:

Gefallener US-Soldat nach einem V2-Angriff auf Antwerpen am 27. November 1944
  • V2-Angriffe auf Ziele in Deutschland
Kuppelbau von Helfaut-Wizernes, A4-Raketenbunker, Nord-Frankreich, September 1944, Rekonstruktion

Von Den Haag aus wurden 1039 Raketen gestartet, die vor allem auf London gerichtet waren. Bei einem alliierten Luftangriff auf die Startrampen am 3. März 1945 kamen 510 Menschen ums Leben.

In Frankreich waren mehrere große Bunker zum Start der A4 geplant oder im Bau, welche aber durch Bombardierungen oder wegen des Vormarschs der Alliierten nach der Invasion nicht mehr fertiggestellt wurden und nicht zum Einsatz kamen. Die bekanntesten sind das Blockhaus von Éperlecques, der Kuppelbau von Helfaut-Wizernes und die Anlagen im Raum Cherbourg.

Die Raketenstarts gegen die diversen Städte sind als reine Terrormaßnahmen gegen Zivilisten zu werten. Ausnahmen waren zum einen die elf erfolglosen Starts gegen die Ludendorff-Brücke bei Remagen und Erpel, nachdem die Rhein-Brücke von den Alliierten eingenommen worden war. Zum anderen die 1610 Einsätze gegen den Seehafen von Antwerpen. Die „V2“-Treffer behinderten hier zumindest den Truppentransport der Alliierten für Wochen ganz erheblich. Am meisten hatte aber auch hier die Zivilbevölkerung zu leiden.[20] Die letzte Rakete im Kampfeinsatz wurde am 27. März 1945 von deutscher Seite gegen Antwerpen gestartet.

Danach wurden nach und nach nahezu alle A4-Batterien aufgelöst. Trotzdem wurden noch Vorbereitungen für das VIII. Sonderschießen getroffen. Dazu war die ehemalige „Lehr- und Versuchsbatterie 444“, jetzt umbenannt in „Lehr- und Versuchsabteilung z. V.“, bereits am 28. Januar 1945 aus dem Einsatz in Holland zurückgezogen und zur Ruhe und Auffrischung nach Buddenhagen (Wolgast) befohlen worden.[21] Von hier aus verlegte man diese Abteilung zusammen mit der „Gruppe Erprobung“ bzw. dem „Entwicklungskommando Rethem“ über Rethem (Aller) in den Raum Kirchlinteln (Kreis Verden (Aller)).[22] Ziel des Sonderschießens war die „Schwerpunkterhöhung der Treffgenauigkeit und Einschlagprozente“.[23] Die Zielpunkte lagen im Wattenmeer östlich der Insel Sylt und zwischen den dänischen Inseln Römö und Fanö.[24] Im Zeitraum von Mitte März 1945 bis zum 6. April 1945 wurden aus zwei Startstellungen etwa zehn Versuchsraketen abgefeuert.[25] Dabei kam auch die Steuerung mit Hilfe der Leitstrahltechnik zum Einsatz.[21] Nach dem Abzugsbefehl vom 6. April 1945 durch General Hans Kammler (der am 9. Mai Suizid beging) verlegte man die „Lehr- und Versuchsabteilung z. V.“ aus dem „Stellungsraum Neddenaverbergen“ (heute Gemeinde Kirchlinteln, Kreis Verden/Aller) über den Kreis Herzogtum Lauenburg nach Welmbüttel im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein, etwa 10 km östlich von Heide gelegen.[26] Hier wurden die mitgebrachten Fahrzeuge und Sondergerätschaften und vermutlich auch einige Raketen, die durch eine nicht weiter bekannte Nachschubeinheit angeliefert worden waren, in einem Moor versenkt bzw. gesprengt.[27] Am 1. Mai 1945 wurden noch 20 bis 30 Soldaten zu einem Flakregiment in den Raum Bargteheide/Trittau abgestellt. Ab dem 3. Mai 1945 wurde die letzte noch existierende und voll ausgerüstete A4-Abteilung aufgelöst, indem die noch verbleibenden Soldaten durch die Vorgesetzten offiziell entlassen wurden.[21]

Der Einsatz der A4 als Terrorinstrument führte in London zu Diskussionen, diesen mit Kampfgas zu vergelten.

Insgesamt forderte der Einsatz der A4-Raketen mehr als 8000 Menschenleben, hauptsächlich Zivilisten. Die größte Zahl an Opfern auf einen Schlag war am 16. Dezember 1944 in Antwerpen zu beklagen, als eine A4 das vollbesetzte Kino „Rex“ traf und 567 Menschen tötete.

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Wernher von Braun in Peenemünde, Frühjahr 1941
Größenvergleich
Rekonstruktion nach Wernher von Brauns Planung. Die A9/A10 – Rakete, die Amerika treffen sollte

Wernher von Braun hatte den Auftrag erhalten, eine Waffe mit der Reichweite von 300 km und einer Sprengkraft von etwa einer Tonne zu bauen, wofür er Geld und Personal vom Militär und später von der SS zur Verfügung gestellt bekam.

Am 24. Januar 1945 wurde in Peenemünde eine geflügelte Version der A4-Rakete, die A4b, erstmals erfolgreich gestartet. Sie sollte die doppelte Reichweite der A4 erreichen, stürzte allerdings wegen eines Flügelbruchs vorzeitig ab. Zu weiteren Starts dieses Flugkörpers kam es aufgrund der Kriegslage nicht mehr.

Von 1943 bis zum Kriegsende 1945 entwickelte man zudem eine Interkontinentalrakete. Diese war als zweistufige Fernrakete ausgelegt und trug die Bezeichnung A 9/10. Sie übertraf die A4 in Umfang und Höhe um das Doppelte. Die A 9/10 bestand aus zwei unabhängigen Raketen, der A10 und der A9, die bis zum Abtrennen der ausgebrannten Startrakete A10 unter einer gemeinsamen Hülle miteinander verbunden blieben. Nach dem Ausbrennen der A10 sollte der Weiterflug von der A9 übernommen werden, die in etwa den Plänen der späteren A4b entsprach. Die projektierte Reichweite dieser sogenannten „Amerikarakete“ betrug 5500 km, deren erklärtes Ziel es war, New York anzugreifen. Über das Planungsstadium kam dieses Projekt jedoch nicht hinaus. Allerdings war der Prüfstand VII der HVA-Peenemünde schon beim Bau 1938 für die A9-/A10-Rakete dimensioniert.

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Den Amerikanern waren am 29. März 1945 auf einem Militärzug am Bahnhof Bromskirchen in Hessen zehn komplette A4-Raketen des Artillerieregimentes z.b.V. 901 (mot) mit den mobilen Startrampen, Treibstoff und Bedienungsanleitung in die Hände gefallen. Dieser Zug war auch in den alliierten Wochenschauen ausführlich thematisiert worden.[28] Der Zug[29] sollte die Raketen vom Westerwald kommend am 22. März über die Aar-Salzböde-Bahn in neue Stellungen im Raum Schelderwald bzw. in die Nähe von Marburg bringen. Diese zehn A4 wurden drei Tage später von den Amerikanern vom Hafen Antwerpen aus in die USA verschifft,[30] wo sie die Grundlage der neuen amerikanischen Raketentechnik bildeten.

Am 2. Mai 1945 stellte sich von Braun der US-Armee und wurde zusammen mit anderen Wissenschaftlern aus seinem Mitarbeiterstab ebenfalls in die USA geschickt (Operation Paperclip).

Die Briten ließen im Oktober 1945 mehrere A4-Raketen durch Kriegsgefangene aus ehemaligen deutschen Starteinheiten in der Nähe von Cuxhaven starten, um Vertretern der alliierten Besatzungsmächte die „Wunderwaffe V2“ beim Start zu demonstrieren (Operation Backfire). Hierbei entstand auch ein zunächst geheimer Dokumentarfilm, der heute im Museum Peenemünde zu sehen ist.[31]

Start einer modifizierten A4 am 24. Juli 1950 von Cape Canaveral
Erstes Foto aus dem All, aus ca. 105 km Höhe von einer modifizierten White-Sands-A4 aufgenommen, 24. Oktober 1946
Start einer V2 vom Flugzeugträger Midway am 6. September 1947

Etwa 100 erbeutete A4 und Teile davon wurden im Mittelwerk Nordhausen noch vor dem Einmarsch der Roten Armee von US-Truppen verladen und in die USA verfrachtet. Sie bildeten den Grundstock der Raumfahrtentwicklungen der USA. Eines dieser Exemplare kann im National Air and Space Museum in Washington (D.C.) begutachtet werden, ein weiteres kam anlässlich von Filmarbeiten Ende der 1950er-Jahre wieder nach Deutschland zurück und befindet sich heute im Deutschen Museum in München. Die Übersiedlung der führenden Raketentechniker ab Sommer 1945 in die USA lief im Rahmen der geheimen Operation Overcast.

Teststarts mit erbeuteten A4-Raketen in den USA erfolgten beispielsweise im März 1948 von der White Sands Missile Range in New Mexico. Die Modifizierung der A4 mit einer Corporal-Rakete als zweite Stufe nannte man Bumper. Die ersten Raketenstarts von Cape Canaveral in Florida wurden 1950 mit Bumper-Raketen durchgeführt. Auf US-Seite wurden unter anderem Fruchtfliegen im Juli 1946 mit einer A4 transportiert und als erste Organismen im All bezeichnet.

In Huntsville (Alabama) wurde mit dem Redstone Arsenal ein erstes Zentrum für die Raketenentwicklung gegründet, wo zusammen mit den deutschen Wissenschaftlern insgesamt 67 A4-Raketen gestartet wurden. Sie bildeten den Grundstock für die späteren Redstone-Raketen und für diverse Weiterentwicklungen ähnlicher Kriegswaffen, letztlich aber auch für die Saturn-V-Raketen.

Ebenso wurde von der Sowjetunion zunächst eine große Anzahl von deutschen Wissenschaftlern in der Sowjetischen Besatzungszone schon im Sommer 1945 verhaftet und dann 1946 mit ihren Familien sowie Resten der Raketentechnik und der Fertigungsanlagen in die Sowjetunion gebracht, um dort ebenfalls die Basis für spätere Entwicklungen zu bilden. So war die sowjetische R-1-Rakete ein direkter Nachbau der A4. Sie wurde erstmals 1947 vom Testgelände Kapustin Jar gestartet. Die A4 bildete somit eine der Grundlagen der sowjetischen Raumfahrttechnologie und Raketenwaffen.

Im Rahmen der Operation Sandy gelang am 6. September 1947 mit dem Start einer V2 vom Flugdeck des amerikanischen Flugzeugträgers Midway erstmals der Start einer Langstreckenrakete von einem Schiff aus.

Die gegenseitige Bedrohung mit Raketen von Land wie auch von Unterseebooten aus stellte ein wesentliches Moment des Kalten Krieges dar.

Die Firma Canadian Arrow baute im Rahmen des Ansari X-Prize eine (um zwei Meter verlängerte) A4-Rakete nach, die Touristen ins All bringen sollte.

Der ehemalige Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion Albert Speer schrieb später zur Bewertung des V2-Projektes: "Unser aufwendigstes Projekt war zugleich unser sinnlosestes. Unser Stolz und zeitweilig mein favorisiertes Rüstungsziel erwies sich als einzige Fehlinvestition."[32]

Ein offizieller Festakt der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie unter der Schirmherrschaft der damaligen Bundesregierung zum 50. Jahrestag des Erstfluges der „V2“ wurde erst wegen internationaler Proteste kurzfristig abgesagt. Die A4-Großrakete wurde im Ausland stark mit dem KZ Mittelbau-Dora in Bezug gebracht, in dem auch KZ-Insassen die Rakete in Serienfertigung bauten.[33]

Museale Rezeption[Bearbeiten]

Im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ist eine vollständig erhaltene „V2“-Rakete in der Dauerausstellung aufgestellt. Auch in der Luft- und Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums in München befindet sich eine komplette A4-Rakete. Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien besitzt in der Dauerausstellung „Republik und Diktatur“ (Saal VII) ein Triebwerk einer „V2“, das kurz nach dem Kriegsende aus dem Toplitzsee, wo zwischen 1943 und 1945 zahlreiche waffentechnische Versuche durchgeführt worden waren, geborgen wurde.[34] Im Deutschen Museum Flugwerft Schleißheim und im Deutschen Technikmuseum Berlin ist ebenfalls je ein A4-Triebwerk ausgestellt. Zusammenhänge und Hintergründe sind in der ständigen Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (Nordhausen) dokumentiert; Besichtigungen der Untertageanlage sind möglich.[35]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Blank: Energie für die „Vergeltung“. Die Accumulatoren Fabrik AG Berlin-Hagen und das deutsche Raketenprogramm im Zweiten Weltkrieg. In: Militärgeschichtliche Zeitschrift 66 (2007), S. 101–118.
  • Volkhard Bode und Gerhard Kaiser: Raketenspuren. Peenemünde 1936–2000. 2. Aufl. Ch. Links, Berlin 2001, ISBN 3-86153-239-5.
  • Walter Dornberger: Peenemünde. Die Geschichte der V-Waffen. 12. Aufl. Ullstein, Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-548-33119-X.
  •  T. D. Dungan: V-2. A Combat History of the First Ballistic Missile (Weapons in History). Westholme Publishing, 2005, ISBN 1-59416-012-0.
  • Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-60943-6.
  • Joachim Engelmann: Geheime Waffenschmiede Peenemünde. V2 – „Wasserfall“ – „Schmetterling“. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg, ISBN 3-7909-0118-0.
  • Karsten Porezag: Geheime Kommandosache. Geschichte der „V-Waffen“ und geheime Militäraktionen des Zweiten Weltkrieges an Lahn, Dill und Westerwald, Dokumentation. 2. überarbeitete Auflage. Verlag Wetzlardruck, Wetzlar 2003, ISBN 3-926617-20-9.
  • Uli Jungbluth: Hitlers Geheimwaffen im Westerwald. Zum Einsatz der V-Waffen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 7. Zweigverein, Geschichts- und Kulturwerkstatt Westerwald, Montabaur, 1996 (= Werkstatt-Beiträge zum Westerwald, Nr. 2) .
  • Heinz Dieter Hölsken: Die V-Waffen. Entstehung – Propaganda – Kriegseinsatz. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-06197-1.
  • Dieter Hölsken: V-Waffen. Entwicklung und Einsatz im II. Weltkrieg. Motorbuch, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02145-5.
  • Michael J. Neufeld: Die Rakete und das Reich. Wernher von Braun, Peenemünde und der Beginn des Raketenzeitalters. Henschel, Berlin 1999, ISBN 3-89487-325-6.
  • Dr. Olaf Przybilski: Das Geheimnis der deutschen Raketen und raketengetriebenen Fluggeräte. In: Spurensuche Band 10. Podzun-Pallas-Verlag, 2002, ISBN 3-7909-0763-4.
  • Gerhard Reisig: Raketenforschung in Deutschland. Wie die Menschen das All eroberten. Agentur Klaus Lenser, Münster 1997, ISBN 3-89019-500-8.
  • Georg Metzler: Geheime Kommandosache. Raketenrüstung in Oberschwaben – Das Außenlager Saulgau und die V2 (1943–1945). Wilfried Eppe, Bergatreute 1996, ISBN 3-89089-053-9.
  • Johannes Weyer: Wernher von Braun. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-50552-5.
  • Stefan Brauburger: Wernher von Braun – Ein deutsches Genie zwischen Untergangswahn und Raketenträumen. Pendo, München 2009, ISBN 978-3-86612-228-4.
  • Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen: 1923–2002. Oldenbourg, München 2004, ISBN 978-3-486-56842-4.
  • Kurt Magnus: Raketensklaven. Deutsche Forscher hinter rotem Stacheldraht. Elbe-Dnjepr-Verlag, 1. Auflage, Klitzschen 2002, ISBN 3-933395-61-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aggregat 4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: White Sand Missile Range Museum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Weyer: Wernher von Braun. rororo, Hamburg 1999, S. 32ff.
  2. Michael J. Neufeld: Die Rakete und das Reich. Henschel, Berlin 1999, ISBN 3-89487-325-6, S. 267.
  3. a b Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 142.
  4. K. Gatland: Project Satellite. Allan Wingate Limited, London 1958.
  5. Karl-Heinz Wellmann: Die Rakete V2 – Hitlers Wunderwaffe
  6. Roger Ford: Die deutschen Geheimwaffen des Zweiten Weltkriegs.
  7. Informationen zum Mischgerät gesammelt von „Stichting Centrum voor Duitse Verbindingen en aanverwante Technologieën“. Abgerufen am 30. Dezember 2012.
  8. Raúl Rojas und Ulf Hashagen (Ed.): Helmut Hoelzer – Inventor of the Electronic Analog Computer. In: The First Computers--History and Architectures. MIT Press, 2002, ISBN 978-0262-68137-7, S. 323-348.
  9. http://www.v2werk-oberraderach.de/ Raketenwerk Oberraderach
  10. Lüdenscheider Nachrichten; 25. März 2006
  11. Accumulatoren Fabrik AG
  12. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 106–107.
  13. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 106.
  14. Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Göttingen 2007, S. 49f.
  15. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Zu Klampen Verlag, Springe 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 26, DNB 1017774455.
  16. Am Anfang war die V2. Vom Beginn der Weltraumschifffahrt in Deutschland. In: Utz Thimm (Hrsg.): Warum ist es nachts dunkel? Was wir vom Weltall wirklich wissen. Kosmos, 2006, ISBN 3-440-10719-1, S. 158.
  17. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 164.
  18. Deutsches Historisches Museum Berlin: Die „Wunderwaffen“ V1 und V2
  19. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 76–77.
  20. Audio zu Die Rakete V2 – Hitlers Wunderwaffe
  21. a b c P. Schiller u. a.: Die Luftwaffe zum Kriegsende in Schleswig-Holstein. Arbeitskreis Geschichte im Amt Trave-Land. 2008.
  22. Quelle: BA MA RH 8/1265
  23. Quelle: BA MA, RH 24 – 30/272
  24. Quelle: BA MA, RH 8/ 1307, Nr. 160
  25. Quelle: Heimatkalender für den Landkreis Verden. 2011 und 2012
  26. Quelle: BARCH, RH 24-30/274 fol 83
  27. Quelle: Dithmarscher Landeszeitung vom 14. Mai 2003
  28. Webseite mit einer Wochenschau und Filmaufnahmen als zweites Thema abgerufen am 27. September 2012
  29. Horst W. Müller: Ein geheimnisvoller Zug durchquerte 1945 das Hinterland. Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 1, Biedenkopf März 2005, S. 127.
  30. Karsten Porezag: Geheime Kommandosache. Geschichte der „V-Waffen“ und geheime Militäraktionen des Zweiten Weltkrieges an Lahn, Dill und Westerwald, Dokumentation. 2. überarbeitete Auflage, Wetzlardruck, 2003, ISBN 3-926617-20-9, S. 326–344.
  31. Britischer Film (38.42 min Länge) über die Operation Backfire abgerufen am 27. September 2012
  32. Albert Speer: Erinnerungen, Ullstein-Verlag, 1969
  33. Rainer Eisfeld: Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei. Paperback, 2012, ISBN 978-3-86674-167-6, S. 12.
  34. Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Graz/Wien 2000, S. 82.
  35. Gedenkstätte Mittelbau-Dora