Agostino Chigi

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Agostino Chigi (* 29. November 1466 in Siena; † 11. April 1520 in Rom, genannt il Magnifico (der Prächtige)), war ein Unternehmer, Mäzen und päpstlicher Bankier in der Renaissance. Er gehörte zur Familie Chigi (heute Chigi-Albani), aus der auch Papst Alexander VII. (bürgerlich Fabio Chigi) stammte.

Unternehmen[Bearbeiten]

Gemeinsam mit seinem Vater Mariano Chigi[1] zog er von der Toskana im Jahre 1487 nach Rom, wo sie sich selbständig machten. Seine Mutter war Caterina Baldi.[1] Ab 1509 war er Chef des Bankhauses der Spanocchi. Er war einer der bedeutendsten Bankiers seiner Zeit und verkehrte in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen. Chigi unterhielt Handelsbeziehungen mit ganz Westeuropa und hatte zeitweise 20.000 Mitarbeiter.

Chigi war ferner ein Händler, der Handelshäuser in Lyon, London, Konstantinopel, Amsterdam und Babylon unterhielt, sowie Eigner von etwa hundert Frachtschiffen. Er hatte u.a. im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für die Kurie die päpstlichen Alaunminen bei Tolfa gepachtet. Wichtigste weitere Quelle für Alaun in Europa war damals noch Venedig, über das der Alaunimport vor allem aus Kleinasien abgewickelt wurde. Durch die Vergabe eines zinslosen Kredites an die Republik Venedig, als diese im Kampf gegen die Liga von Cambrai dringend Geldmittel benötigte, konnte er sich auch auf dem venezianischen Markt vertraglich eine Monopolstellung im Alaunhandel zusichern lassen. Außerdem wurde ihm der Ehrentitel "Sohn von San Marco" verliehen.

Mäzenatentum[Bearbeiten]

Er wurde als reicher Mann auch ein Mäzen der Kunst und Literatur. Er förderte bedeutende Künstler der Renaissance wie Perugino, Sebastiano del Piombo, Giovanni da Udine, Giulio Romano, Sodoma und Raffael. Von 1506 bis 1510 bewohnte er die Villa Farnesina in Rom-Trastevere, in der sich mythologische Fresken Raffaels befinden. Raffael malte für Chigi das Fresko der Galatea als Auftragsarbeit.

1507 erlaubte Papst Julius II. in einer Bulle seinem Bankier Chigi, die Capella Chigi im Kirchengebäude Santa Maria del Popolo in Rom als Grabkapelle für sich und seine Angehörigen umzuwidmen. Mit dem Bau beauftragte Chigi 1513 seinen Freund Raffael. In dem noch heute vorhandenen Grab ist auch sein Bruder Antonio Chigi bestattet. Das Grabmal ist einer der Handlungsorte in Dan Browns Roman Illuminati.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agostino Chigi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Francesco Dante in: Dizionario Biografico degli Italiani