Agrarwissenschaften

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Agrarwissenschaftler im Getreidebereich bei der Arbeit

Die Agrarwissenschaften (seltener Agrarwissenschaft oder Agronomie) beschäftigen sich mit allen Fragen rund um die Primärproduktion menschlicher und tierischer Nahrung sowie nachwachsender Rohstoffe. Einer der Begründer ist Albrecht Thaer. Neben der Einbeziehung vieler Teilbereiche aus anderen Wissenschaftsgebieten gibt es eigenständige Fachgebiete der Agrarwissenschaften. Eine häufige Grundeinteilung gliedert sie in Pflanzenbauwissenschaften, Tierwissenschaften und Agrarökonomie.

Agraringenieur / Agronom[Bearbeiten]

Agraringenieur oder Agronom ist eine Berufsbezeichnung für den produktionstechnisch-naturwissenschaftlichen Bereich des Landbaus. Agraringenieure sind Fach- oder Führungskräfte an der Schnittstelle von Wissenschaft (Biologie, Chemie, Technik und Ökonomie), Verwaltung und landwirtschaftlicher Praxis. Weitere Aufgabenfelder liegen in der Agrarpolitik, Marketing landwirtschaftlicher Produkte, Naturschutz, Raumplanung und Strukturentwicklung ruraler Gebiete. Agrarexperten werden auch interdisziplinär in Entwicklungshilfeprojekten in der Dritten Welt bei der Entwicklung ländlicher Räume (z.B. GTZ) oder spezieller Projekte der multilateralen Zusammenarbeit eingesetzt. Dabei sind Allround-Qualitäten oder Koordinierungsfunktionen zwischen verschiedenen Spezialisten gefragt. Weitere Spezialisierungen sind Pflanzenarzt, Gartenbau-Ingenieur, etc.

Statistik[Bearbeiten]

Laut Statistischem Bundesamt waren im Wintersemester 2012/ 2013 sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen 47.766 Studierende, der Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben.

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]

Da das Agrarstudium sich mit sehr vielen Themenbereichen befasst, bestehen vielfältige Berufsmöglichkeiten, ob in der Forschung, in der Züchtung, in der Beratung, in der Praxis sowie in der (Fach-)presse. Auch außerhalb der Agrarbranche werden Agraringenieure bzw. Bachelor- und Masterabsolventen der Agrarwissenschaften eingestellt, wie z. B. in Banken oder Versicherungen. Die Vielseitigkeit dieses Studiums macht es besonders interessant.

Zweige und Disziplinen[Bearbeiten]

Akademische Abschlüsse[Bearbeiten]

In der Vergangenheit wurde in Deutschland in Diplomstudiengängen der akademische Grad des Diplomlandwirts bzw. Diplom-Agraringenieurs (Dipl.-Ing. agr.) verliehen. Abschlüsse an Fachhochschulen sind in der Regel an dem Zusatz (FH) zu erkennen. Im Zuge des Bologna-Prozesses bieten heute die meisten Hochschulen in Deutschland das gestufte Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master an. Einige Hochschulen bieten auch internationale Doppelabschlüsse an, wie bspw. den Masterstudiengang „Organic Agriculture and Food Systems (EUR-Organic)“ der Universität Hohenheim.

Studienorte[Bearbeiten]

Ein Studium der Agrarwissenschaften ist in Deutschland an folgenden Universitäten und Fachhochschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Fachrichtungen möglich:

Aufbaustudiengänge werden in den Fachrichtungen Internationale Agrarentwicklung, Landwirtschaft in den Tropen und Subtropen sowie Phytomedizin angeboten. Ein Studium der Agrarwissenschaften ist in der Schweiz an der ETH Zürich und Berner Fachhochschule mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Fachrichtungen, wie auch an der Universität für Bodenkultur Wien in Österreich möglich.

Die zentrale Fachbibliothek in Deutschland für die Agrarwissenschaften ist die ZB MED an ihrem Standort in Bonn.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Doluschitz, R. (2011): Agrarmanagement: Unternehmensführung in Landwirtschaft und Agribusiness. Ulmer
  • Strecker, O.; Reichert, J.; Pottebaum, R (1996): Marketing in der Agrar- und Ernährungswissenschaft. Grundlagen, Strategien, Maßnahmen. DLG-Verlag
  • Koester, U. (2010): Grundzüge der landwirtschaftlichen Marktlehre. Vahlen.
  • Henkel, G. (2004): Der Ländliche Raum. Teubner Verlag
  • Martin, K.; Sauerborn, J. (2006): Agrarökologie. Ulmer
  • Baeumer, K. (1992): Allgemeiner Pflanzenbau. Ulmer
  • Mühlbauer, W. (1996): Beiträge der Agrartechnik zur Ernährungssicherung. Tropentag
  • Eichhorn, H.; Konrad, J. (1990): Landtechnik. Ulmer
  • William, A.; Simianer, H. (2011): Tierzucht. Grundwissen Bachelor. Ulmer
  • Jeroch, H.; Drochner, W.; Simon, O. (1999): Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere. Ernährungsphysiologie, Futtermittelkunde, Fütterung. UTB

‘‘Fachzeitschriften‘‘‘

  • Agrarmanager
  • Agrartechnik
  • Agrarzeitung
  • B&B Agrar - Die Zeitschrift für Bildung und Beratung (Bildungs- und Beratungssektor, sehr informativ für (zukünftige) Studenten)
  • Berichte über Landwirtschaft - Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft (herausgegeben vom BMEL)
  • DLG-Mitteilungen
  • DLZ Agrarmagazin
  • top agrar

Einezlnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agronomy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien