Ahaus
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Münster | ||||
| Kreis: | Borken | ||||
| Höhe: | 50 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 151,22 km² | ||||
| Einwohner: | 38 679 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 256 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 48683 | ||||
| Vorwahlen: | 02561, 02567 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | BOR (vor 1975: AH) | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 54 004
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| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 48683 Ahaus |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Felix Büter (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Ahaus im Kreis Borken | |||||
Die Stadt Ahaus liegt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Borken im Regierungsbezirk Münster.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Stadt liegt nahe der Grenze zu den Niederlanden an dem Kleinfluss Ahauser Aa. Ahaus besteht aus den Ortsteilen:
- Ahaus
- Alstätte (Ortsteil)
- Graes (Ortsteil)
- Ottenstein (Ortsteil)
- Wessum (Ortsteil)
- Wüllen (Ortsteil)
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Adelssitzes „Haus an der Aa“ datiert um 1030. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erhielt Ahaus die Stadtrechte. Die so genannte Herrschaft Ahaus fiel 1406 an die Fürstbischöfe von Münster.
Auf den 4. Oktober 1650 datiert der Besuch des neuen Fürstbischofs von Münster Christoph Bernhard von Galen. Auf dessen Veranlassung wurde auch 1653 die erste deutsche Fayence-Manufaktur in Ahaus gegründet. Diese wurde bereits 1657 wieder geschlossen. Es kam 1688 zum Abriss der alten Burg auf Veranlassung des Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg. Der Neubau des barocken Wasserschlosses nach den Plänen des Ambrosius von Oelde wurde 1690 fertiggestellt. Die Gesamtanlage mit Gartenareal war 1718 fertig. 1763 bis 1767 datiert die Modernisierung des Schlosses unter der Leitung von Johann Conrad Schlaun. Errichtet wurden der gartenseitige Mittelrisalit und die Gartentreppe. Das barocke Wasserschloss zählt noch heute zu den zentralen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
1803 fielen Herrschaft und Schloss Ahaus durch den Reichsdeputationshauptschluss an die Fürsten zu Salm-Salm und Salm-Kyrburg (Fürstentum Salm). Nach kurzzeitiger Zugehörigkeit zu Frankreich ab 1810 (in dieser Zeit hatte Frankreich das Fürstentum Salm annektiert) kam die Stadt 1813 unter preußische Herrschaft.
1829 wurde Schloss Ahaus an Hermann Oldenkott aus Amsterdam verkauft. Nun wurde in der gesamten Anlage eine Tabakfabrik eingerichtet.
Der Stadtbrand vom 13. Oktober 1863 zerstörte die Stadt fast völlig.
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Machte Ahaus bundesweit bekannt: das Brennelemente-Zwischenlager |
Im Jahre 1881 erfolgte die Gründung einer Zündwarenfabrik. Zwei Jahre später wurde die Westfälische Jutespinnerei und Weberei gegründet. Im Jahre 1886 errichtete die Jutefabrik ihre Arbeitersiedlung, die Kolonie und das heutige Stadtgebiet Oldenburg. Es entstand in einem Teil der damaligen Bauerschaft Ammeln. Der Name Oldenburg führt auf die alte Flurbezeichnung „die Ollenburg“ zurück.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Wasserschloss durch einen Bombenangriff zerstört. 1949 wurde es durch Kreis und Stadt Ahaus wiederaufgebaut. Das Dorf Wüllen wurde 1969 zu Ahaus eingemeindet. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung wurde Ahaus im Jahre 1969 zunächst mit dem Amt Wüllen (bestehend aus den Gemeinden Wüllen und Ammeln) zusammengeschlossen. Zum 1. Januar 1975 wurde dann, ausgelöst durch das Münster-Hamm-Gesetz, das Amt Wessum mit den Gemeinden Alstätte, Ottenstein und Wessum (einschl. Graes) eingemeindet. Die Stadt verlor dabei den Kreissitz an Borken.
Am 17. September 1879 wurde an der Wüllener Straße erstmals eine evangelische Kirche in Ahaus eingeweiht. Im März 1945 wurde der oben genannte Kirchenbau durch Kriegseinwirkungen stark beschädigt, nach dem Wiederaufbau dann 1954 weitestgehend umgestaltet. U.a. wurde der Glockenturm erneuert und in den Westgiebel des Kirchenschiffes ein neues Rundfenster eingebaut.
Die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt mit dem hohen Glockenturm ist das beherrschende Gebäude auf dem Marktplatz in Ahaus. Bereits in der Frühzeit der Ahauser Geschichte stand an dieser Stelle eine Kirche. Im Jahre 1965 wurde das alte Kirchenschiff bis auf den neugotischen Turm abgerissen und an seine Stelle die neue Kirche nach einem Entwurf des Architekten Erwin Schiffer, Köln, errichtet. Beherrscht wird heute die Ansicht des Kirchenbaus durch rasterartige, schneeweiße Betonelemente mit bunter Verglasung. Diese Fenster sind von Prof. Georg Meistermann geschaffen worden. Robert Gernhardt schrieb über den Neubau das Gedicht „St. Horten in Ahaus“.
Die Kath. Kirche St. Josef wurde 1952 errichtet. Einschiffiger Ziegelbau mit geradem Chorabschluss. Im Innern befindet sich der alte Kreuzweg aus Sandstein, der ursprünglich zur alten, abgerissenen Kirche St. Mariä Himmelfahrt gehörte.
Am östlichen Rand des bebauten Areals der Stadt liegt die Ammelner Kapelle. Das kleine Gotteshaus wurde im neugotischen Stil 1881 komplett neu aufgebaut, nachdem es bald nach der Ersterrichtung in 1733 niedergebrannt war.
Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch den Widerstand der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V (BI Ahaus) und vieler anderer Gruppierungen gegen den Bau und Betrieb des umstrittenen Brennelementezwischenlagers (auch Transportbehälterlager Ahaus genannt, BZA) und die damit verbundenen Castortransporte.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat von Ahaus
| Stadtrat von Ahaus: Wähleranteil und Sitze der Parteien, direkt-gewählter Bürgermeister | |||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wahl | WGW | Total | Bürgermeister | ||||||||||||
| XII.: 1994 | 22 | 11 | - | - | 8 | 41 | |||||||||
| XIII.: 1999 | 25 | 8 | 1 | - | 8 | 42 | Dirk Korte | CDU | |||||||
| XIV.: 2004 | 55,8 % | 23 | 15,8 % | 7 | 5,0 % | 2 | 3,7 % | 2 | 15,2 % | 6 | 4,5 % | 2 | 42 | Felix Büter | CDU |
| XV.: 2009 | % | % | % | % | % | % | |||||||||
| Quellen: Die Landeswahlleiterin, e.a. - Strärkste Fraktion farblich hervorgehoben, absolute Mehrheit fett. | |||||||||||||||
- siehe auch: Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2009
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Eisenbahnverkehr
Ahaus liegt an der Westmünsterlandbahn.
[Bearbeiten] Straßenverkehr
Ahaus ist über die A 31 (Anschlussstelle 32 Legden/Ahaus) an das Autobahnnetz angeschlossen.
In der Innenstadt kreuzen sich die B 70 und die B 474.
[Bearbeiten] Busverkehr
Ahaus wird durch eine Stadtbuslinie und durch mehrere Regionalbuslinien der Regionalverkehr Münsterland GmbH erschlossen. Für Radfahrer gibt es von Mai bis Oktober den sogenannten Fietsenbus, der mit einem Anhänger die Mitnahme von Fahrrädern im Münsterland ermöglicht.
[Bearbeiten] Flugverkehr
Die nächsten Flughäfen befinden sich in Greven (Flughafen Münster/Osnabrück, etwa 60 km) und in Enschede in den Niederlanden (Flughafen Twente, etwa 25 km)
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
Die Stadt hat eine mittelständische Wirtschaftsstruktur mit vielen Branchen. Neben dem Softwareanbieter Tobit Software, dem Türenhersteller Herholz oder dem Brennelementezwischenlager ist es auch Firmenstandort mehrerer mittelständischer Unternehmen:
- Produzierendes Gewerbe 42,61%
- Verarbeitendes Gewerbe, Bergbau 33,61%
- Baugewerbe 9,00%
- Handel, Gastgewerbe und Verkehr 22,98%
- Handel 17,93%
- Gastgewerbe, Verkehr, Nachrichtenübermittlung 5,05%
- Sonstige Dienstleistungen 32,67%
- Kredit- und Versicherungsgewerbe 2,20%
- Grundstückswesen, Vermietung, Unternehmensdienstl. 8,32%
- Öffentliche Verwaltung u.ä. 3,59%
- Sonstige öffentliche und private Dienstleistungen 18,56%
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 1,03%
[Bearbeiten] Bildung und Kultur
[Bearbeiten] Allgemeines
Zu den seit 1952 stattfindenden Schlosskonzerten Ahaus, veranstaltet vom Kreis Borken und der Stadt Ahaus finden über das Jahr verteilt Konzerte führender Interpreten, vormehmlich Kammermusik im 1996 renovierten Fürstensaal des Schlosses statt.
Seit 2002 beherbergt das Torhaus des Schlosses ein Schulmuseum. Zu den bedeutendsten Vereinen zählt der über 400 Jahre alte Bürger- und Junggesellenschützenverein e.V. 1584/1606, die Städtische Kapelle Ahaus 1883 e.V., der Spielmannszug Ahaus 1896 e.V. sowie der 100 Jahre alte Schützenverein Feldmark 05.
[Bearbeiten] Schulen
Die Stadt Ahaus unterhält zur Zeit:
- 8 Grundschulen
- 2 Hauptschulen
- 2 Realschulen
- 2 Gymnasien (davon ein Bischöfliches Gymnasium, Träger: Bischöfliches Generalvikariat, Münster)
- 1 Förderschule
- 3 Berufskollegs
- Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Ahaus
- Berufskolleg für Technik
- Lise-Meitner Berufskolleg
In Ahaus gehen täglich ca. 14.000 Schülerinnen und Schüler in die oben genannten Schulen, Ahaus stellt damit ein bedeutendes Schulzentrum in der Region dar.
[Bearbeiten] Euregio-Kunstroute
Es befinden sich auf der 60 Radkilometer umfassenden Kunstroute:
- "Annäherung" von Piotr Sonnewend: Auf einer Rasenfläche zwischen Stadthalle und evangelischer Kirche ist diese fünfteilige Skulptur mit einer Gesamtlänge von 13 Metern aufgestellt. Granit und Kupfer sind die kontrastreichen Materialien, von denen sich je zwei der hohen Mittelskulptur nähern. Die Skulptur ist eine symbolische Darstellung der sich von beiden Seiten einer Grenze nähernden Menschen.
- "Brunnen< (Fontein)" von Boni Stirnberg: Im Gegensatz zu den meist abstrakten Kunstwerken der Kunstroute bleibt die Gestaltung durch den Aachener Künstler in figürlich, gegenständlichen Darstellungen verhaftet. Bäurerin, Holzschuhmacher und andere Handwerksberufe aber auch das Ahauser Wasserfräulein reizen mit ihren beweglichen Gliedmaßen besonders Kinder mit den dargestellten Figuren Kontakt aufzunehmen.
- "Quellen - Fließen - Versickern - Trinken" von Kalkmann Kontakt-Kunst: Direkt an der St. Mariä Himmelfahrtskirche im Stadtzentrum gelegen wurde diese 30 Meter lange Brunnenskulptur im Rahmen einer Kontakt-Kunst Aktion 2006 vor Ort durch die beiden Bildhauer Hans-Werner Kalkmann und Jens Kalkmann erstellt. Fünf schwarze Sienit-Stelen spenden aus Quelltöpfen Wasser, das auf unterschiedlich lange Flächen aus rotem Granit abläuft. Die dem Marktplatz zugewandte Stele spendet dem durstigen Radwander und allen anderen bei Betätigung eines Sensorknopfes erfrischendes Trinkwasser. Bei Dunkelheit werden die Stelen über ein Glasfaserlichtleitsystem beleuchtet.
[Bearbeiten] Sport
Der VfL Ahaus 1892 e.V. vereint unter seinem Dach folgende Sportarten: Basketball, Handball, Lauftreff, Leichtathletik, Radsport, Schwimmen, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball. Natürlich wird auch das Sportabzeichen abgenommen und es gibt die Möglichkeit Kraftsport zu betreiben. Außerdem finden laufend weitere Sportkurse im Bereich "Fitness & Gesundheit" für Mitglieder und Nichtmitglieder statt.
Die erste Herrenmannschaft von Eintracht Ahaus spielt zur Zeit in der Fußball Bezirksliga 11 im Fussballverband Westfalen.
In der Saison 1985/86 wurde der ESC Ahaus in der Eishockey-Regionalliga Nord Meister. Im Endspiel um die deutsche Eishockeyregionalligameisterschaft unterlagen die Ahauser jedoch Hedos München. Der ESC Ahaus wurde aufgelöst, nachdem der Betrieb der Eissporthalle in Ahaus eingestellt wurde.
Auf Bundesebene im Inline-Skaterhockey spielt die erste Herrenmannschaft der „Ahauser Maidy Dogs“ (Ahauser Maidy Dogs e.V.). Nach 3 Jahren in der 2. Bundesliga Nord gelang in der Saison 2008 der Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse des Bundesverbandes ISHD also in die 1. Bundesliga Nord.
Die DLRG Ortsgruppe Ahaus ist mit über 2500 Mitgliedern einer der größten Sportvereine im Stadtgebiet und die größte DLRG Gliederung in Deutschland.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Mani Beckmann (* 1965 in Alstätte), deutscher Schriftsteller
- Michael Denhoff (* 1955 in Ahaus), deutscher Komponist und Cellist
- Josef Depenbrock (* 1961 in Ahaus), Chefredakteur der Berliner Zeitung
- Helene Helming (* 1888 in Ahaus, † 1977 in Coesfeld), deutsche Vertreterin der Montessoripädagogik
- Roy Peter Link (* 1982 in Köln), deutscher Schauspieler (in Ahaus aufgewachsen)
- Ulrich Boom (* 1947 in Ahaus-Alstätte), Weihbischof von Würzburg
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen



