Ahl-i Hadīth

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Die Ahl-i Hadīth sind eine islamische Reformbewegung in Südasien. Entstanden ist diese Denkschule Mitte des 19. Jahrhunderts aus der tarîqa-yi muhammadîya, die von den Lehren des Shâh Walîyullâh Dihlawî (1703–1763) beeinflusst war. Einige ihrer Anhänger suchten 1832 den Jemen auf, wo sie mit dem Gelehrten Muhammad b. Ali al-Schaukani in Kontakt kamen. Auf seinen Lehren und denen der beiden mittelalterlichen Gelehrten Ibn Taimiyya und Ibn Hazm beruht das Gedankengut der Ahl-i Hadîth im Wesentlichen.

Lehren[Bearbeiten]

Sie lehnen die vier Rechtsschulen des sunnitischen Islam ab. Sie verwerfen die Verehrung von Heiligen (Walis), Gräberkult (Ziyāra) und gesprochenes oder schweigendes Gedenken Gottes (Dhikr) der Sufis, populäre Ausdrucksformen islamischer Religiosität in Indien, Pakistan und Bangladesch. Aus diesem Grund wurden die Ahl-i Hadîth von ihren islamischen Gegnern und den britischen Kolonialherren als Wahhabiten bezeichnet. Zu einer systematischen Zusammenarbeit kam es aber erst nach 1924, davor bestritten viele führende Ahl-i Hadîth jegliche Nähe zu den Wahhâbiten. Ein prominenter Gegner der Ahl-i Hadīth in Bengalen war Muhammad Naimuddin (1832-1908).[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die regionalen Schwerpunkte der Ahl-i Hadîth waren zunächst der Osten der Gangesebene (Bengalen, Bihar und der Raum Benares) sowie Delhi. Ab etwa 1860 kam der Punjab, besonders Amritsar, als weiterer Schwerpunkt hinzu. Die Ahl-i Hadîth aus dem Ostteil dieser Provinz flohen wie die übrigen Muslime 1947 nach Pakistan, wo sich Faisalabad und Gujranwala zu neuen Hochburgen entwickelten. Stark ist die Denkschule auch in der Region Baltistan im Hindukusch vertreten.

In den Zentren der südasiatischen, v.a. pakistanischen, Einwanderung nach Großbritanniens sind in den letzten Jahrzehnten einige Ahl-i Hadîth-Gemeinden entstanden. Das Zentrum ihrer Organisation befindet sich in der Green-Lane-Moschee in Birmingham.

Wichtige Vertreter[Bearbeiten]

  1. Nazîr Husain Dihlawi (1805–1902)
  2. Siddîq Hasan Khân (1832–1890)
  3. Abdullâh Ghaznawî († 1881)
  4. Muhammad Husain Batâlwî († 1920)
  5. Sanâ'ullâh Amritsarî (1868–1948)
  6. Ihsân Ilâhî Zahîr (1946–1987)

Literatur[Bearbeiten]

Martin Riexinger: Sanāʾullāh Amritsarī (1868–1948) und die Ahl-i Ḥadīs im Punjab unter britischer Herrschaft. Würzburg: Ergon-Verlag 2004; ISBN 3-89913-374-9

Belege[Bearbeiten]

  1. Vgl. Sufia M. Uddin: Constructing Bangladesh. Religion, Ethnicity, and Language in an Islamic Nation. Chapel Hill 2006.

Weblinks[Bearbeiten]