Ahlefeld (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der von Ahlefeld

Ahlefeld oder Ahlefeldt ist der Name eines alten holsteinischen Adelsgeschlechts, das in der Gegend um den Westensee bei Kiel erstmals erscheint und sich später nach Schleswig, Mecklenburg und Dänemark ausbreitete. Die Ahlefeld sind eines Stammes und Wappens mit den von Rumohr und den ausgestorbenen von Bosendahl († ca. 1535) und von Rastorp († 1749). Dieses alte Adelsgeschlecht hat in der dänischen und Schleswig-Holsteinischen Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt. Sie zählen zu den Equites Originarii, den uradeligen Familien Holsteins und Stormarns.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht geht angeblich auf einen „Hunold“ (Hunoldus comes de Schwabeck) aus dem schwäbischen Geschlechtern von Baltshusen und Schwabeck zurück, dessen Urenkel Konrad (Conradus baro ab Alhefeld) 1152 den Grafen Hermann von Winzenburg erschlug und 1153 zum König Sven III. von Dänemark flüchtete. Als erste Vertreter der Geschlechter von Ahlefeldt und von Rumohr gelten die Brüder Benedictus et Scacco de Prodole (Benedikt und Schack von Perdöhl), die in den Jahren 1220 und 1221 urkundlich erstmals auftauchen.[1] Derselbe „Scacco de Rumore“ wird nochmals 1245 urkundlich erwähnt. Er nannte sich nach dem Dorf Rumohr südwestlich von Kiel. Die sichere Stammreihe beginnt mit Benedictus de Alevelde senior, miles (Bendix der Ältere, 1320–1380), der am 16. Juni 1321 urkundlich belegt ist [2]

Das Geschlecht spaltete sich später in rund 15 Linien, von denen die Haseldorfer Linie die verbreitetste von allen war.

Die Grafen Ahlefeld[Bearbeiten]

Die Eschelsmarker Linie geht auf den königlich dänischen Kammerherrn und Landrat und späteren Oberlanddrosten in Oldenburg und Delmenhorst, Burchard von Ahlefeldt, zurück, der am 7. Mai 1672 von König Christian V. den dänischen Grafenstand erhielt.

Die Reichsgrafen Ahlefeldt[Bearbeiten]

Der königlich dänische Statthalter von Schleswig und Holstein sowie Gouverneur von Süderdithmarschen, Friedrich von Ahlefeldt (1623–1686) aus der Gravensteiner Linie wurde am 14. Dezember 1665 in Wien in den persönlichen Reichsgrafenstand erhoben. Er kaufte die Herrschaft Rixingen (Réchicourt) im Bistum Metz (Lotharingen) und die Freiherrschaft Mörsberg (Ober-Elsass) und wurde am 20. Juni 1672 auch dänischer Lehnsgraf von Langeland. Sein Urenkel Graf Christian von Ahlefeldt († 1791) erwarb am 9. August 1785 die Lehnsgrafschaft Laurvigen in Norwegen und erhielt die Genehmigung zur Führung des Namens „Graf von Langeland und Laurvigen“. Diese Grafschaft wurde verkauft und aus deren Erlös ein Fideikommisskapital in die Staatskasse gelegt, dessen jedesmaliger Nutznießer alle Privilegien der ehemaligen Lehnsgrafen zu Laurvigen besaß. Das Schloss Egeskov auf Fünen ist noch im Besitz dieser Linie.

Die Ahlefeldt von Dehn[Bearbeiten]

Eine dritte Linie, die Ahlefeldt Freiherren von Dehn existiert seit 1783. Die Namens- und Wappenvereinigung mit von Dehn wurde für den jeweiligen Nutznießer des Stammhauses Ludwigsburg am 25. Juni 1783 anerkannt (erstmals für Carl Friedrich Ulrich von Ahlefeldt, verheiratet mit Sophie Charlotte Friederike Freiin von Dehn); seitdem führte der jeweilige Fideikommissherr den Titel von Ahlefeldt Freiherr von Dehn. Der Deutsche Adelsrechtsausschuß erkannte diese Namensführung trotz des Verlustes des inzwischen aufgelösten Fideikommiss an (30. November 1949).

Brockdorff-Ahlefeldt[Bearbeiten]

Ein Zweig des Geschlechts Brockdorff, die Grafen von Brockdorff-Ahlefeldt, stammt von Konrad Graf von Brockdorff ab, der 1837 von Conrad Graf von Ahlefeldt auf Gut Ascheberg adoptiert wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Bis 1500 führte die Adelsfamilie ein von dem heutigen etwas abweichendes Stammwappen. Rechts einen einfachen Flug und linke Hälfte des Schildes war einfach in zwei weiße und zwei rote Felder unterteilt. Heute zeigt das gespaltene Stammwappen rechts in Blau einen einfachen, aus der Teilung wachsenden silbernen Flug und links in Silber zwei rote Balken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken auf einem goldbequastetem roten Kissen sitzend eine silberne Bracke mit gold beringtem roten Halsband.

Personen[Bearbeiten]

Familienverband[Bearbeiten]

Seit dem Jahre 1900 besteht der Deutsch-Dänische Familienverband von Ahlefeld(t).

  • Präsident des Dänischen Verbandes ist Lehnsgraf Preben Ahlefeldt-Laurvig, Trankeaer, Langeland;
  • Vorsitzender des deutschen Verbandes ist Heiko von Ahlefeld, Neustadt/Weinstraße; Stellvertreter Trutz von Ahlefeld, Saltsjöbaden, Schweden.

Alle 3 Jahre findet Ende Mai ein Familientreffen statt. Abwechselnd in Dänemark oder Schleswig-Holstein.

Besitzungen[Bearbeiten]

Zu den zahlreichen Gütern, die sich zumindest zeitweise im Besitz der Ahlefeld befanden, gehörten unter anderem Gut Ascheberg, Gut Bülk, Gut Ehlerstorf, Gut Dollrott, Gut Freienwillen, Gut Gereby, Gut Grünholz, Gut Güldenstein, Gut Kaden, Gut Ludwigsburg, Schloss Noer, Gut Seestermühe, Gut Stedingshof, Gut Tremsbüttel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaus Heinrich Moller: Historische, diplomatische und genealogische Nachrichten von dem adeligen Geschlecht der von Ahlefeldt, Serringhausen 1771
  • Louis vom Ahlefeldt, Wulf August Rumohr Drüllt: Beitrag zur Adelsgeschichte Deutschlands und Dänemarks (Die Familie von Ahlefeldt), Teil 1 Schleswig 1869
  • Louis Bobé: Slægten Ahlefeldts Historie, 1+6. Kopenhagen 1897–1912
  • Danmarks Adels Aarbog, 1929 (Gesamtgenealogie)
  • Henning von Rumohr: Ahlefeld und Rumohr. In: Dat se blive ewich tosamende ungedelt. Neumünster 1960
  • Gisbert zu Putlitz: Ahlefeldt, Elise Davidia Margarethe, Gräfin von A.-Laurwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 160 f.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972, ISSN 0435-2408

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ahlefeld (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schleswig-Holstein. Urkundenbuch 1, S. 565 fg.
  2. Lübecker Urkundenbuch, Band III, S. 69