Ahmad Shah (Mogul)

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Ahmad Shah (* 1727 in Delhi; † 8. Oktober 1774 ebenda; eigentlich Ahmad Shah Bahadur Mujahid-ud-din Abu Nasr) war Kaiser des nordindischen Mogulreiches von 1748 bis 1754. Er war der Sohn von Muhammad Shah. Ahmad Shah galt als gutherzig, aber willenlos, ungebildet und militärisch unerfahren.[1] Die tatsächliche Staatsgewalt lag bei seinem Premierminister (wazir-i mamalik) Safdar Jang, dem es jedoch nicht gelang, das unter Muhammad Shah verfallene Mogulreich zu festigen.

Ahmad Shah gelangte am 29. April 1748, dank einer Intrige seiner Adoptivmutter, auf den Thron. Viele Offiziere weigerten sich jedoch, ihm zu huldigen, da das Mogulreich nicht in der Lage war, den Sold auszuzahlen. Etwa ein Drittel des Heeres desertierte daraufhin. Die Schwäche des Mogulreiches machte sich der afghanische Herrscher Ahmad Shah Durrani zu Nutze, indem er 1750 den Sindh und Gujarat besetzte. Zugleich ging der Punjab an die Sikhs verloren. Das Reich beschränkte sich nur noch auf den Raum Delhi. Am 2. Juni 1754 wurde Ahmad Shah von Ghaziuddin Imad ul-Mulk, dem Enkel des Nizams von Hyderabad, mit Hilfe der Marathen abgesetzt und geblendet. Nachfolger wurde sein Onkel Alamgir II., während Imad ul-Mulk das Amt des wazir-i mamalik übernahm. Ahmad Shah starb in Gefangenschaft in Delhi.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Annemarie Schimmel: Im Reich der Großmoguln. Geschichte, Kunst, Kultur. C. H. Beck Verlag, München 2000, S. 58
Vorgänger Amt Nachfolger
Muhammad Shah Großmogul von Indien
1748–1754
Alamgir II.