Ahmose Inhapi

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Ahmose Inhapi in Hieroglyphen
N11
F31
W25 V28 D36
Q3 Z4
N36

Ahmose Inhapi
(Ah mose Inhapi)
Jˁḥ ms Jnḥˁpj
Inhapi mummy head.jpg
Mumienkopf der Ahmose-Inhapi

Ahmose Inhapi war eine altägyptische Prinzessin der 17. Dynastie und gehörte zur Familie der Ahmosiden.

Familie[Bearbeiten]

Ahmose Inhapi war sehr wahrscheinlich eine Nebengemahlin des Seqenenre und eventuell dessen Halbschwester, sie wurde bisher aber auch als Nebengemahlin des Kamose oder des Ahmose I. zugeordnet.[1] Zudem war sie die Mutter von Ahmose Henuttjemehu, dessen Amme mit dem Namen Rai auch die Amme von Ahmose Nefertari war. Auf ihrem Leichentuch werden die Titel Königstochter und Königsgemahlin genannt.[2]

Mumie[Bearbeiten]

Mumie der Inhapi

Die Mumie[A 1] wurde in der Nähe des Eingangs von Korridor B in DB320 entdeckt. Sie wurde am 20. Juni 1886 von Gaston Maspero ausgewickelt. Später bemerkte Grafton Elliot Smith, dass die Mumie der von Seqenenre ähnelte. Obwohl sie vorsichtig einbalsamiert wurde, war ihr Körper nicht viel besser konserviert als ihr hastig mumifizierter Ehemann. Die Mumie an sich war in ein Leichentuch eingewickelt und hatte einen Blumenkranz um den Hals. Smith beschrieb die Mumie als die einer „großen, kräftig gebauten Frau“. Der Körper war in der üblichen Position, mit den Armen vertikal entlang den Seiten ausgerichtet. Ihre dunkelbraune Haut war nach Smith „sanft, feucht und zäh, wie geöltes Leder“.

Smith verglich die Mumie mit Mumien aus der späteren koptischen Zeit, bemerkte aber, dass sich die Einschnitte der Einbalsamierung deutlich unterschieden. Seltsamerweise waren einige Becken-Organe trotz der Einschnitte noch an ihrem ursprünglichen Platz. Smith führte die Gesichtsentstellungen auf Gewebeschwund unter der Haut zurück und auf die Tatsache, dass ein unbestimmtes Objekt, vielleicht ein pektorales Ornament, unter die angeschwollene Haut gepresst wurde. Zudem schien, wie bei Seqenenre, aromatisch gepudertes Holz über Inhapis Körper zerstreut worden zu sein. Nach der Art ihrer geflochtenen Haare zu urteilen scheint die Mumie ins frühe Neue Reich zu datieren.

Inhapis Mumie wurde im Außensarg (CG61004) der Dame Rai, einer Amme von Ahmose-Nefertari, gefunden. Obwohl das Blattgold des Sarges abgelöst und die Augeneinlagen entfernt wurden, blieben die symbolischen Figuren von Isis und Nephthys am Fußende erhalten, was wohl auf das Werk von antiken Restauratoren zurückzuführen ist (nach Reeves).

Anhand der Handschrift auf dem Zettel am Leichentuch fand die Osirifizierung der Mumie wahrscheinlich zum selben Zeitpunkt statt, wie die der Mumien von Ahmose Satkamose, Satamun, Saamun, Ahmose Meritamun I. und Ahmose I., also zwischen dem 7. und 8. Regierungsjahr von Psusennes I.[2]

q3y der Inhapi“[Bearbeiten]

Bei den Umbettungsaktionen der königlichen Mumien in die Cachette von Deir el-Bahari in der 21. Dynastie wurde häufig ein Ort mit dem Namen „q3y der Inhapi“ erwähnt, der auch im Zusammenhang mit der Bezeichnung „königlicher Platz, wo Amenophis liegt“ stand. Der Ort wurde lange Zeit als Bezeichnung für die Cachette selbst angesehen, da man dort die Mumie des Amenophis I. fand. q3y wurde mit hochgelegener/hoher Ort übersetzt, den Elizabeth Thomas in der Kammer E der Cachette vermutete. Eine moderne Nachuntersuchung zeigte jedoch, dass diese Kammer ungeeignet als Platz für den q3y erschien. Zudem wurde die Mumie der Inhapi auf den Stufen des absteigenden Korridors A gefunden, so dass es unwahrscheinlich erscheint, dass die Cachette für Inhapi bestimmt war. Reeves identifizierte die q3y mit dem Grab WNA, welches hoch im Felsen nahe Deir el-Bahari, am Weg zwischen dem Königstal und der Cachette liegt. Erhart Graefe übersetzte q3y hingegen als Hügel und lokalisierte den Ort in der Nekropole von Dra Abu el-Naga, die auch als Begräbnisort von Seqenenre und Amenophis I. diente. Er sieht das Grab des Amenophis I. als das gesuchte Zwischenlager für die Königsmumien.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Alfred Grimm, Sylvia Schoske: Im Zeichen des Mondes. Ägypten zu Beginn des Neuen Reiches (= Schriften aus der Ägyptischen Sammlung. Band 7). Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, München 1999, ISBN 3-8749-0691-4, S. 44–45.
  • Gitta Warnemünde: Der q3y der Inhapi. In: Deir el-Bahari, Kemet, Heft 2. 2006, ISSN 0943-5972, S. 36-39.

Zur Mumie[Bearbeiten]

  • Georges Daressy: Cercueils des cachettes royales, Cairo, 1909, S. 4ff.
  • Gaston Maspero: Les momies royales de Deir el-Bahari, Cairo, 1889, S. 530ff.
  • Nicholas Reeves: The Valley of the Kings; the Decline of a Royal Necropolis, Kegan Paul International, 1990, S. 187-192, 200, 206, 214, 228, 232.
  • Grafton Elliot Smith: The Royal Mummies, Cairo, 1912, S. 8-11.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Befindet sich heute im Mumiensaal im Ägyptischem Museum von Kairo (CG61053).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grimm, Schoske:Im Zeichen des Mondes., S. 44-45.
  2. a b The Theban Royal Mummy Project - Mumie der Ahmose-Inhapi (englisch)
  3. Warnemünde, Kemet, Heft 2. 2006, S. 38-39.