Ahorn (Landkreis Coburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ahorn
Ahorn (Landkreis Coburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ahorn hervorgehoben
50.23333333333310.95330Koordinaten: 50° 14′ N, 10° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Coburg
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 19,85 km²
Einwohner: 4212 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96482
Vorwahlen: 09561, 09565
Kfz-Kennzeichen: CO, NEC
Gemeindeschlüssel: 09 4 73 112
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 40
96482 Ahorn
Webpräsenz: www.ahorn.de
Bürgermeister: Martin Finzel (parteilos)
Lage der Gemeinde Ahorn im Landkreis Coburg
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Über dieses Bild
Schloss Ahorn

Ahorn ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Coburg.

Sie liegt am südlichen Stadtrand von Coburg. Der Name rührt von den Ahornbäumen her, die früher auf dem Gemeindegebiet standen.

Geografie[Bearbeiten]

Ahorn liegt in der Region Oberfranken-West an der Bundesstraße 303 Coburg–Schweinfurt. Es besteht seit der Gemeindegebietsreform aus folgenden Ortsteilen: Ahorn, Finkenau, Hohenstein, Krebsmühle, Schafhof, Schorkendorf, Triebsdorf, Witzmannsberg, Eicha, Wohlbach, Ziegelhütte.

Geschichte[Bearbeiten]

Ahorn wurde erstmals 1074/75 als „Rodungshöfe in den Wäldern der Burg Ahorny“ erwähnt. Die Entwicklung hängt eng zusammen mit der Geschichte des Schlosses Ahorn, das Joachim von Rosenau nach dem Bauernkrieg im Jahre 1555 auf den Resten einer älteren Burg im Renaissancestil errichten ließ. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss durch die Herren von Streitberg im Jahre 1621. Im Lauf der Jahrhunderte hatte das Schloss wechselnde Eigentümer: die von Schaumberg, von Ermreuth, von Eschenbach, von Hendrich, von Baumbach und schließlich die von Erffa, die das Schloss noch heute bewohnen.

Ahorn gehörte zum Amt Ahorn des Herzogtums Sachsen-Coburg. Es kam mit dem Freistaat Coburg nach einer Volksabstimmung und dem darauffolgenden Staatsvertrag am 1. Juli 1920 zu Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurden Schafhof und Wohlbach eingemeindet. Am 1. April 1971 folgte Schorkendorf. Schließlich wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Witzmannsberg (vorher im Landkreis Staffelstein) eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3096, 1987 4262 und im Jahr 2000 4592 Einwohner gezählt. Die Gemeinde hatte am 31. Dezember 2003 4589 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat (Vergleich zur Wahl 2008):

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Martin Finzel (parteilos), der die Bürgermeisterwahl am 2. März 2008 als Kandidat von SPD und Freien Wählern für sich entscheiden konnte. Sein Vorgänger war Wolfgang Dultz (SPD/Freie Wähler). 2014 wurde er in seinem Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Der Wappenschild zeigt ein Ahornblatt sowie das stilisierte Schloss Ahorn als Wahrzeichen der Gemeinde. Die Farben grün und silber von Ahornblatt und Schloss weisen dabei auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum ehemaligen wettinischen Herzogtum Sachsen-Coburg hin. Eingebettet sind Ahornblatt und Schloss in die Farben gold und blau aus dem Wappen der Familie der Freiherren von Erffa.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Ahorn unterhält seit 1975 mit der Marktgemeinde Irdning in der Steiermark, Österreich, sowie seit dem Jahr 1990 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Eisfeld in Thüringen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.046.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 125.000 Euro.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 8, im Produzierenden Gewerbe 491 und im Bereich Handel und Verkehr 52 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 337 am Arbeitsort Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1632. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 5, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 949 Hektar. Davon waren 722 Hektar Ackerfläche und 227 Hektar Dauergrünfläche.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Industriegebiet Triebsdorf (Altes Produktionsgelände Möbel Hoffmann)[Bearbeiten]

Im Randbezirk der Gemeinde Ahorn befindet sich ein kleines Industriegebiet mit 3 ansässigen Unternehmen. Darunter fallen die Schreinerei Janson, die Druckerei S+G Druck und ein Händler für Gastronomiemöbel, die M24 GmbH.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • zwei Kindergärten mit 175 Plätzen
  • eine Volksschule mit 17 Lehrern und 338 Schülern

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Johannes in Witzmannsberg
  • Schloss Ahorn im Renaissancestil mit runden Ecktürmen. Im Innenhof befindet sich ein achteckiger Treppenturm mit einer Wendeltreppe, deren Stufen nicht wie üblich an einer Säule befestigt sind, sondern an einer in Stein gehauenen Spindel. Diese Konstruktion wurde oft als 9. Weltwunder bezeichnet. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Die Schlosskirche, die baulich mit dem Schloss verbunden ist, entstand aus einer gotischen Burgkapelle. Im Inneren befinden sich zwei prachtvolle Epitaphien der Herren von Streitberg.
  • Schloss Hohenstein im Gemeindeteil Hohenstein
  • Schloss Finkenau im Gemeindeteil Finkenau

Museum[Bearbeiten]

  • Das Gerätemuseum des Coburger Landes ist in der ehemaligen Gutsschäferei des Schlosses Ahorn untergebracht und zeigt Geräte aus dem bäuerlichen, handwerklichen und frühindustriellen Bereich im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, aber auch landwirtschaftliche Geräte aus den letzten 150 Jahren.

Dialekt[Bearbeiten]

In Ahorn wird Itzgründisch, ein mainfränkischer Dialekt, gesprochen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ahorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 441