Ahrweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ahrweiler (Begriffsklärung) aufgeführt.

50.547.0905555555556104Koordinaten: 50° 32′ 24″ N, 7° 5′ 26″ O

Ahrweiler
Ehemaliges Stadtwappen von Ahrweiler
Höhe: 104 m ü. NN
Einwohner: 7546 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 53474
Vorwahl: 02641
Ahrweiler (Rheinland-Pfalz)
Ahrweiler

Lage von Ahrweiler in Rheinland-Pfalz

Blick von den Weinbergen auf die Stadt

Ahrweiler ist ein Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ahrweiler liegt im Ahrtal und in den östlichen Ausläufern des Ahrgebirges. Die Ahr fließt am südlichen Stadtteilrand durch Ahrweiler, nach weiteren 10 Kilometern mündet die Ahr in den Rhein. Die nächstliegenden größeren Städte sind das ca. 35 Kilometer entfernte Bonn im Norden, Koblenz, das ca. 55 Kilometer weiter südlich liegt. Köln liegt ca. 55 Kilometer nördlich von Ahrweiler.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 662 mm. Die Niederschläge liegen im unteren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 32 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juli. Im Juli fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 36 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte von Bad Neuenahr-Ahrweiler

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtmauer mit Wehrgang
Das Ahrtor im Süden der Innenstadt

Hauptanziehungspunkt von Ahrweiler ist die vollständig erhaltene Stadtbefestigung. Die Stadtmauer zieht sich kreisförmig um die Stadt und besitzt vier Stadttore. Das Ahrtor, das Niedertor, das Obertor und das Adenbachtor. Am Ahrtor ist nach Zerstörung im Krieg in moderner Form ein Wehrgang aufgebaut worden. Idyllisch wirken auch die vielen Fachwerkhäuser am Markt und in der Niederhut- und Ahrhutstraße, den beiden Einkaufsstraßen der weitgehend autofreien Altstadt.

St. Laurentius in Ahrweiler

Die St.-Laurentius-Kirche, mit vielen Wandmalereien aus verschiedenen Jahrhunderten, am Marktplatz ist die älteste gotische Hallenkirche des Rheinlandes (wahrscheinlichstes Gründungsjahr ist 1269). Sie ist von einer Brunnenanlage und Blumenbeeten umgeben. Gegenüber steht die Stadtwache aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert.

Museum des früheren Regierungsbunkers

Der Regierungsbunker mit seinem 17 Kilometer langen Tunnelsystem in Marienthal/Ahrweiler sollte während des Kalten Krieges im Fall eines Atomschlags rund 3000 ausgewählten Regierungsvertretern als Ausweichsitz dienen. Nach seinem fünfjährigen Rückbau wurden die erhaltenen Reste des einst geheimen Bauwerks am 1. März 2008 auf nur 200 Metern der Öffentlichkeit als Dokumentationsstätte Regierungsbunker zugänglich gemacht. Am Ostportal des Silberbergtunnels wurde ein Freilichtmuseum mit Gedenkstätte eingerichtet, die an die „Stadt im Berg“ erinnert, in der die Einwohner der Stadt während der Bombennächte des Zweiten Weltkriegs Zuflucht fanden.

Kloster Kalvarienberg

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Ahrweiler ist das Kloster Kalvarienberg. Das im Jahre 1630 errichtete Kloster wird seit 1838 von einem Ursulinenorden geführt.

Der Weiße Turm aus dem 13. Jahrhundert ist ein Gebäude mit reicher Geschichte. Die Barockhaube ist von 1668 (vorher gotischer Spitzturm). Nach den Rittern von Staffel, die hier ihren Adelssitz hatten, wird er auch „Staffeler Turm“ genannt, aber auch „Weißer Turm“ nach den „Weißen“ Chorherren der Prämonstratenserabtei Steinfeld, denen er 1689 geschenkt wurde. Im 19. Jahrhundert in städtischen Besitz gekommen, wurde er höhere Bürgerschule und Ahrgau-Museum.

Ahrweiler bietet aber nicht nur Bezüge zum Mittelalter. Auch die Römer hinterließen ihre Spuren an der Ahr. Am Fuße des Silberberges befand sich eine Villa rustica aus römischer Zeit. Die Römervilla Ahrweiler zeigt gut erhaltene Überreste eines römischen Herrenhauses mit angrenzendem Badehaus.

Verlässt man die Stadt durch das Adenbachtor, gelangt man auf den Rotweinwanderweg. Der Landkreis Ahrweiler ist besonders durch seine hervorragenden Rotweine bekannt und ist das nördlichste Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Mitten in den Weinbergen befindet sich eine kleine Winzerkapelle, von der aus man die Altstadt sehr gut betrachten kann.

Kultur[Bearbeiten]

Stadtmuseum im Weißen Turm
Die Synagoge von Ahrweiler

Das Stadtmuseum im Weißen Turm zeigt insbesondere Exponate zur Geschichte des Mineralbrunnens Apollinaris, zum religiösen Leben und zur Kurstadt für Diabetiker.

Informationen zur Geschichte des Ahrweinbaus erhalten die Besucher im AhrWeinForum. Das Ahrtal ist bekannt für seine Spätburgunder-Rotweine.

Die ehemalige Synagoge wird für Kunstausstellungen genutzt.

Die in einer Abfahrt der Bundesstraße bei Bauarbeiten gefundene und in zehnjähriger Arbeit gesicherte Römervilla ist in einem Schutzbau nun als Museum zugänglich.

An den ersten beiden Septemberwochenenden finden die Ahrweiler Weinwochen (Winzerfest mit Winzerumzug, Feuerwerk) statt.

Am zweiten dieser Wochenenden findet gleichzeitig das Altstadtfest statt. Hier soll sich der Besucher in die Zeit des 15. Jahrhunderts zurückversetzt fühlen, aber auch die aktuelle Leistungsfähigkeit von Handel, Handwerk und Dienstleistung in deren Angeboten erleben.

Im Juni 2007 fand zum ersten Mal das Bundesschützenfest statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Ahrweiler und der Haltepunkt Ahrweiler Markt (nahe dem historischen Stadtzentrum) liegen an der Ahrtalbahn (KBS 477) RemagenAhrbrück, auf der im Personennahverkehr die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) verkehrt.

Straßen[Bearbeiten]

An das Fernstraßennetz ist Ahrweiler über die Autobahnzubringer 571 und 573 an die Bundesautobahn 61 angeschlossen.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Hans-Georg Klein: Quellen zur Geschichte der Stadt Ahrweiler, 4 Bde, Hrsg. Heimatverein Alt-Ahrweiler, 1998–2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ahrweiler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ahrweiler – Quellen und Volltexte