Aichelberg (Landkreis Göppingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aichelberg
Aichelberg (Landkreis Göppingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aichelberg hervorgehoben
48.6377777777789.5641666666667482Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 482 m ü. NHN
Fläche: 4,01 km²
Einwohner: 1269 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73101
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Vorderbergstraße 2
73101 Aichelberg
Webpräsenz: www.aichelberg.de
Bürgermeister: Martin Eisele
Lage der Gemeinde Aichelberg im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Aichelberg ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg am Nordrand der Schwäbischen Alb am Albaufstieg der Bundesautobahn 8. Zur Gemeinde Aichelberg gehören neben dem Dorf Aichelberg keine weiteren Orte.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Aichelberg liegt zwischen Stuttgart und Ulm am Albtrauf, dem Hang der Schwäbischen Alb in 357 bis 615 Meter Höhe. Charakteristisch für den Ort sind der Aichelberg 564 m ü. NN und der Turmberg 609 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten]

Während der tiefer gelegene nördliche und westliche Teil der Gemarkung der Schwarzjura vorherrscht, liegt der höhere Teil im Braunen Jura. Zahlreiche Fossilienfunde, die vor allem bei dem Autobahnbau gefunden wurden, können im Urwelt-Museum Hauff der Nachbargemeinde Holzmaden besichtigt werden. Die Gemeinde ist Teil des 1979 gebildeten Grabungsschutzgebiets Holzmaden.

Der Aichelberg und der Turmberg sind herausmodellierte Überreste ehemaliger Vulkanschlote des Schwäbischen Vulkans.

Blick auf die Gemeinde von Zell aus

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind: Bad Boll, Zell unter Aichelberg, Ohmden, Holzmaden und Weilheim an der Teck.

Geschichte[Bearbeiten]

Aichelberg 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser
Ein Maßholder (= Feldahorn) auf dem Aichelberg, Aquarell von General Eduard von Kallee, 15. Juni 1870

Aichelberg war bereits in der Antike Siedlungsort. So fanden sich im November 2012 bei Grabungen im Vorfeld der Bauarbeiten der Trasse der ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm an der Autobahn 8 eine römische Ziegel-Brennerei und Tafelgeschirrscherben aus dem 3. Jahrhundert.[2]

Um 1220 wurde eine Burg der Grafen von Aichelberg gebaut. 1330 gingen Burg und Dorf Aichelberg an die Grafen von Kirchheim über. 1334 gelangte Aichelberg durch den Verkauf des Besitzes der Grafen von Aichelberg zum Haus Württemberg unter Graf Ulrich III.. Im 15. Jahrhundert entstand der so genannte Zeller Stab, dem Aichelberg angehörte. 1519 wurde Aichelberg nahezu vollständig durch Soldaten des Schwäbischen Bundes zerstört. 13 Häuser wurden niedergebrannt. Im Jahr 1525 im Bauernkrieg wurde die Burg niedergebrannt. 1628 brach die Pest in Aichelberg aus.

1810 kam Aichelberg zum Oberamt Kirchheim unter Teck. Am 19. Mai 1876 wurde Aichelberg selbstständige Gemeinde. Im Zuge der Kreisreform von 1938 kam Aichelberg zum Landkreis Göppingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Datum Einwohnerzahlen
1837 303
1907 330
17. Mai 1939 289
13. September 1950 460
27. Mai 1970 688
31. Dezember 1983 867
31. Dezember 1990 884
31. Dezember 2000 1194
31. Dezember 2005 1231
31. Dezember 2010 1294

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat von Aichelberg gehören acht Mitglieder – vier Männer und vier Frauen an. Er wurde bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,7 % und war damit um 4,1 Prozentpunkte geringer als bei den Kommunalwahlen 2004.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Aichelberg ist Martin Eisele.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Aichelberg GP.png

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Aichelberg lautet: In Rot über silbernem Dreiberg drei (2:1) steigende silberne Eicheln.

Weiß-Rot sind die Farben der Grafen von Aichelberg. 1949 repräsentierte eine grüne Eichel auf silbernem Grund die Gemeinde. Zur Unterscheidung der damals gleichnamig bestehenden Gemeinde im Landkreis Esslingen wurde am 25. Januar 1958 das jetzige 'vollredende Wappen' eingeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

siehe auch Albaufstieg (A 8)

Unweit der Gemeinde Aichelberg verläuft die Bundesautobahn 8 mit der Anschlussstelle Aichelberg. Der Abhang des Aichelberg wurde bereits beim Bau der Autobahn im Dritten Reich für den Albaufstieg genutzt, die Überwindung der etwa 380 Höhenmeter des nördlichen Albrandes, der auch Albtrauf genannt wird. Der Aichelberg liegt vor einem inzwischen trockengefallenen Tal, das in die Alb einschneidet. Der Talgrund liegt etwa in halber Höhe zwischen Vorland und Hochfläche. Der Aufstieg konnte so in zwei Teile aufgeteilt werden, den Aichelberg und den Drackensteiner Hang.

Den Aufstieg neben dem Aichelberg bewältigte ursprünglich eine lange, gebogene Brücke, das Aichelberg-Viadukt. Beim Ausbau der Strecke zwischen 1985 und 1990 wurde diese Brücke vollständig entfernt und durch einen dreispurigen Aufstieg in einem Einschnitt mit einem kurzen Tunnel ersetzt, der Grünbrücke, die als Wildwechsel erhalten wurde. Der Ausbau bescherte der Gemeinde Aichelberg für einige Jahre die größte Autobahnbaustelle Europas.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Aichelberg, Sportverein Aichelberg: 100 Jahre selbstständige Gemeinde Aichelberg. Aichelberg 1976.
  • Jens Glasser, Thomas Buchtzik: Bau und Geschichte der Reichsautobahn am Albaufstieg. Arnstadt 2008.
  • Heinz-Günther Grüneklee. "Zeitgenössische Berichte aus der Parochie Aichelberg (Schurward) von 1804 bis 1921". Hennecke 1995, ISBN 978-3-927981-45-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Römische Ziegelöfen an ICE-Trasse in Aichelberg entdeckt. In: Südkurier vom 23. November 2012
  3. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 26. Dezember 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aichelberg (Landkreis Göppingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien