Aileu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aileu (Begriffsklärung) aufgeführt.
Aileu
Aileu (Osttimor)
Aileu
Aileu
Koordinaten 8° 43′ S, 125° 34′ O-8.7166666666667125.56666666667Koordinaten: 8° 43′ S, 125° 34′ O
Aileu subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Aileu
Subdistrikt Aileu
Suco Seloi Malere, Liurai
Einwohner 2927 (2010)
Aileu Vila
Aileu Vila

Aileu (Aileu Vila) ist eine Stadt in Osttimor. Sie ist die Hauptstadt des Subdistrikts Aileu sowie des übergeordneten Distrikts Aileu. Die Stadt hieß während der portugiesischen Diktatur Vila General Carmona, benannt nach dem portugiesischen Präsidenten António Oscar de Fragoso Carmona.[1][2]

Geographie und Einwohner[Bearbeiten]

Aileu liegt im Suco Seloi Malere (Malere), etwa 30 km südlich der Landeshauptstadt Dili auf einer Meereshöhe von 913 m und reicht bis in den Suco Liurai. Aileu liegt an den Flüssen Mantane und Mumdonihun, an der Straße, die Dili quer durch die Insel mit Betano an der Südküste verbindet. Die Region ist sehr gebirgig, daher beträgt die Entfernung nach Dili auf der Straße 47 km.

Aileu hat 2.927 Einwohner (Stand 2010).[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Ruine der Chinesischen Schule in Aileu (1970)
Gedenkstätte an die Opfer der japanischen Besatzung in Aileu

1903 scheiterte in Aileu ein Aufstand gegen die Kolonialherren. Im Januar 1912 diente der Ort als Basis der Portugiesen bei der Niederschlagung der Rebellion von Manufahi.[4]

Zwischen 1942 und 1945 besetzten die Japaner Portugiesisch-Timor. Am 31. August 1942 wurde der Ort Aileu von Colunas Negras, timoresischen Verbündeten der japanischen Invasoren, überfallen. Fünf portugiesische Soldaten, mehrere Beamte und Missionare wurden dabei getötet. Japan schob diesen, wie auch andere Vorfälle, auf „eine Gruppe Westtimoresen, die sich im Osten ansiedeln wollten und von Portugiesen misshandelt worden wären.[4] Eine Gedenkstätte erinnert in Aileu heute an das Massaker.

In Aileu gab es Ende 1979 ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[5] Anfang September 1999 wurden während der Krise in Osttimor Einwohner verschiedener Sucos der Region von der AHI-Miliz (Aku Hidup dengan Integrasi/Indonesia) aus ihrem Heim vertrieben. Der Suco Seloi Malere wurde am 6. September systematisch zerstört und die Häuser nierdergebrannt.[5]

Ende 1999 gab es zeitweise Pläne, Aileu zur neuen Hauptstadt eines unabhängigen Osttimors zu machen. Diese wurden aber wieder verworfen.[6]

Kämpfer der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL wurden in Aileu von 2000 bis Februar 2001 kaserniert, nachdem die Vereinten Nationen die Verwaltung im Land übernommen hatten. Später begannen 600 der Kämpfer hier mit einer Ausbildung zu Soldaten der neuen Verteidigungskräfte Osttimors.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aileu Vila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ministry of State Administration and Territorial Management: District profile summary - Aileu
  2. http://websig.civil.ist.utl.pt/timorgis/Maps@139@2.aspx (Version vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt Timor-Leste GIS-Portal
  3. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,0 MB)
  4. a b Geoffrey C. Gunn: History of Timor. Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  5. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,2 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  6. The Permanent Committee on Geographical Names: East Timor - Geographical names against a volatile background, 1999 (PDF; 63 kB)
  7. Webauftritt des Außenministeriums Osttimors