Ain al-Arab

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عين العرب‎ / ʿAyn al-ʿArab

kurdisch کۆبانێ / Kobanê
Ain al-Arab

Ain al-Arab (Syrien)
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Koordinaten 36° 53′ N, 38° 21′ O36.88972222222238.355555555556Koordinaten: 36° 53′ N, 38° 21′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Aleppo
Höhe 520 m
Einwohner 54.681 (2007)
Auf der Distriktgliederungskarte des Gouvernements Aleppo unter dem kurdischen Namen Kobanê

Ain al-Arab oder Kobanê (arabisch ‏عين العرب‎, DMG ʿAyn al-ʿArab; kurdischکۆبانێKobanê bzw. ‏کۆبانیKobanî), ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts im Gouvernement Aleppo in Syrien. Die Stadt wird mit 54.681 Menschen (geschätzter Stand 2007) überwiegend von Kurden bewohnt. Im Verlaufe des innersyrischen Konflikts und massiver Binnenflucht ist die Einwohnerzahl bis Mitte 2014 auf über 100.000 gestiegen. Die Bedeutung des Namens Ain al-Arab ist Quelle der Araber.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Ain al-Arab liegt an der syrisch-türkischen Grenze gegenüber der türkischen Stadt Suruç in der Provinz Şanlıurfa. Ain al-Arab liegt 160 km nordöstlich von Aleppo und 30 km östlich vom Fluss Euphrat.

Die Einwohner Ain al-Arabs sind nahezu zur Hälfte Kurden, der Rest setzt sich aus Arabern und Turkmenen zusammen. Bis in die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts gab es hier noch armenische Familien, die aber mittlerweile in größere Städte wie Aleppo oder nach Armenien abgewandert sind.

Große kurdische Eşirets sind hier die Berazan und die Kêtikan. Führende Angehörige dieser Stämme waren z. B. Bozan Beg, der zu seiner Zeit Abgeordneter für Urfa im türkischen Parlament war und sein Neffe Şahin Şahin, der in den 1950er Jahren Abgeordneter im syrischen Parlament in Damaskus war. Andere bekannte Personen aus der Stadt sind die Künstler und Schriftsteller Mişoyê Bekebûrê, Polat Can und Jan Dost und der Politiker Salih Muslim.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1892[Bearbeiten]

Gemäß einer Untersuchung von Prof. Husain Amin Husain beginnt die Geschichte der Stadt im Jahr 1892. Damals gab es drei Häuser und zwei Mühlen. Zuvor sollen Armenier dort gelebt haben. Die älteste Namensform ist demnach Kānī (kurd. Quelle). Dann habe der Eşiret der Millî an Einfluss gewonnen und der Name Kobanî habe sich durchgesetzt. Im Rahmen der Türkisierung geographischer Namen hätten die Osmanen versucht, den Namen Mürsit Pinar (مرشد بنار) einzuführen. Beim Bau der Bagdadbahn sei der Ort als "Kombanî" (von englisch "Company") bezeichnet worden.[1]

Seit dem Aufstand gegen die Regierung Assad und dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges fanden auch in Ain al-Arab Kämpfe statt. Wegen ihrer Grenzlage und dem reichlichen Trinkwasser ist die Stadt strategisch wichtig. Seit Anfang 2014 ist Ain al-Arab Zentrum eines der drei selbstverwalteten Kantone Rojavas. Diese Kantone stehen unter der Kontrolle der kurdischen Partiya Yekitîya Demokrat (PYD) und ihrer Verbündeten.

Der Kampf um Kobanê[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kampf um Kobanê

Die Terrororganisation Islamischer Staat versucht seit Ende 2013, die Stadt einzunehmen, scheitert aber immer wieder an den Volksverteidigungseinheiten (YPG). Mitte September 2014 traten die islamistischen Milizen zu einer Großoffensive an, ab 28. September 2014 begann der Angriff auf das Stadtgebiet.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ain al-Arab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Husain Amin Husain
  2. IS-Angriff auf Ain al-Arab: Im Auge des Sturms, Spiegel Artikel vom 27. September 2014