Ainaro

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Subdistrikt Ainaro
Ainaro (Osttimor)
Red pog.svg
Heiliges Haus in Maununo, Cassa
Hauptstadt Ainaro
Fläche 235,94 km²[1]
Einwohnerzahl 15.558 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Ainaro 6.937
Cassa 2.495
Manutaci 1.704
Mau-Nuno 1.003
Mau-Ulo 470
Soro 1.861
Suro-Craic 1.088
Übersichtskarte
Ainaro im gleichnamigen Distrikt
Lage des Distrikts Ainaro

Ainaro (Vila de Ainaro) ist die Hauptstadt des gleichnamigen osttimoresischen Distrikts, des Subdistrikts und des Sucos.

Der Ort[Bearbeiten]

US-Militärhubschrauber bei einem Manöver 2011 in Ainaro

Ainaro liegt im Bergland Osttimors auf 831 m Meereshöhe, etwa 60 km südlich von der Landeshauptstadt Dili, im Zentrum des Sucos Ainaro, zwischen den Flüssen Sarai und Maumall. Die Überlandstraße von der südlichen Küstenstraße nach Dili führt direkt durch Ainaro. Auf der verhältnismäßig gut ausgebauten Straße beträgt die Entfernung 78 km. Im Ort leben 3.085 Einwohner (2006). Hier befinden sich ein kommunales Gesundheitszentrum und ein Hubschrauberlandeplatz.[3]

Der Suco[Bearbeiten]

Suco Ainaro
Orte Position[4] Höhe Orte Position[4] Höhe
Builico 9° 3′ S, 125° 31′ O-9.0452777777778125.50888888889492 492 m Kertapati 8° 59′ S, 125° 30′ O-8.9827777777778125.49972222222916 916 m
Mauulo 1 9° 0′ S, 125° 30′ O-9.0044444444444125.50083333333735 735 m Mauulo 2 9° 1′ S, 125° 30′ O-9.0172222222222125.50361111111664 664 m
Sebagulau 8° 59′ S, 125° 30′ O-8.9755555555556125.501388888891005 1005 m

Im Suco Ainaro leben 6.937 Menschen (2010,[2] 2004: 4.741[5]) Er ist neben Maubisse einer der beiden als urban definierten Sucos des Distrikts. Über 90 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Etwa 5 % sprechen Mambai, kleine Minderheiten Bunak und Kemak.[6]

Der langgezogene Suco erstreckt sich mit seinen 30,75 km²[7] von der Grenze zum Distrikt Ermera im Nordwesten bis zum Zentrum des Subdistrikts im Südwesten, wo die Flüsse Sarai und Maumall zusammenfließen und ab hier den Buronuno bilden. Er mündet schließlich in den Belulik (Bé-lulic). Einen Großteil der Westgrenze zu den Sucos Mau-Ulo, Mau-Nuno und Cassa bildet der hier entspringende Fluss Sarai. Dem Großteil der Ostgrenze zu den Sucos Manutaci und Soro folgt der ebenfalls in der Region entspringende Maumall.

In direkter Nachbarschaft zum Ort Ainaro befinden sich nördlich die Ortschaften Kertapati und südlich Mauulo 1. Weiter nach Süden liegen an der Überlandstraße die Orte Mauulo 2 und Builico (Builiko). Etwas nördlich von Kertapati liegt der Ort Sebagulau (Sabagulau).[8][9] Im Suco befinden sich eine Vorschule, mehrere Grundschulen und eine vorbereitende Schule für die Sekundärstufe (Escola Pre-Secondaria No. 1).[3][10]

In Ainaro befinden sich die sieben Aldeias Builico, Hato-Mera (Hatumera), Lugatú, Nugufú, Sebagulau und Teliga.[11] Derzeit befindet sich ein kleines Wasserkraftwerk im Bau, dass mit 28 Kilowatt pro Tag 250 Familien in Ainaro mit Strom versorgen soll.[12]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Agapito Fatima Martins zum Chefe de Suco gewählt[13] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[14]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Subdistrikt und Suco Ainaro liegen im Westen des Distrikts

Der Subdistrikt Ainaro bildet mit 235,94 km²[1] den Westen des gleichnamigen Distrikts. Im Osten liegen die Subdistrikte Hatu-Builico und Hato-Udo, im Westen die Distrikte Ermera, Bobonaro und Cova Lima. Im Bergland entspringen die Quellflüsse des Belulik, der zunächst die Ostgrenze der Sucos Suro-Craic und Cassa bildet, dann die Westgrenze von Hato-Udo zu Cova Lima.

Der Subdistrikt teilt sich in sieben Sucos: Ainaro, Cassa, Manutai (Manutassi), Mau-Nuno (Mau-Nunu, Maununo), Mau-Ulo, Soro und Suro-Craic (Suro Craique).

Im Subdistrikt leben 15.558 Menschen (2010,[1] 2004: 12.640[5]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Mambai, der Suco Cassa ist das Zentrum der Nationalsprache Bunak im Distrikt Ainaro. Weitere Bunak lebt in Mau-Nuno. In Mau-Ulo wird auch Kemak gesprochen. Neben der katholischen Mehrheit, gibt es im Subdistrikt noch Minderheiten von Protestanten und Muslime. Der Altersdurchschnitt beträgt 16,6 Jahre (2010,[1] 2004: 17,1 Jahre[15]).

58 % der Haushalte bauen Maniok an, 74 % Mais, 58 % Kaffee, 53 % Gemüse, 27 % Kokosnüsse und 11 % Reis.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

1902 scheiterte in Ainaro ein Aufstand gegen die portugiesischen Kolonialherren.

1912 griff der aufständische Liurai Dom Boaventura während der Rebellion von Manufahi den portugiesischen Militärposten in Ainaro an, wurde aber mit Unterstützung von Nai-Cau, dem Liurai von Soro abgewehrt. Nai-Cau, der von den Timoresen wegen seiner Unterstützung Portugals der Verräter-Liurai genannt wird, hatte 1907 die Unabhängigkeit seines Reiches von Atsabe erreicht, dessen Grenzen im Osten und Süden bis nach Manufahi reichten. Daher wurde Soro auch zu einer der Basen, von denen die Portugiesen aus Manufahi bekämpften. Nai-Caus Neffe und Nachfolger Aleixo Corte-Real, der auch bereits gegen Boaventura 1911/12 mitgekämpft hatte, kämpfte auch gegen die japanischen Invasoren, die 1942 Timor besetzten. 1943 wurden er und seine Familie von den Japanern erschossen. Corte-Real gilt heute als timoresischer Volksheld.

Während der indonesischen Besatzung zwischen 1975 und 1999 war Ainaro eine große Militärbasis des indonesischen Militärs. Außerdem gab es viele vom Militär unterstützte Milizionäre, wie jene der Mahidi. Infolgedessen wurde bei den Unruhen vor und nach dem Referendum zur Unabhängigkeit am 30. August 1999 mehr als 95 % der Gebäude Ainaros zerstört.[16] Viele Einwohner des Subdistrikts wurden in dieser Zeit vertrieben und mussten in westtimoresische Flüchtlingscamps fliehen.

Am 26. Juni 2008 besuchte Action- und Schauspielstar Jackie Chan in seiner Funktion als UNICEF-Botschafter Ainaro, wo er 600 Zuschauern seinen neuen Film „The Forbidden Kingdom“ zeigte. Chan warb damit für eine friedliche Verwendung von Kampfsport. Osttimor leidet stark unter kriminellen Banden, die sich als Martial Arts-Clubs bezeichnen.[17]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b c Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 583 kB)
  4. a b Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. a b Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  6. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Ainaro (Tetum; PDF; 8,2 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  8. http://websig.civil.ist.utl.pt/timorgis/Maps@139@2.aspx (Version vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt Timor-Leste GIS-Portal
  9. Fallingrain.com - Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  10. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  11. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  12. Gouvernment of Timor-Leste, 24. September 2010, Renewable Energies: Timor-Leste invests on Micro Hydropower
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados
  15. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  16. East Timor Gouvernment: East Timor Districts
  17. UNICEF, 26. Juni 2008, Jackie Chan brings a message of peace and harmony to young people of Timor-Leste
  18. Webseite des Außenministeriums Osttimors
  19. Douglas Kammen: Fragments of utopia: Popular yearnings in East Timor, Journal of Southeast Asian Studies, 40(2), S. 385–408 June 2009, doi:10.1017/S0022463409000216

-8.9833333333333125.5Koordinaten: 8° 59′ S, 125° 30′ O