Ainring

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ainring
Ainring
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ainring hervorgehoben
47.81361111111112.942777777778459Koordinaten: 47° 49′ N, 12° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 32,97 km²
Einwohner: 9569 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83404
Vorwahlen: 08654 und 08656Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BGL
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Salzburger Str. 48
83404 Ainring
Webpräsenz: www.ainring.de
Bürgermeister: Hans Eschlberger (CSU)
Lage der Gemeinde Ainring im Landkreis Berchtesgadener Land
Berchtesgaden Eck (gemeindefreies Gebiet) Forst Sankt Zeno Schellenberger Forst Ainring Anger (Berchtesgadener Land) Bad Reichenhall Bayerisch Gmain Berchtesgaden Bischofswiesen Freilassing Laufen (Salzach) Marktschellenberg Piding Ramsau bei Berchtesgaden Saaldorf-Surheim Schneizlreuth Schönau am Königssee Teisendorf Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Ainring ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land nahe der Stadt Salzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden auf bayerischer Seite von Nord nach Süd sind Saaldorf-Surheim, Freilassing, Teisendorf, Anger und Piding sowie auf österreichischer Seite Wals-Siezenheim.

Die Grenze zu Österreich bildet die Saalach. Auf dem Gemeindegebiet bestehen lediglich zwei Fußgängerbrücken, die nächsten Grenzübergänge für Kraftfahrzeuge sind die Bundesstraße in Freilassing (nördlich) oder über die Autobahn A 8 in Piding (südlich).

Südlich führt die A 8 vorbei, mit der Ainring durch die B 20 und die B 304 verbunden ist. Vor allem die Industriegebiete in den Ortsteilen Mitterfelden, Feldkirchen und Hammerau profitieren von dieser günstigen Verkehrslage.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ainring besteht aus den Gemarkungen Ainring und Straß, die in ihrer Ausdehnung etwa den ehemaligen, bis 1969 bestehenden Gemeinden entsprechen.

Ortsteile sind:[2]

Adelstetten, Ainring, An der Straß, Au, Berg, Bicheln, Bruch, Ed, Eschlberg, Feldkirchen, Fürberg, Gepping, Hagenau, Hammerau, Hausmoning, Heidenpoint, Hofer, Hort, Kohlstatt, Langacker, Mitterfelden, Moos, Mühlreit, Mühlstatt, Mürack, Perach, Pirach, Rabling, Rauchenbücheln, Reit, Schiffmoning, Schmiding, Simonhäusl, Ulrichshögl und Wiesbach (Gemeinde Ainring in ihren ursprünglichen Grenzen)

Thundorf, Abfalter, Altmutter, Bach, Buchreit, Doppeln, Gehring, Gessenhart, Hasholzen, Hinterau, Höglau, Niederstraß, Oberholzen, Öd, Ottmaning, Rain, Straß, Sur, Thundorfermühle, Weng und Winkeln (frühere Gemeinde Straß)

Geschichte[Bearbeiten]

Erste nachgewiesene Besiedlung im Neolithikum, der Jungsteinzeit (etwa 5000 v. Chr.), am Auhögl bei Hammerau.

In der Römerzeit führte die Handelsstraße von Iuvavum (Salzburg) nach Augusta Vindelicum (Augsburg) durch das Gemeindegebiet, in etwa dem Verlauf der heutigen Bundesstraße 304 folgend.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Ainring in der Notitia Arnonis (erstellt 788–790) als „Ainheringa“ in einer Schenkungsurkunde von Herzog Theodebert (regiert etwa 711–719) von den Agilolfingern an das Stift Nonnberg in Salzburg. Die Schenkung erfolgte um 715, in dieser Zeit trat Ainring erstmals ins Licht der Geschichte. Der Ortsbezeichnung liegen der Personenname Einher und das Zugehörigkeitssuffix -ing zu Grunde. Demnach bedeutet der bajuwarische Ortsname „Bei den Leuten des Einher“.

Historisch und wirtschaftlich bedeutend war die Gründung der „Privat-Eisengewerkschaft Achthal-Hammerau“ im Jahr 1537 auf Initiative des Salzburger Erzbischofs Lang. Im Bereich der Gemeinde Ainring lag das Hammerwerk der Eisengewerkschaft in Hammerau, wo das in Achthal gewonnene Eisen weiterverarbeitet wurde. Aus dem ehemaligen Hammerwerk entwickelte sich das Stahlwerk Annahütte, heute einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Gemeinde.

Als Teil des damals zum Fürsterzbistum Salzburg gehörenden Rupertiwinkels kam Ainring bei der Säkularisation infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 an das am 26. Dezember 1802 neugebildete Kurfürstentum Salzburg unter Ferdinand III. und 1805 im Frieden von Preßburg an das Kaisertum Österreich.

Im Frieden von Schönbrunn fiel der Ort 1809 an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im heutigen Ortsteil Mitterfelden wurde 1933 ein Flugfeld errichtet, das als Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden vor allem für Flüge der NS-Regierung zur Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden diente. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Flugfeld ein DP-Lager für so genannte „Displaced Persons“ errichtet. 1947 wurde das DP-Lager geschlossen und die Insassen ins Lager Lechfeld bei Augsburg verlegt. Nach Auflösung des Lagers wurden in den Baracken Heimatvertriebene untergebracht. Aus der Barackensiedlung entstand der Ortsteil Mitterfelden.

Zum 1. Januar 1970 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Straß eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Kirche St. Laurentius
Haus in Ainring

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 6.483, 1987 dann 8.099 und im Jahr 2000 9.570 Einwohner gezählt. Mittlerweile zählt Ainring mehr als 10.000 Einwohner; damit ist Ainring die drittgrößte Gemeinde nach den Städten Bad Reichenhall und Freilassing aber noch vor der Stadt Laufen (Salzach) sowie den Marktgemeinden Berchtesgaden und Teisendorf des Landkreises Berchtesgadener Land.

Politik[Bearbeiten]

  • 1. Bürgermeister ist Hans Eschlberger (CSU)
  • 2. Bürgermeisterin ist Gabriele Noreisch (CSU)
  • 3. Bürgermeister ist Gerhard Kern (UBL)
  • Die 24 Gemeinderäte verteilen sich in der Wahlperiode 2008–2014 wie folgt:
    • CSU: 13 Sitze
    • FWG: 7 Sitze
    • SPD: 2 Sitze
    • UBL: 2 Sitze

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4,6 Millionen Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1,2 Millionen Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Gold und Schwarz; oben nebeneinander schräg gekreuzt ein schwarzer Hammer und ein schwarzer Schlägel sowie ein rot gezungter schwarzer Löwenkopf; unten ein goldener Ring mit silbernem Stein.

Hammer und Schlägel weisen auf die Bedeutung des Eisenwerkes Hammerau hin. Der Löwenkopf und die Farben Gold und Schwarz waren Bestandteile des Salzburger Wappens und verweisen auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Gemeindegebietes zu Salzburg. Der Ring schließlich ist dem Familienwappen des Ainringer Pfarrers Friedrich von Rüsenbach entnommen, der für die Errichtung des Pfarrhofes verantwortlich war.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 12, im produzierenden Gewerbe 752 und im Bereich Handel und Verkehr 479 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 589 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2.741. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 4 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 9 Betriebe. Im Jahr 1999 zudem bestanden 123 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.967 ha. Davon waren 633 ha Ackerfläche und 1.331 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Ainring liegt an der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden, welche seit 2006 von der Linie S3 der S-Bahn Salzburg befahren und seit dem 13. Dezember 2009 zusätzlich durch die Berchtesgadener Land Bahn bedient wird. Ebenso führt die Bahnstrecke München–Salzburg durch das nördliche Gemeindegebiet über Straß, Niederstraß, Mühlreit und Perach bis zum Freilassinger Bahnhof. Der in der Zeit des Nationalsozialismus betriebene Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden wurde in der Nachkriegszeit nicht mehr als Flugfeld genutzt, ein Antrag auf Nutzung als Segelfluggelände 1955 abgelehnt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten 225 Kindergartenplätze mit 225 Kindern. In drei Volksschulen mit zusammen 37 Lehrern wurden im selben Jahr 723 Schüler unterrichtet.

Aus den beiden Grundschulen in Feldkirchen[4] (mit dem Schulhaus Mitterfelden) und Thundorf[5] entstand im August 2012 die Grundschule Ainring[6] .

Im Ortsteil Mitterfelden unterhält die Bayerische Polizei ein Fortbildungsinstitut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Katholische Pfarreien[Bearbeiten]

  • Pfarrei Ainring
  • Pfarrei Feldkirchen
  • Pfarrei Thundorf

Evangelische Pfarrei[Bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Freilassing

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter Ainrings[Bearbeiten]

Mit Ainring verbunden[Bearbeiten]

  • Eugen Sänger (1905–1964), Ingenieur und Pionier auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt; während des Zweiten Weltkriegs Abteilungsleiter in der Versuchsanstalt für Segelflug in Ainring, entwickelte hier das Staustrahlrohr (Ramjet) weiter, mit dem eine mehrfache Schallgeschwindigkeit erreicht werden konnte
  • Hans Söllner (* 1955), Bayerischer Liedermacher; wohnt in Ainring

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Enzinger: Högl – Bauernland und Sandsteinbrüche, Ainring 2006.
  • Gemeinde Ainring (Hrsg.): Heimatbuch Ainring, Brauchtum – Kirche – Kultur – Vereine, Ainring 2005.
  • Gemeinde Ainring (Hrsg.): Ainring, Heimatbuch, Tittmoning 1990.
  • Georg Lapper: 400 Jahre Hammerau. Ein Buch der Heimat und der Arbeit, (1. Band), Dießen 1940.
  • Georg Mussoni: Die Eisengewerkschaft Achtal. Eine altsalzburgische Aktiengesellschaft 1537–1919. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 60. Vereinsjahr, Salzburg 1920, S. 1–34.
  • Max Wieser: Festschrift 450 Jahre Eisenwerk. Stahlwerk Annahütte, Berchtesgaden 1987.
  • Josef Wysocki: Leben im Berchtesgadener Land 1800–1990, Bischofswiesen 1991.
  • Eberhard Zorn: Die Eisengewerkschaft Achthal-Hammerau 1537–1919, in: Das Salzfass. Heimatkundliche Zeitschrift des historischen Vereins Rupertiwinkel, 23. Jahrgang, 1989 / Heft 1, S. 1–56

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ainring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 70.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 510
  4. Homepage GS Feldkirchen
  5. Homepage GS Feldkirchen
  6. Homepage GS Ainring
  7. Der Ainringer Einsiedlerpoet Kulturverein Ainring