Aioli

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Selbstgemachte Aioli nach valencianischem Rezept aus Knoblauch, Salz, Eigelb und Olivenöl
Aioli mit Oliven

Aioli oder Allioli (frz.: Aïoli; aus dem Okzitanischen bzw. Katalanischen all i oli, „Knoblauch und Öl“) ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende kalte Creme, die vor allem aus Knoblauch, Olivenöl und Salz besteht. Aioli wird als Vorspeise mit Brot oder Oliven sowie als Beigabe zu Fleisch, Fisch und Gemüse serviert.

Zubereitung[Bearbeiten]

Bei der traditionellen Aioli, die nur aus Knoblauch und Öl besteht, werden Knoblauchzehen in einem Mörser zerrieben. Dann wird Öl in dünnem Strahl unter fortwährendem Rühren mit dem Stößel hinzugegeben, bis eine zähflüssige Creme entstanden ist. Wird zu viel oder zu schnell Öl hinzugegeben, kann sich die Emulsion wieder trennen und die Aioli gerinnen. Als Emulgator werden deshalb auch Milch, ein Stückchen gekochte Kartoffel oder Eigelb beigegeben. In der klassischen Gourmandise wird die Aioli aus mit hartgekochten Eigelb fein zerstossenem Knoblauch, unter das wie bei einer Mayonnaise Öl aufgezogen wird, zubereitet und mit Zitronensaft und Cayennepfeffer abgeschmeckt.[1].

Ein Rezept zur Aioli wurde erstmals im Jahre 1024 schriftlich festgehalten. Die Sauce wird aber bereits länger zubereitet. Aus der Aioli entstanden durch Verfeinerungen und Rezeptzugaben zahlreiche Varianten. Am bekanntesten ist heute die Variante aus Maó (spanisch Mahón) auf Menorca. In der Literatur ist häufig zu lesen, dies sei die Urversion der französischen Mayonnaise. Diese Auffassung lässt sich aber durch keinerlei seriöse Quellen belegen. Die Etymologie des Wortes Mayonnaise ist völlig unklar, es gibt mehrere Deutungen.[2]

Aioli ist aber auch ein typisch provenzalisches Gericht. Gedünstete Kartoffeln, Karotten und grüne Bohnen, dazu Seeschnecken und ein Stück Fischfilet (klassisch ist gewässerter Stockfisch aus Kabeljau), und dazu die oben beschriebene Aioli-Soße.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aioli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Aioli – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Rezept für Aioli – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Hering, Walter Bickel (Hrsg.): Herings Lexikon der Küche. 18., überarbeitete Auflage. Fachbuchverlag Dr. Pfanneberg, & Co., Giessen 1978, ISBN 3-8057-0218-3, S. 40
  2. Manfred Höfler, Dictionnaire de L'Art Culinaire Français: Etymologie et histoire, Aix-en-Provence 1996, Eintrag Mayonnaise