Air Force One (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Air Force One
Originaltitel Air Force One
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Russisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Wolfgang Petersen
Drehbuch Andrew W. Marlowe
Produktion Armyan Bernstein,
Gail Katz,
Wolfgang Petersen,
Jon Shestack
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Michael Ballhaus
Schnitt Richard Francis-Bruce
Besetzung

Air Force One ist ein US-amerikanischer Actionfilm von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1997.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Boeing VC-25A über Mount Rushmore

James Marshall, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat gerade im Zusammenhang mit der neuen Terrorismuspolitik mit Hilfe von Russland den gefürchteten Diktator General Ivan Radek verhaften können, der in einer ehemaligen Sowjetrepublik (Kasachstan) an Einfluss gewonnen hatte.

Einige Anhänger des Ex-Diktators entführen daraufhin die Air Force One, das Flugzeug des Präsidenten. Sie werden hierbei von einem Verräter unter den Secret-Service-Agenten des Präsidenten unterstützt, welcher ihnen den Zugriff zu den an Bord befindlichen Waffen verschafft. Statt sich mit der Rettungskapsel in Sicherheit zu bringen, versteckt sich der Präsident an Bord des Flugzeuges, da er nicht ohne seine Familie das Flugzeug verlassen will. Mithilfe des Überraschungsmomentes versucht er, die Terroristen zu überwältigen.

Die Maschine wird am deutschen Luftwaffenstützpunkt Ramstein Air Base notgelandet, doch die Terroristen schaffen es, bis ins Cockpit vorzudringen, die Piloten zu erschießen und selbst die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. In einem spektakulären Manöver, bei dem sie fast frontal in ein anderes Flugzeug rasen, schaffen sie es, die Maschine wieder durchzustarten und Kurs in Richtung auf ihre Heimat Kasachstan zu nehmen.

Kurz darauf melden sich die Terroristen bei der Vizepräsidentin im Weißen Haus und verkünden ihre Forderung: Bis General Radek freigelassen ist, wird jede halbe Stunde eine Geisel hingerichtet werden. Das erste Opfer ist der nationale Sicherheitsberater Doherty. Später findet eine Betankung in der Luft durch eine K1 statt, in deren Verlauf einige Geiseln die Gelegenheit nutzen, das Flugzeug über die Verladefläche zu verlassen. Als die Terroristen dies bemerken und die Tür zum Verladeraum sprengen, wird durch den entstehenden Unterdruck der Tankvorgang beeinträchtigt – das Tankflugzeug explodiert. Dieser gewaltigen Explosion kann die Air Force One nur knapp entkommen.

Nachdem General Radek schließlich zunächst freigelassen wird, schafft es der Präsident, die Terroristen zu überwältigen. Kurze Zeit später, nachdem General Radek beim Versuch, seine Flucht zu beenden, von Sicherheitsbeamten erschossen worden ist, wird die Air Force One von feindlichen Abfangjägern (MiG-29) angegriffen, die den Streitkräften von Radek angehören. Die Jäger der US Air Force (F-15) kommen rechtzeitig zur Hilfe und können mehrere feindliche Abfangjäger abschießen. Da die Air Force One beschädigt wurde, steigt die Familie des Präsidenten, und der Präsident selber, in einer waghalsigen Aktion in ein Transportflugzeug der US Air Force um. In dieser Situation zeigt Secret Service Agent Gibbs dem Präsidenten das erste Mal sein wahres Gesicht, als er einen Soldaten und Major Caldwell umbringt. Daraufhin kämpfen Gibbs und Marshall um die letzte Möglichkeit, noch rechtzeitig gerettet zu werden. Marshall gewinnt diesen Kampf. Kurze Zeit später zerschellt die Air Force One auf dem Kaspischen Meer. Marshall kann sich an Bord des Transportflugzeuges retten, das dadurch zur neuen Air Force One wird.

[Bearbeiten] Kritiken

Laut Lexikon des Internationalen Films biete der Film „spannende, wenn auch reichlich fantastische Unterhaltung“, und erreiche, „obgleich auf der Ebene einer politischen Soap-Opera und voller Comic-Strip-Effekte, [...] durch die handwerklich sorgfältige und dramaturgisch kalkulierte Regie überdurchschnittliches Niveau im Genre des Action-Thrillers.[1]

James Berardinelli schreibt auf ReelViews, der Film habe ihn überzeugt, Wolfgang Petersen sei der beste zeitgenössische Regisseur der Thriller und Actionfilme. Petersen könne aus einer bescheidenen Ausgangsbasis – wozu das „idiotische“ Drehbuch gehöre – viel machen. Der von Ford dargestellte US-Präsident James Marshall sei „charismatisch“, aber „zu gut, um wahr zu sein“. Er befolge ethische Grundsätze, was Berardinelli als „fantastisch“ bezeichnete. Berardinelli lobte die Darstellungen von Harrison Ford und Gary Oldman.[2]

Der Film wird auf der Internetseite der Zeitschrift Cinema als „penetrant patriotisch gesinnt“ bezeichnet.

Michael Haneke äußert sich in einem Interview kritisch: „Wenn ich mir zum Beispiel ‚Airforce One‘ anschaue, von Herrn Petersen, das ist ein übles Propaganda-Machwerk. Es ist aber so gut gemacht, dass die Zuschauer nicht einmal wissen, dass das ein politischer Film ist. Sondern die denken, das wäre ein super Action-Film, super spannend.“[3]

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Von verschiedenen Kritikern wird es als merkwürdig angesehen, dass Wolfgang Petersen ähnlich wie der deutsche Regisseur Roland Emmerich (im Film Independence Day) in eine Hollywood-Produktion anscheinend noch mehr US-Patriotismus einbringen lassen hat als amerikanische Regiekollegen in ähnlichen Produktionen. Auch wird bezweifelt, dass ein US-Präsident, der plötzlich zum Einzelkämpfer wird, in Wirklichkeit derart körperlichen Einsatz bringen kann.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Der Film wurde für den Filmpreis Oscar in den Kategorien Bester Ton und Bester Schnitt nominiert.

Harrison Ford gewann den Bambi. Er wurde außerdem für den Blockbuster Entertainment Award und den MTV Movie Award nominiert. Gary Oldman wurde für den Blockbuster Entertainment Award und für den MTV Movie Award nominiert. Glenn Close gewann den Blockbuster Entertainment Award.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Es ist unglaubwürdig, dass zur Betankung die Flughöhe von 30.000 auf 15.000 ft verringert wird. Noch unrealistischer ist, dass die Betankung bereits durchgeführt wird, obwohl sich beide Flugzeuge noch im Sinkflug befinden und die Szene, in der die Sprengung einer kleinen Tür im Heckbereich der Air Force One angeblich die Fluglage dann derart destabilisiert, dass die Verbindung zum Tankflugzeug zerstört wird und dieses in der Folge explodiert.
  • Unerklärlich bleibt, warum die Präsidentengattin von ihrer scharfen Schusswaffe keinerlei Gebrauch macht, als ihr Mann gegen Korshunov am offenen Flugzeugheck um Leben und Tod kämpfen muss: Korshunov steht dort mehrmals völlig frei und gibt aus der kurzen Distanz ein leichtes Ziel ab.
  • Ebenso unerklärlich bleibt, warum am Ende die restlichen Passagiere umständlich per Rettungsseil in ein Rettungsflugzeug gezogen werden, obwohl zuvor viele Passagiere einfach mit Fallschirm absprangen; selbst wenn keine Fallschirme mehr übrig wären, würde es genügen, vom Rettungsflugzeug einen Sack Fallschirme hinüberzuseilen.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Air Force One im Lexikon des Internationalen Films
  2. Filmkritik von James Berardinelli, ReelViews, 1997
  3. Wir sehen in Wirklichkeit nur manipulierte Bilder, planet-interview.de, 26. Januar 2006
  4. Direktlink auf http://www.kalittaair.com/
  5. Historie aller gebauten Boeing 747

[Bearbeiten] Weblinks

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