Airbnb

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Airbnb
Logo
www.airbnb.de
Motto Weltweit private Unterkünfte finden.
Beschreibung Community-Marktplatz zur Buchung und Vermietung von Unterkünften
Registrierung kostenlos
Sprachen Englisch, Deutsch, weitere
Eigentümer Airbnb, Inc.
Erschienen August 2008
Status aktiv

Airbnb ist ein 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründeter Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von Unterkünften, ähnlich einem Computerreservierungssystem. Private Vermieter vermieten ihr Zuhause oder einen Teil davon unter Vermittlung des Unternehmens, jedoch ohne dass Airbnb rechtliche Verpflichtungen übernimmt. Von der Gründung im Jahr 2008 bis zum Juni 2012 wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als zehn Millionen Übernachtungen über Airbnb gebucht.[1]

Kritik entzündet sich daran, dass viele der Vermieter keine Steuern auf ihre Einnahmen zahlen und dass sich nicht mehr nur private Gastgeber, sondern umfangreiche kommerzielle Strukturen dahinter entwickelt haben. Diese entziehen dem Wohnungsmarkt Raum, so dass dieses Geschäftsmodell in den für Reisende attraktivsten Vierteln für erhöhten Mietdruck sorgt. Weitere Kritik ruft hervor, dass es bei Auseinandersetzungen zwischen Gast und Gastgeber keinerlei rechtlichen Schutz gibt.

Konzept[Bearbeiten]

Airbnb wurde 2008 von Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk in San Francisco gegründet.[2] Der ursprüngliche Name Airbedandbreakfast (englisch: Luftmatratze und Frühstück) wurde 2009 verkürzt zu Airbnb. Das Unternehmen bietet Unterkünfte in 192 Ländern und über 26.000 Städten an. Es stellt als Online-Plattform den Kontakt zwischen Gastgeber und Gast her und ist ausschließlich für die Abwicklung der Buchung verantwortlich. Die Transaktion findet dabei über die Plattform statt. Der Gast bezahlt den Betrag für seine Buchung per Kreditkarte an Airbnb. Dem Gastgeber wird der Betrag erst 24 Stunden nach Anreise ausgezahlt, um sicherzustellen, dass der Gast die Unterkunft so vorfindet, wie sie ihm angeboten wurde. AirBNB erhob 2013 6–12 % von den Gästen, 3 % von den Gastgebern, insgesamt 150 Millionen Dollar bei ca. 10 Millionen Übernachtungen.[3]

Jeder Nutzer, also Gastgeber und Gast, stellt sich auf Airbnb über eine Profilseite vor, er muss ein Bild hochladen und eine Telefonnummer angeben. Gastgeber beschreiben ihre Unterkunft anhand eines vorgegebenen Formulars und mithilfe von Fotos. Eine Suchfunktion gibt die Möglichkeit, spezifische Anforderungen in die Recherche mit einzubeziehen, z. B. Kosten, Größe, Ausstattung, Anwesenheit des Gastgebers, Familienfreundlichkeit, Frühstück, bereits bestehende Verbindungen zum Gastgeber. Außerdem hat Airbnb Unterkünfte zu bestimmten Themen (Wein, Flitterwochen, beliebte Städte, Baumhäuser, Winter) zusammengestellt.

Gast und Gastgeber können sich gegenseitig bewerten. Eine Bewertung kann nur dann abgegeben werden, wenn tatsächlich eine Buchung über die Webseite abgewickelt wurde. Mit einer Rechner-Funktion kann man kalkulieren, welche Einkünfte mit der eigenen Unterkunft erzielt werden können.

Die Dienstleistungen von Airbnb können auch über die mobile Website oder die App für Apple iOS[4] und Android (seit Januar 2012) genutzt werden.

Finanzierung und Investoren[Bearbeiten]

Die ersten Finanzmittel erhielt das Unternehmen vom im Silicon Valley beheimateten Gründerzentrum Y Combinator. Weitere Kapitalgeber waren die beiden Venture-Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz und General Catalyst, welche auf die Förderung von Start-ups spezialisiert sind, sowie die Investitionsgesellschaft DST Global.[5]

Nach Übernahme des deutschen Wettbewerbers Accoleo eröffnete Airbnb im Juni 2011 mit einem Büro in Hamburg die erste Niederlassung außerhalb der USA. Per 31. Dezember 2013 wurde der Kundenservice in Europa nach Irland verlagert. Mit der Verlagerung des Kundenservices wurden fast alle europäischen Büros geschlossen und ein Großteil der Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt. In Deutschland ist Airbnb noch mit einem Büro in Berlin vertreten.[6]

Steuerliche Behandlung[Bearbeiten]

Airbnb-Anbieter machen mit ihrem Angebot Hotels und Pensionen Konkurrenz. Letztere müssen ihren Gästen Steuern, in vielen Ländern Mehrwertsteuer berechnen (mancherorts auch eine Ortstaxe). Manche Airbnb-Vermieter deklarieren ihre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nicht in ihrer Steuererklärung.

Im US-Bundesstaat New York ermittelte im Herbst 2013 der Generalstaatsanwalt gegen Airbnb: ungefähr 15.000 Menschen vermieteten Appartements über Airbnb, er nehme an, dass dem Staat New York Steuern in zweistelliger Millionenhöhe geschuldet würden. Er werde seine Bemühungen verschärfen, um dafür zu sorgen, dass für Airbnb dieselben Regeln gelten wie für jedermann.[7] Seit 2014 geht der Staatsanwalt Eric Schneiderman gegen die Steuerhinterziehungen vor, die mit der privaten Vermietung in Zusammenhang stehen. Nach seiner Schätzung sind der Stadt über 33 Millionen Dollar an Steuereinnahmen entgangen.[8]

In München werden Bußgelder von 50.000 Euro für illegale Vermietungen erhoben,[9] das Stadtbauamt Berlin verbietet systematisches Vermieten im Zentrum der Stadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rémy Giemza: Airbnb. A Zerolution: The truth about a new kind of slumlord, o.O., 2013. (Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die am stärksten betroffenen Stadtquartiere)
  • Benjamin G. Edelman, Michael Luca: Digital Discrimination: The Case of Airbnb.com, Harvard Business School NOM Unit Working Paper No. 14-054, 2014 (ungewollte Diskriminierung: Schwarze erzielen im Schnitt 12 % weniger Erträge als Nichtschwarze).
  • Tapio Ikkala, Airi Lampinen: Defining the price of hospitality: networked hospitality exchange via Airbnb. (zum Preis der Gastfreundschaft)
  • Brittany McNamara: Student Note: AirBNB: A not-so-safe resting place, in: Colorado Technology Law Journal (2015) 149-170. (online, PDF) (Risiken für private Anbieter)
  • Stephen R. Miller: Transferable Sharing Rights: A Theoretical Model for Regulating Airbnb and the Short-Term Rental Market, University of Idaho, 2014.
  • Georgios Zervas, Davide Proserpio, John Byers: A First Look at Online Reputation on Airbnb, Where Every Stay is Above Average, Boston 2015. (Durchschnittsbewertung liegt demnach zwischen 4,5 und 5 (höchste Bewertung), während sie bei TripAdvisor nur bei 3,8 liegt, eine mögliche Folge eines Mentalitätswandels durch die sogenannte sharing economy)
  • Georgios Zervas, Davide Proserpio, John Byers: The Rise of the Sharing Economy: Estimating the Impact of Airbnb on the Hotel Industry, Boston University School of Management Research Paper No. 2013-16, überarbeitete Fassung, Februar 2015. (in Austin sanken die Hotelpreise in vergleichbaren Segmenten um 13 %)
  • Maike Pulver, Horst Müller, Robert Fischer: Der Einfluss von Collaborative Consumption im Berliner Tourismus am Beispiel der Onlineplattform Airbnb, Akademikerverlag, 2014. (Risiken für das lokale Gastgewerbe)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Airbnb: 10 Millionen Nächte gebucht. Airbnb, 19. Juni 2012, abgerufen am 20. Juli 2012.
  2. Bruce Upbin: Airbnb Could Have More Rooms Than Hilton By 2012. Forbes Magazine, 29. Juni 2011, abgerufen am 17. Juni 2012 (englisch).
  3. Claudia Pelzer, Nora Burgard: Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter: Netzwerke und agile Organisationsstrukturen erfolgreich nutzen, Springer, 2014, S. 39.
  4. Jenna Wortham: Airbnb Raises Cash to Expand Budget-Travel Service. The New York Times, 10. November 2010, abgerufen am 17. Juni 2012 (englisch).
  5. Andreessen Horowitz, General Catalyst lead $112m investment in Airbnb. AltAssets, 25. Juli 2011, abgerufen am 17. Juni 2012 (englisch).
  6. Airbnb buys German clone Accoleo, opens first European office in Hamburg. Techcrunch, 1. Juni 2011, abgerufen am 15. November 2012.
  7. SZ 18. Oktober 2013: Großverdiener mit Luftmatratze und Frühstück
  8. Zu zwei Dritteln illegal. New York erhöht den Druck auf Airbnb, in: RP online, 20. Oktober 2014.
  9. Claudia Pelzer, Nora Burgard: Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter: Netzwerke und agile Organisationsstrukturen erfolgreich nutzen, Springer, 2014, S. 38.