Nachthimmellicht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Airglow)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Airglow, als schmales Band in etwa 100 km Höhe über der Erde, aufgenommen von der Internationalen Raumstation (ISS)

Das Nachthimmellicht oder Nachthimmelsleuchten (engl. Airglow) bezeichnet ein schwaches Leuchten höherer Atmosphärenschichten. Es wurde 1868 von Anders Ångström entdeckt.

Die Resthelligkeit eines mondlosen Nachthimmels resultiert nicht allein aus künstlichen Lichtquellen am Boden, der indirekten Streuung von Sonnenlicht und dem Licht der Sterne, sondern auch aus Prozessen in der Ionosphäre. Die Gasatome und -moleküle (vor allem Sauerstoff und Stickstoff) in dieser Schicht werden durch die solare Ultraviolettstrahlung ionisiert und dissoziiert. Bei der Rekombination der Teilchen wird Strahlung im sichtbaren Bereich ausgesandt, die noch bis lange nach Sonnenuntergang anhält.

Das bei Tag durch diesen Prozess entstehende Licht ist wesentlich intensiver als das nächtliche, wird jedoch durch das Licht der Sonne überstrahlt. Von außerhalb der Erdatmosphäre erscheint das Airglow als leuchtende Ringe in einer Höhe von ca. 90–500 km über der Erdoberfläche, wobei vor allem ein grünes Band in 90 bis 100 km Höhe dominiert. Wegen Dichteänderungen aufgrund von Schwerewellen lässt sich dieses in Form einzelner Bänder beobachten.

Terrestrische Teleskope werden im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts durch Airglow beeinträchtigt, weswegen Weltraumteleskope wie das Hubble-Teleskop hier deutlich empfindlicher sind.

Der am 23. September 2009 ins All geschossene SwissCube soll das Phänomen Airglow untersuchen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Airglow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien