Aisch

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aisch (Begriffsklärung) aufgeführt.
Aisch
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Die Aisch bei Adelsdorf

Die Aisch bei Adelsdorf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2428
Lage Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Landkreis Erlangen-Höchstadt, Landkreis Forchheim (Bayern)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle bei Schwebheim
49° 28′ 27″ N, 10° 21′ 9″ O49.47416666666710.3525320
Quellhöhe 320 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Trailsdorf in die Regnitz49.78138888888911.008888888889244Koordinaten: 49° 46′ 53″ N, 11° 0′ 32″ O
49° 46′ 53″ N, 11° 0′ 32″ O49.78138888888911.008888888889244
Mündungshöhe 244 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 76 m
Länge 83 km[1]
Einzugsgebiet 1006,8 km²[1]
Abfluss am Pegel Laufermühle[2]
AEo: 956,04 km²
Lage: 13 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ (1941)
300 l/s
1,39 m³/s
4,84 m³/s
5,1 l/s km²
64,3 m³/s
360 m³/s

Die Aisch ist ein knapp 83 km langer linker (westlicher) Nebenfluss der Regnitz in Mittel- und Oberfranken.

Name[Bearbeiten]

Es wird fälschlicherweise oft angenommen, dass die Herkunft des Namens Aisch in seiner ursprünglichen Konnotation fischreich bedeutet. Die tatsächliche Etymologie des Namens als die Klare gewinnt man durch den Vergleich mit litauisch áiškus für klar.[3][4]

Geographie[Bearbeiten]

Aischquelle[Bearbeiten]

Die Quelle der Aisch

Die Aisch entspringt etwa eineinviertel Kilometer südlich der Ortsmitte von Schwebheim (Gemeinde Burgbernheim) und ca. fünf Kilometer südwestlich von Bad Windsheim. Ungefähr 600 m nach der Kreuzung der B 13 Marktbergel–Schwebheim mit der B 470 liegt an der B 13 eine Parkbucht, von der aus die eingefasste Aischquelle nur etwa 50 m entfernt liegt. Die Quelle ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 575Q003[5] ausgewiesen. Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Verlauf[Bearbeiten]

In Illesheim fließt der Aisch nach ca. 2 km die knapp 15 km lange Ens zu, die wegen ihrer größeren Länge oft als Oberlauf angesehen wird. Die Aisch wird in Bad Windsheim durch das Fränkische Freilandmuseum geleitet und fließt über Neustadt an der Aisch und Höchstadt an der Aisch bei Trailsdorf (nördlich von Forchheim) in die Regnitz.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Linke Zuflüsse Rechte Zuflüsse
  • Hummersgraben (Aischmühle)
  • Scheckenbach (Illesheim)
  • Eschersbach (Bad Windsheim)
  • Linkenbach (Bad Windsheim)
  • Grundlochgraben (Bad Windsheim)
  • Rohrgraben (Lenkersheim)
  • Grundgraben (Oberndorf)
  • Schweinachbach (Neustadt)
  • Strahlbach (Neustadt)
  • Sachsenbach (Neustadt)
  • Reisigbach (Dachsbach)
  • Aubbach (Dachsbach)
  • Aschenbach (Dachsbach)
  • Winterbach (Uehlfeld)
  • Schwarzenbach (Höchstadt)
  • Staffelbach (Adelsdorf)
  • Reutgraben (Adelsdorf)
In Klammern der Ort der Mündung in die Aisch.

Charakter und Daten[Bearbeiten]

Wie die meisten westlichen Zuflüsse der Regnitz hat die Aisch ein geringes Gefälle und einen geringen Abfluss sowie Sandstrukturen im Uferbereich und in der Gewässersohle.[6] Im Oberlauf ist sie sehr flach und erreicht dort nur eine Tiefe von 1,5 m. Erst im unteren Bereich ist sie bis zu 6 m tief und erreicht eine Breite von bis zu 15 m.

Die Aisch weist durchgehend die Gewässergüteklasse II–III auf.[6]

Kulturelles[Bearbeiten]

Der Aischgründer Spiegelkarpfen gilt paniert als eine regionale Delikatesse, die es auch zur internationalen Bekanntheit geschafft hat. Im Aischgrund gab es insgesamt 1.500 Teiche, in denen der Karpfen seit dem Mittelalter systematisch gezüchtet wurde. Entlang dem Flusslauf führt die Aischgründer Bierstraße von Bad Windsheim bis Höchstadt an der Aisch.

Am Oberlauf bis Lonnerstadt ist die Bevölkerung mehrheitlich evangelisch, am Unterlauf ab Höchstadt überwiegend katholisch. Die Orte Höchstadt, Aisch, Adelsdorf, Uttstadt, Lauf und Weppersdorf am Unterlauf gehörten bis zur Gebietsreform in Bayern zu Oberfranken und kamen dann zu Mittelfranken. Die eingestellte Aischtalbahn, aus dem ehemals ansbachisch-evangelischen Neustadt/Aisch kommend, endete im letzten größeren evangelischen Ort, die Aischgrundbahn, aus dem bambergisch-katholischen Forchheim kommend, im katholischen Höchstadt. Im örtliche Dialekt sprechen ältere Einwohner von Höchstadt bei einer Fahrt nach Lonnerstadt davon, „auf's Luthrische“ zu fahren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 60 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 3,3 MB)
  2. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011)
  3.  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 20–21.
  4. Bammesberger:Aisch
  5. Geotop: Ursprung der Aisch (Abgerufen am 30. August 2013; PDF; 173 kB)
  6. a b Bayerisches Landesamt für Umwelt: Zusammenfassung der Berichte zur Bestandsaufnahme 2004 in Bayern: Berichte an die Europäische Kommission gemäß Art. 5, Anhang II und Anhang III, sowie Art. 6, Anhang IV, der Wasserrahmenrichtlinie, 1. Fassung, Augsburg, 2006, Seite 27