Aischines von Neapolis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Aischines von Neapolis war ein antiker griechischer Philosoph. Er lebte in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Athen.

Aus Angaben des Doxographen Diogenes Laertios[1] geht hervor, dass Aischines aus „Neapolis“ stammte; um welche der Städte dieses Namens es sich handelt, ist unbekannt. Diogenes berichtet, dass Aischines der Platonischen Akademie in Athen angehörte und ein Schüler des Melanthios von Rhodos war, eines Schülers des berühmten Philosophen Karneades. Karneades hatte die Akademie bis zu seinem gesundheitsbedingten Rücktritt 137/136 v. Chr. als Scholarch geleitet. Einer von Plutarch[2] mitgeteilten Anekdote zufolge erzählte Aischines, dass er auch – was von Gegnern bezweifelt wurde – Schüler des Karneades gewesen sei; er habe an dessen Lehrveranstaltungen teilgenommen, als der Scholarch schon von seinem hohen Alter geschwächt war. Demnach gehörte er zu den jüngsten Schülern des Karneades.

Der römische Schriftsteller Cicero berichtet, dass um 110 v. Chr. die Platonische Akademie nach dem Urteil von Zeitgenossen in Blüte stand und dass Aischines damals zu den prominenten Repräsentanten dieser Philosophenschule gehörte.[3]

Von der Philosophie des Aischines ist nichts überliefert. Zu seiner Zeit befand sich die Akademie in der Epoche des Skeptizismus, zu dessen Hauptvertretern Karneades gehörte („akademische Skepsis“). Daher ist davon auszugehen, dass auch Aischines zu den Skeptikern zählte, die bestritten, dass es philosophische Behauptungen gibt, deren Wahrheit nachgewiesen werden kann.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Diogenes Laertios 2,64.
  2. Plutarch, An seni sit gerenda res publica 13, 791ab.
  3. Cicero, De oratore 1,45.