Aiterhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aiterhofen
Aiterhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aiterhofen hervorgehoben
48.8457412.620151339Koordinaten: 48° 51′ N, 12° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Aiterhofen
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 43,11 km²
Einwohner: 3236 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94330
Vorwahl: 09421
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 113
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Aiterhofen
Straubinger Str. 4
94330 Aiterhofen
Webpräsenz: www.aiterhofen.de
Bürgermeister: Manfred Krä (CSU)
Lage der Gemeinde Aiterhofen im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Aiterhofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Aiterhofen liegt im Gäuboden und wird von der Aiterach durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Aiterhofen hat 16 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aiterhofen, Amselfing, Geltolfing und Niederharthausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Linearbandkeramisches Grab aus Aiterhofen/Ödmühle, Gäubodenmuseum Straubing

Aiterhofen ist schon seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie der Fund des größten linearbandkeramischen Gräberfeldes in Deutschland (ca. 260 Gräber) in Aiterhofen/Ödmühle zeigt.

773 n. Chr. wurde Aiterhofen als Villa Eitraha zum ersten Mal als agilolfingischer Herzogshof urkundlich erwähnt. Etwa aus dem Jahr 973 stammt eine weitere Erwähnung als Eitarahoue, also Hof an der Eiterach. Ein Chronist des 11. Jahrhunderts interpretierte den Namen fälschlich als Hof des Giftes (= Eiter). Doch die tatsächliche Bedeutung leitet sich aus dem indogermanischen oid für anschwellen und den althochdeutschen Begriffen aha für Wasser sowie hof für Anwesen ab. Der Ortsname bedeutet also so viel wie „Anwesen am anschwellenden Wasserlauf“, womit der Bezug zum Fluss Aiterach hergestellt ist.

St. Margaretha

Vermutlich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde die romanische Pfarrkirche St. Margaretha erbaut. In ihr befindet sich die älteste Glocke Niederbayerns (1325). Von den ursprünglich zwei geplanten Türmen wurde nur der Nordturm ausgeführt. 1883 beseitigte man die Rokokoeinrichtung aus dem 18. Jahrhundert. Die benachbarte Friedhofskapelle stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

1846 gründete Angela Fraundorfer das Kloster der Franziskanerinnen von Aiterhofen, die u. a. die Bildung von Mädchen zum Ziel haben und heute einen Kindergarten und eine Mädchen-Realschule sowie andere Einrichtungen betreiben.

Aiterhofen gehörte zum Rentamt und Gericht Straubing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Geltolfing und Niederharthausen sowie der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Amselfing eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2296 Einwohner
  • 1970: 2424 Einwohner
  • 1987: 2749 Einwohner
  • 2000: 3178 Einwohner
  • 2005: 3466 Einwohner
  • 2008: 3422 Einwohner
  • 2011: 3404 Einwohner
  • 2013: 3236 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Ortsplatz, im Hintergrund Kirche St. Margaretha

Bürgermeister ist Manfred Krä (CSU).

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Aiterhofen unterhält Partnerschaften mit der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach sowie mit der italienischen Gemeinde Montefino in den Abruzzen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • St. Margaretha in Aiterhofen wurde vermutlich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut. Der Innenraum der romanischen Kirche wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und im 19. Jahrhundert im Jugendstil gestaltet.
  • St. Peter und Paul in Geltolfing. Der jetzige Bau wurde im Jahre 1715 von Jakob Ruesch begonnen, allerdings wurde schon 1126 eine Kirche in Geltolfing urkundlich erwähnt.
  • St. Johannes in Niederharthausen wurde in der frühen Gotik errichtet. Allerdings ist heute von der ursprünglichen Substanz nur noch der Chor mit Rippengewölbe erhalten.
  • Klosterkirche Aiterhofen

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 31, im produzierenden Gewerbe 133 und im Bereich Handel und Verkehr 62 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 132 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.022. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 96 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3.517 ha. Davon waren 3.431 ha Ackerfläche und 82 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2006):

  • Kindergärten: Vier-gruppiger Kindergarten „Maria Schutz“
  • Volksschulen: Eine Grundschule
  • Realschulen: Angela-Fraundorfer-Realschule (Mädchen-Realschule) mit angeschlossenem Internat (Träger: Kloster der Franziskanerinnen von Aiterhofen)
  • Sonstiges: Berufsfachschule für Altenpflege (Träger: Kloster der Franziskanerinnen von Aiterhofen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Joseph Zach (1829–1898), katholischer Geistlicher, Mitglied des Deutschen Reichstags

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Niszery: Linearbandkeramische Gräberfelder in Bayern (Aiterhofen-Ödmühle, Senkhofen, Mangolding und Dillingen-Steinheim). Leidorf Verlag, Espelkamp 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aiterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111224/224558&attr=OBJ&val=825
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.