Aitrach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aitrach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aitrach
Aitrach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aitrach hervorgehoben
47.9410.09596Koordinaten: 47° 56′ N, 10° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Höhe: 596 m ü. NHN
Fläche: 30,2 km²
Einwohner: 2519 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88319
Vorwahl: 07565
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwalweg 10
88319 Aitrach
Webpräsenz: www.aitrach.de
Bürgermeister: Thomas Kellenberger (CDU)
Lage der Gemeinde Aitrach im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
Über dieses Bild

Aitrach ist eine Gemeinde im Südosten Baden-Württembergs und gehört zum Landkreis Ravensburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Aitrach liegt zwischen Leutkirch und Memmingen an der Mündung des Flüsschens Aitrach in die Iller.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Kiesgrube Aitrach ist Bestandteil des FFH-Gebiets 8026-341 Aitrach und Herrgottsried.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Aitrach grenzt an die folgenden Städte und Gemeinden: Im Norden an Haslach und Tannheim im Landkreis Biberach, im Osten an die kreisfreie Stadt Memmingen in Bayern und Lautrach im bayerischen Landkreis Unterallgäu, im Süden an Aichstetten und im Westen an Bad Wurzach (beide Landkreis Ravensburg).

Teilgemeinden[Bearbeiten]

Neben dem Kerngebiet Aitrach bestehen noch folgende Teilgemeinden:

Daneben gehören zu Aitrach noch folgende Ortsteile und Wohnplätze: Marstetten, Ferthofen,Ober- und Untermuken, Schmiddis, Schnaggenberg, Rotengrund, Baniswald, Sigglis, Vogelherd, Wald, St. Johann, Stibi, Rank, Burghalde, Pfänders, Oberhausen, Riedhof.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Aitrach stammt aus dem Jahre 838. In dieser Urkunde, die im Kloster St. Gallen aufbewahrt wird, ging es um ein Tauschgeschäft zwischen dem Kloster Kempten und dem Grafen Wanning. Die Geschichte Aitrachs ist mit der Geschichte der Burg Marstetten verbunden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Dorf nahezu ausgestorben und erholte sich nur sehr langsam.

Siehe auch: Burg Alt-Marstetten

Aitrach gehörte früher zum Landkreis Wangen, mit dem es 1973 im Landkreis Ravensburg aufging.

Religionen[Bearbeiten]

Aitrach ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Gordianus und Epimachus in Aitrach, der Pfarrei St. Johann Baptist in Treherz und der Pfarrei St. Johann Baptist in Mooshausen. Alle Pfarreien gehören zur Seelsorgeeinheit Aitrachtal, zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben und zum Bistum Rottenburg-Stuttgart. Seelsorger ist gegenwärtig Pfarrer Martin Rist.

Die evangelische Kirchengemeinde Aitrach umfasst auf etwa 300 km² Fläche die Gemeinden Aitrach, Tannheim, Aichstetten, sowie die Orte Haslach (Ortsteil von Rot an der Rot) und Hauerz (Ortsteil von Bad Wurzach). Die evangelische Diaspora-Gemeinde gehört zum Dekanat Ravensburg und hat 1100 Mitglieder (13 % der Einwohner der Gemeindegebiets; Stand 2004). Es gibt auch eine neuapostolische Kirche im Ort.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1890 1910 1939 1961 1970 2002 2008
Einwohner 1118 1299 1471 1535 2186 2320 2600 2503

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht seit der Wahl 2009 aus 12 auf fünf Jahre gewählten Gemeinderäten und dem Bürgermeister. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU: 6 Sitze
  2. SPD: 2 Sitze
  3. FWA: 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1984–2008: Peter Alexa
  • seit 2008: Thomas Kellenberger

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Mit der Stadt Leutkirch und der Gemeinde Aichstetten wurde eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Haupterwerbsquelle der Aitracher Bürger war neben der Landwirtschaft der Holzhandel und die Illerflößerei. Zu manchen Zeiten war jeder zweite Mann ein Flößer. Als früheste Erwähnung der Illerflößerei gelten die kaiserlichen Zollprivilegien aus dem Jahre 1397, die dem Adelshaus Königsegg als Besitzer der Burg Marstetten gewährt wurden. Die kaiserlichen Besitzerrechte an der Flößerei gingen später auf das Adelshaus Waldburg-Zeil über. Mit den Niedergang der Flößerei setzte eine erste Industrialisierung ein. Mühlen siedelten sich an und der Kies- und Steinabbau gewann an Bedeutung, Schotter für die Eisenbahn wurde begehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Strukturwandel vom armen Flößer- und Bauerndorf zu einer Gemeinde, die maßgeblich von Handwerk und Industrie geprägt wird, verstärkt fort.

Verkehr[Bearbeiten]

Aitrach ist durch die Bundesautobahn 96 (Lindau (Bodensee) - Memmingen - München) an das überregionale Straßennetz angebunden. Durch das nahe Autobahnkreuz Memmingen besteht auch eine Anbindung in Nord-Südrichtung mit der A 7. Im Ortsteil Marstetten befindet sich ein Bahnhof, der die Gemeinde über die Bahnstrecke Leutkirch–Memmingen mit dem Schienennetz verknüpft. Im Ort kreuzen sich die Landesstraße 260 und die Kreisstraße 7922. Durch den Ortsteil Ferthofen führt die Landesstraße 2009.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Am Ort befinden sich mehrere Unternehmen, hauptsächlich im Gewerbegebiet Ferthofen. Dort ist auch der Weltmarktführer im Bereich Parksysteme, die Firma Klaus Multiparking, ansässig.

Bildung[Bearbeiten]

Im Hauptort gibt es eine Grund- und Hauptschule. Für die jüngsten Einwohner gibt es den Kindergarten Arche Noah.

Persönlichkeiten und Ehrenbürger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aitrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)