Ajan

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Dieser Artikel behandelt die russische Ortschaft Ajan; für den russischen Cheta-Zufluss siehe Ajan (Cheta).
Dorf
Ajan
Аян
Föderationskreis Ferner Osten
Region Chabarowsk
Rajon Ajano-Maiski
Oberhaupt Alexei Andrejewitsch Dubrowin
Gegründet 1843
Bevölkerung 967 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+10
Telefonvorwahl (+7) 42147
Postleitzahl 682571
Kfz-Kennzeichen 27
OKATO 08 206 000 001
Geographische Lage
Koordinaten 56° 28′ N, 138° 11′ O56.466666666667138.18333333333Koordinaten: 56° 28′ 0″ N, 138° 11′ 0″ O
Ajan (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Ajan (Region Chabarowsk)
Red pog.svg
Lage in der Region Chabarowsk‎

Ajan (russisch Ая́н) ist ein Dorf (selo) in der russischen Region Chabarowsk an der Küste des Ochotskischen Meeres mit 967 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Der Hafen von Ajan um das Jahr 1870 aus südöstlicher Richtung

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung Ajan wurde 1843 von der Russisch-Amerikanischen Kompagnie gegründet. Von hier aus wurde von 1844 bis 1845 eine Straße durch das Dschugdschur-Gebirge nach Jakutsk gebaut (Amgino-Ajanski trakt), die dem Frachttransport von Jakutsk ans Ochotskische Meer mittels Rentierschlitten dienen sollte. 1846 erhielt der Ort den Status eines Hafens. Mit der Eröffnung des Handelsweges blühte die örtliche Wirtschaft auf.

Während des Krimkrieges, der sich durch die Kombattanten Russland auf der einen Seite und England und alliierte auf der anderen Seite, auch auf den Pazifik erstreckte, wurde der seinerzeit wichtige Hafen von Ajan von der englischen Flotte am 9. Juli 1855 besetzt. Der Hafen und Ort war jedoch kurz vorher von der Bevölkerung aufgegeben worden. Die Küstenbatterie war geschleift, die Kanonen vergraben. Der Ort wurde nicht zerstört. Der Auftrag der englischen Flotte war, etwaig vorhandene russische Schiffe zu zerstören. Außer einem kleinen Dampfschlepper fand sich jedoch kein russisches Fahrzeug. Der Schlepper war vorher an Land gezogen worden und sollte vergraben werden. Er wurde von den englischen Truppen durch eine Explosion zerstört.[2] Zu jener Zeit wurde der Hafen auch von der US-amerikanischen Walfangflotte genutzt.[3]

Bereits 1867 jedoch wurde der Amgino-Ajanski trakt nicht mehr genutzt, da andere Wege nach Jakutsk bestanden. Nachdem Anfang der 1880er Jahre eine Schiffsverbindung nach Wladiwostok eingerichtet wurde, wurde der Weg nach Jakutsk wiederbelebt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1959 1721
1970 1360
1979 1407
1989 2039
2002 1325
2010 967

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Important from the Russian Possessions. Operations of the Allied Fleet in the North Pacific, in: The New York Times vom 12. November 1855
  3. Late News from Siberia and Kamtschatka, in: The New York Times vom 28. Oktober 1854.

Literatur[Bearbeiten]

  • Aleksandr Judin (Hrsg.): Chabarovskij kraj (Putevoditel' "Pti fjute"). Moskva: Avangard, 2007. ISBN 978-5-86394-281-0.
  • Regel, Dr. E und Tiling, Dr. H. 1858. Florula Ajanensis, Aufzaehlung der in der Umgegend von Ajan wachsenden Phanerogamen und hoeheren Cryptogamen nebst Beschreibung einiger neuer Arten und Beleuchtung verwandter Pflanzen. Universitaets-Buchdruckerei. (Moskau)
  • Ohne Verfasserangabe (d. i.: Heinrich Sylvester Theodor Tiling) 1854: Eine Reise um die Welt von Westen nach Osten durch das stille und atlantische Meer. Verlag von C. Krebs, Aschaffenburg