Akif Pirinçci

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Akif Pirinçci (Aussprache: ['piːʁɪɲtʃi]; * 20. Oktober 1959 in Istanbul) ist ein deutsch-türkischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Pirinçci kam 1969 mit seinen Eltern nach Deutschland. Die Familie nahm ihren Wohnsitz in Ulmen in der Eifel. Er begann früh zu schreiben. 1980 wurde sein erstes Buch mit der Liebes- und Pubertätsgeschichte Tränen sind immer das Ende verlegt. Der Durchbruch gelang dem heute in Bonn lebenden Autor aber erst 1989 mit Felidae, einem Detektivroman, in dem eine Katze als Hauptfigur agiert. Das Buch wurde in siebzehn Sprachen übersetzt. Mit Francis (1993), Cave Canem (1999), Das Duell (2002), Salve Roma! (2004) und Schandtat (2007) erschienen Fortsetzungen der Katzenkrimis. Im Zuge dieses Erfolgs wurde dann auch sein bis dahin wenig erfolgreiches Erstlingswerk wieder aufgelegt.

1993 wurde Felidae zu dem gleichnamigen Zeichentrickfilm verarbeitet. Pirinçci schrieb zusammen mit Martin Kluger das Drehbuch. Unter der Regie von Michael Schaack verliehen unter anderem Mario Adorf, Klaus Maria Brandauer und Helge Schneider den Katzen ihre Stimmen.

Schon 1992 erschien der Roman Der Rumpf, in dem vor der Kulisse eines Behindertenheimes ein Mann, der ohne Arme und Beine geboren wurde, den perfekten Mord plant und ausführt.

1997 wurde dann Yin, ein Kriminalroman mit Übergängen zur Dystopie veröffentlicht: Der Roman erzählt, wie ein Virus die männliche Bevölkerung auslöscht und damit die Frauen in die Lage versetzt, eine neue Gesellschaft ohne Patriarchat und Geschlechterkampf zu begründen. Das Scheitern dieser Utopie lässt dann die Menschen selbst als ihr eigentliches Virus erscheinen.

In dem Roman Die Damalstür geht es um einen Maler, der auf ein gescheitertes Leben zurückblickt. Durch Zufall stolpert er im Vollrausch durch die titelgebende Damalstür, die ihn in seinem Leben um zehn Jahre zurückversetzt. Er trifft auf sein Alter Ego von damals und beschließt, dieses aus dem Weg zu räumen und mit seiner Frau einen Neuanfang zu wagen. Auf Grundlage dieses Romans schrieb Jan Berger das Drehbuch für den Film Die Tür.

Seit 2012 ist Pirinçci regelmäßiger Autor des Weblogs Die Achse des Guten.[1] Pirinçci stellte dort den Todesfall Daniel S. in den Kontext einer „Serie von immer mehr und in immer kürzeren Abständen erfolgenden Bestialitäten, die zumeist von jungen Männern moslemischen Glaubens an deutschen Männern begangen werden“.[2] Tobias Kaufmann widersprach auf demselben Blog dieser Einschätzung und stellte die Frage nach statistischen Beweisen für mehrere dieser Aussagen.[3] Pirinçcis Thesen wurden auch von dem taz-Journalisten Deniz Yücel aufgegriffen, der Pirinçci vorwarf „deutsch“ sein zu wollen und das Schreckgespenst eines Völkermordes an Deutschen vorzumalen.[4] Jochen Grabler sieht in Pirinçci einen neuen „rassistischen Hassprediger“.[5] Diesen Vorwurf wies Pirinçci jedoch mit dem Hinweis auf seine eigene türkische Abstammung zurück. Außerdem erklärte Pirinçci, dass es seiner Meinung nach sachlich fundierte Daten hinsichtlich Gewalt von Muslimen nicht gibt und dass er im Herzen Türke bleibt.[6] Das Magazin eigentümlich frei verteidigt dagegen einige Standpunkte Pirinçcis, wirft ihm aber auch Übertreibung vor.[7]

Werke [Bearbeiten]

Felidae-Zyklus

  1. Felidae. Roman. Goldmann, München 1989, ISBN 3-442-09298-1.
  2. Francis Roman. Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-30428-8.
  3. Cave Canem. Roman. Goldmann, München 1999, ISBN 3-442-30498-9.
  4. Das Duell. Roman. Eichborn-Verlag, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-8218-0865-9.
  5. Salve Roma! Roman. Eichborn-Verlag, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-8218-0956-6.
  6. Schandtat. Ein Felidae-Roman. Diana-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-453-00620-1.
  7. Felipolis. Ein Felidae-Roman. Diana-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-453-29097-6.
  8. Göttergleich. Ein Felidae-Roman. Heyne, München 2012, ISBN 978-3-453-26846-3.

Dazu:

  • mit Rolf Degen: Das große Felidae-Katzenbuch. Was sie fühlen, wie sie denken, was sie lieben. Goldmann, München 1994, ISBN 3-442-30608-6 (Erweiterte Ausgabe unter dem Titel: KatzenSinne. Was sie fühlen, denken, lieben. Goldmann, München 1995, ISBN 3-442-43204-9).

Sonstiges

Unter Pseudonym

Film [Bearbeiten]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Die Achse des Guten: Autoren
  2. Das Schlachten hat begonnen; Die Achse des Guten vom 25. März 2013
  3. Widerspruch; Die Achse des Guten vom 08. April 2013
  4. Deniz Yücel: Deutsch, vom Ohr bis zum Arsch, in: taz vom 8. April 2013
  5. Jochen Grabler: Weblog spricht von Genozid an Deutschen, auf: Radio Bremen vom 6. April 2013
  6. “Mit mir nicht, du Vollpfosten!”; Die Achse des Guten vom 07. April 2013
  7. Lion Edler: Aufregung um Akif Pirinçci: Das Drama des deutschen Adlers, in: eigentümlich frei vom 10. April 2013