Akizuki-Klasse (1941)

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Akitsuki-Klasse
IJN Hatsuzuki 1942.jpg
Schiffsdaten
Schiffsart Zerstörer
Bauwerft Marinewerft,Maizuru

Marinewerft,Sasebo Uraga Senkyo K.K.,Uraga Mitsubishi, Nagasaki

Bauzeitraum 1940 bis 1945
Indienststellung 1942
Außerdienststellung 1960er Jahre
Gebaute Einheiten 12 (42 abgebrochen, annulliert)
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
134,2 m (Lüa)
132 m (KWL)
126 m (Lpp)
Breite 11,6 m
Tiefgang max. 4,15 m
Verdrängung Konstruktion: 2.744 t
Maximal: 3.759 t
 
Besatzung 300
Maschine
Maschine 3 Kampon-Dampfkessel
2 Satz Kampon-Getriebe-Dampfturbinen
Maschinen-
leistung
52.000 PS (38.246 kW)
Geschwindigkeit max. 33 kn (61 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 8 x 100-mm-L/65 Typ-98
  • 4 x 25-mm-L/60 Typ-96
  • 4 x Torpedorohre ∅ 61 cm

Die Akizuki-Klasse (jap. 秋月型駆逐艦, Akizuki-gata kuchikukan) war eine Klasse von zwölf Zerstörern des japanischen Kaiserreiches, die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Die Schiffe der Klasse wurden von der Kaiserlich Japanischen Marine auch als Typ-B-Zerstörer (jap. 乙型駆逐艦, otsu-gata kuchikukan) bezeichnet.[A 1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Akizuki-Klasse wurde in erster Linie entwickelt, um größere Schiffe bei der Abwehr von feindlichen Flugzeugen zu unterstützen. Dazu wurden entlang der Längsachse der Schiffe vier Türme mit je zwei Geschützen mit Kaliber 100 mm bei einer Kaliberlänge von 65 eingeplant. Diese Geschütze konnten, neben der Rolle als Flugabwehrkanonen, auch gegen andere Schiffe eingesetzt werden. Diese Geschütztürme hatten mit je 34 Tonnen[1] ein hohes Gewicht und die beiden inneren Türme B und C waren zudem in einer überhöhten Position verbaut, was zu Gleichgewichtsproblemen führte. Um dennoch die schwere Bewaffnung unterzubringen, mussten die Rümpfe der Akizuki-Klasse vergrößert, werden um eine stabile Plattform für den Waffeneinsatz zu gewährleisten. Das Ergebnis war ein rund 134 Meter langer Rumpf mit einer Breite von bis zu 11,60 Meter.

Die Abmessungen, die Formgebung der Aufbauten und die Anordnung der Bewaffnung ähnelten denen, die man zuvor bei der Yūbari-Klasse erprobt hatte, so dass die Zerstörer im Pazifikkrieg von amerikanischen Streitkräften oft mit dem Leichten Kreuzer verwechselt wurden.[2]

1939 wurden die ersten Schiffe der Klasse in Auftrag gegeben, das Führungsschiff der Klasse, die Akizuki wurde 1941 auf der Marinewerft in Maizuru fertiggestellt.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Bewaffnung[Bearbeiten]

Geschützbewaffnung[Bearbeiten]

Turm D der Harutsuki mit zwei 100 mm / 65 Geschützrohren.

Die Hauptbewaffnung der Akizuki-Klasse bestand aus vier Türmen mit einer 3 mm dicken Stahlpanzerung in denen je zwei 100-mm-L/65-Typ-98-Geschütze untergebracht waren. Diese Waffe wurde als eine der fortschrittlichsten Konstruktionen im japanischen Geschützbau angesehen und ihre Entwicklung war erst 1938 abgeschlossen worden. Jedes Geschütz wog 3053 kg und konnte ein 13 kg schweres Geschoss mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 1010 Metern pro Sekunde rund 19 km weit auf Seeziele verschießen und Luftziele in bis zu 13 km Höhe bekämpfen.[3] Die Rohre jedes Turms konnten von -3° auf bis zu 90° senkrecht nach oben ausgerichtet werden und es konnte einer Feuergeschwindigkeit von 19 bis 21 Schuss pro Minute erreicht werden.[4]

Wie alle japanischen Kriegsschiffe dieser Zeit stützte sich auch die Flugabwehr der Akizuki-Klasse im Nahbereich auf die 25 mm Typ 96 Maschinenkanone. Die Waffe wurde in Zwillings-, Drillings- und Einzellafetten verbaut und ihre Zahl erhöhte man im späteren Kriegsverlauf mit wachsender Bedrohung aus der Luft immer weiter. Während die ursprüngliche Konstruktion vier Rohre in zwei Zwillingslafetten vorsah, erreichten einige Schiffe im späteren Kriegsverlauf bis zu 51 Rohre.[2]

Sonstige Bewaffnung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Planung der Schiffe für den Einsatz als Eskorten für Flugzeugträger machte eine Torpedobewaffnung, die sich nur für den Kampf gegen Überwasserziele eignete, unnötig.[5] Später entschied man sich doch für eine Torpedobewaffnung und plante vier Torpedorohre ein, die man in einem drehbaren Satz zusammenfasste, den man mittschiffs auf den Aufbau setzte. Für jedes Rohr stand ein Reservetorpedo zur Verfügung, so dass insgesamt acht Typ-93-Torpedos mitgeführt wurden.

Die Schiffe trugen bis zu sechs Werfer für Wasserbomben. Jedes Schiff konnte bis zu 52 Wasserbomben zur Bekämpfung von U-Booten mitführen.

Maschinenanlage[Bearbeiten]

Die Schiffe der Klasse waren mit drei Dampfkesseln ausgerüstet, in denen Schweröl verbrannt wurde, um Heißdampf zu erzeugen, der zwei Hochleistungsturbinen oder zwei Turbinen für niedrige Leistungen antrieb.

Zwei Kessel waren im vorderen Kesselraum zusammengefasst, der dritte stand in einem eigenen Raum dahinter. Ein Gespann aus je einer Hoch- und einer Niedrigleistungsturbine war mit einer Welle verbunden, an den beiden Wellen hingen die Propeller. Die Anlage leistete 51.400 PS (37.804,65 kW). Die Schiffe führten rund 1071 ts Schweröl mit und erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 33,7 Knoten.

Sensorausrüstung[Bearbeiten]

Die Schiffe trugen im späteren Kriegsverlauf ein Typ 22 Feuerleitradar und ein Typ 13 Luftsuchradar am Hauptmast hinter der Brücke.

Zur Suche nach U-Booten wurden die Schiffe ab 1944 mit einem Echoortungssystem vom Typ 3 Modell 1 und einem Hydrophon vom Typ 4 ausgerüstet. Mit dem Hydrophon konnte, bei einer Geschwindigkeit des Zerstörers von 12 kn, nach japanischen Angaben ein lautes Ziel, wie etwa ein Torpedo, in 6000 Metern und ein leises Ziel, wie ein langsames U-Boot, in bis zu 1000 Metern wahrgenommen werden.[6]

Schiffe der Akizuki-Klasse[Bearbeiten]

Insgesamt vier Programme zum Bau von Schiffen der Klasse wurden aufgelegt. Das erste Bauprogramm – Akizuki-Klasse – umfasste sieben Schiffe, das zweite Fuyuzuki-Klasse (冬月型, Fuyuzuki-gata), mit einer leicht vereinfachten Bauweise, umfasste vier, das dritte – Michizuki-Klasse (満月型, Michizuki-gata) – sollte den Bau von 21 Schiffen beinhalten, aber nur eines wurde bis zum Ende des Krieges fertig. Programm Vier wurde nie umgesetzt, es sollte eine Hochgeschwindigkeitsversion des ursprünglichen Zerstörers werden.

Akizuki[Bearbeiten]

Hauptartikel: Akizuki (1941)

Die Akizuki (秋月, „Herbstmond“) wurde im Juli 1940 in Maizuru auf Kiel gelegt und am 11. Juni 1942 in Dienst gestellt. Sie wurde im Pazifikkrieg am 25. Oktober 1944 während der Schlacht bei Kap Engano versenkt.

Teruzuki[Bearbeiten]

Die Teruzuki (照月, „scheinender Mond“) wurde im August 1942 in Dienst gestellt. Sie wurde im Pazifikkrieg in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1942 von amerikanischen Schnellbooten angegriffen und geriet nach einem Torpedotreffer in Brand. Das Feuer löste eine Sekundärexplosion ihrer Wasserbomben aus und sie ging nahe der Insel Guadalcanal unter.

Suzutsuki[Bearbeiten]

Die Suzutsuki (涼月, „kühler Mond“) wurde im März 1941 auf Kiel gelegt und im Dezember 1942 in Dienst gestellt. Sie wurde gegen Ende des Pazifikkrieges als Eskorte für das Superschlachtschiff Yamato eingesetzt. Am 7. April 1945 wurde ihr während der Operation Ten-gō durch einen Torpedotreffer der Bug abgerissen. Es gelang der Besatzung, sie nach Japan zurückzubringen, wo sie nach Kriegsende verschrottet wurde.

Hatsuzuki[Bearbeiten]

Die Hatsuzuki (初月, „erster Mond“) wurde im Juli 1941 auf Kiel gelegt und im Dezember 1942 in Dienst gestellt. Während der Schlacht bei Kap Engano deckte sie die Bergung von schiffbrüchigen Seeleuten der Flugzeugträger Zuikaku und Zuihō durch zwei japanische Zerstörer. Nach einer fast zweistündigen Verfolgungsjagd und einem 20-minütigen Gefecht mit anrückenden amerikanischen Kreuzern und Zerstörern wurde sie schließlich mit dem überwiegenden Teil ihrer Besatzung am 25. Oktober 1944 gegen 20:59 Uhr versenkt.

Niizuki[Bearbeiten]

Die Niizuki (新月, „Neumond“) wurde im Dezember 1941 auf Kiel gelegt und im März 1943 in Dienst gestellt. Sie wurde am 6. Juli 1943 in der Schlacht im Kula-Golf durch radargelenktes Geschützfeuer der amerikanischen Flotte getroffen und ging gegen 2:00 Uhr morgens unter.

Wakatsuki[Bearbeiten]

Die Wakatsuki (若月, „junger Mond“) wurde im März 1942 auf Kiel gelegt und im Mai 1943 in Dienst gestellt. Sie wurde während eines Transporteinsatzes, der Nachschub zu japanischen Truppen auf den Philippinen bringen sollte, von amerikanischen Trägerflugzeugen am 11. November 1944 versenkt.

Shimotsuki[Bearbeiten]

Die Shimotsuki (霜月, „Frostmond“ bzw. „Frostmonat“ = November) wurde im Juli 1942 auf Kiel gelegt und im März 1944 in Dienst gestellt. Sie führte nur Sicherungsaufgaben durch und wurde während eines solchen Einsatzes am 25. November 1944 vom U-Boot USS Cavalla 240 Seemeilen von Singapur entfernt versenkt.

Fuyuzuki[Bearbeiten]

Die Fuyuzuki (冬月, „Wintermond“) gehörte zur zweiten Baureihe. Sie wurde im Mai 1943 auf Kiel gelegt und im Mai 1944 in Dienst gestellt. Sie gehörte im April 1945 zur Eskorte der Yamato während der Operation Ten-gō und wurde später durch eine Seemine schwer beschädigt. Sie wurde nach dem Krieg abgewrackt.

Harutsuki[Bearbeiten]

Die Harutsuki (春月, „Frühlingsmond“) gehörte zur zweiten Baureihe. Sie wurde im Dezember 1943 auf Kiel gelegt und im Dezember 1944 in Dienst gestellt. Sie wurde nach dem Krieg an die Sowjetunion übergeben und 1969 abgewrackt.

Yoizuki[Bearbeiten]

Die Yoizuki (宵月, „Abendmond“) gehörte zur zweiten Baureihe. Sie wurde im August 1943 auf Kiel gelegt und im Januar 1945 in Dienst gestellt. Nach Kriegsende wurde sie als Transporter für japanische Truppen eingesetzt, die von verschiedenen Pazifikinseln nach Japan transportiert werden mussten. Sie ging später an China und wurde 1963 abgewrackt.

Natsuzuki[Bearbeiten]

Die Natsuzuki (夏月, „Sommermond“) gehörte zur zweiten Baureihe. Sie wurde im Mai 1944 auf Kiel gelegt und im April 1945 in Dienst gestellt. Sie wurde nach dem Krieg zunächst Großbritannien zugesprochen und schließlich 1948 abgewrackt.

Hanazuki[Bearbeiten]

Die Hanazuki (花月, „Blumenmond“) war das einzige Schiff der dritten Baureihe, das noch vor Kriegsende in Dienst gestellt wurde. Sie war im Februar 1944 auf Kiel gelegt worden und wurde am 26. Dezember 1944 in Dienst gestellt. Sie nahm an keinen größeren Kampfhandlungen mehr teil und wurde nach dem Krieg von den Amerikanern 1948 als Zielschiff versenkt.

Belege und Verweise[Bearbeiten]

Bemerkungen[Bearbeiten]

  1. Manchmal auch Teruzuki- oder Terusuki-Klasse nach dem zweiten Schiff der Klasse, da die Amerikaner sie 1946 für das Führungsschiff der Klasse hielten.

Literatur[Bearbeiten]

  • REPORTS OF THE U. S. NAVAL TECHNICAL MISSION TO JAPAN 1945-1946, SERIES S: SHIP AND RELATED TARGETS, S-01-3, Surface Warship Hull.
  • Raymond A. Bawal Jr.: Titans of the Rising Sun The Rise and Fall of Japans Yamato Class Battleships. Inland Expressions, 2010, ISBN 0-9818157-3-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. USNTMJ O-47 Seite 15
  2. a b Akizuki Klasse bei combinedfleet.com, gesichtet am 16. März 2011
  3. USNTMJ O-54 Seite 25
  4. USNTMJ O-47 Seite 17 und folgende
  5. Titans of the Rising Sun The Rise and Fall of Japans Yamato Class Battleships, Seite 135
  6. USNTMJ E-10 Seite 11