Akkreditierung (Wirtschaft)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Akkreditierung (lat. accredere, Glauben schenken) wird in verschiedenen Bereichen benutzt, um den Umstand zu beschreiben, dass eine allgemein anerkannte Instanz einer anderen das Erfüllen einer besonderen (nützlichen) Eigenschaft bescheinigt.

Definition[Bearbeiten]

Akkreditierung im hier gemeinten Sinne ist gemäß ISO/IEC 17011:2005 die Bestätigung durch eine dritte Stelle, die formal darlegt, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die Kompetenz besitzt, bestimmte Konformitätsbewertungsaufgaben durchzuführen.

Rechtliches[Bearbeiten]

Gesetzliche Regelungen bestehen für Benannte Stellen durch das Medizinproduktegesetz und für Konformitätsbewertungsstellen z. B. in Deutschland durch das deutsche Akkreditierungsstellengesetz[1][2] und in Österreich durch das österreichische Akkreditierungsgesetz.[3]

Konformitätsbewertungsstellen sind Organisationen, die folgende Dienstleistungen zur Konformitätsbewertung bereitstellen: Prüfung, Inspektion, Zertifizierung von Managementsystemen, Personen (im Sinne von Qualifikationsnachweis) und Produkten.

  1. Eine Zertifizierungsstelle ist akkreditiert, wenn eine Akkreditierungsstelle formell bestätigt, dass die Zertifizierungsstelle die in der z. B. Normenreihe EN 45011–45013 aufgeführten Voraussetzungen zur Durchführung von Bewertungen von Managementsystemen (zum Beispiel Qualitätsmanagement oder Umweltmanagement), Produkten oder Personen erfüllt.
  2. Ein Prüf- bzw. Kalibrierlaboratorium ist akkreditiert, wenn es die z. B. Anforderungen der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 erfüllt, die den Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001:2008 einschließt und darüber hinausgehende Anforderungen enthält. Hierzu wird das Labor durch eine Expertengruppe einer unabhängigen Akkreditierungsstelle, welche die Norm DIN EN ISO/IEC 17011 erfüllt, begutachtet und durch meist jährliche Begehungen überwacht.
  3. Eine Konformitätsbewertungsstelle ist akkreditiert, wenn sie den Anforderungen z. B. der Norm ISO/IEC 17021 (vormals ISO/IEC 45012) entspricht.
  4. Eine Inspektionsstelle ist akkreditiert, wenn sie die Anforderungen der Norm z. B. ISO/IEC 17020 nachweislich erfüllt.

In Deutschland ist seit dem 1. Januar 2010 ausschließlich die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) für die Erteilung und Aufrechterhaltung von Akkreditierungen zuständig. Die Errichtung einer nationalen Akkreditierungsstelle erfolgte nach der Vorgabe der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 und nach Maßgabe des deutschen Akkreditierungsstellengesetzes. Gesellschafter der DAkkS sind zu gleichen Teilen die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer und die durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vertretene Wirtschaft.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Akkreditierungsstellengesetz (AkkStelleG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2625) http://www.dakks.de/sites/default/files/AkkStelleG.pdf
  2. Tiede/Ryczewski/Yang: Einführung in das Akkreditierungsrecht Deutschlands, in: Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) 2012, S. 1212-1216.
  3. Österreichisches Akkreditierungsgesetz (AkkG)
  4. Internetseite der DAkks Stand 1. Februar 2013 http://www.dakks.de/node/664

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Akkreditierung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen