Akku-Triebwagen

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Akkumulator-Triebwagen ex DRG AT 543/544
Triebwagen 517 008 der DB
DB ETA 150 (UIC: 515) in Originallackierung
DB ETA 150 (UIC: 515) 1984 in Oberhausen
Akku-Triebwagen der Alsternordbahn

Ein Akku-Triebwagen (AT oder ETA), seltener auch Speichertriebwagen genannt, ist ein elektrisch angetriebener Eisenbahn-Triebwagen, dessen Antriebsenergie aus Akkumulatoren stammt, die entsprechende Elektromotoren antreiben.

Vorteil dieser Fahrzeuge ist ein sauberer und leiserer Betrieb ohne Abgase oder Kohleverbrauch, ohne dass die Eisenbahnstrecke selbst mit einer Oberleitung ausgestattet sein muss. Nachteilig ist die Masse der Akkumulatoren, die das Fahrzeuggewicht erhöht und die begrenzte Laufleistung pro Batterieladung zwischen 300 und 600 Kilometern. Die Akku-Triebwagen haben einen höheren Neupreis und Wartungsaufwand als Brennkraftfahrzeuge und benötigen ein Netz von Ladestationen entlang der befahrenen Strecken.

Deutschland[Bearbeiten]

Bereits 1887 stellten die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen den ersten deutschen Akku-Triebwagen in Dienst. Bekannter waren die ab 1907 gebauten Wittfeld-Akkumulatortriebwagen der Preußischen Staatseisenbahnen.

In der Bundesrepublik Deutschland fand die Entwicklung mit der Splittergattung ETA 176 (später Baureihe 517) ihre Fortsetzung im Bereich der Staatsbahn. Acht Triebwagen dieses Typs entstanden in den Jahren 1952 bis 1954. Eine weitere Neuentwicklung fand bei der Maschinenbau Kiel AG statt, die 1953 eine Kleinserie von Akkutriebwagen für die Alsternordbahn lieferte.

Ab 1955 folgte schließlich die Großserie ETA 150, die spätere Baureihe 515. Die letzten der insgesamt 232 Fahrzeuge wurden bis 1995, inzwischen lichtgrau-grün lackiert und modernisiert, auf der damaligen Nokia-Bahn (RB 46) von Gelsenkirchen über Wanne-Eickel Hauptbahnhof nach Bochum eingesetzt.

Neben Akkumulator-Triebwagen gibt es auch Akkulokomotiven, die beispielsweise als Betriebsfahrzeuge bei U-Bahnen, im Bergbau und im Werkbahnverkehr eingesetzt werden.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Bei der British Rail befand sich 1958–1962 ein experimenteller Zwei-Wagen-Triebzug British Rail BEMU (BEMU steht für Battery Electric Multiple Unit) im Betrieb. Dieses Einzelexemplar war anstelle der Dieselmotoren der Regel-Baureihe British Rail Derby Lightweight mit Elektromotoren und einer Akku-Batterie ausgerüstet.

Die für die Fährverbindungen von der London Victoria Station nach Dover und Folkestone gebauten zehn "Boat Train"-Gepäcktriebwagen-Züge der British Rail Class 419 (Baujahre 1951-1961) wurden elektrisch mit Stromschienenversorgung betrieben. Für die An- und Abfahrt auf den nicht mit Stromschienen ausgerüsteten Kai-Gleisen hatten sie eine zusätzliche Akku-Versorgung an Bord. Sie wurden 1991 aus dem Linienverkehr abgezogen wurden und noch einige Jahre als Akkuloks verwendet, derzeit sind alle in verschiedenen Museumsdepots abgestellt.

Vereinigte Staaten [Bearbeiten]

Die Edison-Beach-Akku-Triebwagen (Edison-Beach battery rail car) wurden von Thomas Edison und Ralph H. Beach entwickelt, letzterer als Leiter der Firma Railway Storage Battery Car Company und der Electric Car & Locomotive Corp.[1] Ein solcher Triebwagen wurde bei der Alaska Railroad als Nr. 105 eingesetzt.[2] Zu den Besonderheiten der Edison-Beach-Akku-Triebwagen gehört das Beach-Antriebssystem mit Losradsätzen, bei welchen die Räder einzeln über ein Getriebe von einem Traktionsmotor angetrieben werden.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Railway Car Builders of North America. Abgerufen am 5. Mai 2013 (englisch).
  2. Alaska Railroad Photographs. Abgerufen am 5. Mai 2013 (englisch).
  3. Illingworth, T., Battery Traction on Tramways and Railways, Oakwood Press 1961, pp 15-16

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Akkutriebwagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien