Akris

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Akris AG
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Rechtsform AG[1]
Gründung 1922
Sitz St. Gallen
Leitung Albert Kriemler, Peter Kriemler
Mitarbeiter etwa 550
Branche Mode
Website www.akris.ch

Akris ist ein 1922 in St. Gallen gegründetes Schweizer Modeunternehmen, welches international für seine hochwertige Damenbekleidung und Accessoires aus mongolischem Rosshaar bekannt ist. Erkennungszeichen der Marke sind aus dem „A“ abgeleitete trapezförmige Gestaltungselemente, etwa bei den Schließen von Taschen und Gürteln. Neben Doubleface verwendet Akris auch im eigenen Haus und mit örtlichen Partnern entwickelte innovative St. Galler Stickerei und digitale Fotoprints. [2][3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde von Alice Kriemler-Schoch, von deren Initialen sich der Name des Unternehmens ableitet, in St. Gallen gegründet. Es expandierte unter der Leitung ihres Sohns Max Kriemler und dessen Frau Ute Kriemler-Winkhaus. 1980 übernahm deren Sohn Albert Kriemler die kreative Leitung, sein jüngerer Bruder Peter Kriemler ist seit 1987 verantwortlich für die Geschäftsführung.[4]

Akris ist Mitglied der Fédération française de la couture, du prêt-à-porter des couturiers et des créateurs de mode und beschäftigt allein in der Schweiz etwa 400 Mitarbeiter. Das fast vollständig vertikal integrierte Modehaus hat eigene Geschäfte in Boston, New York, Dallas, Bal Harbour, Paris, Monte Carlo, London, Tokio, Seoul, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Wien und München. Website des Unternehmens

Als privat gehaltene Firma veröffentlicht Akris keine Umsatz- und Ertragszahlen. Der Umsatz wird zu je etwa 30 Prozent in Europa und Asien und zu 40 Prozent in den USA generiert.[5] Der Wert des Unternehmens wird auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt.[6] Das Unternehmen produziert in Mendrisio im Kanton Tessin; Cocktail- und Abendkleider werden in Ateliers in Zürich angefertigt. Charakteristisch für den Stil sind «klare Linien und eine schnörkellose Formensprache» [7].

Die von Albert Kriemler entworfenen Kollektionen sind häufig inspiriert von modernen und zeitgenössischen Künstlern wie Giorgio Morandi, Ian Hamilton Finlay, Franz Kline, Thomas Ruff und von Architekten wie Adolf Loos, Josef Maria Olbrich, Herzog & de Meuron, Tatiana Bilbao, Roberto Burle Marx, Luis Barrágan. Sie sind charakterisiert durch „klare Linien, präzise Schnitte, exquisite Stoffe und immer aufs Neue delikate Farben. Aufreizend schlicht auf den ersten Blick, beeindrucken seine Entwürfe durch perfekte Proportionen".[8]

„Ein höchsten Ansprüchen genügender Funktionalismus, wie wir ihn von moderner Architektur und Design kennen, hat seine Arbeit am nachdrücklichsten beeinflusst“, schreibt die amerikanische Kuratorin Valerie Steele über die Ästhetik von Albert Kriemler.[9]. Dieser Stil repräsentiert Momente „futuristischer Verwegenheit und von klassischer Raffinesse“ und kultiviert die „kalkulierte Spannung zwischen strengen geometrischen Formen und dem Fluss der edlen Materialien“.[10]

Zu den Kundinnen von Akris gehören führende Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft, darunter Fürstin Charlène von Monaco, die Sängerinnen Alicia Keys und Shakira, die Schauspielerinnen Angelina Jolie, Nicole Kidman und Susan Sarandon, die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard und die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice sowie Yahoo-CEO Marissa Mayer. [11] Anzüge von Akris können durchaus für 4000 US-Dollar verkauft werden.[6]

Bei der Verleihung des Star Award durch die Fashion Group International (FIG) an Albert Kriemler 2010 in New York hielt Stefano Tonchi, Chefredakteur des Modemagazins „W“ die Laudatio. [12]

Die für die Schweizer Wirtschaft zuständige Bundesrätin Doris Leuthard bezeichnete in ihrer Rede zum 90-jährigen Bestehen des Modehauses 2012 in Paris die Kollektionen von Albert Kriemler als „Botschafter weltweit für die Schweiz, sie stünden für „Kreativität und Innovation“. [13]

Das Textilmuseum in St. Gallen zeigte 2007 die Ausstellung «Akris – International beachtete Mode aus St. Gallen». Albert Kriemler entwarf mehr als 60 Kostüme für John Neumeiers Ballett Josephs Legende, das 2008 in Hamburg aufgeführt wurde.[14][15]

Das Bayerische Nationalmuseum München nahm 2013 die erste Rosshaartasche von Akris, die „Ai Bag“, in die Ausstellung „Taschen – Eine europäische Kulturgeschichte vom 16. bis 21. Jahrhundert“ auf. [16]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website der Akris AG
  • Peter Bäldle, Will hier jemand Mode? Süddeutsche Zeitung, München, vom 26.Juni 2011: [1]
  • Vanessa Friedman, A Swiss house on the roll, Financial Times How to spend it/A Passion for Fashion, London vom 20.September.2008: [2]
  • Valerie Steele,The Discreet Modernist, W Magazine, New York: [3]
  • Christina Binkley, Akris Captures The Season In: Wall Street Journal, New York vom 6. März 2011: [4]
  • Lisa Armstrong, Akris Spring/Summer 2012, The Telegraph, London 2. Oktober 2011: [5]
  • Christina Hubbeling, Stiller Star aus St. Gallen, NZZ Zürich, 18. März 2012: [6]
  • Stefanie Schütte, Rather Relaxed, dpa Hamburg, 3. Oktober 2012: [7]
  • Notizen zum Modeunternehmen Akris
  • Sarah Rüegger: Mädchen als Industriematerial. In: Tages-Anzeiger vom 10. Dezember 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Akris AG. Handelsregister des Kantons St. Gallen, abgerufen am 7. Mai 2014.
  2. Cult Fashion House Akris. 2010. Abgerufen am 6. April 2014.
  3. http://madame.lefigaro.fr/defiles/akris/automne-hiver-2014-2015/pret-porter-0/825998/compte-rendu
  4. Valerie Steele: Akris. Assouline, 2012
  5. Akris: Sponsoring von Politikern wäre zu heikel. Handelszeitung. Abgerufen am 26. Juni 2009.
  6. a b Fashion Sense. www.washingtonpost.com. Abgerufen am 25. Juni 2009.
  7. Die Modernen - Akris In: Elle online
  8. Peter Bäldle, Will hier jemand Mode? Süddeutsche Zeitung, München, 26. Juni 2011: Online
  9. Valerie Steele,The Discreet Modernist, W Magazine, New York; Online
  10. Daniel Binswanger, Tages-Anzeiger, Das Magazin, 46/2008
  11. http://www.akris.ch/en/akris-insider
  12. http://www.fashionwiredaily.com/first_word/media/article.weml?id=3387
  13. Wo die Fürstin glücklich ist. Schweizer Illustrierte. 8. Oktober 2012. Abgerufen am 6. April 2014.
  14. Akris tanzt auf Hamburger Bühne In: Bolero, Ausgabe 09/2008 Modemagazin Seite 64
  15. Repertoire des Hamburg-Balletts
  16. Akris lud nach München ins Bayerisches Nationalmuseum