Akute Höhenkrankheit

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Klassifikation nach ICD-10
T70.2 Sonstige und nicht näher bezeichnete Schäden durch große Höhe
- Höhenkrankheit
ICD-10 online (WHO-Version 2011)
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Die akute Höhenkrankheit (im Englischen als high-altitude illness oder acute mountain sickness oder abgek. AMS bezeichnet) ist ein Symptomkomplex, der etwa 6–12 Stunden nach Aufstieg in Höhen ab 2500 m auftritt und unbehandelt bis zum Tod führen kann.

Schätzungen gehen davon aus, dass bei mangelnder Akklimatisierung 25–30 % der Personen betroffen sind, bei zu raschem Aufstieg bis zu 75 %. Die Wahrscheinlichkeit an AMS zu erkranken steigt durch Überanstrengung, Alkohol- und Drogenkonsum, Schlafmittel und durch Infekte, aber auch durch die höhenbedingt gesteigerte Ausscheidung (sogenannte Höhendiurese) und den damit verbundenen Störungen im Flüssigkeits- und Mineralienhaushalt. Sowohl die allgemeine Fitness als auch Risikofaktoren wie Rauchen und hohes Alter haben keinen Einfluss.

Betroffen sind nicht nur Bergsteiger, sondern auch Reisende, die zum Beispiel Ziele in größeren Höhen anfliegen. Besonders ein übermäßig schneller Aufstieg erhöht die Wahrscheinlichkeit an AMS zu erkranken. Bei überempfindlichen Personen wurden entsprechende Symptome schon in Höhen über 1500 m beobachtet.

Das Leitsymptom besteht im Auftreten von starken Kopfschmerzen. Daneben treten frühzeitig auch Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwächegefühl, Schwindel, nächtliche Atempausen und Schlafstörungen.

Das Krankheitsbild der akuten Höhenkrankheit ist gekennzeichnet durch Erbrechen, Atemnot auch in Ruhe, schwerem Husten mit bräunlichem Auswurf und extrem verringerte bis fehlende Harnproduktion (<0,5 l/24h).

Neurologische Symptome wie Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Ataxie und Sehstörungen - mit Papillenödem und retinalen Blutungen sind Ausdruck eines HACE - eines high-altitude cerebral edema - eines in großen Höhen auftretenden Hirnödems (Höhenhirnödem). Als besondere Form einer Atemstörung kann in ausgeprägten Fällen eine Cheyne-Stokes-Atmung bestehen. Unbehandelte Höhenödeme können innerhalb weniger Tage zum Tod führen.

Im medizinischen Sinn handelt es sich bei einem Höhenhirnödem nicht um ein Hirnödem, sondern um ein allgemeines Anschwellen des Gehirns durch den zu geringen Luftdruck. Vermutlich liegt darin auch die Ursache für Erbrechen und Schwindel.

Beim Auftreten der ersten ernsten Anzeichen ist der Aufstieg unbedingt abzubrechen. Sollte ein Ruhetag auf einem mindestens 500 m tiefer gelegenen Ort keine Linderung bringen, sollte man umgehend die Höhen verlassen und medizinischen Rat aufsuchen.

Zur Prävention empfiehlt sich vor allem ein langsamer Aufstieg. Übernachtungen sollten möglichst 500 m unter der am Tag erreichten Maximalhöhe liegen. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Medikamente sollten weitestgehend vermieden werden, um die Symptome nicht zu verschleiern bzw. durch Wechselwirkungen zu verstärken. Bei Touren in sehr großen Höhen (über 4000 m) empfiehlt es sich, eine mobile Überdruckkammer und Sauerstoff mitzuführen.

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