Akzidenz-Grotesk

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Akzidenz-Grotesk
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Akzidenz-Grotesk in 4 Schnitten.
Unterschiede zwischen Helvetica und Akzidenz.
Beispiel für die x-Höhen von Helvetica und Akzidenz.

Die Akzidenz-Grotesk (früher auch Accidenz-Grotesk, abgekürzt AG) ist eine Grotesk-Schrift, die ursprünglich 1896 von der H. Berthold AG herausgegeben wurde. Die Akzidenz-Grotesk gilt als Meilenstein in der Schriftgestaltung. Zahlreiche Schrifttypen wie etwa die Helvetica wurden durch sie beeinflusst.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Da diese Art von Schrift damals beim Einsatz in den immer wichtiger werdenden Anzeigen zunehmend gefragt war, wurde die Akzidenz-Grotesk als Auszeichnungsschrift konzipiert. Gestalter nachfolgender serifenloser Modelle bezogen sich auf die bereits vorhandenen Schriftformen. So gilt etwa die Akzidenz-Grotesk als die Schrift, von der sich Max Miedinger bei der Gestaltung der Helvetica inspirieren ließ.

Für die Geburt der Akzidenz Grotesk gibt es kein Datum. Tatsächlich können sich einige als Vater der Schrift bezeichnen. Bereits um 1880 entwarf der deutsche Typograf und Hieroglyphen-Experte Ferdinand Theinhardt (1820–1909) für die Publikationen der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin vier Schnitte einer Serifenlosen, die er »Royal Grotesk« nannte. 1908 übernimmt Hermann Berthold die Theinhardtsche Schriftgießerei und integriert die inzwischen sehr beliebte »Royal« in seine Akzidenz-Grotesk-Schriftfamilie unter der Bezeichnung »AG Mager«.

Der spätere Ziehvater der Akzidenz Grotesk, Günter Gerhard Lange, verweist auf Quellen, nach der ihr Normalschnitt 1899 bei Bauer & Co. in Stuttgart zur Welt kam, kurze Zeit später ebenfalls ein Übernahmekandidat der H. Berthold AG. Diese stellte selbst kurze Zeit vorher eine Accidenz-Grotesk in einer Anzeige vor. [1]

In der DDR wurde hauptsächlich eine ähnliche Schriftart, die Super Grotesk, verwendet. Dies lag daran, dass auf dem Territorium der DDR anfangs nur die Schriftsätze der Schriftguß KG/VEB Typoart vorhanden waren, welche in ihrem Programm nur die Super Grotesk führten.

[Bearbeiten] Klassifikation der Schrift

  • Nach DIN 16518 kategorisiert man die Akzidenz-Grotesk in der Gruppe VI – Serifenlose Linear-Antiqua
  • Hans Peter Willberg würde sie in seiner Klassifikationsmatrix als statische Grotesk einordnen

[Bearbeiten] Helvetica oder Akzidenz?

Die Akzidenz-Grotesk und die Helvetica ähneln einander stark. Unterschiede finden sich beispielsweise bei den Zeichen a, c, C, G, J, R, Q, ?, 2 und 7. Weiterhin ist die x-Höhe der Helvetica größer.

[Bearbeiten] Vermarktung und Vertrieb – ungeklärte Rechtsnachfolge

Die originale Akzidenz-Grotesk wurde 1902 von der 1858 gegründeten H. Berthold AG herausgebracht, die bereits 1900 die führende Schriftgießerei Deutschlands war. Sie war in der Entwicklung durchaus wegweisend, verlor aber in den 1980er Jahren ihren Vorsprung und meldete 1993 Konkurs an. Seitdem werden die Schriften von verschiedenen Anbietern vermarktet.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Akzidenz Grotesk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.100besteschriften.de/7_Akzidenz+Grotesk.html
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