al-Dschannabi

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Abu Sa'id al-Hasan ibn Bahram al-Dschannabi (arabisch ‏أبو سعيد الحسن بن بهرام الجنابي‎, DMG Abū Saʿīd al-Ḥasan b. Bahrām al-Ǧannābī; † 913) war ein bedeutender Missionar der Ismailiten und Begründer das Qarmatenstaates in al-Hasa und Bahrain.

Abu Said al-Dschannabi war ein Anhänger der Ismailiten und begann am Ende des 9. Jahrhunderts im Auftrag von Hamdan Qarmat mit der Mission in den südlichen Küstengebieten des Persischen Golfs (al-Hasa und Bahrain). Anhänger konnte er vor allem unter den kriegerischen Beduinenstämmen gewinnen, mit denen er schon 899 die Hafenstadt al-Qatif erobern konnte. Nach der Gründung der Festung al-Hasa (heute al-Hufuf) beherrschte al-Dschannabi die südliche Golfküste, konnte Angriffe der Abbasiden abwehren und 912 sogar Basra angreifen.

Wie auch im Irak kam es 899 zum Bruch mit den Fatimiden von Salamya, als sich Said (Abdallah al-Mahdi) als der wahre Imam offenbarte. Die Ismailiten an der Golfküste hielten weiter an dem versprochen Imam Muhammad ibn Ismail fest. Sie wurden in der Folgezeit nach Hamdan Qarmat als Qarmaten benannt. Auch nach den Erfolgen der Fatimiden im Maghreb, in Ägypten und in Syrien wurden diese von den Qarmaten nie als rechtmäßige Führer der Ismailiten anerkannt. Al-Dschannabi wurde 913 von einem Sklaven ermordet.

Sein Bruder al-Hasan ibn Sanbar übernahm zunächst die Regentschaft für die minderjährigen Söhne. Mit ihm konnten die Abbasiden gegen Geld und Waffenlieferungen eine Waffenruhe erreichen. 923 trat dann Abu Tahir (923–944) die Nachfolge seines Vaters an.

Literatur[Bearbeiten]