al-Hudaida

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Dieser Artikel behandelt die Stadt al-Hudaida, zum gleichnamigen Gouvernement siehe Gouvernement al-Hudaida.
الحديدة
Al-Hudaida
Al-Hudaida (Jemen)
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Koordinaten 14° 48′ N, 42° 57′ O14.80222222222242.951111111111Koordinaten: 14° 48′ N, 42° 57′ O
Basisdaten
Staat Jemen

Gouvernement

Al-Hudaida
Einwohner 506.438 (Berechnung 2013[1])
Gründung 14. JahrhundertVorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum

al-Hudaida (auch al-Hodaida, Hudaydah, Hodeidah oder Hodêda geschrieben; arabisch ‏الحديدة‎, DMG al-Ḥudaida) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements im Jemen. Sie ist mit über 500.000 Einwohnern eine der größten Städte des Landes im Süden der Arabischen Halbinsel. Die Stadt liegt im Westen des Jemen an der Küste des Roten Meeres, etwa 230 km südwestlich der Hauptstadt Sana'a. Al-Hudaida ist die größte Hafenstadt des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Al-Hudaida war bereits Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet worden und hatte sich im 15. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelsplatz entwickelt, ehe es im 16. Jahrhundert erstmals und 1849 endgültig unter osmanische Herrschaft fiel. Das mit dem Osmanischen Reich verbündete Deutsche Reich bemühte sich 1901 ebenso vergeblich darum, al-Hudaida als Marinebasis pachten zu dürfen, wie es 1916 in al-Hudaida eine militärische Nachrichtenstation zu errichten trachtete (Stotzingen-Mission). Während des Ersten Weltkriegs blockierten französische und britische Kriegsschiffe den Hafen, und nach der osmanischen Kapitulation besetzten britische Truppen im November 1918 al-Hudaida. Die Briten übergaben die Hafenstadt 1921 an die Idrisiden von Asir, was den jemenitischen Staat des Imam Yahya zunächst von der Außenwelt abschnitt. Truppen des Imams eroberten al-Hudaida 1925 und gliederten es dem Königreich Jemen an. Während des Krieges zwischen Jemen und Saudi-Arabien eroberten saudische Truppen 1934 die Stadt, mußten jedoch nach einer britisch-französisch-italienischen Flottendemonstration vor al-Hudaida noch im gleichen Jahr wieder abziehen.[2]

Mit sowjetischer Hilfe war seit Beginn der 1960er Jahre der Hafen ausgebaut und mit chinesischer Hilfe über eine neue Straße besser mit Sanaa verbunden worden. Von da an nahm die Stadt eine rasante Entwicklung und wuchs rasch stark an. Während des Nordjemenitischen Bürgerkriegs (1962-1970) zwischen Republikanern und Royalisten war al-Hudaida stets fest in der Hand der ersteren und eine Hochburg linker Kräfte (Nasseristen, Baathisten); den linken Republikanern gegenüber loyale Armeeteile wurden jedoch im März 1968 von der Regierung entwaffnet (Hudaida-Zwischenfall).

Im Rahmen der Proteste im Jemen 2011/2012 kam es in al-Hudaida im Jahr 2011 wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen und regierungstreuen Demonstranten, zahlreiche Menschen wurden während der Proteste verletzt oder getötet.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2013
  2. Lothar Rathmann: Geschichte der Araber - von den Anfängen bis zur Gegenwart, Band 3 (Die arabische Befreiungsbewegung im Kampf gegen die imperialistische Kolonialherrschaft 1917-1945), Seiten 217f und 222f. Akademie-Verlag, Berlin 1974
  3. Proteste im Jemen Erneut Gewalt gegen Demonstranten (Version vom 19. April 2011 im Internet Archive) Stand: 18. April 2011, abgerufen am 5.März 2012
  4. Yemen unrest: Dozens injured in clashes in al-Hudaida. In: BBC. 16. März 2011, abgerufen am 23. Februar 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]