al-Mutīʿ li-ʾllāh

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Abū l-Qāsim al-Fadl ibn al-Muqtadir al-Mutīʿ li-Llāh (arabisch ‏المطيع لله الفضل بن المقتدر‎, DMG al-Muṭīʿ li-ʾllāh al-Faḍl b. al-Muqtadir; * vor 946; † 974) war der dreiundzwanzigste Kalif der Abbasiden (946–974).

Mit al-Mutīʿ wurde nach der Absetzung von al-Mustakfi (944–946) ein Sohn von al-Muqtadir von den Buyiden inthronisiert. Diese übten seit 945 die Schutzherrschaft über die Abbasiden aus. Besonders als deren Herrschaft unter Adud ad-Daula (949–983) ihren Höhepunkt erreichte, drohte auch die Abschaffung des abbasidischen Kalifats und die Gründung eines schiitischen Kalifats durch die Buyiden.

Für die Bedeutungslosigkeit der Kalifen spricht, dass während der hundertjährigen Herrschaft der Buyiden in Bagdad nur vier Kalifen regiert haben. Deren Vorgänger hatten sich jeweils nur wenige Jahre auf dem Thron behaupten können. Zu seinem Nachfolger wurde von den Buyiden sein Sohn At-Tāʾiʿ li-amri ʾllāh (974–991) bestimmt.

Al-Mutīʿ ist der letzte Kalif, den al-Masʿūdī in seiner Universalgeschichte Kitāb at-Tanbīh wa-l-išrāf behandelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Al-Masʿūdī: Kitāb at-Tanbīh wa-l-išrāf. Frz. Übersetzung von B. Carra de Vaux. Imprimerie Nationale, Paris, 1896. S. 506-508. Digitalisat
  • William Muir: The Caliphate, its rise, decline and fall; from original sources. New and rev. ed., repr. Edinburgh: Grant 1924. S. 573f. Digitalisat
Vorgänger Amt Nachfolger
al-Mustakfī bi-ʾllāh Kalif der Abbasiden
946–974
at-Tāʾiʿ li-amri ʾllāh