Al Haouz

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Provinz Al Haouz in der Region Marrakesch-Tensift-Al Haouz
Stein- und Lehmhäuser der Berber im Ourika-Tal
Bergort Imlil bei Asni
Bergsee bei Oukaïmeden

Al Haouz (arabisch ‏إقليم الحوز‎, Tamazight: ⵍⵃⴰⵡⵣ) ist eine Provinz im Zentrum des Hohen Atlas in Marokko. Sie gehört zur Region Marrakesch-Tensift-Al Haouz und liegt im Süden des Landes, unweit von Marrakesch. Die Provinz hat 484.312 Einwohner (2004)[1].

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Provinz Al-Haouz grenzt im Westen an die Provinz Chichaoua, im Nordwesten an die Präfektur Marrakesch, im Norden an die Provinzen Rehamna und El Kelaâ des Sraghna, im Osten an die Provinz Azilal, im Südosten an die Provinz Ouarzazate und im Südwesten an die Provinz Taroudannt.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Provinz Al Haouz umfasst die höchsten Bergregionen Marokkos, d. h. das Gebiet des 4.167 m hohen Jbel Toubkal und des 4089 m hohen Jbel Ouanoukrim. Die bewohnten Ortschaften liegen zumeist in Höhen von 1000 bis 2000 m ü. d. M..

Klima[Bearbeiten]

Aus der Höhenlage resultieren vergleichsweise kalte Temperaturen, die in den Winternächten deutlich unter den Gefrierpunkt absinken können, während am Tag meist 10° bis 20° erreicht werden. Im Sommer wird die 30°-Grenze nur selten überschritten. Niederschläge fallen eigentlich nur in den Wintermonaten November bis Februar; die Schnefallgrenze liegt bei etwa 3000 m.

Bevölkerung, Wirtschaft und Geschichte[Bearbeiten]

Das zumeist etwa 1000 bis 2000 m hoch gelegene Gebiet diente über Jahrtausende der Jagd und später als Sommerweide für umherziehende Berbernomaden. Der allmähliche Prozess der Sesshaftwerdung begann wahrscheinlich erst vor etwa 500 bis 1000 Jahren – dabei wurden kleine Häuser aus Steinen und Erde mit Dächern aus Holz, Schilf und einer Erdabdeckung gebaut und Parzellen in den Tal- und Hanglagen als Anbauflächen für Gerste und Gemüse (Zwiebeln, Möhren, Bohnen) hergerichtet. Die Menschen lebten als Selbstversorger; erst im 20. Jahrhundert wurden die alten Wege als Pistenstraßen ausgebaut, von denen die meisten inzwischen asphaltiert sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Abgesehen von der – besonders im Frühjahr – beeindruckenden Berglandschaft, die besonders im Ourika-Tal und im Tal des Oued Nfiss zur Geltung kommt, befindet sich in der Provinz eine der ältesten und beeindruckendsten Moscheen des Landes – die Moschee von Tinmal. Auch die prähistorischen Felszeichnungen im Gebiet des Jbel Yagour und von Oukaïmeden verdienen Beachtung.

Eine der schönsten Trekking-Touren Marokkos führt von Imlil nach Setti Fatma. Auch der Jbel Toubkal, der Jbel Ouanoukrim und andere Berge in deren Umgebung können in meist dreitägigen Touren bestiegen werden.

Größte Orte[Bearbeiten]

Die mit (M) gekennzeichneten Orte sind als städtische Siedlungen (Municipalités) eingestuft; die übrigen gelten als Landgemeinden (communes rurales) und bestehen aus mehreren Dörfern.

Gemeinde Einwohner
2. September 1994 2. September 2004
Aït Ourir (M) 12.162 20.005
Aït Faska 16.210 19.239
Aït Sidi Daoud 17.307 19.286
Amizmiz 11.919 13.711
Asni 16.252 18.674
Ghmate 20.460 22.805
Ijoukak 6.305 6.641
Moulay Brahim 10.503 10.979
Oukaïmeden 3.798 4.440
Ourika 21.982 26.990
Setti Fatma 20.545 22.283
Sidi Abdallah Ghiat 16.298 20.649
Tameslohte 17.138 21.408
Tidili Mesfioua 22.056 21.106
Tighedouine 20.939 22.353
Zerkten 18.239 19.154

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko