Aladdin (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Aladdin
Originaltitel Aladdin
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie John Musker,
Ron Clements
Drehbuch John Musker,
Ron Clements,
Ted Elliott,
Terry Rossio
Produktion John Musker
Musik Alan Menken
Schnitt H. Lee Peterson
Synchronisation

Aladdin [əˌladɪn] ist der 31. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios und erschien im Jahr 1992. Er bezieht sich auf die Geschichte Aladin und die Wunderlampe aus den Märchen aus 1001 Nacht, wobei viele Elemente der traditionellen Story für den Film geändert wurden. Als Sprecher wurde unter anderem Robin Williams als Dschinni verpflichtet. Das Budget betrug etwa 28 Millionen US-Dollar; dem gegenüber stehen Einnahmen von etwa 480 Millionen Dollar. Allein in den Vereinigten Staaten lag das Einspielergebnis bei 217 Millionen Dollar.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit einem fahrenden Händler, der das Titellied singt und dann einige Handelswaren anpreist (unter anderem „original babylonische Tupperware“). Dann schließlich zeigt er die Wunderlampe und beginnt, die Geschichte des „ungeschliffenen Diamanten“ zu erzählen:

Im arabischen Königreich Agrabah findet der Großwesir des Sultans in der Wüste eine Schatzhöhle, deren Öffnung die Form eines Tigerkopfes hat. Er schickt seinen Handlanger Gazzim hinein, um dort eine Öllampe zu suchen. Als dieser die Höhle betreten will, beginnt der Tigerkopf zu sprechen und sagt, dass nur ein "ungeschliffener Diamant", die Höhle betreten darf. Gazzim setzt sich über die Warnung hinweg, betritt die Höhle, worauf sich der Schlund schließt und ihn verschlingt. Dschafar wird klar, dass er die Person finden muss, die mit "ungeschliffener Diamant" gemeint war. Er befragt ein Orakel, wer es ist und ihm wird der Junge Aladdin gezeigt.

Aladdin ist ein gutherziger Straßendieb, der sich in der großen, geschäftigen Hauptstadt des Königreichs mit seinem Affen Abu über die Runden schlägt. Sein Leben ändert sich von dem Moment an, als sich Prinzessin Jasmin verkleidet unter das Volk mischt und er sie durch einen Zufall kennenlernt. Dschafar lässt Aladdin verhaften, unter dem Vorwand, er hätte die Prinzessin entführt. Im Kerker trifft Aladdin auf Dschafar, der sich als alter, gebrechlicher Gefangener verkleidet hat. Er erzählt Aladdin von der Schatzhöhle. Dschafar bittet Aladdin, die Lampe für ihn zu holen, da er selbst zu alt und schwach sei, um sich in die Höhle zu begeben. Als Belohnung bietet er ihm Schätze, mit denen er das Herz der Prinzessin erobern könnte.

Beide begeben sich zur Höhle, wo Aladdin vom sprechenden Höhlenschlund gewarnt wird, nichts außer der Lampe zu berühren. Als Aladdin die Lampe erreicht und nebenbei einen fliegenden Teppich gefunden hat, berührt Abu einen der verbotenen Schätze, woraufhin die Höhle zu zerfallen beginnt. Er erreicht den Ausgang, doch Dschafar nimmt ihm die Lampe ab und wirft ihn zurück in die Höhle. Als Aladdin die Hoffnung schon aufgeben will, zeigt ihm Abu die Lampe, die er Dschafar im letzten Moment geklaut hatte. Als Aladdin versucht, die Inschrift auf der Lampe zu lesen und dazu den Schmutz von ihr reibt, erscheint der Lampengeist Dschinni. Dieser gibt ihm nun drei Wünsche frei. Aladdin bringt Dschinni dazu, ihn aus der Höhle herauszubringen, ohne es als seinen ersten Wunsch zu formulieren. Ihm wird klar, dass er mit Dschinni die schöne Jasmin für sich gewinnen kann, die nach dem Gesetz ausschließlich einen Prinzen heiraten darf.

Aladdins erster Wunsch ist, ein Prinz zu werden. Er zieht in einem pompösen Aufzug in die Stadt ein, doch Jasmin winkt ab, da sie nur aus Liebe heiraten will, und nicht weil das Gesetz es verlangt. Aladdin gibt jedoch nicht auf und lädt sie zu einem nächtlichen Spazierflug auf seinem fliegenden Teppich ein, den er aus der Höhle mitgebracht hat. Jasmin erkennt in Aladdin aber den Straßendieb. Doch Aladdins geringes Selbstwertgefühl bringt ihn dazu, darauf zu beharren, dass er ein Prinz sei und sich nur als einfacher Bürger verkleidet hatte, um dem Stress im Palast zu entkommen. Daraufhin verliebt sich Jasmin in Aladdin. Doch den beiden kommt wiederum Dschafar in die Quere, der im Prinzen Ali ebenfalls den Straßendieb Aladdin wiedererkannt hat. Er stiehlt, mit Hilfe seines Papageis Jago, die Wunderlampe und tyrannisiert von da an den Sultan und seine Tochter Jasmin, die er nun versucht, für sich zu gewinnen.

Aladdin, Abu und Dschinni können den größenwahnsinnigen Dschafar jedoch mit einem Trick überwältigen. Dschinni erfüllt Dschafars Wunsch, selbst ein Dschinni zu sein, woraufhin Aladdin ihn in der Wunderlampe gefangen nimmt, denn auch zum größten Dschinni aller Zeiten gehört stets eine Lampe, die ihn zum Diener macht. Dschafar kommt nun erst wieder aus der Lampe heraus, wenn jemand jemals daran reiben sollte, und Dschinni verbannt die Lampe mit einem weiten Schnipser für 10.000 Jahre in die Wunderhöhle zurück. Mit seinem letzten Wunsch schenkt Aladdin Dschinni schließlich die Freiheit und erhält vom Sultan die Erlaubnis, Jasmin zu heiraten.

Synchronsprecher[Bearbeiten]

Rolle Englische Stimme Deutsche Stimme
Aladdin Scott Weinger Michael Deffert
Aladdin (Gesang) Brad Kane Peter Fessler
Jasmin Linda Larkin Maud Ackermann
Jasmin (Gesang) Lea Salonga Sabine Hettlich
Dschinni Robin Williams Peer Augustinski
Dschafar Jonathan Freeman Joachim Kemmer
Jago Gilbert Gottfried Wolfgang Ziffer
Sultan Douglas Seale Gerry Wolff
Abu Frank Welker
Erzähler Robin Williams Jürgen Kluckert
Erzähler (Gesang) Bruce Adler Bernd Klinzmann
Razoul Jim Cummings Wolfgang Kühne
Tigerschädel (Eingang zur Wunderhöhle) Frank Welker Michael Chevalier
Gazzim Charlie Adler Santiago Ziesmer

Musik[Bearbeiten]

  • Arabische Nächte (englisch Arabian Nights) – Eröffnungstitel. Gesungen von einem reisenden Händler, der beginnt, die Geschichte zu erzählen.
  • Schnell weg (englisch One Jump Ahead) – Gesungen von Aladdin auf der Flucht vor den Wachen.
  • Nur’n”’ kleiner Freundschaftsdienst (englisch Friend Like Me) – Gesungen von Dschinni in der Wunderhöhle, als er Aladdin seine Fähigkeiten demonstriert.
  • Prinz Ali (englisch Prince Ali) – Gesungen von Dschinni, während Prinz Ali alias Aladdin in einer großen Parade durch die Stadt zieht.
  • Ein Traum wird wahr (englisch A Whole New World) – Gesungen von Aladdin und Jasmin. Während ihres gemeinsamen Flugs auf dem Teppich verlieben sie sich ineinander.
  • Prinz Ali – reprise (englisch Prince Ali – reprise) – dieser zweite Song wird von Dschafar gesungen, nachdem er mit Hilfe der Lampe die Macht an sich gerissen hat und Aladdin als Hochstapler enttarnt.

DVD / Blu-ray[Bearbeiten]

  • Aladdin – 2-Disc Special Edition., DVD, Buena Vista Home Entertainment, 2004.
  • Aladdin – Musikalische Meisterwerke, Limited Edition., DVD, Buena Vista Home Entertainment, 2009.
  • Aladdin (Special Collection), DVD, Walt Disney Studios Home Entertainment, 2013.
  • Aladdin, Blu-ray, Walt Disney Studios Home Entertainment, 2013.

Konzeption[Bearbeiten]

Der Film basiert zu großen Teilen auf der indischen anstatt der arabischen Kultur. Bei der Figur des Aladdin orientierten sich die Zeichner aber an dem damals jungen Schauspieler Tom Cruise.

Etliche Elemente wurden aus dem oscarprämierten Film Der Dieb von Bagdad (1940) aufgegriffen, so zum Beispiel die Figuren des naiv-infantilen, rundlichen Sultans, des Großwesirs Jaffar sowie des besten Freunds und ständigen Begleiters des Helden Abu. Auch andere Motive, wie der große Einzug in die Stadt, wo die Sänfte von einem Elefanten getragen wird, oder der Sprung vom Balkon der Prinzessin, finden sich dort wieder.

Ursprünglich sollte sich Dschinni in den Erzähler vom Anfang verwandeln, nachdem er befreit wird. Das würde erklären, woher er die Geschichte kennt und die Lampe besitzt. Da aber ein zweiter Teil unmöglich wäre, wenn man die Figur grundlegend veränderte, wurde diese Idee gestrichen. Dschinnis menschliche Form kann man allerdings noch beim Lied „Prince Ali“ sehen. Der Erzähler taucht dafür zum Schluss von Aladdin und der König der Diebe wieder auf und beendet seine Erzählung vom Beginn des ersten Teils und spannt damit den Bogen zu einer echten Trilogie. Robin Williams sang alle Lieder mit dem Dschinni selbst und schrieb sogar noch einige Zeilen davon eigenhändig.

Als der Film in der Rohfassung Jeffrey Katzenberg vorgeführt wurde, war dieser von dem Ergebnis derart enttäuscht, dass er sämtliche Szenen überarbeiten und neu zeichnen ließ, um mehr Schwung und Witz hineinzubringen. Die völlige Überarbeitung des Konzepts kippte darüber hinaus einige wichtige Figuren wie Aladdins Mutter.

Aufgrund von Protesten der arabisch-stämmigen Bevölkerung wurde der Text des Anfangsliedes „Arabische Nächte“ (englisch „Arabian Nights“) geändert. In der Kinoversion lautete die umstrittene Textstelle noch „du riskierst deinen Kopf und sofort ist er weg“, später dann „und steckst du mal im Sand, kommst du dort nie mehr weg“.

Die Schreibweise von „Aladdin“ mit doppeltem „d“ war ein Trick der Werbemanager. Mit dieser Schreibweise – im Unterschied zu der Ursprungsfigur aus „1001 Nacht“ – war es möglich, dass Disney sich die Figur urheberrechtlich schützen lassen konnte.[2]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

„Mit "Aladdin" ist 1992 ein neues Zeichentrickalter angebrochen, vorbei waren die Tage der verklärten Märchen: Denn in dieser Animationsextravaganz, die vor Einfallsreichtum geradezu explodiert, wurden die Möglichkeiten moderner Tricktechnik voll ausgereizt.“

kino.de[3]

Kino.de bezeichnet den Film weiterhin als Reines Gagfeuerwerk und stellt fest, dass dies einer der bisher erfolgreichsten Zeichentrickfilme ist. Ein makelloses Meisterwerk und kein Vergleich mehr den klassischen Disney-Produktionen. Außerdem wurde "Aladdin" 1992 mit bewundernswerten Computergrafiken zum bahnbrechenden Kassenschlager.

Bei "Moviemaster.de" stellt man fest, dass sich "Aladdin" sehr stark von seinen Vorgängern wie: "Arielle, die Meerjungfrau" und "Die Schöne und das Biest" unterscheidet, denn es ist weniger ein verträumtes Märchen, sondern eine lebendige, pulsierende Geschichte. Selbst die verwendeten Lieder untermalen nur noch den Film während sie früher ein Teil der Geschichten miterzählten.

„Wer noch immer glaubt, Zeichentrickfilme seien nur was für Kinder, dem ist bei "Aladdin" nicht mehr zu helfen. Denn Kinder dürften die sein, die sich zwar an den Figuren und den farbkräftigen Bildern erfreuen, aber von den vielen Anspielungen und Stichelein wenig mitbekommen.“

Andreas Haaß: moviemaster.de[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1995: ASCAP Film and Television Music Award für Alan Menken für den Besten Song*
  • 1994: BMI Film Award für Alan Menken für den Besten Song*
  • 1994: Grammy für Alan Menken und Tim Rice für den Besten Song*
  • 1994: Grammy für Alan Menken für die Beste Filmmusik
  • 1993: MTV Movie Award für Robin Williams in der Kategorie Best Comedic Performance
  • 1993: Golden Globe für Alan Menken und Robin Williams
  • 1993: BMI Film Music Award für Alan Menken
  • 1993: Oscar für Alan Menken für die Beste Filmmusik
  • 1993: Oscar für Alan Menken und Tim Rice für den Besten Song*
  • 1992: Saturn Award für den besten Nebendarsteller für Robin Williams
  • 1992: Los Angeles Film Critics Association Award in der Kategorie Best Animation

* für „A Whole New World

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Das Produktionsteam von Aladdin veröffentlichte noch zwei weitere Filme als Direct-to-Video-Versionen, so dass man von einer Aladdin-Trilogie sprechen kann. So kam 1994 Dschafars Rückkehr und 1996 Aladdin und der König der Diebe heraus, die Aladdins Geschichte weitererzählen. Zusätzlich entstand von 1994 bis 1996 die 86-teilige Fernsehserie Disneys Aladdin, die zeitlich zwischen dem zweiten und dritten Film spielt.

Spiele für Gameboy, SNES, PlayStation, PC

  • Disneys Aladdin.[5]
  • Disneys Aladdin – Nasiras Rache

Literatur[Bearbeiten]

  • Elmar Biebl, Dirk Manthey, Jörg Altendorf: Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. 2. Auflage, 177 S. Milchstraße, Hamburg 1993, ISBN 3-89324-117-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Info laut IMDb
  2. Rechtliches von moviemaster.de abgerufen am 19. August 2013.
  3. Kritik von kino.de abgerufen am 19. August 2013.
  4. Kritik von moviemaster.de abgerufen am 19. August 2013.
  5. Aladdin auf stern.de
Vorgänger Film Nachfolger
Die Schöne und das Biest Disneyfilme der „Meisterwerke“-Reihe
1992
Der König der Löwen