Alagoas

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Alagoas
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Symbole
Flagge
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Wappen
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Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Maceió
Fläche 27.778,5 km²
Einwohner 3.300.938 (2013[1])
Dichte 119 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-AL
Politik
GovernadorVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges Teotonio Vilela FilhoVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Wirtschaft
BIP 21.235 Mio. R$
6433 R$ pro Kopf
(2009)

-9.6612-36.6921Koordinaten: 9° 40′ S, 36° 42′ W

Alagoas (portug. a lagoas, die Seen) mit der Hauptstadt Maceió ist ein Bundesstaat im Nordosten von Brasilien und gehört dementsprechend zur Região Nordeste.

Geographie[Bearbeiten]

Alagoas grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Pernambuco, Sergipe und Bahia sowie an den Atlantischen Ozean. Es ist der flächenmäßig zweitkleinste Bundesstaat von Brasilien, nur Sergipe ist kleiner.

Alagoas verfügt über eine 230 Kilometer lange Küstenlinie, an der sich weiße Sandstrände befinden. Davon liegen 65 Kilometer Strand im Einzugsgebiet der Hauptstadt Maceió. Entlang des Rio São Francisco, der die Grenze zu den Bundesstaaten Sergipe und Bahia bildet, liegen einige historische Kolonialstädte.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfang des 16. Jahrhunderts besetzten Franzosen das Gebiet, nach deren Vertreibung durch die Portugiesen im Jahr 1535 wurde Alagoas, das bis 1817 zur Capitania Pernambuco gehörte, von 1630 bis 1654 durch die Niederländische Westindien-Kompanie okkupiert. Die Portugiesen mussten sich in das oft sumpfige Hinterland zurückziehen. Von dort unternahmen sie immer wieder Vorstöße, bis die Holländer endgültig das Land verließen. Der Versuch eines Niederländisch-Brasilien war gescheitert und wurde nie wieder aufgegriffen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die meisten Einwohner Alagoas leben von Tourismus und Zuckerrohranbau, ein weiterer Arbeitgeber ist die öffentliche Verwaltung. Alagoas ist der zweitgrößte Produzent von Zucker und Ethanol in Brasilien. Etwa die Hälfte der Landesfläche bedecken Zuckerrohrplantagen, der Rest der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird für die Rinder- und Geflügelzucht sowie für Ananas-, Bananen-, Baumwolle-, Mais-, Kokosnuss- und Reisanbau genutzt. Um die Stadt Arapiraca herum gibt es Tabakpflanzungen. Küstenfischerei wird betrieben.

Die Industrie produziert Lebensmittel, Zement und Textilien, fördert Eisenerz, Mineralsalze, Erdöl und Gas sowie Marmor und Granit.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Über die Hälfte der Alagoanos lebt in den 102 Städten. Die größten Städte sind mit ihren Einwohnerzahlen (Stand: 29. August 2013):[2]

Die Mehrzahl der weißen Bevölkerung ist portugiesischer Abstammung, während die Schwarzen Nachkommen afrikanischer Sklaven sind.

Rasse Anzahl Anteil
Weiße 1.005.204 33,3 %
Pardos 1.808.160 59,9 %
Schwarze 202.000 6,7 %
Indios / Asiaten 3.000 0,1 %

Justiz[Bearbeiten]

Alagoas ist der brasilianische Bundesstaat mit der höchsten Mordrate. In 2010 kamen insgesamt 2.226 Menschen gewaltsam zu Tode, dies entspricht einer Quote von 71,3 Morden pro 100.000 Einwohner. Nicht in der Zahl inbegriffen sind Raubüberfälle mit Todesfolge.[3]

Religion[Bearbeiten]

Der Staat Alagoas umfasst drei Bistümer der Römisch-Katholischen Kirche: Das Erzbistum Maceió, das Bistum Palmeira dos Indios und das Bistum Penedo, ca. drei Viertel der Einwohner von Alagoas sind römisch-katholisch. Es gibt zahlreiche evangelische Kirchen, etwa 20 Prozent der Einwohner von Alagoas gehören ihnen an. In Alagoas gibt es eine Synagoge (in Maceió) und keine Moschee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Zumbi, geboren 1655 in Palmares. Zumbi war einer der berühmtesten Repräsentanten des schwarzen Widerstandes gegen die Sklaverei in Brasilien und seit 1670 Führer des größten Quilombo von Brasilien (Flüchtlingslager geflohener Sklaven), Quilombo dos Palmares mit über 30.000 Bewohnern. Der Quilombo lag in der Region Serra da Bariga, die zur Stadt União dos Palmares gehört. Er wurde ca. 1600 gegründet und erst 1694 zerstört. Zumbi wurde am 20. November 1695 von ehemaligen Mitstreitern denunziert, gefangen genommen und mit 40 Jahren enthauptet. Zumbi dos Palmares ist der Namensgeber des internationalen Flughafens in Maceió.
  • Manuel Deodoro da Fonseca, geboren am 5. August 1827 in Cidade de Alagoas, der ersten Hauptstadt der Provinz Alagoas, proklamierte als Marschall am 15. November 1889 die Republik und war ihr erster Präsident. 1939 wurde seine Geburtsstadt in Marechal Deodoro umbenannt.
  • Floriano Peixoto, geboren am 30. April 1839 in Maceió, Stadtteil Ipioca, war Vizepräsident unter Marechal Deodoro da Fonseca und nach dessen Rücktritt zweiter Präsident der Republik.
  • Aurélio Buarque de Holanda Ferreira, geboren am 3. Mai 1910 in Passo de Camaragipe, gestorben am 28. Februar 1989 in Rio de Janeiro, war ein Literaturkritiker, Lexikograph, Sprachwissenschaftler, Lehrer, Übersetzer und Essayist. Sein bekanntestes Werk ist das Novo Dicionário da Língua Portuguesa (Neues Wörterbuch der portugiesischen Sprache), in der portugiesischsprachigen Welt einfach als "Der Aurélio" bezeichnet. Im alten Gouverneurspalast in Maceió, der seit 2005 auch als Museum genutzt wird, ist eine Dauerausstellung über sein Leben und Werk eingerichtet.
  • Lêdo Ivo, geboren am 18. Februar 1924 in Maceió, gestorben am 20. Januar 2013 in Sevilla, Spanien, war ein Journalist, Poet, Kronist, Essayist und Romanautor, der viele Auszeichnungen in Brasilien und im Ausland erhalten hat. Am 13. November 1986 wurde er in die Academia Brasileira de Letras (Rio de Janeiro) aufgenommen, in Brasilien die grösste Auszeichnung für einen Schriftsteller. Auch über sein Leben und Werk findet sich im alten Gouverneurspalast in Maceió eine Dauerausstellung.
  • Graciliano Ramos de Oliveira, geboren am 27. Oktober 1892 in Quebrangulo, gestorben am 20. März 1953 in Rio de Janeiro, ist ein Schriftsteller und Poet. Für sein Werk Vidas Secas (Karges Leben, Suhrkamp Verlag KG, 1992, ISBN 3-518-37167-3) erhielt er 1962 den William Faulkner Foundation Preis. 1963 wurde es in Brasilien verfilmt.
  • Djavan, geboren am 27. Januar 1949 in Maceió, Sänger und Grammy-Preisträger.
  • Mário Zagallo, geboren am 9. August 1931 in Maceió, war der erste Fußballer, der die Weltmeisterschaft sowohl als Spieler (1958, 1962) als auch als Trainer (1970) gewann.
  • Marta Vieira da Silva, am 19. Februar 1986 in Dois Riachos geboren, wurde 2010 zum fünften Mal in Folge von der FIFA zur Weltfußballerin des Jahres gewählt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angabe des IBGE.
  2. Diáro Oficial da União, No 167 (PDF, Portugiesisch). IBGE (Statistisches Bundesamt Brasiliens) vom 29. August 2013. Online auf in.gov.br. Seite 71.
  3. Alagoas registra em 2010 maior taxa de homicídio da história de um Estado aufgerufen 7. Oktober 2011 (pt)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alagoas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien