Alain Bombard

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Alain Bombard (* 27. Oktober 1924 in Paris; † 19. Juli 2005 in Toulon) war ein französischer Arzt, Biologe und Umweltpolitiker.

Bombard wurde vor allem bekannt durch seine medizinischen Untersuchungen zur Möglichkeit des Überlebens von Schiffbrüchigen in den 1950er Jahren, die teilweise auf spektakulären Selbstversuchen beruhen. Im Juli 1952 segelte Bombard von Gran Canaria in 65 Tagen über den Atlantik, angeblich ohne Trinkwasser und Lebensmittel mitzuführen. Nach eigenen Angaben ernährte er sich unterwegs nur von Meerwasser und Meerestieren, vor allem Fischen, deren ausgepresste Flüssigkeit er als Trinkwasser genutzt habe. Bombard verlor auf der Reise ca. 25 Kilogramm Gewicht und litt später an Wirbelsäulenbeschwerden, die auf seine Ozeanfahrt zurückgeführt wurden.[1]

Bombards Selbstversuch wurde wenige Jahre später durch Hannes Lindemann angefochten. Lindemann gelang es nicht, Bombards Selbstversuch zu wiederholen, stattdessen benötigte er zum Überleben Regenwasser als Trinkwasser; er behauptete deshalb später, Bombard habe tatsächlich Süßwasser mit an Bord genommen und getrunken und sei außerdem auf dem Atlantik heimlich mit Lebensmitteln versorgt worden. Lindemanns von Bombard abweichenden Ergebnisse nutzte die Weltgesundheitsorganisation für ihre Ratschläge für die Seefahrt.[2]

Bombard wurde später in der Umweltpolitik aktiv. 1981 war er einen Monat lang als Staatssekretär im Umweltministerium Mitglied der französischen Regierung, außerdem war er 15 Jahre lang Abgeordneter im Europaparlament.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anthony Smith (24. August 2005). Obituary. Alain Bombard. The Guardian (engl.; abgerufen 29. März 2007)
  2. Ulli Kulke (16. Februar 2006). Überleben auf dem Meer. Durst löschen mit Salzwasser. Spiegel Online (abgerufen 29. März 2007)

Werke[Bearbeiten]

  • Naufragé volontaire, Paris, 1953. Deutsch: Im Schlauchboot über den Atlantik. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin, Darmstadt 1953
  • Rapport technique de l’expérience de survie prolongée en mer à bord de l’Hérétique en 1952. Paris 1954

Weblinks[Bearbeiten]