Alain Lamassoure

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Alain Lamassoure, April 2007

Alain Lamassoure (* 10. Februar 1944 in Pau) ist ein französischer Politiker der konservativen Partei UMP und Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben[Bearbeiten]

Lamassoure studierte an der École nationale d’administration, wo er 1968 seinen Abschluss machte. Er war 1968-73, 1976-77, 1981-86 sowie 1997-99 in verschiedenen Funktionen am französischen Rechnungshof tätig, dazwischen ging er verschiedenen Tätigkeiten im politischen Bereich nach. Unter anderem arbeitete er 1973-74 im Kabinett des französischen Kulturministers, 1974-76 beriet er den Finanzminister, 1977-78 den Infrastrukturminister, 1978-81 war er unter Valéry Giscard d'Estaing im Präsidialamt des französischen Staatspräsidenten tätig. 1985-86 war er Mitglied des französischen Wirtschafts- und Sozialrats.

1986 wurde Lamassoure für die Partei UDF erstmals selbst in die Nationalversammlung gewählt; ab 198 war er Parteisprecher der UDF. Bei der Europawahl 1989 wurde er ins Europäische Parlament gewählt, das er jedoch 1993 wieder verließ, um in Frankreich das Amt des Beigeordneten Ministers für Europafragen in der Regierung unter Édouard Balladur anzutreten, das er bis 1995 innehatte. Außerdem wurde Lamassoure 1993 erneut in die französische Nationalversammlung gewählt. 1995 wurde er Beigeordneter Minister für den Haushalt sowie Sprecher der Regierung unter Alain Juppé. Nach dem Wahlsieg der Parti socialiste 1997 musste er jedoch sowohl seinen Sitz in der Nationalversammlung als auch sein Ministeramt wieder aufgeben.

Bei der Europawahl 1999 wurde Lamassoure erneut ins Europäische Parlament gewählt; im selben Jahr wurde er stellvertretender Parteivorsitzender der UDF sowie bis 2000 Bürgermeister der Stadt Anglet, von 2000 bis 2008 war er Mitglied des Gemeinderats von Anglet. Von 2002 bis 2003 war er einer der Vertreter des Europäischen Parlaments im Europäischen Konvent, der den Entwurf für den EU-Verfassungsvertrag ausarbeitete.

Im Jahr 2002 verließ Lamassoure die UDF und schloss sich stattdessen der von Jacques Chirac neu gegründeten konservativen Partei UMP an. Von 2004 bis 2009 war er im Vorstand dieser Partei für europapolitische Fragen zuständig; außerdem ist Lamassoure seit 2004 Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP), der die UMP angehört.

Bei den Europawahlen 2004 und 2009 wurde Lamassoure jeweils auf der UMP-Liste wiedergewählt. Seit 2009 ist er Vorsitzender im Haushaltsausschuss des Parlaments. Er ist damit für die Verhandlungen mit dem Rat der Europäischen Union über die finanzielle Vorausschau ab 2013 zuständig. In diesem Zusammenhang setzt er sich für eine grundlegende Reform für die Eigenmittel der Europäischen Union ein, deren Erhebung transparenter werden und weniger Ausnahmeregelungen beinhalten soll.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europäisches Parlament, 10. April 2007: Parlamentarier wollen EU-Haushalt gerechter und transparenter finanzieren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alain Lamassoure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien