Alain Resnais

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Alain Resnais mit Juliette Binoche auf der 23. César-Verleihung 1998

Alain Resnais (* 3. Juni 1922 in Vannes, Frankreich) ist ein französischer Filmregisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Der Sohn eines Apothekers besuchte das Collège St.-François-Xavier in Vannes. 1939 ging Alain Resnais nach Paris um Pädagogik zu studieren, nachdem er wegen seiner schwachen Gesundheit vom Militärdienst befreit worden war. Nachdem er bereits als Jugendlicher mit Schmalfilm experimentiert hatte und für das Theater schwärmte, nahm er von 1940 bis 1942 Schauspielunterricht bei René Simon und ließ sich auch als Cutter am Institut des hautes études cinématographiques (IDHEC) ausbilden. Später schloss er sich der klassischen Theatergruppe Les Arlequins an und gastierte in der Provinz.[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg realisierte er eine Reihe von Kurzfilmen über berühmte Künstler wie Vincent van Gogh oder Paul Gauguin.

Nach Arbeiten als Cutter für andere Regisseure und etlichen Dokumentarfilmen drehte er 1959 mit Emmanuelle Riva und Eiji Okada seinen ersten Spielfilm Hiroshima, mon amour. Das literarisch höchst anspruchsvolle Drehbuch wurde von der französischen Schriftstellerin Marguerite Duras verfasst und erhielt eine Oscar-Nominierung. Hiroshima, mon amour nahm am Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1959 teil. Das Werk zählt heute zu den Klassikern der Nouvelle Vague, ebenso wie das Nachfolgeprojekt Letztes Jahr in Marienbad aus dem Jahr 1961, dem ein Drehbuch des Schriftstellers und Regisseurs Alain Robbe-Grillet zugrunde liegt.

Resnais erhielt in Anerkennung für seine Verdienste um die Filmkunst 1995 den Goldenen Löwen des Filmfestivals von Venedig und den Silbernen Bären der Berlinale 1998 für sein Lebenswerk; 2007 erhielt Resnais im Rahmen des Europäischen Filmpreises für Herzen den Europäischen FIPRESCI-Preis. Zwischen 1936 und 2006 hat Resnais insgesamt 47 Filme gedreht. 2009 erhielt er für Vorsicht Sehnsucht eine Einladung in den Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes, bei dem er davor zum letzten Mal 1980 mit Mein Onkel aus Amerika vertreten war. Eine weitere Einladung in den Wettbewerb von Cannes erhielt Resnais 2012 für den Spielfilm Vous n’avez encore rien vu, der lose auf dem Theaterstück Eurydice von Jean Anouilh basieren soll. Erzählt wird von einer Gruppe von Schauspielern (dargestellt von u. a. Lambert Wilson, Sabine Azéma und Anne Consigny), die sich zur Testamentseröffnung eines Dramtikers in dessen Haus einfindet.[2]

Alain Resnais heiratete 1969 Florence Malraux, die Tochter des französischen Schriftstellers André Malraux. Aus der Beziehung ging eine Tochter hervor.[1] Seit 1998 ist Resnais mit der französischen Schauspielerin Sabine Azéma verheiratet, die er seit den 1980er Jahren mit Hauptrollen in vielen seiner Filme betraute.[3]

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Kurzfilme
  • 1948: Van Gogh (Dokumentarfilm)
  • 1950: Guernica (Dokumentarfilm)
  • 1954: Les statues meurent aussi (Dokumentarfilm)
  • 1955: Nacht und Nebel (Nuit et brouillard) (Dokumentarfilm)
  • 1992: Gershwin (Dokumentarfilm)
Langfilme

Literatur [Bearbeiten]

  • Scarlett Winter: Robbe-Grillet, Resnais und der neue Blick. Heidelberg: Winter, 2007, ISBN 978-3-8253-5271-4
  • Didier Deschamps (Hg) & François Thomas (Hg) & Françoise Castello: Das Atelier von Alain Resnais Hg. CICIM Centre d'Information Cinématographique Munich & Filmtage Tübingen. Übersetzerin Karola Bartsch. Institut Français, München 1992 (Reihe: Revue CICIM No. 35 / 36). Mit Bibliographie. ISBN 3-920727-06-1 (deutsch; nicht in DNB unter Resnais gelistet!)
  • François Thomas: „I want to go home“ Interviews mit Laura Benson Schauspielerin, Catherine Leterrier (Kostüme), Charlie van Dumme (Kamera) und Jean-Claude Laureux (Ton), in: ebd. Heft 29, 1990 ISSN 0938-233x S. 104 - 118
  • Christoph Müller: "Je t'aime je t'aime". in Filmstellen VSETH & VSU, Hgg.: Science Fiction. - Andrzej Wajda. Dokumentation. Verband Studierender an der Universität VSU, Zürich 1990, ohne ISBN, S. 107 - 114 (mit Bio-Filmografie)
  • Mirjam Schmid: Darstellbarkeit der Shoah in Roman und Film. Kulturgeschichtliche Reihe, 12. Sonnenberg, Annweiler 2012 ISBN 978-3-933264-70-1[4]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Alain Resnais. In: Internationales Biographisches Archiv 19/2002 vom 29. April 2002, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 15/2010 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Beschreibung bei timeout.com (abgerufen am 26. April 2012).
  3. Alain Resnais. In: World who's who : Europa biographical reference. London : Routledge, 2002.
  4. Schwerpunkte: Resnais und André Schwarz-Bart