Alaksandu

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Alaksandu war ein Herrscher des hethitischen Vasallen-Staats Wilusa im 13. Jahrhundert v. Chr.

Bekannt ist er aus einem Staatsvertrag, der sich bei den Ausgrabungen in Boğazkale unter den Tontafel-Keilschriftfunden des Hethitischen Palastarchives fand, dem sog. Alaksandu-Vertrag. In ihm erkennt der Großkönig Muwatalli II. (etwa 1294 v. Chr. bis 1272 v. Chr.) ihn als Vasallen an und versichert ihn seines Schutzes. Ferner geht aus dem Vertrag hervor, dass Alaksandu Nachfolger eines Königs Kukkunni ist, jedoch nicht, ob er Kukkunni unmittelbar auf den Thron folgte.

Schon in den 1920er Jahren hatte vor allem Emil Forrer nicht nur eine Identität des Reiches mit der Stadt Troja vermutet, sondern auch des Herrschers mit dem Priamos-Sohn Paris, der in der homerischen Ilias überwiegend Alexandros genannt wird. Diese Namensgleichung wird heute wieder verstärkt diskutiert, seitdem bei den Ausgrabungen in Troia ein Siegel mit hethitischen (luwischen) Schriftzeichen gefunden wurde. Bewiesen ist sie nicht.

Referenzen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Latacz: Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels. Koehler & Amelang, Leipzig 2005. 415 S. ISBN 3-7338-0332-9 (1. Aufl. 2001). (Hier ist auch der Text des Vertrages abgedruckt)