Alan Arkin

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Alan Arkin auf dem Toronto International Film Festival 2012

Alan Wolf Arkin (* 26. März 1934 in New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Kinderbuchautor und Oscarpreisträger.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Noch in seiner Schulzeit schloss sich Arkin der Band The Tarriers an, um als Folksänger Karriere zu machen. Als die Band 1956 mit einer ersten Version des Banana Boat Song eine Erfolgssingle in den US-amerikanischen Charts hatte, verließ er das College, um mit der Band auf Tour zu gehen. Trotz einer erfolgreichen Europa-Tournee verließ Arkin die Band. Ein Freund hatte ihm angeboten, sich der Chicagoer Theatergruppe Second City anzuschließen.

Anfang der 1960er Jahre zog er nach New York City, um dort am Broadway zu spielen. Bereits 1963 erhielt er seinen ersten Tony Award als bester Nebendarsteller in der Komödie Enter Laughing. Die von Mike Nichols inszenierte Komödie Luv fand regen Zuspruch und machte den Regisseur Norman Jewison auf ihn aufmerksam. So bekam Arkin 1966 seine erste Rolle in einem Hollywood-Film. In Jewisons Kriegsfarce Die Russen kommen! Die Russen kommen! spielte er einen sowjetischen U-Boot-Offizier; dafür wurde er in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für den Oscar und als bester Newcomer für den BAFTA-Award nominiert.

Arkin blieb jedoch dem Theater treu und führte noch im selben Jahr bei einer kurzlebigen Produktion von Hail Scrawdyke! erstmals Regie. 1967 wechselte er wieder zum Film und übernahm in dem Thriller Warte, bis es dunkel ist an der Seite von Audrey Hepburn die Rolle des Bösewichts. In den folgenden Jahren konzentrierte er sich auf seine Filmkarriere. Für seine Darstellung eines Taubstummen in dem Filmdrama Das Herz ist ein einsamer Jäger erhielt er seine zweite Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller. 1970 spielte er als Hauptmann Yossarian der US-Luftwaffe in Mike Nichols Verfilmung des Romans Catch-22 von Joseph Heller die Hauptrolle. Catch-22 – Der böse Trick machte Alan Arkin weltweit bekannt.

1971 führte er Regie bei der Adaption des Theaterstücks Kleine Morde von Jules Feiffer. Im Jahr darauf veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch unter dem Titel Tony’s Hard Work Day. Mitte der 1970er Jahre kehrte Arkin als Regisseur an den Broadway zurück und übernahm kaum noch Filmrollen. 1981 spielte er die Hauptrolle in dem von seinem Sohn Adam Arkin geschriebenen Fernsehfilm Papa haut auf den Putz. In den 1990er Jahren machte er vor allem durch Auftritte in den Filmen Glengarry Glen Ross, Vier Tage im September und Jakob der Lügner auf sich aufmerksam.

2004 erschien das erste ins Deutsche übersetzte Buch von ihm, Cassie liebt Beethoven. Seine drei anderen Kinderbücher wurden bislang nicht übersetzt, sie sind lediglich in der englischen Originalausgabe erhältlich.

2007 gewann Arkin schließlich seinen ersten Oscar als bester Nebendarsteller in dem Film Little Miss Sunshine. Eine weitere Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller folgte 2013 für den Film Argo.

Seine Söhne Adam, Anthony und Matthew sind ebenfalls Schauspieler.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1965: Die Russen kommen! Die Russen kommen! (The Russians Are Coming, the Russians Are Coming)
  • 1966: Siebenmal lockt das Weib (Woman Times Seven)
  • 1967: Warte, bis es dunkel ist (Wait Until Dark)
  • 1968: Inspektor Clouseau (Inspector Clouseau)
  • 1968: Das Herz ist ein einsamer Jäger (The Heart Is a Lonely Hunter)
  • 1968: Popi
  • 1970: Catch-22 – Der böse Trick (Catch-22)
  • 1971: Kleine Mörder / Kleine Morde (Little Murders, auch Regie)
  • 1972: Der Letzte der feurigen Liebhaber (The Last of the Red Hot Lovers)
  • 1974: Der Superschnüffler (Freebie and the Bean)
  • 1975: Ins Herz des wilden Westens (Hearts of the West)
  • 1975: Rafferty und die wilden Mädchen (Rafferty and the Gold Dust Twins)
  • 1976: Kein Koks für Sherlock Holmes (The Seven-per-cent Solution)
  • 1976: Es brennt an allen Ecken (Fire sale)
  • 1977: Die andere Seite der Hölle (The Other Side of Hell)
  • 1979: Der Magier (The magician of Lublin)
  • 1979: Zwei in Teufels Küche (The In-Laws, zudem ausführender Produzent)
  • 1980: Simon der Ausserirdische (Simon)
  • 1981: Papa haut auf den Putz (Improper Channels)
  • 1981: Crazy Street Life (Chu Chu and the Philly Flash)
  • 1982: Das letzte Einhorn (The Last Unicorn, Stimme)
  • 1983: Return of Captain Invincible oder Wer fürchtet sich vor Amerika? (The Return of Captain Invincible)
  • 1985: Pauline und Joshua – Zum Teufel mit … (Joshua Then and Now)
  • 1985: Die Weißkittel – Dümmer als der Arzt erlaubt (Bad Medicine)
  • 1986: Sterben… und leben lassen (Big Trouble)
  • 1986: Tödliches Geschäft (A Deadly Business)
  • 1987: Sobibor (Escape from Sobibor)
  • 1990: Havanna
  • 1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands)
  • 1990: Wild Boys – Der Sommer ihres Lebens (Coup de Ville)
  • 1991: Rocketeer (The Rocketeer)
  • 1992: Glengarry Glen Ross
  • 1993: Indian Summer – Eine wilde Woche unter Freunden (Indian Summer)
  • 1993: Cooperstown – Auf den Straßen der Erinnerung (Cooperstown)

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan Arkin: Halfway Through the Door. Harper & Row, 1984, ISBN 0-06-060307-0 (Yoga- und Selbstfindungs-Autobiographie, englisch)
  • Alan Arkin: The Clearing, Harpercollins, 1986, (englisch), ISBN 978-0062500328
  • Alan Arkin: The Lemming Condition. HarperOne, 1989 (englisch), ISBN 978-0062500489
  • Alan Arkin: Cassie loves Beethoven. Disney-Hyperion, 2000, (englisch), ISBN 978-0786805648
    • Alan Arkin: Cassie liebt Beethoven. deutsch von Fred Schmitz, Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2004, ISBN 3-499-21277-3.
  • Alan Arkin: An Improvised Life: A Memoir, Da Capo Press, 2011, (englisch), ISBN 978-0306819667

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alan Arkin – Sammlung von Bildern