Alan Durward

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Alan Durward (auch: Alan Doorward[1] oder Alan Hostarius) (schottisch-gälisch: Ailean Dorsair) († 1275) war eine der wichtigsten politischen Figuren Schottlands im 13. Jahrhundert. Er war zweimal Justiziar von Schottland und gehörte während der Minderjährigkeit von Alexander III. dem zweiten Kollegium von Guardians of Scotland an.

Leben[Bearbeiten]

Alan Durwards Vater war Thomas de Lundin, ein Enkel von Gille Críst, 3. Earl of Mar. Seine Mutter ist unbekannt, sie war aber mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tochter von Máel Coluim, Earl of Atholl, wodurch Alan gleich aus zwei gälischen Grafenfamilien entstammte.

Von seinem Vater erbte er das Amt des Hostarius, dem Wächter des königlichen Besitzes. Der Name Durward oder Doorward lässt auf eine zusätzliche Funktion als Führer der königlichen Wache schließen. Beide Namen sind in dieser Zeit jedoch als Funktionsbezeichnungen und nicht als Familiennamen zu betrachten.[1]

Alan nahm wahrscheinlich 1228/29 an dem Feldzug zur Niederschlagung des Aufstands von Meic Uilleim (Mac William) teil. Im Jahr 1233, vielleicht auch schon früher, übernahm er die Kontrolle von Clan Urquhart und legte mit großer Wahrscheinlichkeit den Grundstein für Urquhart Castle. Etwa zur gleichen Zeit scheint er begonnen zu haben, den Titel "Count of Atholl" zu führen. In der früheren Forschung wurde meist davon ausgegangen, dass er nach dem Tod von Thomas of Galloway, Earl of Atholl dessen Tochter Isabella geehelicht hatte. Im Licht der neueren Forschung[2] erscheint es allerdings wahrscheinlicher, dass Alan Durward diese Ehe nicht einging, sondern vor allem seinen Anspruch auf den Titel unterstreichen wollte, den er als Enkel von Máel Coluim ableitete. Anhand einer Urkunde vom 9. Januar 1234 scheint es, als ob Alexander II. diesen Anspruch zunächst anerkannte. Auf einer Urkunde vom 7. Juli 1235 führte Durward den Titel aber nicht mehr und wurde auch in der Folgezeit auf anderen Dokumenten nicht mehr als "Mormaer" oder "Earl" bezeichnet.

Alan strebte als Nachfahre von Gille Críst, ebenso wie sein Vater zuvor, den Titel des Earl of Mar an. Allerdings waren Gille Crísts Nachfahren durch die Linie von Morggán, 2. Earl of Mar, von der Nachfolge ausgeschlossen worden. Alan scheiterte bei dem Versuch, Uilleam, dem amtierenden Earl of Mar, den Titel aberkennen zu lassen und konnte somit niemals die Earlswürde für sich erringen.

Alans führte lange Zeit eine intensive Rivalität mit dem Haus Comyn. Diese hatte auch Auswirkungen auf die größere Politik Schottlands, da sich während der Zeit der Minderjährigkeit von Alexander III. zwei konkurrierende Machtfraktionen um die Comyns bzw. um Alan Durward bildeten. So konnte Durward das von den Comyns dominierte erste Kollegium der Guardians of Scotland zurückdrängen und führte ab 1255 selbst diesen Titel. Zeitgleich nahm er ein zweites Mal das Amt des Justiziars von Schottland wahr. Ab 1257 musste er allerdings beide Ämter wieder abgegeben. Trotzdem scheint es in späterer Zeit eine Annäherung zwischen Durward und Alexander Comyn gegeben zu haben. So führten beide zusammen später zwei Feldzüge gegen Norwegen; Alan trat 1272 als Zeuge auf einer Urkunde von Alexander Comyn auf.

Durward verbrachte in seiner zweiten Lebenshälfte viel Zeit in England. Während der Minderjährigkeit von Alexander III. scheint er sich mit Henry III. in gutem Einvernehmen befunden zu haben, wohl auch, um seine eigene Machtposition in Schottland zu stützen. Der englische König übergab ihm den Landsitz Bolsover.

Alan Durward starb im Jahre 1275, seine sterblichen Überreste wurden in der Abtei Coupar Angus beigesetzt.

Er war verheiratet mit Marjory, einer unehelichen Tochter Alexander II., mit der er drei Kinder hatte.

Alan Duward hatte mindestens einen unehelichen Sohn mit Namen Thomas Durward, der aber keine herausragende Rolle in der schottischen Politik spielte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b James Balfour Paul (Hrsg.): The Lord Lyon King of Arms: The Scotts Peerage. Douglas, Edinburgh, 1909, S. 575.
  2. vgl. Matthew Hammond: Hostiarii Regis Scotie.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. W. S. Barrow: Badenoch and Strathspey, 1130-1312. 1: Secular and Political. In: Northern Scotland. Volume 8 (1988), S. 1–15.
  • Matthew H. Hammond: Hostiarii Regis Scotie: the Durward family in the thirteenth century. In: Stephen I. Boardman, Alasdair Ross (Hrsg.): The exercise of power in medieval Scotland, c. 1200 - 1500. Four Courts Press, Dublin 2003, ISBN 1-85182-749-8, S. 118–138.
Vorgänger Amt Nachfolger
Thomas de Lundin Hostarius
1231 – 1275
unbekannt,
Amt nicht länger erblich
Philip de Melville,
Robert de Monte Alto
Justiziar
1244 – 1251
Philip de Meldrum oder Ferdarg,
Michael de Monte Alto
Philip de Meldrum oder Ferdarg,
Michael de Monte Alto
Justiziar
1255 – 1257
Alexander Comyn
Alexander Comyn,
Walter Comyn,
John de Balliol,
Uilleam, 5. Earl of Mar,
Gamelin
Guardian of Scotland
1255 – 1257
Mitregenten:
Alexander Stewart,
Patrick III.
kein direkter Nachfolger