Alan Watts

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Alan Watts (Alan Wilson Watts; * 6. Januar 1915 in Chislehurst, Kent; † 16. November 1973 am Mount Tamalpais) war ein englischer Religionsphilosoph, der vorwiegend in den Vereinigten Staaten wirkte, wo er als Priester der Episcopal Church in the USA, Dozent und freier Schriftsteller tätig war.

Er befasste sich vor allem mit der Philosophie des Zen, des Buddhismus und des Daoismus.

Biografie[Bearbeiten]

Der gebürtige Engländer wuchs in einer Mittelschichtfamilie auf. Sein Vater war Reifenhändler, seine Mutter Hausfrau. Sein Großvater mütterlicherseits war christlicher Missionar gewesen. Watts wanderte 1939 in die USA aus, um an der University of Vermont und später an der Seabury Western Theological Seminary Theologie zu studieren. Er diente 1945 bis 1950 als Priester der US-Episkopalkirche, bis eine außereheliche Affäre seine Ehe beendete.

Er schrieb über 25 Bücher und zahllose Artikel über Themen wie persönliche Identität, die wahre Natur der Wirklichkeit und das menschliche Bewusstsein. Eine instruktive und kritische Lebensbeschreibung, die Alan Watts in seine Zeit einbettet und vor dieser seine Lehre würdigt, verfasste der Philosoph Volker Zotz als Nachwort des Buchs von Alan Watts: Zen. Stille des Geistes. Berlin 2001.

In seinem späteren Leben unterrichtete er viel. Gegen Ende seines Lebens hatte er zudem mit Alkoholproblemen zu kämpfen. Watts starb 1973 im Alter von 58 Jahren nach einer anstrengenden internationalen Vorlesungsreise in seiner Berghütte auf dem Mount Tamalpais.

Seine Philosophie im Überblick[Bearbeiten]

Alan Watts war ein populärer philosophischer Autor der Postmoderne. Seine Schriften reflektieren die kulturellen und psychischen Begrenzungen, die er in Großbritannien erfahren hatte. Trotz der Bildungschancen, die ihm durch die Schulen in seiner Kindheit eröffnet worden waren, empfand er den allgemeinen kulturellen Einfluss, insbesondere im religiösen Bereich, als restriktiv und repressiv. Seiner Meinung nach hatte sich die westlich-christliche Kultur im Laufe der Jahrhunderte auf eine Art und Weise entwickelt, die der menschlichen Natur als solcher skeptisch gegenübersteht, die das Wesen des Menschen unterdrückt und ihn von einem ganzheitlichen, naturbezogenen Weltbild entfremdet, anstatt ihn zu lehren; sein wahres Wesen zu erkennen und im Hier und Jetzt zu leben.

Watts, der sich als Denker und Öffentlichkeitsarbeiter verstand, hatte ein lebenslanges Interesse an den östlichen Philosophien; insbesondere des Zen-Buddhismus und des Daoismus; und an Wissensbereichen wie der Parapsychologie, dem Mystizismus, der Thaumaturgie. Er war der Ansicht, der Mensch sei Ausdruck des Göttlichen und betrachtete das Leben als wunderbare Spielwiese, das, wie er es nannte, auf einem metaphysischen Versteckspiel basiert. Bekannt als Vermittler östlicher Philosophien in der westlichen Öffentlichkeit, wurde ihm manchmal vorgeworfen, er vermittle die östlichen Lehren, die auch direkt von östlichen Traditionen erlernbar seien, auf eine zu sehr vereinfachte und banale Weise.

Alan Watts: "Die Unfähigkeit, die mystische Erfahrung als solche anzuerkennen, ist mehr als eine intellektuelle Beschränkung. Mangel an Bewusstsein der grundlegenden Einheit von Organismus und Umwelt ist eine ernsthafte und gefährliche Halluzination. Denn in einer Zivilisation, die mit immenser technologischer Macht ausgestattet ist, führt die Entfremdung zwischen Mensch und Natur zur Anwendung von Technologie in einer feindseligen Geisteshaltung - zur "Eroberung" der Natur anstelle einer intelligenten Kooperation mit ihr."

Bibliografie[Bearbeiten]

  • The Spirit of Zen, 1936
  • The Legacy of Asia and Western Man, 1937
  • The Meaning of Happiness, 1940
  • The Theologica Mystica of St. Dionysius, 1944
  • Behold the Spirit, 1948
  • Easter - Its Story and Meaning, 1950
  • The Supreme Identity, 1950
  • Weisheit des ungesicherten Lebens (orig.: The Wisdom of Insecurity, 1951), O.W.Barth 1955
  • Mythos und Ritus des Christentums (orig.: Myth and Ritual in Christianity, 1953), O.W.Barth 1956
  • The Way of Zen, 1957
  • Im Einklang mit der Natur (orig.: Nature, Man, and Woman, 1958), 1977, ISBN 3-85914-114-7
  • "Dies ist es" und andere Essays über Zen und spirituelle Erfahrung (orig.: "This Is It" and Other Essays on Zen and Spiritual Experience, 1960), 1981, ISBN 3-85914-135-X
  • Psychotherapie und östliche Befreiungswege (orig.: Psychotherapy East and West, 1961), Goldmann 1986, ISBN 3-442-11410-1
  • Kosmologie der Freude - Abenteuer in den Welten des Bewusstseins (orig.: The Joyous Cosmology - Adventures in the Chemistry of Consciousness, 1962), At-Verlag, ISBN 3-85502-681-5
  • The Two Hands of God - The Myths of Polarity, 1963
  • Beyond Theology - The Art of Godmanship, 1964
  • Die Illusion des Ich. (orig.: The Book - On the Taboo Against Knowing Who You Are. 1966), Goldmann 2005, ISBN 3-442-21717-2
  • Nonsense, 1967
  • Does It Matter? - Essays on Man's Relation to Materiality. 1970
  • Erotic Spirituality - The Vision of Konarak. 1971
  • Die Kunst der Kontemplation. (orig.: The Art of Contemplation. 1972), Kamphausen 1987, ISBN 3-591-08033-0
  • In My Own Way - An Autobiography 1915-1965. 1972
  • Cloud-hidden, Whereabouts Unknown - A Mountain Journal. 1973
  • Der Lauf des Wassers - Die Lebensweisheit des Taoismus. (orig: Tao: The Watercourse Way. 1975), Insel, Frankfurt 2003, ISBN 3-458-34639-2.
  • The Early Writings of Alan Watts. 1987
  • The Modern Mystic: A New Collection of Early Writings. 1990
  • Das Tao der Philosophie. (orig: The Tao of Philosophy. 1995), Theseus Berlin 2003, ISBN 3-89620-208-1

Weblinks[Bearbeiten]