Alanis Morissette

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alanis Morissette (2011)

Alanis Nadine Morissette[1] [əˈɫænɪs neɪˈdiːn mɔɹɪˈsɛt] (* 1. Juni 1974 in Ottawa, Ontario[1]) ist eine kanadisch-US-amerikanische[1] Sängerin.

Leben[Bearbeiten]

In ihrer frühen Kindheit lebte Alanis Morissette drei Jahre lang in Heiligenzell bei Lahr/Schwarzwald in Deutschland. Ihr Vater, der gebürtige Franko-Ontarier Alan Richard Morissette und ihre ungarische Mutter Georgia Mary Ann Feuerstein unterrichteten Kinder von in Deutschland stationierten Soldaten im kanadischen Militärstützpunkt in Lahr.[2] Sie hat einen älteren Bruder und einen Zwillingsbruder.[1]

Im Februar 2005 erhielt Alanis Morissette die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, ohne aber ihre kanadische aufzugeben.[1] Von 2002 bis 2007 waren Morissette und Ryan Reynolds ein Paar.[3] Zuvor war sie unter anderem mit den Schauspielern Dash Mihok[4] sowie Dave Coulier liiert, von dem sie sich 1993 trennte.[2]

Am 22. Mai 2010 heiratete sie in Los Angeles im engen Familienkreis den sechs Jahre jüngeren Rapper Souleye, der mit bürgerlichem Namen Mario Treadway heißt. Die beiden waren bis dahin seit acht Monaten ein Paar.[5] Am 25. Dezember 2010 wurde ihr Sohn geboren.[6]

Karrierebeginn[Bearbeiten]

Als Morissette im Alter von neun Jahren einen Auftritt des Folkduos Lindsay und Jacqui Morgan gesehen hatte, war sie derart begeistert, dass sie es ihnen nachtun wollte.[2] Nachdem sie eines ihrer selbst geschriebenen Lieder auf Kassette aufgenommen hatte, spielte die mit Alanis´ Eltern befreundete Lindsay Morgan Begleitmusik dazu ein und ermöglichte ihr, den Song im Studio einzusingen.Erste Schauspielerfahrungen machte Morissette 1984 durch die kanadische Kindersendung You Can’t Do That on Television.[2] Das Geld, das sie durch die Produktion verdiente, investierte sie in ihre erste Single Fate Stay with Me.

Unter dem Namen Alanis Nadine trat sie um 1990 in der US-amerikanischen Castingshow Star Search auf, schied jedoch bereits in der ersten Runde aus.[7] Ihr erstes Album erschien 1991 unter dem Namen Alanis, um eine mögliche Verwechslung mit der kanadischen Sängerin Alannah Myles zu vermeiden.[1] Die erste Single daraus, Too Hot, erreichte Platz 14 der kanadischen Charts.[8] Sie wurde in drei Rubriken bei den Juno Awards nominiert: Single of the Year (Single des Jahres), Best Dance Record (Beste Dance-Aufnahme) und Most Promising Female Vocalist (Vielversprechendste Sängerin). Letztere konnte sie gewinnen.[9] Ihr zweites Album, Now Is the Time, erschien 1992 bei MCA, konnte aber nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen.[2]

Erfolge[Bearbeiten]

1995, im Alter von 21 Jahren, veröffentlichte Morissette ihr erstes internationales Album Jagged Little Pill, das einen unerwartet großen Erfolg hatte. Zunächst stieg das Album zwar nur auf Platz 118 der Billboard-200-Charts[10] ein, kletterte aber mit dem Erfolg der Singles You Oughta Know, Hand in My Pocket, You Learn, Head over Feet und Ironic bis auf Platz 1.[11] Das Album verkaufte sich weltweit mehr als 30 Millionen Mal, davon allein 16 Millionen Mal in den USA, drei Millionen Mal in Großbritannien und eine Million Mal in Kanada.[12] Morisette gewann bei den Grammy Awards 1996 in den Rubriken Album of the Year (Album des Jahres) und Best Rock Album (Bestes Rockalbum) sowie in Best Female Vocal Performance (Beste Darbietung einer Sängerin) und bester Rock-Song für You Oughta Know.[13]

1998 veröffentlichte sie das Album Supposed Former Infatuation Junkie, das die Hitsingles Thank U und Joining You enthielt. Im nächsten Jahr folgte Alanis Morissette – MTV Unplugged.[2] Nach dem Tod von Nusrat Fateh Ali Khan 1997 vervollständigte sie dessen Beitrag Mercy auf dem Album The Prayer Cycle von Jonathan Elias. Da es international klingen sollte, übersetzte sie den Text zusammen mit ihrer Großmutter und sang ihn auf Ungarisch.[14] 1998 steuerte sie außerdem den Song Uninvited zum Soundtrack von Stadt der Engel bei, der mit zwei Grammys ausgezeichnet wurde.[13]

Im Februar 2002 veröffentlichte die Sängerin mit Under Rug Swept ihr drittes Studioalbum mit den Hits Hands Clean und Precious Illusions. Mit ersterem versuchte sie nach eigenen Aussagen, eine Beziehung zu einem ungefähr 30 Jahre alten Mann zu verarbeiten, die sie im Alter von 14 Jahren gehabt habe. Während die Strophen die damalige Sicht des Liebhabers wiedergeben, beinhaltet der Refrain Morissettes Antwort aus der Gegenwart.[15] Im Dezember erschien dann Feast on Scraps, ein DVD/CD-Paket, das einen Konzertmitschnitt aus Rotterdam sowie acht Lieder enthält, die bei den Aufnahmen zu Under Rug Swept nicht verwendet wurden.

2004 erschien ihr viertes Album So-Called Chaos, das stark durch die Beziehung zu Ryan Reynolds beeinflusst wurde, was sich vor allem in den drei Songs Not All Me, Knees of My Bees und der ersten Single Everything zeigt. Im Jahr 2005 veröffentlichte sie den Song Wunderkind für den Film Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia, der ihr in der Kategorie Bester Filmsong eine weitere Nominierung bei den Golden Globe Awards 2006 einbrachte.[1] Im Juli brachte Morissette zum zehnten Jubiläum des Erscheinens von Jagged Little Pill eine Akustikversion des Albums heraus, dem im November das Best-of The Collection folgte. Die Single Crazy ist eine Coverversion des gleichnamigen 90er-Jahre-Hits von Seal.

Im April 2007 veröffentlichte sie auf dem Videoportal YouTube eine Parodie des Liedes My Humps der Black Eyed Peas.[16] Am 30. Mai 2008 erschien ihr Album Flavors of Entanglement, das komplett von Morissette geschrieben und von Guy Sigsworth produziert wurde. Es unterscheidet sich grundsätzlich im Stil von den vorherigen Alben, da es in Richtung elektronische Musik geht. Dies ist hauptsächlich dem Einsatz von Synthesizern zu verdanken. Als erste Auskopplung wurde die Single Underneath gewählt, zu der zwei Videos gedreht wurden. Der Titel Not As We (zweite Auskopplung in Nordamerika) untermalt die Folge 97 Sekunden aus der Fernsehserie Dr. House sowie die Folge Zeugenschutz aus der Fernsehserie Cold Case.

Am 28. Februar 2010 trat sie auf der Abschlussfeier der XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver mit dem Titel Wunderkind auf. Ebenfalls 2010 wurde I Remain als Titelsong für den Film Prince of Persia: Der Sand der Zeit ausgewählt. Im August 2012 erschien das Album Havoc and Bright Lights. Die Platte sei von einer fürsorglichen, mütterlichen, angemessenen erwachseneren Art gekennzeichnet, sagte die Sängerin in einem Interview.[17] Große Teile des Musikvideos zu Guardian (2012) entstanden in Berlin.

Schauspielerei[Bearbeiten]

Alanis Morissette (2003)

1999 spielte sie neben Matt Damon und Alan Rickman im Kevin-Smith-Film Dogma die Rolle von Gott, die eigentlich für Emma Thompson gedacht war.[1] Sie beteiligte sich auch am Soundtrack dieses Films. Dieselbe Rolle spielt sie im Film Jay und Silent Bob schlagen zurück, bei dem sie nach dem Abspann die Jersey-Chronik schließt und damit das (vorläufige) Ende der New-Jersey-Filme andeutet. Alanis Morissette trat auch in der Fernsehserie Sex and the City auf, in der sie eine lesbische Frau spielte und Hauptdarstellerin Sarah Jessica Parker küsste. 2003 hatte sie einen Auftritt in dem Cole-Porter-Porträt De-Lovely, in dem sie seinen Hit Let’s Do It, Let’s Fall in Love interpretierte.[2] Im Mai 2006 stand sie in London auf der Theaterbühne, wo sie eine Gastrolle im Stück The Exonerated (Die Entlastete) übernahm.[18] Außerdem hatte sie 2006 in der Serie Nip/Tuck eine Gastrolle als Freundin von Dr. Liz Cruz. 2009 spielte sie in der Showtime-Serie Weeds in sieben Episoden der fünften Staffel die Rolle der Ärztin Audra Kitson.

Sonstiges[Bearbeiten]

Alanis Morissette beteiligte sich gemeinsam mit Keanu Reeves an dem Dokumentarfilm The Great Warming (2006), der die globale Erwärmung zum Thema hat.[19]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[20] Anmerkung
DE AT CH UK US CA
1991 Alanis Erstveröffentlichung: 6. April 1991
1992 Now Is the Time Erstveröffentlichung: August 1992
1995 Jagged Little Pill 3
(90 Wo.)
2
(47 Wo.)
2
(57 Wo.)
1
(172 Wo.)
1
(113 Wo.)
7
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Juni 1995
1998 Supposed Former Infatuation Junkie 1
(43 Wo.)
3
(34 Wo.)
1
(32 Wo.)
3
(21 Wo.)
1
(28 Wo.)
2
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. November 1998
2002 Under Rug Swept 1
(27 Wo.)
1
(19 Wo.)
1
(32 Wo.)
2
(10 Wo.)
1
(24 Wo.)
1
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Februar 2002
2004 So-Called Chaos 1
(19 Wo.)
1
(20 Wo.)
2
(19 Wo.)
8
(4 Wo.)
5
(14 Wo.)
2
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2004
2008 Flavors of Entanglement 8
(12 Wo.)
3
(12 Wo.)
1
(16 Wo.)
15
(2 Wo.)
8
(11 Wo.)
3
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2008
2012 Havoc and Bright Lights 2
(… Wo.)
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
12
(… Wo.)
5
(… Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. August 2012[21]

Single-Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[20] Anmerkung
DE AT CH UK US CA
1991 Too Hot
Alanis
14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1991
Walk Away
Alanis
35
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1991
Feel Your Love
Alanis
24
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1991
1992 Plastic
Alanis
67
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
An Emotion Away
Now Is the Time
24
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
No Apologies
Now Is the Time
14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1993
1993 Real World
Now Is the Time
85
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1993
(Change Is) Never a Waste of Time
Now Is the Time
30
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1993
1995 Hand in My Pocket
Jagged Little Pill
26
(3 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 1995
All I Really Want
Jagged Little Pill
59
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1995
You Oughta Know
Jagged Little Pill
22
(7 Wo.)
6
(30 Wo.)
20
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juli 1995
1996 You Learn
Jagged Little Pill
24
(4 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juli 1996
Ironic
Jagged Little Pill
8
(25 Wo.)
9
(20 Wo.)
11
(9 Wo.)
4
(32 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Februar 1996
Head over Feet
Jagged Little Pill
73
(10 Wo.)
7
(7 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 1996
1998 Thank U
Supposed Former Infatuation Junkie
19
(15 Wo.)
10
(14 Wo.)
18
(19 Wo.)
5
(10 Wo.)
17
(11 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 1998
1999 Joining You
Supposed Former Infatuation Junkie
28
(9 Wo.)
26
(7 Wo.)
46
(1 Wo.)
28
(2 Wo.)
30
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Januar 1999
Unsent
Supposed Former Infatuation Junkie
58
(6 Wo.)
9
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. März 1999
So Pure
Supposed Former Infatuation Junkie
38
(2 Wo.)
14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Juni 1999
2002 Hands Clean
Under Rug Swept
18
(9 Wo.)
12
(11 Wo.)
5
(17 Wo.)
12
(7 Wo.)
23
(20 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Januar 2002
Precious Illusions
Under Rug Swept
77
(1 Wo.)
95
(2 Wo.)
53
(1 Wo.)
4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. August 2002
2004 Everything
So-Called Chaos
29
(9 Wo.)
12
(12 Wo.)
22
(12 Wo.)
22
(3 Wo.)
76
(9 Wo.)
3
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. April 2004
Out Is Through
So-Called Chaos
75
(4 Wo.)
67
(1 Wo.)
56
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. August 2004
2005 Crazy
The Collection
38
(11 Wo.)
20
(12 Wo.)
31
(23 Wo.)
65
(1 Wo.)
29
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. November 2005
2008 Underneath
Flavors of Entanglement
46
(9 Wo.)
20
(8 Wo.)
16
(12 Wo.)
15
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. April 2008
2012 Guardian
Havoc and Bright Lights
13
(22 Wo.)
11
(20 Wo.)
12
(10 Wo.)
41
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2012
Receive
Havoc and Bright Lights
73
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Dezember 2012

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Grammy Awards [13]

  • 1996: Album des Jahres für Jagged Little Pill
  • 1996: Beste weibliche Gesangsdarbietung – Rock für You Oughta Know
  • 1996: Bester Rocksong für You Oughta Know
  • 1996: Bestes Rock-Album für Jagged Little Pill
  • 1998: Bestes Musik-Langvideo für Jagged Little Pill, Live
  • 1998: Beste weibliche Gesangsdarbietung – Rock für Uninvited
  • 1999: Bester Rocksong für Uninvited

MTV Europe Music Awards [22]

  • 1996: Beste Künstlerin

BRIT Awards [23]

  • 1996: International Breakthrough Act

Echo [24]

  • 1996: Nachwuchspreis international
  • 1997: Künstlerin international

Bravo Otto [25]

  • 1996: Silber in der Kategorie Sängerin

Comet [26]

  • 1996: Zuschauer-Comet VIVA Plus

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h http://www.imdb.com:80/name/nm0001551/bio
  2. a b c d e f g http://www.brigitte.de/kultur/leute/lebenslaeufe/morisette/
  3. http://www.comcast.net/entertainment/index.jsp?fn=2007/02/02/231417.html
  4. Dash Mihok in der IMDb
  5. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,699352,00.html
  6. Sohn Ever Imre
  7. Biografie bei Laut
  8. Top Singles - Volume 54, No. 8, July 27 1991
  9. http://www.junoawards.ca/archive_past.php
  10. http://www.myspace.com/alanismorissette
  11. Charts bei Allmusic.com
  12. Quellen für Auszeichnungen: DE AT CH UK US CA
  13. a b c http://www.grammy.com/GRAMMY_Awards/Winners/
  14. Biografie auf Labelseite
  15. http://www.swr3.de/musik/-/id=47316/nid=47316/did=208824/1cqx3jg/index.html
  16. YouTube-Video: Parodie von My Humps (erfordert Flash)
  17. http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/pop_rock_jazz/481209_Alanis-Morissette-Rockidol-und-spirituelle-Mom.html Alanis Morissette: Rockidol und spirituelle Mom Von David Fischer, dpa
  18. http://www.thestage.co.uk/news/newsstory.php/12327/alanis-morissette-to-appear-in-riversides
  19. The Great Warming - Reviews. Abgerufen am 7. Dezember 2013.
  20. a b Chartquellen: DE AT CH UK US CA
  21. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151026759491794&set=a.10150647724216794.389711.6002796793&type=3
  22. MTV Europe Music Awards – Preisträger 1994–2009
  23. Die Brit Awards 1996 in der IMDb
  24. Der Echo – Die Preisträger
  25. Bravo Otto – 1996 Statistik & Sieger
  26. Comet-Gewinner 1995–2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alanis Morissette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien