Alban Haas

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Alban Haas 1927

Alban Haas (* 29. Januar 1877 in Diemantstein (Schwaben), heute Markt Bissingen; † 15. Mai 1968 in Neustadt an der Weinstraße) war ein deutscher katholischer Priester und Prälat, der als Heimatforscher und Kirchenhistoriker sowie Buchautor bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Alban Haas wurde als Sohn des gleichnamigen Lehrers in Diemantstein[1] geboren, das heute zur Marktgemeinde Bissingen in Bayerisch Schwaben gehört.

Sein jüngerer Halbbruder aus der zweiten Ehe des Vaters war der Komponist Joseph Haas, ein Schüler von Max Reger. Er komponierte u. a. 1930 zum Jubiläum des Doms im Bistum seines Bruders die Speyerer Domfestmesse.

Ausbildung[Bearbeiten]

Haas besuchte das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg und legte 1896 das Abitur ab. Ein Jahr lang studierte er Philosophie und Pädagogik in Dillingen (Donau), anschließend Theologie in München. Als Alumne des erzbischöflichen Priesterseminars Georgianum wurde er dort am 11. Juli 1900 zum Priester geweiht.

Beruf[Bearbeiten]

Zunächst wirkte Haas drei Jahre lang als Kaplan, dann bis 1913 als Stadtprediger in Günzburg. Außerdem unterrichtete er an der klösterlichen Lehrerbildungsanstalt der Englischen Fräulein. Hierfür legte er 1911 das staatliche Examen als Lehrerausbilder ab, auf das er sich im Selbststudium vorbereitet hatte.

Im Sommer 1913 versetzte die Bayerische Staatsregierung Haas an die Katholische Lehrerbildungsanstalt in Speyer. Hier unterrichtete er bis 1923 die angehenden Pädagogen hauptsächlich in den Fächern Deutsch, Geschichte und Französisch; am 1. September 1918 wurde er Präfekt des Institutes, 1920 avancierte er zum Studienprofessor. Ab 8. Dezember 1923 wirkte Haas, der 1925 zum Doktor der Theologie promoviert und 1928 zum Oberstudienrat befördert wurde, 15 Jahre lang als Religionslehrer am Humanistischen Gymnasium in Neustadt an der Weinstraße, das seit 1964 Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium heißt.

Mit 61 Jahren trat Haas im Dezember 1938 vorzeitig in den Ruhestand, in dem er sich als Heimatforscher für seinen Wohnort Neustadt und dessen Umgebung sowie als Kirchenhistoriker für das Bistum Speyer betätigte. Beispielsweise beschäftigte er sich mit der Auswertung des lokalgeschichtlich bedeutsamen Seelbuches des Liebfrauenstifts Neustadt. Das Stift war von den Wittelsbachern gegründet worden und diente diesen als Grablege. Die Ergebnisse seiner Forschungen legte Haas in mehreren Büchern nieder.

Werke[Bearbeiten]

(Auswahl)

  • Das Interdikt nach geltendem Recht mit einem geschichtlichen Überblick. Schippers, Amsterdam 1963 (Reprint der Ausgabe Würzburg, Univ. Diss. 1925)
  • Aus der Nüwenstat. Vom Werden und Leben des mittelalterlichen Neustadt an der Haardt. Selbstverlag, Neustadt/Weinstr. 1951 (1. Auflage; Untertitel ab der 2. Auflage – 1964 – abgeändert in „...an der Weinstraße“)
  • Das Leben des hl. Franz von Assisi. 1952 (deutsche Übersetzung des franz. Buches von Omer Englebert, La Vie de St. François d’Assisi, Paris 1947, durch Alban Haas und Annemarie Hogg)
  • Die Lazaristen in der Kurpfalz. Beiträge zu ihrer Geschichte. Pfälzische Verlagsanstalt, Neustadt/Weinstr. 1960

Ehrungen[Bearbeiten]

Kirchlicherseits trug Haas seit 1940 den Ehrentitel Päpstlicher Hausprälat mit der offiziellen Anrede Monsignore. Wegen seiner Verdienste um die Heimatforschung wurde er zum Ehrenbürger von Neustadt ernannt und dort, wie auch in seinem Geburtsort, mit einer Straßenwidmung geehrt.

1953 erhielt er das Verdienstkreuz (Steckkreuz) der Bundesrepublik Deutschland, 1967 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[2].

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Pilger, Speyer: Goldenes Priesterjubiläum von Prälat Haas. Der Pilger Nr. 31, 30. Juli 1950
  • Fritz Steegmüller: Geschichte der Lehrerbildungsanstalt Speyer, 1839–1937. Pilger-Verlag, Speyer 1978

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinde Diemantstein
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)