Albaner in Mazedonien

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Die Bunte Moschee ist das religiöse Zentrum der muslimischen Albaner in Tetovo.

Die Albaner in Mazedonien bilden die größte ethnische Minderheit des Landes und stellen in 13 (einschließlich zwei Bezirken in der Hauptstadt Skopje) von 81 Opštini über die Hälfte der Bevölkerung. Laut der letzten Volkszählung in Mazedonien vom Jahr 2002 wird ihre Zahl mit 509.083 Personen angegeben, was 25,17 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.[1] Einige albanische Parteien, Organisationen, Vereine und Nicht-Regierungsorganisationen schätzen die Zahl der albanischen Volksgruppe jedoch weitaus höher ein.

Die Albaner sind eine autochthone Bevölkerung in Mazedonien und leben seit Jahrhunderten mit (slawischen) Mazedoniern, Türken, Roma und Serben nebeneinander. Nach dem Fall des Osmanischen Reichs Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die albanisch bewohnten Gebiete des heutigen Mazedoniens an das Königreich Serbien. Das Mutterland Albanien umfasste somit nur etwa die Hälfte der von Albanern bewohnten Region des Balkans.

Geographische Verteilung[Bearbeiten]

Anteil der albanischen Bevölkerung in den Gemeinden Mazedoniens
Orange: Mehrheit (über 50 %)
Gelb: Minderheit (20 bis 50 %)
Grün: Minderheit (10 bis 20 %)
Türkis: nicht vorhanden oder Minderheit (0 bis 10 %)

Die Albaner Mazedoniens leben hauptsächlich im westlichen Teil des Landes. Ihr Siedlungsgebiet zählt zum geschlossenen Sprachraum des Albanischen auf der Balkanhalbinsel, ist jedoch teilweise auch von anderen Ethnien besiedelt. Seit 1912 ist dieses Siedlungsgebiet durch Grenzen von Albanien und Kosovo getrennt.

Die albanische Bevölkerung des Landes siedelt insbesondere am Prespasee, im Flusstal des Schwarzen Drins, am oberen Flusslauf des Vardars und im Becken von Kumanovo. Weitere Siedlungsgebiete sind die Ebene von Bitola sowie einige Gegenden im westlichen Hügelland Mazedoniens zwischen Bitola und Skopje, jedoch bilden die Albaner hier meist eine Minderheit in der Gesamtbevölkerung.

Prozentualer Anteil der Albaner an der Gesamtbevölkerung der jeweiligen Gemeinde[1]
100–50 % 50–20 % < 20 % (Auswahl)
Lipkovo Kumanovo Ilinden
Studeničani Petrovec Veles
Aračinovo Zelenikovo Gradsko
Tearce Skopje Drugovo
Tetovo Čučer-Sandevo Centar Župa
Želino Sopište Debarca
Brvenica Jegunovce Ohrid
Bogovinje Čaška Demir Hisar
Vrapčište Dolneni Resen
Gostivar Kruševo Bitola
Oslomej Kičevo Mavrovo und Rostuša
Zajas
Debar
Struga
Die Gemeinden in Kursiv wurden 2013 mit der Gemeinde Kičevo fusioniert.

Demographisches Verhalten[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die jeweiligen prozentualen Anteile der albanischen und (slawisch-)mazedonischen Einwohner an der Gesamtbevölkerung Mazedoniens zwischen 1948 und 2002.[2]

1948 1953 1961 1971 1981 1991 1994 2002
Mazedonier 68,5 66 71,2 69,3 67 65,3 66,6 64,18
Albaner 17,1 12,4 13 17 19,8 21,7 22,7 25,17

Wie in der Tabelle ersichtlich, erlebte der Anteil der Albaner zwischen 1948 und 1953 einen ausgesprochen tiefen „Sturz“. Demnach fiel er von 17,1 auf 12,4 Prozent. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich bei der Volkszählung 1953 viele als Türken klassifizierten, um so in die Türkei auswandern zu können. Deswegen stieg auf der anderen Seite der Anteil der türkischen Bevölkerung von 8,3 % (1948) auf 15,6 % (1953).

Auch zu bemerken sind die Daten von 1991. Die damalige in Jugoslawien ausgeführte Volkszählung wurde von der Mehrheit der albanischen Bevölkerung Jugoslawiens boykottiert. Diese Angaben beruhen daher auf Daten aus Melderegistern sowie Fortschreibungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Fotografie eines Albaners in Skopje von 1903, Franz Nopcsa
Für die Geschichte bis 1912 siehe Geschichte Albaniens und Makedonien, für die anschließenden Ereignisse siehe auch Geschichte Mazedoniens

Trennung von Albanien – Teil Serbiens (Jugoslawiens)[Bearbeiten]

Im Dezember 1912, kurz nach der Niederlage des Osmanischen Reiches gegen den Balkanbund in den Balkankriegen, versammelten sich Botschafter der damaligen Großmächte (Großbritannien, Deutschland, Russland, Österreich-Ungarn, Frankreich und Italien) in London zur Klärung der offen gebliebenen Fragen des Konflikts. Die Londoner Botschafterkonferenz anerkannte aufgrund der Unterstützung Österreich-Ungarns und Italiens einen unabhängigen albanischen Staat. Die Grenzen des neuen Staats bezogen jedoch weite Gebiete des albanischen Siedlungsraumes nicht mit ein. So fiel ein großer Teil des albanischen Siedlungsgebietes dem Königreich Serbien zu, darunter auch jene in der Vardarska banovina (serbischer Teil der historischen Region Makedonien), die später in etwa zur Sozialistischen Republik Mazedonien wurde.[3]

Nachkriegszeit – sozialistisches Jugoslawien[Bearbeiten]

Als die Sozialistische Republik Mazedonien 1946 ausgerufen wurde, garantierte deren kommunistische Verfassung den Minderheiten das Recht auf kulturelle Entwicklung und den freien Gebrauch ihrer Sprache.[4] Sofort begann man mit der Errichtung von Schulen für die Minderheiten, um deren hohe Analphabetenrate zu senken. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurden kontinuierlich Maßnahmen eingeleitet, um die albanische Volksgruppe in das wirtschaftliche und soziale Leben des neuen sozialistischen Staates einzugliedern sowie dessen soziale Möglichkeiten zu verbessern. So stieg seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Bevölkerungszahl des Landes stetig. Zwischen 1953 und 2002 wuchs auch die albanischsprachige Bevölkerung um 31,3 Prozent.

Zerfall Jugoslawiens – soziale Spannungen zwischen den Ethnien[Bearbeiten]

In den späten 1980er Jahren, als der Provinz Kosovo die Autonomie durch Jugoslawien entzogen wurde und somit die Unterdrückung der albanischen Volksgruppe zunahm, fanden ähnliche Entwicklungen auch in der Teilrepublik Mazedonien statt. Diese Assimilationspolitik wurde zusätzlich mit der Verfassungsänderung von 1990 verdeutlicht: Mazedonien wurde von als ein Staat des mazedonischen Volkes und der albanischen und türkischen Nationalitäten zu einem Nationalstaat des mazedonischen Volkes neu definiert.

Am 8. September 1991 erklärte sich Mazedonien als vierte Teilrepublik Jugoslawiens (nach Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina) für unabhängig und es fanden zum ersten Mal freie Parlamentswahlen statt. Der Demokratisierungsprozess wurde somit eingeleitet. Mazedonien trat als einzige Teilrepublik ohne Belgrader Widerstand aus der sozialistischen Bundesrepublik aus. Im Gegensatz zu Slowenien, Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina gab es in Mazedonien keinen Krieg.

Im Januar 1992 organisierten Albaner im südwestmazedonischen Struga ein Referendum über eine territoriale Autonomie. Mit der Begründung, dass dieses Vorhaben sezessiv sei, erklärte die mazedonische Regierung das Vorhaben als illegal. Der Rat der albanischen politischen Parteien im ehemaligen Jugoslawien beschloss, dass die Autonomie die letzte Möglichkeit der Albaner in der Republik Mazedonien wäre, wenn alle anderen demokratischen Bemühungen scheitern würden. Diese Autonomieerklärung der „Republik Ilirida“ wird nicht von allen politischen Parteien der Albaner Mazedoniens unterstützt, vielmehr war sie ein symbolischer Akt.

Die Missstände der ethnischen Minderheiten vergrößerten sich kontinuierlich. Im Februar 2001 eskalierten schließlich die offenen Feindseligkeiten in bürgerkriegsähnliche Zustände. Der Aufstand wurde durch die Nationale Befreiungsarmee (albanisch Ushtria Çlirimtare Kombëtare, kurz UÇK) im Nordwesten und Norden des Landes an der Grenze zu Kosovo bzw. Serbien geführt. Unter internationaler Vermittlung wurde im Juli 2001 ein Waffenstillstand vereinbart. Das Rahmenabkommen von Ohrid sollte eine angemessene Repräsentation der albanischen Minderheit in Politik und Verwaltung sichern sowie die Nationale Befreiungsarmee entwaffnen. Ein integraler Bestandteil des Abkommens ist zum Beispiel eine Gleichsetzung der albanischen mit der mazedonischen Sprache in Gemeinden, wo Albaner über 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.[5]

Das Abkommen wurde durch die nachfolgenden Regierungen (unter anderem VMRO-DPMNE) mehr oder weniger ausgeführt, jedoch blieben grundlegende Fragen weiterhin offen und eine gesellschaftliche Gleichstellung mit dem (slawisch-)mazedonischen Volk ist bis heute nicht erreicht. Immer wieder flammen nationalistisch motivierte Konflikte – auf beiden Seiten, vor allem durch Jugendliche – auf.

Soziale Situation[Bearbeiten]

Straßenszene in Tetovo: Wasserverkäufer

Große Teile der albanischen Bevölkerung in Mazedonien sind in der Vergangenheit regelmäßig ausgewandert. Neben wirtschaftlichen Gründen gab es auch politische und religiöse Motive. Erstes Ziel im frühen 20. Jahrhundert war meist die Türkei, wo die Emigranten auf mehr Religionsfreiheit trafen. Viele beherrschten schon die türkische Sprache und waren auch meist mit der dortigen Kultur vertraut, die nicht sonderlich anders war als ihrige. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Ziele der Emigranten und nunmehr waren West- und Mitteleuropa sowie die Vereinigten Staaten Aufnahmeländer der nach Arbeit suchenden Menschen; aber auch in Süd- und Nordeuropa sowie in Australien entstanden zahlreiche, jedoch kleinere Immigranten-Gemeinden. In der neuen Welt angekommen, verrichteten die Albaner vorerst niedere Arbeit im Baugewerbe, in Bergwerken, Fabriken, in der Landwirtschaft und Viehzucht sowie in der Gastronomie. Der niedrige Bildungsstand und die fehlenden finanziellen Mittel hinderten die Einwanderer auf eine Verbesserung ihrer Lebenslage. Auch dort anzutreffende Fremdenfeindlichkeit und die Nicht-Beherrschung der neuen Sprache machten den Emigranten schwer zu schaffen.

Ab den späten 1980er Jahren verschlechterte sich die politische und rechtliche Lage der Albaner im gesamten Jugoslawien zusehends. Die Diskriminierung in der Arbeitswelt nahm zu, Rechte und Freiheiten wurden stark eingeschränkt und die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf beiden Seiten (Albaner und Mazedonier) stieg rasant an. Durch diese von der mazedonischen Regierung betriebene Minderheitenpolitik verschärften sich die Spannungen zwischen den Völkern innerhalb Mazedoniens und überall erstarkte der Nationalismus. 2001 lief das Fass über und es kam zu einem Aufstand albanischer Freischärler. Nach mehrmonatigen Kämpfen zwischen albanischen Guerilla-Kämpfern und der mazedonischen Polizei beziehungsweise Armee wurde im August des gleichen Jahres ein Rahmenabkommen in der Stadt Ohrid vereinbart. Die wichtigsten Vertreter aus beiden Seiten sowie ausländische Gesandte kamen zusammen und unterzeichneten den Vertrag, der als Kerninhalt neben der Entwaffnung der Ushtria Çlirimtare Kombëtare (UÇK) auch die Wahrung der Minderheitenrechte der Albaner beinhaltete. Aus der UÇK ging nach 2001 die heutige Partei Demokratische Union für Integration (BDI) heraus, die zur stimmenstärksten unter den Albanern gilt. Seitdem war sie mehrere Male Teil von Regierungen (vor allem VMRO-DPMNE) und konnte Minister stellen. Aber auch die Albanische Demokratische Partei (PDSH) bildete – meist mit den Sozialdemokraten – Regierungen. Als Kernaufgabe stellten sich die albanischen Parteien die Umsetzung des Abkommens, was größtenteils gelungen ist. Die Erfolge werden jedoch pausenlos von kriminellen Vorfällen auf beiden Seiten überschattet. Extreme Nationalisten aus beiden Völkern haben sich zum Ziel die Zerstörung der „feindlichen“ Ethnie und dessen Kulturgütern gesetzt und organisieren dauernd Sabotageakte und Übergriffe auf Moscheen und Tekken beziehungsweise Kirchen und Klöstern. Dadurch steigen die Spannungen zwischen den Ethnien noch mehr und als Reaktion versammeln sich Bürger zu Demonstrationen, die teils friedlich und teils gewalttätig verlaufen.[6]

Die Regierung in Skopje verhält sich zur innenpolitischen Situation meistens passiv und erwähnt ständig das Rahmenabkommen von Ohrid, worauf sich alle Ethnien besinnen sollen. Auch offizielle albanische Stellen mahnen zur Ruhe und Ordnung sowie zur Pflege der zwischenethnischen Beziehungen.

Die Albaner in Mazedonien halten wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen mit Albanien und dem Kosovo aufrecht.

Politik[Bearbeiten]

Die Parteilandschaft der albanischen Minderheit Mazedoniens ist in viele kleine politische Parteien zersplittert. Zwei größere bestimmten in der Vergangenheit und bis in die heutige Zeit hinein das politische Geschehen der Minderheit: die 1997 gegründete Albanische Demokratische Partei (PDSH) und die 2001 gegründete, als Nachfolgeorganisation der UÇK entstandene Demokratische Union für Integration (BDI). Weitere neuere Parteien sind die Neue Demokratie (DR) von 2008 und vor allem die Nationale Demokratische Wiedergeburt (RDK) von 2011. Bis 2008 spielte zudem die Partei für Demokratische Prosperität eine zentrale Rolle in der Politik der Albaner Mazedoniens. Die Sitzverteilung der albanischen Parteien im Parlament Mazedoniens (mazedonisch Sobranie Собрание; albanisch Kuvend/-i) sieht seit den letzten Wahlen von 2011 wie folgt aus:[7]

Partei Akronym Parlamentssitze Prozentualer
Anteil
Demokratische Union für Integration BDI 15 von 123 12,20 %
Albanische Demokratische Partei PDSH 8 von 123 6,50 %
Nationale Demokratische Wiedergeburt RDK 2 von 123 1,63 %
Insgesamt 25 von 123 20,33 %

Zu den wichtigsten nicht-parlamentarischen politischen Bewegungen der albanischen Minderheit zählt die Bürgerbewegung Zgjohu! („Wach auf!“).

Kultur[Bearbeiten]

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Blick auf den Campus der South East European University

Kulturell sind die Albaner Mazedoniens mit Albanien und Kosovo verbunden. Die gemeinsame Flagge, die nationale Hymne, die gemeinsame Geschichte, die nationalen Volkslieder, die gemeinsame Sprache und vieles mehr zählen zu den verbindenden Faktoren.

Bildung in albanischer Sprache findet in allen Stufen statt, so auch in der seit 2004 Staatlichen Universität Tetovo, die 1994 gegründet wurde. Die South East European University bietet seit ihrer Gründung 2001 ebenfalls Unterricht in albanischer Sprache an. Die Stadt Tetovo übernimmt im Land zugleich für die albanische Bevölkerung eine zentrale Rolle: hier haben die meisten politischen Parteien, viele Nichtregierungsorganisationen und Firmen sowie Landesvereine ihren Sitz.

Die Kultur der Albaner war neben der osmanischen Einwirkung, wie in Albanien und Kosovo, auch von serbischen und bulgarischen/mazedonischen Elementen beeinflusst. Aber auch umgekehrt flossen Bestandteile der albanischen Kultur in die genannten Völker. Dieses symbiotische Zusammenleben mit den anderen Nationen machte die Albaner Mazedoniens selbstständiger von den Kulturen Albaniens und des Kosovo.

Die größten Medien der albanischen Minderheit in Mazedonien sind der Privatsender Alsat-M, die jeden zweiten Tag erscheinende Zeitung Zhurnal,[8] der Privatsender Era TV aus Tetovo,[9], die Tageszeitung Koha,[10] und der albanische Kanal der Makedonska Radio-Televizija.[11]

Sprache[Bearbeiten]

Der Kongress von Monastir war ein bedeutender Schritt in der Geschichte der albanischen Schriftsprache. Er fand 1908 in Bitola (oder Monastir) statt.

Die Muttersprache der Albaner Mazedoniens ist die zum Indoeuropäischen gehörende albanische Sprache, welche in den Gemeinden mit über 20 Prozent der Bevölkerung Albaner als zweite Amtssprache gilt. Das Mazedonische und Türkische werden von einigen Bevölkerungsschichten fließend beherrscht, unter anderem von denjenigen in ethnisch gemischten Städten und Dörfern. In der Schule werden neben der Amtssprache Mazedonisch auch Englisch und Französisch unterrichtet.

Für die Sprachgeschichte des Albanischen spielt die südwestmazedonische Stadt Bitola (Monastir; alb. Manastir) eine wichtige Rolle. 1908 fand dort vom 14. bis 22. November der Kongress von Monastir statt, welcher den einheitlichen Gebrauch der albanischen Schriftsprache mit den bis heute geltenden Regeln festlegte. Die Teilnehmer einigten sich auf eine streng phonetische Schreibweise mit nur zwei Sonderzeichen (Ç/ç [ʧ] und Ë/ë [ə]).

Das Albanische kennt zwei Dialekte, deren beide Sprachräume sich im Südwesten Mazedoniens angrenzen. Diese regionalen Mundarten werden in den nachfolgenden zwei Abschnitten näher beschrieben.

Gegisch[Bearbeiten]

Karte des albanischen Sprachraumes in Südost- und Südeuropa. Insgesamt werden in Mazedonien vier Unterdialekte des Gegischen und Toskischen gesprochen.

Die Mehrheit der Albaner in Mazedonien spricht gegische Varietäten der albanischen Sprache, die teilweise sehr unterschiedlich zueinander sind. Das gegischsprachige Gebiet Mazedoniens wird linguistisch (meist) in zwei Zonen geteilt: die nördliche größere (genannt „Nordost-Gegisch“) umfasst die Regionen von Kumanovo (alb. Kumanova), Skopje (Shkup), Tetovo (Tetova), Gostivar und Kičevo (Kërçova). Die südliche kleinere Zone (genannt „Zentral-Gegisch“) umfasst Debar (Dibra) und Struga (zu den verschiedenen Dialekten des Albanischen siehe hier).

Toskisch[Bearbeiten]

In der Region des Ohrid- und Prespasee sowie in der Umgebung der Städte Bitola, Kruševo und Dolneni gibt es zudem einige Dörfer, wo toskische Dialekte gesprochen werden. Am Ohridsee sind dies Frangovo (alb. Frëngova), Kališta (Kalisht), Radolišta (Ladorisht), Zagračani (Zagraçan) und zum Teil auch in Dolna Belica (Belica e Poshtme) und als Einwanderersprache in den Städten Struga und Ohrid (Ohër). Am Prespasee sind dies die Dörfer Arvati, Asamati, Gorna Bela Crkva (Kisha e Bardhë e Sipërme), Grnari (Gërnar), Dolna Bela Crkva (Kisha e Bardhë e Poshtme), Kozjak, Krani (Kran), Nakolec, Sopotsko (Sopocka) und die Stadt Resen (Resnja). In der Region Bitola (Manastir) sind es die Dörfer Trnovo (Tërnova), Nižepole (Nizhepola) und Bratin Dol (Bratin Doll) sowie als sehr kleine Minderheit auch in der Stadt selber. In der Gemeinde von Kruševo (Krusheva) lebt zudem eine große toskisch-albanische Minderheit (etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung). Zu den Dörfern mit mehrheitlich albanischer Bevölkerung zählen Aldanci (Alladinc), Belušino (Bellushina), Borino (Borina), Jakrenovo (Jakrenova), Norovo (Norova), Presil (Presill) und Saždevo (Sazhdeva). In der Gemeinde von Dolneni (Dollnen) haben sechs Dörfer albanische Einwohner, jedoch stellen sie davon nur in Crnilište (Cënilisht) und Žitoše (Zhitoshja) die große Mehrheit. Alle toskischen Varietäten innerhalb Mazedoniens zählen sprachwissenschaftlich gesehen zum „Nord-Toskischen“ (zu den verschiedenen Dialekten des Albanischen siehe hier).

Religion[Bearbeiten]

Katholische Albaner aus Skopje mit traditioneller Volkstracht um 1910

Im Gegensatz zu den Albanern in Albanien und im Kosovo gehören die Albaner in Mazedonien fast ausschließlich dem Islam an. Als Sunniten bekennen sie sich zum Koran und zur Sunna (Tradition des Propheten Mohammed); meist gilt die Rechtsschule der Hanafiten. In den letzten Jahren breitete sich in geringer Größe auch die Glaubensrichtung der Wahhabiten und Salafisten aus. Im Unterschied zu Albanien gibt es in Mazedonien so gut wie keine schiitische Bektaschi. Auch Christen (orthodoxe und katholische) sind unter den Albanern nahezu keine anzutreffen, was in Albanien und im Kosovo ganz anders ist.

Mit der Einverleibung des Balkans in das Osmanische Reich fasste auch der Islam Fuß in das Gebiet des heutigen Mazedonien. Die Osmanen errichteten Moscheen, Medresen, Hammāme, Karawansereien (Hane) und Türben. Bis die Albaner zur neuen Religion konvertierten, dauerte es noch einige Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte. Auch Mazedonier (zur osmanischen Zeit sich noch als Bulgaren ansehend) konvertierten zu einem gewissen Teil (Torbeschen), doch die Mehrheit behielt ihren christlich-orthodoxen Glauben. Die wenigen nicht konvertierten Albaner bulgarisierten sich schnell. Mit der Einwanderung vieler Türken in den Balkan als Händler, Diplomaten oder auch nur als Bauern wurde das Gebiet des heutigen Mazedoniens regelrecht multikulturell. Viele Albaner (vor allem in den Städten) behaupteten sich als Türken, da sie sich damit eine höhere soziale Stellung erhofften und sich besser mit dem Islam identifizieren konnten. Noch heute tun dies viele Familien, doch ihre Zahl wird immer kleiner, da die Türkei heute eine weniger wichtige Rolle im Land einnimmt, als sie dies noch vor 100 Jahren tat.

In vielen Städten ließen sich während der osmanischen Ära zudem Sufisten nieder, die den Islam in Mazedonien mit den vielen Tekken stark beeinflussten.

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Viele muslimische Albaner feiern bis heute noch einzelne ursprünglich christliche Traditionen, wie zum Beispiel den Georgstag (alb. Shën Gjergji) oder den Namenstag von Demetrios von Thessaloniki (Shën Mitri).

Persönlichkeiten (Auswahl)[Bearbeiten]

Mutter Teresa (1910–1997) gehört wohl zu den bekanntesten albanischen Persönlichkeiten aus Mazedonien.

Viele Persönlichkeiten aus der albanischen Geschichte stammen aus Mazedonien. Aber auch heute noch gibt es nennenswerte albanische Schriftsteller, Sportler und Politiker aus Mazedonien.
Zu den wichtigsten gehörte Mutter Teresa (1910–1997), die als Anjeza Gonxhe Bojaxhiu in Skopje geboren wurde und durch ihre humanitären Hilfsprojekte für Arme weltweit Bekanntheit erlangte. Ihre Familie stammt hingegen nicht aus Mazedonien, der Vater kam aus Albanien und die Mutter aus dem Kosovo. Nexhmije Hoxha wurde 1912 in Bitola geboren und ist die Witwe des ehemaligen Diktators Albaniens, Enver Hoxha.
Zu den heutigen bekannten Albanern aus Mazedonien zählen einige Fußballspieler wie Blerim Džemaili (* 1986 in Tetovo), Admir Mehmedi (* 1991 in Gostivar) und Berat Sadik (* 1986 in Skopje). Weitere Persönlichkeiten waren beziehungsweise sind der ehemalige Staatssekretär für Nationale Verteidigung der Türkei Hayrullah Fişek (1885–1975) und der Dichter Luan Starova (* 1941 in Pogradec, wohnhaft in Mazedonien). Auch die Politiker Ali Ahmeti (* 1959 in Zajas), Menduh Thaçi (* 1965 in Tetovo) und Arbën Xhaferi (1948–2012) sowie der Schriftsteller Kim Mehmeti (* 1955 in Grčec) sind bzw. waren namhafte albanische Persönlichkeiten Mazedoniens.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Thede Kahl, Izer Maksuti, Albert Ramaj: Die Albaner in der Republik Makedonien. Fakten, Analysen, Meinungen zur interethnischen Koexistenz. In: Wiener Osteuropa Studien. Band 23, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3700005849, ISSN 09467246.
  •  Ilber Sela: Die politische Frage der Albaner in Mazedonien. GRIN Verlag, 2003, ISBN 978-3-638-18713-8 (Auszug bei Google Books).
  •  Robert Pichler, Michael Petrowitsch (Hrsg.): Erkundung einer Landschaft. Postsozialistische Lebenswelten im mazedonisch-albanischen Grenzgebiet (Preučevanija pokrajine. Postsocialistični živiljenjski svetovi na obmejnem območju med Makedonijo in Albanijo). Ausstellungskatalog (= catalog #20). Pavelhaus, Laafeld (Potrna) 2012, ISBN 978-3-900181-61-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albanians in the Republic of Macedonia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. a b Resultate der Volkszählung 2002 in Mazedonien. In: Staatliches Statistikbüro. Abgerufen am 6. Oktober 2013 (englisch, PDF-Datei; 394 kB; S. 34).
  2.  Thede Kahl, Izer Maksuti, Albert Ramaj: Die Albaner in der Republik Makedonien. Fakten, Analysen, Meinungen zur interethnischen Koexistenz. In: Wiener Osteuropa Studien. Band 23, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3700005849, ISSN 09467246, Getrennte Wege: Das demographische Verhalten von Makedoniern und Albanern in Makedonien 1944-2004, S. 170–171.
  3.  Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische Selbstbestimmung auf dem Balkan (= Südosteuropäische Arbeiten. 97). Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1996, ISBN 3486561731, S. 42–44 (online, abgerufen am 9. Februar 2012).
  4. Cvetan Cvetkovski: Constitutional History of Macedonia. In: Centre for European Constitutional Law. Abgerufen am 6. Oktober 2013 (englisch).
  5. Rahmenabkommen von Ohrid. Abgerufen am 6. Oktober 2013 (englisch, PDF-Datei; 48 kB).
  6. Mazedonien: Keine Toleranz bei Misshandlungen durch Polizeikräfte. Amnesty International, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  7. Assembly of the Republic of Macedonia – Current Situation 2011–2015. In: Offizielle Website des mazedonischen Parlaments. Abgerufen am 25. Mai 2012 (englisch).
  8. Zhurnal. In: Offizielle Internetseite. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (albanisch).
  9. Era TV. In: Offizielle Internetseite. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (albanisch).
  10. Koha. In: Offizielle Internetseite. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (albanisch).
  11. Radio Televizioni i Maqedonisë. In: Offizielle Internetseite. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (albanisch).