Albanien

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Albanien (Begriffsklärung) aufgeführt.
Republika e Shqipërisë
Republik Albanien
Flagge Albaniens
Wappen Albaniens
Flagge Wappen
Amtssprache Albanisch
Hauptstadt Tirana
Staatsform Parlamentarische Republik
Regierungssystem Parlamentarisches System
Staatsoberhaupt Staatspräsident Bujar Nishani
Regierungschef Ministerpräsident Edi Rama
Fläche 28.748[1] km²
Einwohnerzahl 2.821.977 (2011)[2]
Bevölkerungsdichte 98,2 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2013:[3]
Human Development Index 0,749 (70.)
Währung Albanischer Lek (ALL)
Unabhängigkeit 28. November 1912
(vom Osmanischen Reich)
Nationalhymne Himni i Flamurit
Nationalfeiertag 28. November
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen AL
ISO 3166 AL, ALB, 008
Internet-TLD .al
Telefonvorwahl +355
Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Grönland Färöer Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weißrussland Russland Ukraine Autonome Republik Krim Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoAlbania in Europe.svg
Über dieses Bild

Albanien (albanisch unbestimmt: Shqipëri, bestimmt: Shqipëria), amtlich Republik Albanien (alb. Republika e Shqipërisë), ist ein Staat in Südosteuropa bzw. auf der Balkanhalbinsel. Er grenzt im Norden an Montenegro und den Kosovo, im Osten an Mazedonien und im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten des Adriatischen und des Ionischen Meeres gebildet, wodurch das Land zu den Anrainerstaaten des Mittelmeeres zählt. Das Land ist Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der CEFTA, der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, des Europarates, des Kooperationsrates für Südosteuropa, der OSZE und Beitrittskandidat der EU. Der Index für menschliche Entwicklung zählt Albanien zu den hoch entwickelten Staaten.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Albaniens

Überblick

Mit seiner Fläche von 28.748 Quadratkilometern ist Albanien etwas kleiner als Belgien und hat mit 2,82 Millionen etwas mehr Einwohner als Schleswig-Holstein.

Albanien besitzt an der Adria und am Ionischen Meer eine 362 Kilometer lange Küste mit vielen Sand- und Kiesstränden. Bekannte Urlaubsorte sind Velipoja, Shëngjin, Durrës und Vlora an der Adria sowie Dhërmi, Himara und Saranda am Ionischen Meer. An der engsten Stelle der Adria – der Straße von Otranto – ist die albanische Küste nur 73 Kilometer von Italien entfernt, beim Ort Ksamil nur zwei Kilometer von der griechischen Insel Korfu.

Naturräumliche Gliederung

Morgenstimmung am Koman-Stausee in Nordalbanien
Kiesstrand bei Saranda

Etwa die Hälfte des albanischen Staatsgebiets wird von Bergland mit Höhen von über 600 m ü. A. eingenommen. Ein kleiner Teil davon sind Hochgebirgsregionen.[4] Vom Skutarisee im Norden bis nach Vlora im Süden erstrecken sich zum Teil nur wenige Kilometer breite Alluvialböden entlang der Küste, die sich in Mittelalbanien zur großen Myzeqe-Ebene ausdehnen. An der Küste befinden sich zahlreiche Lagunen und Feuchtgebiete.

Da nur die Täler, das Hügelland, Teile der Küstenebene und einige Hochebenen eine dichtere menschliche Besiedlung ermöglichen, ist in diesen Regionen die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während andere Teile des Landes sehr spärlich bewohnt sind.

Im Norden des Staates befinden sich die Albanischen Alpen, die zu den Dinariden gehören. Höchster Berg Albaniens ist mit 2764 m ü. A. der Korab, nordöstlich von Peshkopia direkt an der Grenze zu Mazedonien gelegen. Ein weiterer hoher und auch bekannter Berg ist die Jezerca. Diese ist mit 2694 m ü. A. der höchste vollständig in Albanien liegende Berg.

Gewässer

Alle großen Flüsse Albaniens münden in die Adria. Mit 282 Kilometern Länge ist der Drin der längste Fluss des Landes. Der Schwarze Drin entspringt dem Ohridsee. Beim nordalbanischen Kukës vereinigt er sich mit dem aus dem Kosovo kommenden Weißen Drin. Der Drin fließt dann in westlicher Richtung durch mehrere große Stauseen und mündet bei Shkodra in die Buna. Die anderen größeren albanischen Flüsse Mat, Shkumbin, Seman mit Devoll und Vjosa (in ihrer Nennung von Norden nach Süden) fließen mehr oder weniger direkt in westlicher Richtung der Adria zu, wobei alle Bergketten durchbrechen. Die kurze Buna entwässert den Shkodrasee in die Adria und bildet dabei streckenweise die Grenze zu Montenegro.

Klima

Klimadiagramm der Hauptstadt Tirana

In Albanien herrscht ein subtropisch-mediterranes Winterregenklima (Mittelmeerklima) mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16 °C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 Millimetern.

In Tirana sind zwei Sommermonate arid. Die nördlichen und östlichen Bergregionen weisen harte Winter auf. Auch im Sommer kann es in den Gebirgsregionen recht kühl werden. Im Winter sind viele Orte in diesen Gebieten wegen Schnees für Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Im Süden am Ionischen Meer ist das Klima deutlich milder, was auch im Winter zu meist milden Temperaturen führt. In den Küstenregionen nehmen im Winter die Niederschlagsmengen deutlich zu.[5] In Saranda werden jährlich fast 300 Sonnentage verzeichnet.

Städte

In einem Außenbezirk von Tirana. Die Hauptstadt Albaniens verzeichnete in den letzten 20 Jahren ein Bevölkerungswachstum von über 100 %.

Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung (54 %) lebt in Städten.[2] Die größten Städte finden sich in den westlichen Küstenniederungen. Die größten Städte sind in den letzten Jahren stark gewachsen, während kleinere Orte an Einwohner verloren. Insbesondere Tirana hat sich weit ins Umland ausgedehnt und bildet heute zusammen mit Vorstädten und Durrës eine Metropolregion.

Rang Stadt Einwohner
(2011)
Qark
01. Tirana
Agglomeration
418.495
895.042
Tirana
02. Durrës 113.249 Durrës
03. Vlora 79.513 Vlora
04. Elbasan 78.703 Elbasan
05. Shkodra 77.075 Shkodra
06. Kamza 66.841 Tirana
07. Fier 55.845 Fier
08. Korça 51.152 Korça
09. Berat 36.496 Berat
10. Lushnja 31.105 Fier

Natur und Umwelt

Albanien beheimatet eine reiche Artenvielfalt und kämpft gleichzeitig mit einer Reihe von Umweltproblemen. Illegaler Holzeinschlag, unkontrollierte Fischerei und Jagd, Überweidung und die Zerstörung von Wald- und Weideland sind nur einige Probleme. In den letzten Jahren stieg allerdings auch die Fläche der unter Schutz gestellten Gebiete von 3,6 Prozent der Landesfläche im Jahr 2002 auf aktuell 9,9 Prozent (2010).[6] Albanien hat Anteile am Grünen Band Europas und liegt im Blauen Herzen Europas.[7][8]

Flora und Fauna

Das Land liegt in einer artenreichen Region, welche vor allem viele Pflanzenarten aufweist. Die albanische Flora weist über 3221 Arten auf, davon sind 489 auf der Balkanhalbinsel endemisch, und 40 Arten gibt es nur in Albanien. An der Küste wachsen Palmen, Orangen- und Zitronenbäume. Die tief in das Bergland eingegrabenen Flusstäler sind von Walnuss- und Mandelbäumen gesäumt. In den Wäldern im Norden wachsen unter anderem Tannen, Fichten, Eichen, Buchen und Ahornbäume. Besonders Eichenwälder sind typisch und bilden ein Fünftel der albanischen Wälder. Im wärmeren Süden und in den Küstenebenen wachsen vor allem Pinien, Trockenbäume, Linden und Olivenbäume. Mittelmeersträucher sind bis zu 800 Meter über dem Meeresspiegel verbreitet, neben Eukalyptusbäumen, Seefeigen und Lorbeer.[9]

Der Steinadler (alb. Shqiponja) – ein Symbol Albaniens

Mit vielen unerschlossenen Landschaften bildet das Land Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen Vögeln und anderen Tieren, die anderswo in der Region bereits verschwunden sind. In den abgelegenen Berggebieten leben Wölfe, Luchse und Füchse; Hirsche, wilde Ziegen und Wildschweine sind ebenfalls verbreitet. Die Zahl der Braunbären soll sich Ende der 1990er Jahre stark dezimiert haben.[10] Zudem hat Albanien mehr als 350 heimische Vogelarten. Dazu gehören unter anderem Adler, Falken und Milane. Die Feuchtgebiete an der Küste und die Seen sind wichtige Stationen für viele Zugvögel. In albanischen Gewässern gibt es ca. 260 Salz- und Süßwasserfischarten sowie Suppenschildkröten und Karettschildkröten.[11]

Auch in Albanien wurde in den letzten 25 Jahren ein schneller Rückgang der Biodiversität festgestellt. Zwei Pflanzen- und vier Säugetierarten sind ausgestorben. Bei 27 Säugetierarten, 89 Vogelarten, sechs Fischarten und vier Pflanzenarten wurde ein Bestandsrückgang um mehr als die Hälfte festgestellt.[11] Anfangs 2014 wurde ein Jagdbann für zwei Jahre verfügt, um die bedrohte Tierwelt zu schützen.[12]

Nationalparks

In den Albanischen Alpen bei Theth: die Bergspitzen Radohima und Arapi

In Albanien gibt es 14 Nationalparks, die als Rückzugsgebiet für zahlreiche Pflanzen und Tiere dienen und unberührte Landschaften beherbergen. Die größten sind der Prespa-Nationalpark, der Shebenik-Jablanica-Nationalpark und der Dajti-Nationalpark. Besonders der Nationalpark von Thethi in Nordalbanien wird für Touristen ein immer beliebteres Reiseziel.

Umweltverschmutzung

Vor allem in dicht besiedelten Regionen ist die Umwelt zum Teil stark verschmutzt. Nach einem Bericht des Guardian Weekly vom April 2004 war Albanien das Land mit der höchsten Umweltverschmutzung in Europa. Es gibt eine starke Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung durch die Altlasten der Industrie. Der Anstieg der Luftverschmutzung in den letzten Jahren hat seine Ursache jedoch im Zuwachs an Automobilen, die meist als Gebrauchtwagen aus dem Westen eingeführt werden. Hierbei werden wegen der schlechten Beschaffenheit des Straßenbelags oft alte, robuste Dieselfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz bevorzugt.[13]

Ferner tragen eine unzureichende Müllentsorgung, ein weit verbreitetes Verbrennen von Müll jeglicher Art, der Verkauf von in der EU nicht mehr zugelassenen Kraftstoffen sowie die rege Bautätigkeit mit der damit verbundenen Staubbelastung zur Luft- und Umweltverschmutzung bei.[14] Obwohl es im Land nur zwei Mülldeponien gibt, die EU-Normen erfüllen, und viele Abfälle unsachgemäß an Flussufern oder auf Feldern entsorgt werden, wird Müll importiert, der hier weiterverarbeitet werden soll.[15]

Bevölkerung

Daten zur albanischen Bevölkerung 2011
Entwicklung der Bevölkerung Albaniens zwischen 1960 und 2010
Gesamtbevölkerung 2.994.667
Bevölkerungsdichte 104,17 EW/km²
Bevölkerungswachstum 0,267 %
Median-Alter (Gesamtbevölkerung)
 - Männer
 - Frauen
30,4 Jahre
29,2 Jahre
31,6 Jahre
Altersstruktur
 - 0–14 Jahre
 - 15–64 Jahre
 - ab 65 Jahre

21,4 %
68,1 %
10,5 %
Anteil der Männer an der Gesamtbevölkerung
 - Bei der Geburt
- Unter 15 Jahren
- 15–64 Jahre
- ab 65 Jahre
1,04 Männer/Frau
1,118 Männer/Frau
1,1 Männer/Frau
1,05 Männer/Frau
0,87 Männer/Frau
Anteil der Stadtbevölkerung 52 % (2010)
Quellen: CIA World Factbook[1] und UNO[16]
Bevölkerungszahlen
[2][4][1][17][18]
Jahr Zahl
2012 2.815.749
2011 2.821.977
2001 3.069.275
1989 3.182.400
1979 2.590.600
1969 2.068.200
1960 1.626.300
1950 1.218.900
1945 1.122.000
1930 833.600
1923 814.400
Alterspyramide der Bevölkerung von 2005

Laut Volkszählung hatte Albanien im Oktober 2011 2.821.977 Einwohner. Dies entspricht einer Abnahme der Bevölkerung um über acht Prozent seit dem Jahr 2001, was vor allem durch Emigration begründet wird. Erstmals lebt nur noch die Minderheit der Bevölkerung (46,3 %) auf dem Land.[2]

Wenn auch in kommunistischer Zeit ein Urbanisierungs- und Industrialisierungsprozess einsetzte, so wohnte doch die große Mehrheit der Albaner auch vor 1990 noch auf dem Land. Das prägt die Mentalität vieler Menschen bis heute auch in den Städten, denn wenn sie nicht erst selbst in die Stadt gezogen sind, so waren es ihre Eltern und in jedem Fall haben sie nahe Verwandte, die noch immer von der Kleinlandwirtschaft leben. Ein traditionelles Bürgertum ist in Albanien immer sehr rar gewesen. Moderne bürgerliche Kultur gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Shkodra, Korça, Durrës und Gjirokastra. In den zwanziger Jahren kam die neue Hauptstadt Tirana hinzu. Die Kommunisten lehnten das bürgerliche Selbstbewusstsein dieser Städte ab und zerstörten die bürgerlichen Kulturleistungen nach 1945 weitgehend.

Die Zeit nach der Wende von 1990 brachte große demographische Verschiebungen. Zum einen emigrierten Hunderttausende Albaner legal oder illegal nach Italien, Griechenland, in andere Staaten der EU und nach Nordamerika, zum anderen kam es zu einer großen Binnenmigration, einer Landflucht von den Bergen und ländlichen Gebieten in die städtischen Zentren. 2004 bezifferte die albanische Regierung die Zahl der Emigranten auf eine Million Personen in weniger als 15 Jahren.[18] Trotz Abwanderung verzeichneten beispielsweise die Hauptstadt Tirana und die Hafenstadt Durrës einen enormen Zuwachs aus der Binnenwanderung: Tirana wuchs von 250.000 Einwohnern im Jahr 1990 auf heute über 600.000 Einwohner. Das Land und auch nicht wenige Kleinstädte veröden dagegen regelrecht. Im Gebirge und im Süden sind schon zahlreiche Dörfer verlassen.

Hatten die Albaner vor 1990 die höchste Geburtenrate Europas (Verhütungsmittel waren verboten), so ist diese jetzt mit 1,32 Kindern pro Frau weit unter den europäischen Durchschnitt von anderthalb Kindern pro Frau gesunken. In der Hauptstadt Tirana liegt sie sogar bei nur noch einem Kind je Frau, dem wohl niedrigsten Wert unter größeren europäischen Städten. Dieser Umstand und die anhaltende Abwanderung bewirken eine rapide Alterung der albanischen Bevölkerung, was aber angesichts der stark vertretenen Generation der 15- bis 30-Jährigen noch nicht allzu stark zu spüren ist. Zwischenzeitlich ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung auf 35,3 Jahre gestiegen.[2]

Ethnien

Albanien hat ethnisch gesehen eine ziemlich einheitliche Bevölkerung. Die Albaner stellen mit 82,58 % der Einwohner die größte Volksgruppe dar. Die Griechen sind mit einem Anteil von 0,87 % die größte Minderheit und siedeln vor allem im Süden des Landes. Mit je 0,3 % sind die Roma und die Aromunen in der Bevölkerung vertreten. Ihre Mitglieder leben über das ganze Land verstreut, sind aber mehrheitlich in den größeren Städten und in der südlichen Landeshälfte Albaniens konzentriert. Danach folgen mit 0,2 % die Mazedonier, welche in einigen Dörfern entlang der Staatsgrenze zu Mazedonien siedeln. Als „Balkan-Ägypter“ bezeichnen sich 0,12 % der Bevölkerung. Diese von den Roma abzugrenzende Ethnie ist vor allem in den Großstädten anzutreffen. Eine relativ kleine Minderheit bilden mit 0,01 % die Montenegriner. Ihre Siedlungsgebiete liegen im Nordwesten Albaniens und grenzen an Montenegro. Darüber hinaus existieren noch andere Volksgruppen im Land, welche zusammen 0,09 % der Bevölkerung ausmachen. Bei der 2011 durchgeführten Volkszählung bevorzugten zudem 13,96 % der Bevölkerung keine Antwort bezüglich ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu geben. Weitere 1,58 % gaben eine ungültige oder nicht genannte Antwort.[2]

Aufgrund dieses großen Anteils an verweigerten Aussagen, denen mehrheitlich Boykottaufrufe der Minderheitenorganisationen zugrunde liegen, gestatten diese Zahlen nicht, „ein klares und glaubhaftes Bild der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung Albaniens zu gewinnen“ (Dhimitër Doka).[19]

Albaner

Die Albaner gliedern sich in die zwei großen Gruppen, Gegen und Tosken, die sich nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell unterscheiden. Während die Tosken in der Südhälfte des Landes viel stärker von der orientalisch-städtischen Kultur des Osmanischen Reiches beeinflusst wurden, dominierte im gegischen Norden bis ins 20. Jahrhundert hinein eine archaische Stammeskultur das Leben der Menschen. Eine Ausnahme bildet die wichtige nordalbanische Stadt Shkodra, die bis ins 15. Jahrhundert hinein längere Zeit venezianisch beherrscht war; hier prägten der Katholizismus und die Verbindungen nach Italien auch später noch die Mentalität der Bewohner.

Seit den 1990er Jahren ist zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen im Süden Albaniens als Griechen bekennen und sogar ihren muslimischen Namen gegen einen christlichen oder griechischen tauschen. Sie erhoffen sich damit zumeist, ein Visum für Griechenland zu erhalten.[20]

Griechen

Die Griechen sind trotz einer starken wirtschaftlich motivierten Emigrationsbewegung nach Griechenland immer noch die zahlenmäßig größte Minderheit Albaniens. Ihr Anteil an der Bevölkerung ist umstritten: Für die Jahre 1991 und 1992 gingen unabhängige Quellen von etwas über 100.000 Griechen in Albanien aus.[21] In Griechenland wurde ein Vielfaches davon angegeben, während Tirana 1989 offiziell 58.758 Griechen zählte.[22] Rund 40 bis 70 Prozent der Griechen sind seitdem aus Albanien ausgewandert, so dass die Zahl heute viel tiefer liegen dürfte.[21] Viele, ehemals hauptsächlich von Griechen bewohnte Dörfer sind heute verwaist oder nur noch von älteren Menschen bewohnt.[23] Griechenland hat lange Renten an griechischstämmige Pensionäre in Albanien bezahlt, um der Abwanderung entgegenzuwirken.[24]

Die 2011 durchgeführte Volkszählung ergab, dass in Albanien 24.243 Griechen leben, was 0,87 Prozent der Bevölkerung entspricht; 15.196 gaben als Muttersprache Griechisch an.[2] Allerdings boykottierte die Organisation der Demokratische Bund der Griechischen Minderheit (Omonia) den Zensus und erklärte, dass sie das Ergebnis über deren Bevölkerung nicht akzeptieren würde.[25]

Griechen leben vorrangig in den südalbanischen Kreisen Saranda, Delvina, Gjirokastra, Kolonja, Korça, Përmet und Vlora. Sie wurden schon zu kommunistischen Zeiten als ethnische Gruppe offiziell anerkannt und haben im heutigen Albanien keine direkten Nachteile zu erleiden. In den 1990er Jahren ist es rund um die Minderheitenfragen wiederholt zu Spannungen zwischen Griechenland und Albanien gekommen (siehe auch: Çamen). Diese Probleme sind heute größtenteils beigelegt. Insbesondere in Himara gibt es aber immer wieder politische Spannungen zwischen griechischstämmigen Politikern und albanischen Behörden.[21]

Aromunen

Die Aromunen (Untergruppe der Walachen) leben in kleineren Gruppen über ganz Südalbanien verstreut. Ortschaften mit einer bedeutenden aromunischen Bevölkerung sind vor allem Korça, wo sie eine eigene große orthodoxe Kirche haben, und das nahe gelegene Voskopoja, bis ins 18. Jahrhundert das Zentrum der Aromunen. Ein Teil von ihnen lebt auch in Tirana und Elbasan. Anfang 1999 gründeten Aromunen kulturelle Vereinigungen, die künstlerische Veranstaltungen organisierten und Bücher über die Kultur und Geschichte der Aromunen veröffentlichten. Über ihre Gesamtzahl liegen keine sicheren Angaben vor, sie variieren zwischen 10.000 und 100.000.[26][27] Die Volkszählung 2011 ergab für die Aromunen 8266 Personen als Ethnie, 0,30 Prozent der Bevölkerung; 3848 Personen hatten Aromunisch als Muttersprache.[2]

Slawische Mazedonier

Zweisprachiges Straßenschild in Pustec

Als ethnische Mazedonier erklärten sich bei der Volkszählung von 2011 5512 Personen respektive 0,20 Prozent der Bevölkerung. Von ihnen gaben 4443 Personen Mazedonisch als Muttersprache an.[2] Laut der Volkszählung 1989 gab es 4697 Slawische Mazedonier in Albanien.[28]

Sie siedeln mehrheitlich in der Gemeinde Pustec (alb. Liqenas) am Prespasee, der teilweise auch zu Mazedonien und Griechenland gehört. Die etwas über 4000 Einwohner der Gemeinde sind fast alle Slawen. Sie haben eigene Schulen; so besteht unter anderem im Hauptort der Gemeinde das einzige mazedonischsprachige Gymnasium Albaniens. Kleinere slawische Gruppen gibt es in der Umgebung von Korça, bei Pogradec, in der mittelalbanischen Stadt Elbasan, in Tirana sowie in einigen Dörfern zwischen Peshkopia und Maqellara nahe dem Dreiländereck mit Serbien bzw. Kosovo und Mazedonien. Heute gibt es weniger als 20.000 Mazedonier in Albanien.[26][29]

Roma und Balkan-Ägypter

Bei der Volkszählung 2011 erklärten sich 8301 Personen respektive 0,30 Prozent der Bevölkerung als Roma; 4025 haben Romani als Muttersprache.[2] Schätzungen zufolge leben in Albanien zwischen 90.000 und 150.000 von ihnen, was rund vier Prozent der Bevölkerung entspräche.[30][31][32]

Sie leben im ganzen Land verstreut. Die Mehrheit dieser Volksgruppe lebt in Armut.[33]

Neben den Roma leben auch die Albanisch sprechenden Balkan-Ägypter, die aber keine direkt mit den Roma verwandte ethnische Gruppe sind.[34] Ihre Größe wurde 2011 mit 3368 Personen (0,12 Prozent der Bevölkerung) erfasst.[2] Auch diese Volksgruppe lebt in schlechten sozialen Verhältnissen und ist stark von Armut betroffen. Die ägyptische Botschaft in Tirana erkennt die ethnischen Gruppen nicht als Minderheit an. Die Balkan-Ägypter sind besonders in Kavaja, Lushnja, Cërrik, Elbasan, Gjirokastra, Vlora, Korça, Delvina, Përmet, Këlcyra, Berat, Shkodër und anderen kleineren Ortschaften zu finden.[35]

Nach einem Angriff Unbekannter auf Roma-Siedlungen in der Hauptstadt im Februar 2011 reagierten die Botschafter der EU, USA und OSBE mit scharfer Kritik. Sie forderten die albanischen Behörden auf, die Diskriminierung dieser Bevölkerungsgruppe zu stoppen sowie die Minderheitenrechte der Roma-Bevölkerung zu respektieren und zu garantieren. Wenn das Land der EU beitreten wolle, müsse diese Problematik mit höchster Priorität in Zukunft gelöst werden. Beim Zwischenfall wurden rund 120 Roma vertrieben und deren Baracken verbrannt.[36]

Bosniaken

Auch Bosniaken stellen mit rund 10.000 Angehörigen eine kleine Minderheit im Land. Rund 3000 davon leben in der Region zwischen Durrës und Tirana, genauer in den Orten Borak und Shijak. Insgesamt konnten sie ihre Identität und Sprache aufrechterhalten.[37] Die Volkszählung 2011 wies sie nicht separat aus.[2]

Serben, Montenegriner, Goranen

Kleinere Gruppen Serben bzw. Montenegriner leben in der Region nördlich von Shkodra. Die genaue Zahl ist unbekannt, dürfte aber wenige Hundert nicht übersteigen.[38] Sie war aber schon in der Zwischenkriegszeit durch Assimilation auf wenige Tausend zurückgegangen. Gleichwohl gab es bis Mitte der 1930er Jahre noch ein halbes Dutzend kirchlicher Grundschulen, die in serbischer Sprache lehrten. Die albanische Regierung hat die kleinen slawischen Minderheiten Jahrzehnte lang nicht anerkannt, und nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Assimilierung fort. Erst 2004 hat die Regierung Albaniens die Existenz montenegrinischer bzw. serbischer Minderheiten offiziell anerkannt.[39][40]

Im Dorf Hamil im Kreis Fier wurde 2014 eine serbische Schule für 60 Kinder eröffnet. Von serbischer Seite wurde die Größe der Minderheit bei dieser Gelegenheit mit 20.000 Personen angegeben.[41] Bei der Volksbefragung 2011 bezeichneten sich aber nur 366 Personen als Montenegriner, und 66 gaben Serbokroatisch als Muttersprache an.[2]

Religion

Hauptartikel: Religion in Albanien
Orthodoxe Kathedrale in Korça
Katholische Shën Pali-Kathedrale in Tirana

Laut der 1998 angenommenen Verfassung betrachtet sich der Staat Albanien heute als „laizistische Republik“. Die Volkszählung von 2011 ermittelte folgende Religionszugehörigkeiten: 58,79 % muslimisch, davon 2,09 % Bektaschi. Die 16,92 % der Christen teilen sich auf in: 10,03 % römisch-katholisch, 6,75 % albanisch-orthodox und 0,14 % protestantisch/evangelikal. 13,79 % der Bevölkerung gaben keine Antwort, 5,49 % sind Gläubige, die sich keiner Glaubensgemeinschaft zuordnen und 2,5 % sind atheistisch.[2]

Vor dem Zweiten Weltkrieg bekannten sich etwa 70 Prozent der Bevölkerung zum Islam (Hauptartikel: Islam in Albanien). Davon waren die meisten sunnitisch und nicht ganz ein Drittel Anhänger des Bektaschi-Ordens. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung waren orthodoxe Christen, zu denen praktisch alle ethnischen Minderheiten zählen. Etwa 10 Prozent gehörten der römisch-katholischen Kirche an (Hauptartikel: Römisch-katholische Kirche in Albanien).

Die Kommunisten hatten von 1968 Albanien zum atheistischen Staat erklärt und jegliche Religionsausübung verboten. Erst im Dezember 1990 wurde das Religionsverbot aufgehoben. Nach wie vor hat die Mehrheit der Albaner kein offizielles Bekenntnis abgelegt. Sie erinnern sich aber, ob die eigene Familie der muslimischen, der orthodoxen oder katholischen Tradition entstammt.[42] Dank der wiederhergestellten Religionsfreiheit reorganisierte sich die katholische Kirche nach 1990 vor allem mit italienischer Hilfe. Daneben gelangten auch bisher in Albanien unbekannte Glaubensgemeinschaften wie protestantische und andere Kirchen ins Land.[43] Der albanisch-orthodoxen Kirche fehlte die Unterstützung durch eine große Organisation im Ausland. Für den Islam kam viel Unterstützung aus Arabien und der Türkei, und es wurden zahlreiche Moscheen errichtet. Extremistische Tendenzen konnten aber keinen Fuß fassen, und die organisierte Religion spielt noch immer nur eine untergeordnete Rolle.[44]

Muslime sind abgesehen von einigen Bergregionen fast im ganzen Land vertreten. Katholiken sind vor allem im Nordwesten Albaniens beheimatet, so in der Region um Lezha, in der Mirdita, in Malësia e Madhe sowie in der Stadt Shkodra und dem dazugehörigen Bergland. Im Süden sind es insbesondere die Siedlungsgebiete der ethnischen Minderheiten, in denen die Orthodoxie mehr Anhänger hat; dazu zählen die Kreise Saranda, Delvina und Gjirokastra und die Region um Himara (Griechen) sowie die Dörfer Pustec (Mazedonier) und Voskopoja (Aromunen).

Wie schon in den Zeiten vor dem Religionsverbot ist die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz unter den Anhängern der alteingesessenen Religionen sehr hoch. Zum Teil werden religiöse Feste gemeinsam gefeiert und auch religiöse Stätten anderer Gemeinschaften aufgesucht. Ehen zwischen Christen und Muslimen waren schon zu Zeiten des Sozialismus für beide Seiten kein Problem und sind in Albanien immer noch an der Tagesordnung.

Der Volkszählung zufolge gibt es keine nennenswerte Zahl von Juden in Albanien. Die ursprüngliche kleine jüdische Gemeinde umfasste vor dem Zweiten Weltkrieg 204 Mitglieder. Während des Kriegs stieg die Zahl Schätzungen zufolge auf 800 bis 2000. Keiner der hier Zuflucht suchenden Juden wurde deportiert, sie verließen das Land nach dem Krieg aber wieder. Anfang der 1990er Jahre – nach dem Ende des kommunistischen Regimes – wanderten die verbliebenen Juden nach Israel aus.[45][46]

Sprachen

Die alleinige Amtssprache ist Albanisch, als Standardvarietät gilt der toskische Dialekt; der andere Dialekt ist Gegisch. Gemäß der Volkszählung von 2011 sprechen 98,767 % der Bevölkerung Albanisch als Muttersprache.

In der Gemeinde Pustec in Ostalbanien hat Mazedonisch einen offiziellen Status. In einigen Gemeinden mit einer großen griechischen Minderheit gibt es griechischen Schulunterricht, soweit genügend Schüler vorhanden sind, und auch mit den Lokalbehörden kann Griechisch kommuniziert werden. An der Universität Gjirokastra werden Unterrichtsgänge auf Griechisch angeboten. Dörfer mit griechischer Mehrheit sind zweisprachig gekennzeichnet.

Viele Albaner sind mehrsprachig. Die mit Abstand am meisten verbreitete Fremdsprache ist Italienisch. Italienischsprachige Medien wie Fernsehen und Radio sind in ganz Albanien verbreitet und beliebt. Auch Griechisch wird nebst Englisch von vielen gesprochen.[47]

Von den 1950er Jahren bis zum Ende der 1980er Jahre wurde in den Schulen und Universitäten Russisch gelehrt, da es damals lingua franca der Ostblock-Staaten war. Albanien ist zudem Vollmitglied der Frankophonie. Französische Lyzeen in Korça und Gjirokastra wurden auch während der kommunistischen Ära betrieben, da Staatschef Enver Hoxha an der Universität Montpellier studiert hatte. Nachdem sich Albanien im Zuge der ideologischen Kontroversen zwischen der Sowjetunion und China auf die Seite der Volksrepublik gestellt hatte, begannen zahlreiche Albaner, in China zu studieren, und lernten dort Chinesisch.[47]

Bildung

Die 1957 gegründete Universität Tirana ist die wichtigste Bildungsinstitution Albaniens.

Das Bildungssystem Albaniens hat in den letzten Jahren einige Reformen und Umstrukturierungen hinter sich. So wurde 2008 die Schulpflicht von acht auf neun Jahre erhöht, die Zahl der Studierenden hat sich ungefähr verdoppelt, das Hochschulsystem wurde liberalisiert, die Einschulungsrate hat sich enorm erhöht, und auch die Staatsausgaben im Bildungswesen wurden erhöht.

Für das Schuljahr 2012/2013 wurden 3952 Bildungsinstitutionen registriert. 1911 davon waren Kindergärten, 1472 Grundschulen, 511 Mittelschulen und 58 Hochschulen bzw. Universitäten. Mit Ausnahme der Grundstufe hat sich die Anzahl der Institutionen erhöht. Am meisten wuchs die Hochschulstufe. Während es 2008/2009 landesweit 26 Hochschulen gab (15 davon privat), waren dies 2012/2013 genau 58 (44 davon privat). Die Zunahme der Anzahl der Bildungsinstitutionen liegt daran, dass sich in den letzten Jahren die Verteilung der Schüler und Studenten veränderte. Während sich die Zahl der Grundschüler von 2008/2009 bis 2012/2013 um 67.049 verringerte, stieg die Anzahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um über 185 Prozent, also fast um das Doppelte.

Einen großen Erfolg konnte Albanien bei der Einschulungsrate erzielen. Waren 2008/2009 68,1 % der Kinder eingeschult, waren dies nach nur vier Jahren schon 90,3 %. Die Regierung erhöhte auch den Anteil der Budgetausgaben für den Bildungsbereich von 10,8 % im Jahr 2008 auf 13,3 % im Jahr 2012.[48]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Albaniens
Antike Ruinen von Butrint
Nationalheld Gjergj Kastrioti Skanderbeg. Statue in der Hauptstadt

Erste Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Staatsgebiet des heutigen Albanien weisen auf die Zeit vor 100.000 Jahren. Etwa um 1000 v. Chr. besiedelten die Illyrer den Westbalkan. Es konnten einige Reiche von einzelnen Stämmen gegründet werden, wie das Reich der Labeaten, das von etwa 380 bis 168 v. Chr. bestand. Residenzstädte waren Skodra (Shkodra) und Rhizon (Risan). Nach den Illyrischen Kriegen kam der westliche Balkan Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. unter römischen Einfluss und die Romanisierung der Illyrer begann. Mit der Teilung des Römischen Reichs 395 kam das heutige Albanien unter byzantinische Herrschaft. Im Jahr 591 drangen die Slawen vom Norden her in das Gebiet ein, es folgten Plünderungen auf dem ganzen Balkan. Zwischen 880 und 1018 waren Mittel- und Südalbanien Teil des Bulgarischen Reiches. Im Jahr 1081 fielen die Normannen in das unter byzantinischer Herrschaft stehende Albanien ein.

Nach dem Zerfall des Byzantinischen Reiches infolge des Vierten Kreuzzugs (1204) wechselte die Herrschaft über die Gebiete des heutigen Albanien in schneller Folge. Neben fremden Mächten (Neapel, Serbien, Venedig) konnten auch einheimische Adelige eigene Fürstentümer begründen. Das Fürstentum des Karl Thopias in Mittelalbanien bestand von 1359 bis 1388. Ungefähr zur selben Zeit, von 1360 bis 1421 regierten die Balšić mit ihrem Fürstentum in Nordalbanien und Montenegro.

1443–1468 führte der Fürst von Kruja, Skanderbeg, erfolgreich den Abwehrkampf gegen die Türken. Nach seinem Tod unterlagen die Albaner und ihre Verbündeten aber, und vom Ende des 15. Jahrhunderts an war das ganze Land für mehr als vier Jahrhunderte Teil des Osmanischen Reiches. Im Laufe der Zeit traten die meisten Albaner zum Islam über.

1912, nach dem Ersten Balkankrieg wurde das Königreich Albanien in den heutigen Grenzen unabhängig.

Der Deutsche Wilhelm zu Wied war 1914 für sechs Monate Fürst von Albanien, er konnte seinen Einfluss aber kaum über Durrës hinaus ausdehnen. Griechen riefen im Süden den Staat Nordepirus aus. Im Ersten Weltkrieg verlor Albanien seine Unabhängigkeit. Bis 1919 war Albanien von den kriegführenden Mächten besetzt.

Albanien versank von 1919 bis 1924 in Nachkriegswirren mit sich schnell ablösenden Regierungen. 1920 konnte der Kongress von Lushnja erste Ansätze einer neuen Staatsorganisation schaffen. Unter Fan Noli scheiterte der Versuch, eine demokratische Republik zu errichten. 1925–1939 folgte eine Phase der autoritären Herrschaft des Ahmet Zogu, der sich 1928 zum König proklamierte. Albanien wurde zunehmend abhängig vom faschistischen Italien, was 1939 in der Annexion des Landes durch Italien gipfelte. Während des Zweiten Weltkriegs war Albanien bis 1944 von den Achsenmächten besetzt.

Enver Hoxha im Jahr 1971

Bis 1944 führten Albaner einen Partisanenkrieg gegen die italienischen und später deutschen Besatzer. Diese hatten dem albanischen Marionettenstaat auch Teile Kosovos, Mazedoniens und des griechischen Epirus angeschlossen. 1944 wurde Albanien von der faschistischen Fremdherrschaft befreit. Enver Hoxha, der Führer der kommunistischen Partei, errichtete eine Diktatur. Die Vorkriegsgrenzen wurden wiederhergestellt. In den folgenden vier Jahren ging Albanien ein Bündnis mit dem Jugoslawien Titos ein. 1948 folgte der Bruch mit Jugoslawien und eine Phase der Anlehnung an die Sowjetunion begann.

Im Jahr 1949 trat Albanien dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe bei. 1955 wurde das Land Mitglied im Warschauer Pakt, im gleichen Jahr auch Mitglied der UNO. 1961 kam es zum Bruch mit der Sowjetunion und einer darauf folgenden Anlehnung an die Volksrepublik China.

1967 wurde ein totales Religionsverbot erlassen. Albanien wurde der erste atheistische Staat. Ein Jahr später trat Albanien aus dem RGW und dem Warschauer Pakt aus und blieb auf stalinistischem Kurs. Aus Angst vor einer feindlichen Invasion wurden Hunderttausende Bunker errichtet.[49] Einige Jahre bestand ein Bündnis mit der Volksrepublik China, allerdings erfolgte eine zunehmende Selbstisolation des Landes. 1985 starb Enver Hoxha, zum Nachfolger wurde Ramiz Alia ernannt. 1990 wurde das kommunistische Regime gestürzt und eine Massenauswanderung der Albaner begann.

Der anschließende Transformationsprozess verlief zunächst nur schleppend und ohne große Erfolge. 1991 wurden die ersten freien Wahlen abgehalten, Sieger waren die Kommunisten. Das Land wurde in die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgenommen. Die Demokraten unter Sali Berisha übernahmen die Regierung 1992 und leiteten Reformen ein. 1995 wurde Albanien in den Europarat aufgenommen.

Mit dem so genannten Lotterieaufstand 1997 ging der Zusammenbruch der staatlichen Strukturen einher. Es schloss sich eine Friedens- und Aufbaumission der OSZE an. 1998 wurde eine neue Verfassung durch Volksabstimmung angenommen. Durch den Kosovokrieg nahm das Land 1999 zehntausende Flüchtlinge auf. Albanien unterzeichnete 2006 das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union. Am 1. April 2009 trat das Land der NATO bei. Ende des Jahres 2010 lockerte die Europäische Union die Visa-Bestimmungen für albanische Bürger, die fortan nur einen biometrischen Pass vorweisen müssen, um in den Schengen-Raum einreisen zu dürfen. Seit dem 24. Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.

Staat und Politik

Amtsträger in Exekutive und Legislative
Liste der Staatspräsidenten
seit dem Sturz der Diktatur
mit Parteizugehörigkeit vor Wahl
Liste der Ministerpräsidenten
seit dem Sturz der Diktatur

Verfassung

Hauptartikel: Verfassung Albaniens

Albanien ist eine parlamentarische Republik. Gesetzgeber ist das Kuvendi i Shqipërisë, dessen 140 Abgeordnete alle vier Jahre gewählt werden. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament auf fünf Jahre gewählte Präsident. Die dem Parlament verantwortliche Regierung wird vom Ministerpräsidenten geführt. Albanien hat im Jahr 2000 ein Verfassungsgericht nach deutschem Muster eingerichtet, das sich in den politischen Krisen der jüngsten Zeit als stabilisierender Faktor erwiesen hat. Die derzeit gültige Verfassung wurde am 28. November 1998 durch eine Volksabstimmung angenommen.

Menschenrechte

Seit 1993 hat Albanien ein Gesetz mit Grundfreiheiten und Menschenrechten. Nach Einschätzung von Amnesty International im Jahr 2013 ist jedoch familiäre Gewalt gegen Frauen nach wie vor weit verbreitet. Schlecht sei die Situation für junge Waisen, die nach dem Verlassen aus staatlichen Fürsorgeeinrichtungen Gefahr liefen, obdachlos zu werden. Der albanischen Polizei werden Folter und Misshandlungen durch gewisse Polizeibeamte vorgeworfen. Die Dauer der Untersuchungshaft sei häufig übermäßig lang und es sei nicht gewährleistet, dass Häftlinge rechtzeitig anwaltliche und ärztliche Hilfe erhielten. Auch die Diskriminierung von Roma-Familien sei noch ein Problem.[50]

Wahlen

Sämtliche Urnengänge vor 2009 waren von Unregelmäßigkeiten geprägt. Während es inzwischen bei der Stimmenzählung nur selten Fehler gibt, rügen internationale Wahlbeobachter nach wie vor die Organisation der Wahlen: Die ablaufenden Prozesse sind nur unzulänglich bekannt und über die Wählerlisten wird noch immer vor jeder Wahl gestritten. Bei den Kommunalwahlen im Februar 2007 kam es noch innerhalb der Monatsfrist vor dem Urnengang zu Gesetzesänderungen im Wahlrecht. Der Wahltermin wurde erst nach langem Streit festgelegt. Die Parlamentswahl 2013 hingegen war die erste Wahl ohne größere Unregelmäßigkeiten und wo der Verlierer seine Niederlage einstand, was bisher noch nie geschehen war. Hierzu wurde Albanien international gelobt.

Bei den Parlamentswahlen am 3. Juli 2005 gewann die bis dahin oppositionelle Demokratische Partei (PD) von Ex-Präsident Sali Berisha, ohne eine absolute Mehrheit im Parlament zu erreichen. Aufgrund zahlreicher Einsprachen und notwendiger Wiederholung des Urnengangs in drei Wahlkreisen konnte das offizielle Resultat erst Anfang September veröffentlicht werden. Berisha wurde in der Folge neuer Ministerpräsident Albaniens. Bei den Lokalwahlen vom 18. Februar 2007 musste die Demokratische Partei eine Niederlage hinnehmen.

Am 28. Juni 2009 fanden erneut Parlamentswahlen statt, bei denen die Mitte-rechts-Koalition unter Führung von Berishas Demokratischer Partei 70 der 140 Sitze erringen konnte. Die Koalition unter der Sozialistischen Partei (PS) mit Edi Rama als Vorsitzenden erreichte 45,34 % der Stimmen und erhielt 66 Sitze. Die Wahl wurde von Beobachtern der Europäischen Union als ordnungsgemäß erklärt, was ein wichtiger Schritt in der europäischen Integration Albaniens war.[51] Die Sozialistische Partei warf der Regierung jedoch Wahlfälschung vor, was eine lang andauernde und schwere politische Krise mit sich brachte. Die oppositionellen Sozialisten boykottierten eine Weile Parlamentssitzungen, traten in einen großen Hungerstreik und organisierten gewaltsame Proteste, die Todesopfer zur Folge hatte.

Bei den Kommunalwahlen 2011 wurde die Demokratische Partei unter Sali Berisha Siegerin. Unter anderem gewann sie die Bürgermeister- und Stadtratswahlen in der Hauptstadt Tirana, wo seit 2000 Edi Rama (PS) regierte.

Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2013 verließ im April die sozialistische LSI die seit 2009 gebildete Regierungskoalition mit den Demokraten, um zu den Sozialisten überzugehen. Siegerin wurde die Koalition unter der Führung der Sozialisten mit dem Spitzenkandidaten Edi Rama, der nun den Ministerpräsidenten stellt.

Parteien

Die Politik wird von den beiden großen Parteien Demokratische Partei Albaniens (PD) und Sozialistische Partei Albaniens (PS) bestimmt. Die PD ging 1990 aus der antikommunistischen Studentenbewegung hervor, während die PS die Nachfolgepartei der Partei der Arbeit Albaniens ist, die das Land fast ein halbes Jahrhundert sozialistisch und unter ihrem Vorsitzenden Enver Hoxha diktatorisch regierte. Zur Erlangung der absoluten Mehrheit im Parlament sind sie in der Regel auf Koalitionspartner angewiesen, wobei einzelne Parteien des mittleren Spektrums schon in demokratischen und sozialistischen Regierungen beteiligt waren.

Die politischen Parteien vertreten – mit Ausnahme der Christdemokratischen Partei – keine Religion. Die Demokraten haben im gegischen Nordalbanien eine Vorherrschaft, während die Sozialisten ihre Anhänger vor allem im toskischen Süden haben. Die griechische und die mazedonische Minderheit haben sich in der Partei Vereinigung für die Menschenrechte (PBDNJ) formiert. Viele andere kleine Parteien sind als Abspaltungen der großen beiden Parteien entstanden.

Die wichtigsten Parteien (geordnet nach Anzahl ihrer Abgeordneten)

Die Parteien in kursiv sind nicht im Parlament vertreten.

Außenpolitik

Die Außenpolitik Albaniens hat sich seit dem Sturz der kommunistischen Diktatur 1990/91 stark verändert. Das Land ist nicht mehr eine „isolierte Insel“ auf der Karte Europas, sondern Mitglied in vielen internationalen Organisationen. Seit Jahren wird die Integration in europäisch-atlantische Strukturen angestrebt. Im Februar 2006 konnte mit dem Abschluss eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union der erste wichtige Meilenstein in diese Richtung gesetzt werden. Am 1. April 2009 folgte der Beitritt zur NATO und am 28. des gleichen Monats reichte das Land einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union ein.[52] Seit dem 15. Dezember 2010 sind albanische Bürger nun zudem von Visa befreit. Falls sie einen biometrischen Pass besitzen, können sie ohne Hindernisse in die 25 EU-Staaten (außer Irland und Großbritannien) und in die „Schengen“-Länder Schweiz, Norwegen und Island einreisen.[53] Seit dem 24. Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.[54]

Wichtige Mitgliedschaften in internationalen Organisationen
Organisation Beitrittsdatum
Vereinte Nationen 14. Dezember 1955
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa 19. Juni 1991
Internationaler Währungsfonds 15. Oktober 1991
Weltbank 15. Oktober 1991
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung 18. Dezember 1991
Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation 25. Juni 1992
Organisation für Islamische Zusammenarbeit 2. Dezember 1992
Europarat 10. Juli 1995
Welthandelsorganisation 8. September 2000
Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen 1. Januar 2007
NATO 1. April 2009

Militär und Polizei

Patrouillenboot Iliria der Küstenwache

Die Albanischen Streitkräfte zeigten nach dem Lotterieaufstand im Jahr 1997 Auflösungserscheinungen. Deswegen startete die Regierung im Jahr 2001 ein zehnjähriges Reformprogramm, um die Streitkräfte technologisch auf den neuesten Stand zu bringen und sie professionell auszubilden. Die neue Armee besteht aus 14.500 aktiven Soldaten sowie 5000 Reservisten. Neu ist auch, dass Albanien die Wehrpflicht abgeschafft hat und über eine Berufsarmee verfügt.[55] Der Wehretat lag dabei im Jahr 2011 bei 1,52 % des BIP.[56][57]

Die Policia e Shtetit Shqiptar mit etwa 12.000 Mitarbeitern untersteht dem Innenminister. Daneben existiert die Republikanische Garde für Ordnungsdienst- und Objektschutz-Aufgaben.

Verwaltungsgliederung

Das Gebiet der Republik Albanien gliedert sich in 12 Qarqe (Singular: Qark; auch Präfekturen genannt), die sich ihrerseits in 308 Land- und 65 Stadtgemeinden unterteilen. Ein Qark ist außerdem in zwei bis vier Kreise unterteilt, die heute jedoch keine administrative Aufgaben mehr besitzen. Die Hauptstadt Tirana hat einen speziellen Status.

Obschon diesen beiden Verwaltungsebenen einige bestimmte Aufgaben der Selbstverwaltung zugewiesen sind, wird das Land noch stark zentralistisch von der Hauptstadt aus regiert. Die Regierung ernennt für jeden einzelnen Qark einen Präfekten, der vor Ort die Qark- und Gemeinderäte beaufsichtigt. Er nimmt zudem gewisse lokale Verwaltungsaufgaben wahr, die nicht an die Lokalbehörden delegiert sind.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Albaniens
Typischer Kleinhandel auf dem Markt in Korça
Inflationsrate
Jahr Rate
1998 8,7 %
1999 -1,0 %
2000 4,2 %
2001 3,5 %
2002 1,7 %
2003 3,3 %
2004 2,2 %
2005 2,0 %
2006 2,5 %
2007 2,9 %
2008 3,4 %
2009 2,2 %

Albanien befindet sich seit vielen Jahren in einem schwierigen Transformationsprozess von der ehemals sozialistischen Planwirtschaft in eine moderne offene Marktwirtschaft. Nach schweren Krisen in den 90er Jahren können allmählich Erfolge verzeichnet werden: Viele staatliche Unternehmen wurden privatisiert, der rechtliche Rahmen wurde ausgebaut, die Inflationsrate wurde stabil gehalten, die Arbeitslosenrate ist gesunken, das Bruttoinlandsprodukt und das durchschnittliche Monatsgehalt sind gestiegen, der Tourismus-Sektor verzeichnete steigende Einnahmen, die Infrastruktur wurde massiv verbessert, die Volkswirtschaft wächst von Jahr zu Jahr – sogar während der Finanzkrise ab 2007 verzeichnete Albanien im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern noch ein Wirtschaftswachstum.[58] Die Anzahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, wurde verringert und seit 2008 besteht eine Flat Tax-Rate von 10 Prozent, eine der niedrigsten in Europa.

Doch im Land gibt es noch weiterhin gravierende strukturelle Probleme. Die Arbeitslosenquote ist mit 13,5 Prozent (Stand: Juli-September 2010) immer noch sehr hoch. Bei diesem Wert sind die in der Landwirtschaft Tätigen ausgenommen, da sie nicht als arbeitslos gelten.[59] 2008 galten immer noch 12,4 Prozent der Bevölkerung als arm.[60] Das durchschnittliche Monatsgehalt wurde für das Jahr 2006 mit 28.322 ALL (ca. 225 Euro) angegeben.[61]

Eines der größeren Probleme des Landes ist die schwache Infrastruktur. Die Hauptverbindungsachsen wurden zwar erneuert und ausgebaut, doch der Großteil der Transportwege in ländlichen Gebieten ist noch immer sehr schlecht. Die Wasserversorgung ist dort meist auf wenige Stunden pro Tag beschränkt, und Stromausfälle gehören insbesondere in den Wintermonaten zum Alltag. Wegen dieser wirtschaftlichen Probleme auf dem Land haben viele ihre Dörfer verlassen und sind entweder in die Stadt umgezogen (Urbanisierung) oder ins Ausland ausgewandert.

Struktur des Bruttoinlandsprodukts[1]
Sektor Anteil des Sektors am BIP Anteil der Erwerbstätigen
Landwirtschaft 21,4 % 58 %
Industrie 19,4 % 15 %
Dienstleistungen 59,2 % 27 %

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 2010 11,955 Mrd. US$ zu laufenden Preisen. Bis ins Jahr 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt mit zum Teil weit über 5 % (real) rasant angestiegen.[3] Das Wirtschaftswachstum in den Boomjahren gründete auf großer Aktivität der Bauindustrie, darüber hinaus auch von Kleingewerbe und Dienstleistungen. Landwirtschaft sowie Industrie und Bergbau kamen, bedingt durch die gravierende Energiekrise, die Produktionsausfälle zur Folge hatte, etwas langsamer voran.

2006 betrug die Arbeitslosigkeit 14,3 %,[62] im Jahr 2014 lag sie bei 16,9 %.[63] Überdies geben die offiziellen Zahlen nicht annähernd den hohen Grad der Unterbeschäftigung auf dem albanischen Arbeitsmarkt wieder. So gelten zum Beispiel die Angehörigen von Kleinbauernfamilien nicht als arbeitslos, auch wenn ein halbes Dutzend erwachsene Familienangehörige zusammen kaum zwei bis drei Hektar Land bebauen.

Handel

Die Ausfuhren beliefen sich 2011 auf 1,954 Mrd. US-Dollar und die Einfuhren auf 5,076 Mrd. US-Dollar. Dies ergab ein Handelsdefizit von 3,122 Mrd. US-Dollar (24,3 % des BIP).

Wichtige Export-Handelspartner im Jahre 2010 waren Italien (48,8 %), China (8,4 %), Türkei (6,7 %), Griechenland (5,6 %), Spanien (5,4 %) und Indien (4,9 %). Importiert wurden 2010 vor allem Waren aus Italien (34,8 %), Griechenland (12,9 %), China (6,2 %), der Türkei (6,0 %) und Deutschland (4,6 %). Exportiert werden verarbeitete Nahrungsmittel, Chrom, Textilien, Rohöl, Asphalt und Baumwolle. Die importierten Waren sind vor allem Nahrungsmittel, Maschinen, Chemikalien, Textilien und andere Verbrauchsgüter.[1]

Finanzwesen

Die Zentralbank Banka e Shqipërisë ist für die Geldpolitik zuständig, emittiert die Landeswährung Lek und übt die Bankenaufsicht aus. Die ehemalige staatliche Bank Banka e Kursimeve wurde im Jahr 2004 von der österreichischen Raiffeisen International erworben und als Raiffeisen Bank Albania zum führenden Finanzdienstleister des Landes entwickelt. Gewisse Finanzdienstleistungen werden auch vom staatlichen Postunternehmen Posta Shqiptare erbracht.

Energie

Die Abschaltung des bulgarischen Kernkraftwerks Kosloduj Ende Dezember 2006 verschärfte die bereits prekäre Energieversorgung stark: Albanien, das Strom zu 97 % aus Wasserkraft erzeugt,[1] war wie viele Nachbarländer auch auf Importe aus Bulgarien angewiesen, insbesondere da wegen fehlender Niederschläge über Jahre nur wenig Strom aus Wasserkraft produziert werden konnte. Regelmäßige, langandauernde Stromausfälle in den Folgejahren brachten große wirtschaftliche Schäden mit sich. Seitdem hat sich die Lage markant gebessert. Die meisten großen Wasserkraftwerke am Drin und Mat wurden mit Schweizer und österreichischer Hilfe erneuert. Auch die Stromnetze wurden saniert und ausgebaut. Neue Staudämme am Devoll im Süden Albaniens sind nun durch die österreichische EVN in Planung.[64]

Energieträger (2010)[1]
Träger Verbrauch Erzeugung Import Export
Erdöl (Barrel/Tag) 36.000 (2009) 5.400 (2009) 24.080 (2007) 749 (2005)
Erdgas (Millionen m³/Jahr) 2008 30 30 0 0
Strom (Milliarden kWh/Jahr) 3.603 2008 2.888 2008 2.475 2007 2007

Rohstoffe

Ölraffinerie bei Durrës

Das Land verfügt über zahlreiche Rohstoffe. Chrom ist eines der wichtigsten Rohstoffgüter Albaniens. Daneben gibt es größere Vorkommen an Nickel, Kupfer, Kohle, Gips, Kalkstein, Torf, Basalt, Sandstein und Lehm. Aus verschiedenen Gründen werden aber viele Rohstoffe kaum gefördert.[65][66]

Albanien verfügt außerdem über kaum erschlossene Gas- und Erdölvorkommen. Man schätzt ein Gasvorkommen von 3,014 Mrd. m³ und ein Ölvorkommen von 2,987 Mrd. Barrel.

Landwirtschaft

Ziegenherde in der Ortschaft Vuno an der Albanischen Riviera

Als traditionelles Agrarland ist die Landwirtschaft einer der wichtigsten Sektoren Albaniens. Fast 7.000 km², rund ein Viertel der Gesamtfläche, sind landwirtschaftlich nutzbar.[67] Das Klima ist grundsätzlich für alle Arten von Landwirtschaft und Viehzucht geeignet, die Qualität der Böden variiert stark nach Region und Lage. Es dominiert die Viehhaltung. Beim Ackerbau wird rund die Hälfte der Produkte als Viehfutter verwendet.[68]

Mit 21,4 % tragen landwirtschaftliche Aktivitäten wesentlich zum BIP bei. 2010 waren 55 % der berufstätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Allerdings betreibt der Großteil nur Subsistenzwirtschaft. Die Produktivität in der Landwirtschaft ist nach wie vor gering. Hauptprobleme sind der Mangel an Kapital für Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie in die Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, unzureichende Bewässerungssysteme, veraltete Produktionsmethoden und der fehlende Zugang zu Märkten.[68] Die starke Zerstückelung der Anbauflächen und ungeklärte Eigentumsverhältnisse stellen weitere strukturelle Probleme dar, die die Entwicklung der albanischen Landwirtschaft noch auf längere Zeit hinaus hemmen werden. Die Landwirtschaftsbetriebe haben eine durchschnittliche Größe von lediglich 1,05 Hektar (2011).[67] Außerdem sind die Besitzverhältnisse nach wie vor oft ungeklärt. Trotz eines radikalen Dekollektivierungsgesetzes aus dem Jahr 1991, das die Verteilung der landwirtschaftlich genutzten Fläche an die Bauern der Betriebe vorsah ohne Berücksichtigung der vormaligen Besitzverhältnisse, fehlen oftmals die formalen Grundstückeigentumspapiere.[69]

Die Einführung von Qualitätsstandards, die Verbesserung der Ausbildung, Produktdiversifizierung und die Erschließung neuer Distributionswege könnten kurz- und mittelfristig Qualität und Quantität der landwirtschaftlichen Produktion verbessern und zur Deckung des nationalen Bedarfs an Grundnahrungsmittel (Obst, Gemüse, Milch, Getreide) sowie Halbfertig- und Fertigprodukte (Fleisch- und Milchprodukte, Fruchtkonservate, Gemüsekonzentrate, Honig, Wein Kräuter und Heilpflanzen) beitragen bzw. das Handelsbilanzdefizit entlasten. Albanien exportierte 2011 Agrargüter im Umfang von lediglich € 86 Millionen, mehrheitlich Fisch, Heilkräuter und Leder. Im gleichen Zeitraum mussten aber landwirtschaftliche Produkte im Wert von € 607 Millionen importiert werden.[67] Nischenmärkte wie der Export von Gewürzen und Heilpflanzen bieten noch weiter viel Potential, obschon Albanien bereits zu den größten Exporteuren von Salbei, Rosmarin, Gelber Enzian und weiterer Heilpflanzen zählt.[70]

Tourismus

Hauptartikel: Tourismus in Albanien
Berat – Stadt der Tausend Fenster und UNESCO-Weltkulturerbe

Unberührte Natur und abwechslungsreiche Landschaften (Ökosystemvielfalt) charakterisieren große Teile Albaniens. Es beherbergt einzigartige Arten an Fauna und Flora, was Albanien bezogen auf seine Größe zu einem der artenreichsten Länder Europas macht (Endemie). Mit seiner vielfältigen Kultur sowie dem mediterranen Klima besitzt Albanien weitere Voraussetzungen für die Entwicklung verschiedener Arten von Tourismus.

Die Zahl der Touristen steigt von Jahr zu Jahr. 2004 wurden bereits 588.000 Übernachtungen registriert. Rund drei Viertel der Touristen stammen aus dem Inland; Gäste aus dem Ausland kamen vorwiegend aus den Nachbarländern. Schon fünf Jahre später besuchten 1.786.045 ausländische Personen das Land. Dies entspricht einem realen Zuwachs von rund 291 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. Der Großteil der Touristen kommt aus Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Griechenland und Italien. Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr stiegen von 2002 auf 2004 von 480 auf 740 Millionen USD. 2009 beliefen sie sich auf ca. 1,302 Milliarden Euro. Der Beitrag des Tourismussektors zum BIP betrug 2005 4,7 % und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 % an. 11 % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten 2005 im Tourismus, das sind rund 165.000 Personen.

Ein Anstieg der Übernachtungszahlen wird auch für die Zukunft erwartet. Das World Travel & Tourism Council prognostiziert ein jährliches reales Wachstum des Tourismus von 5,4 % im Zeitraum von 2006 bis 2015. Tourismus ist ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen albanischen Regierungsstrategie zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Basis für die weitere Entwicklung des Sektors ist die 2004 von der albanischen Regierung verabschiedete nationale Tourismusentwicklungsstrategie inkl. Aktionsplan.

Während in der Vergangenheit vor allem in die Errichtung und den Ausbau von Unterkünften und in die Gastronomie investiert wurde – derzeit gibt es in Albanien ungefähr 200 Hotels mit einer Kapazität von knapp 9.000 Betten –, fehlt es insbesondere im Bereich Infrastruktur an wichtigen Investitionen. Um in Zukunft vermehrt zahlungskräftige Touristen aus dem Ausland anziehen zu können, sind vor allem verstärkte Investitionen in die kommunale Infrastruktur, das Verkehrsnetz und den Umweltschutz sowie Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der Dienstleistungen sowie die Verbesserung der Ausbildung unabdingbar.[71]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 4,1 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,36 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,3 % des BIP.[1]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 6,44 Mrd. US-Dollar oder 54,9 % des BIP.[1]

Der Haushaltsplan für 2012 sah Ausgaben 28,7 % des BIP und Einnahmen von 25,7 % des BIP vor. Das Haushaltsdefizit wird demnach rund 3,0 % des BIP entsprechen.[72]

2012 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in %) folgender Bereiche[4]

Probleme

Albanien hat heute mit großen strukturellen Problemen zu kämpfen, die der Wirtschaft oft im Weg stehen. Zu den größten zählen die Armut, die schwache Infrastruktur, die weit verbreitete Korruption, das auf den sogenannten Kanun zurückgehende Sozialproblem der Blutrache, Geldwäsche[73], Vetternwirtschaft, Ämterkauf und ähnliche.

Laut dem Korruptionsindex von Transparency International vom Jahr 2013 steht Albanien weltweit auf Platz 116 bei 177 untersuchten Ländern. Damit ist im kleinen Balkanland die Korruption etwa gleich verbreitet wie in Nepal und in Vietnam. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten belegt Albanien den viertletzten Platz, nur Weißrussland, Russland und die Ukraine schnitten schlechter ab. Die Nachbarländer Montenegro (Platz 67), Kosovo (Platz 111), Mazedonien (Platz 67) und Griechenland (Platz 80) erreichten alle bessere Werte.[74]

Verkehr

Straßennetz

Die Verkehrsgeographie Albaniens ist vor allem durch das Relief des Landes bestimmt. Die Straßen folgen im Wesentlichen den Flusstälern, haben aber an verschiedenen Stellen auch hohe Pässe zu überwinden. Die überragende Bedeutung der Hauptstadt spiegelt sich auch im Straßennetz wider. Fast alle Nationalstraßen führen nach Tirana.

Straßenbau auf der SH1 Richtung Grenze Montenegro

Die ersten modernen Straßen wurden von 1939 bis 1942 von den italienischen Besatzern gebaut. Dazu gehört zum Beispiel die Strecke Tirana–Elbasan. Unter der kommunistischen Herrschaft ist das Straßenverkehrsnetz kaum entwickelt worden. Allerdings wurde auch der Bedarf künstlich niedrig gehalten, denn Kraftfahrzeuge in Privatbesitz waren bis 1990 nicht gestattet und die schwache Ökonomie des Landes benötigte ebenfalls nur relativ geringe Transportkapazitäten. Die Straßenverhältnisse sind größtenteils noch schlecht, aber mit Mitteln des Balkan-Stabilitätspakts konnten einige wichtige Fernstraßen saniert werden. Dazu gehört die wichtige mittelalbanische Route durch das Shkumbintal, die Elbasan mit Pogradec, Korça und Mazedonien verbindet.

Die erste Autobahn Albaniens, die SH 2 (TiranaDurrës), wurde, obwohl erst im Jahr 2000 fertiggestellt, kurz vor Tirana bereits auf vier Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut. Der Bau eines Autobahnkilometers kostete mehr als in Deutschland. Die gesetzlich vorgegebene Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen liegt bei 120 km/h. Seit dem Herbst 2007 existiert eine weitere Autobahnverbindung als Teil der SH 4 von Rrogozhina über Lushnja bis nach Fier.

Nachdem der Paneuropäische Verkehrskorridor VIII, die West-Ost-Verbindung von Durrës, dem größten Hafen des Landes, zur mazedonischen Grenze, sowie fast alle Strecken der Nord-Süd-Verbindung von Montenegro nach Griechenland gut ausgebaut worden waren, legte die Regierung die Priorität auf die Autobahn 1 zwischen Durrës und Priština (Grenzübergang Morina). Zwischen Herbst 2006 und 2010 wurde am Verbindungskorridor in den Kosovo gebaut. Im Juni 2009 wurde die Autobahn zeitweise für den Verkehr freigegeben. Diese Autobahn verläuft durch das teilweise alpine Nordalbanien. Aufgrund dieser Topographie weist sie eine große Zahl von Kunstbauten auf. Der Kalimash-Tunnel auf dieser Strecke ist mit 5,65 km der längste des Landes. Bei der Autobahn handelt es sich um das größte und teuerste Infrastrukturprojekt Albaniens. Die Bauarbeiten an der Strecke von Kukës ins benachbarte Kosovo haben Mitte März 2010 begonnen.

Eisenbahn

Typische Komposition mit T 669 zwischen Tirana und Durrës
Hauptartikel: Hekurudha Shqiptare

Alle albanischen Eisenbahnlinien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, oft in „Freiwilligen-Einsätzen“ der Bevölkerung und Studenten. Die Bahngesellschaft Hekurudha Shqiptare betreibt heute die Linien DurrësTirana, Durrës–Elbasan–Pogradec, Durrës–Shkodra und Durrës–Vlora. Nur für den Güterverkehr wiedereröffnet ist die Strecke von Shkodra in das benachbarte Montenegro. Man beabsichtigt – sobald die Finanzierung geregelt ist – den Kauf moderner Dieseltriebzüge. Das Schienennetz hatte im Jahr 2013 eine Gesamtlänge von 346 Kilometern, 101 Kilometer weniger als in der Mitte der 1990er Jahre.[75] Bei den transportierten Gütern beläuft sich der Rückgang in diesem Zeitraum auf 75 % und liegt aktuell (2013) bei 151.000 Tonnen. Die Passagierzahl ist in den letzten 20 Jahren um über 90 % zurückgegangen auf 329.000 Personen im Jahr 2013.[76]

Seefahrt

Der wichtigste albanische Hafen befindet sich an der Adria in Durrës. Weitere kleinere Häfen gibt es in Shëngjin, Vlora und Saranda. Von Durrës oder Vlora bestehen regelmäßige Fährverbindungen nach Brindisi, Bari, Ancona, Triest und Venedig in Italien. Das südalbanische Saranda ist von Korfu mit der Fähre zu erreichen. Die albanischen Häfen wurden erneuert und ausgebaut. In Vlora wollen ausländische Investoren einen Containerhafen bauen.[77]

Die Häfen in Durrës, Shëngjin, Saranda und Vlora (Sazan und Pashaliman) werden auch militärisch genutzt.

Flugverkehr

Neues Terminalgebäude des Flughafens in Tirana

Tiranas Flughafen ist der einzige zivil genutzte Flughafen Albaniens, benannt nach Mutter Teresa. Er liegt 17 km nordwestlich der Hauptstadt. Der Flughafen verzeichnete 1.107.325 Passagiere, 3.483 Tonnen Luftfracht und 18.227 Flugbewegungen (2007). Er bietet auch rund 560 Beschäftigten in 203 Firmen Arbeit. 2007 konnte der Betreiber, ein deutsch-amerikanisches Konsortium, neue Terminals für Passagiere und Fracht in Betrieb nehmen. Wegen der fortwährenden Überlastung des Flughafens ist ein neues Terminalgebäude geplant. Die nationale Fluggesellschaft Albanian Airlines fliegt in die Nachbarländer und nach Deutschland. Die albanische Billigfluggesellschaft Belle Air fliegt Städte in Italien und Südosteuropa sowie in Mitteleuropa an. Fluggesellschaften aus Südosteuropa und einigen wenigen westeuropäischen Ländern haben Tirana als Ziel. In Kukës wurde der neue Flughafen eingeweiht, wird aber zur Zeit nur sporadisch angeflogen.[78] Die Baukosten beliefen sich auf 20 Mio. US-Dollar. Außerdem gibt es noch Militärflugplätze in Shkodra und Berat.

Kultur

Basar (alb. Pazari) mit Souvenirläden in Kruja

Albanien hat eine facettenreiche Kultur vorzuweisen, die seit der Unabhängigkeit vom Osmanenreich 1912 eine weit umfassende Entwicklung durchlief. Sie konnte über die Jahrhunderte in verhältnismäßiger Abgeschiedenheit im Großen und Ganzen ihre Eigenständigkeit bewahren. Dennoch blieb sie in der westlichen Welt, auch bei vielen Völkerkundlern und Anthropologen, die sich auf Südosteuropa spezialisiert hatten, weitgehend unbekannt.

Die Albaner in Albanien, Kosovo, Mazedonien, Serbien und Montenegro haben eine gemeinsame Kultur, die seit dem Fall des Eisernen Vorhangs einen rasanten Entwicklungsschub erfuhr. Entgegen dieser Wandelung bleiben kulturelle Differenzen zwischen den Albanern aus diesen Staaten. Zum Beispiel ist interreligiöses Heiraten im Kosovo nach wie vor eher selten, doch in Albanien ist es durch das jahrzehntelange Religionsverbot Gang und Gäbe geworden. Und während in Albanien und Kosovo Literatur, Kunst, Sport, Film und Musik ziemlich fortgeschritten sind, stecken sie in Mazedonien, Serbien und Montenegro durch das (frühere) Fehlen von städtischen Zentren und einer ausgeprägten Bürgergesellschaft eher in der Frühphase.

Volkskultur

Albanische Volkskultur konzentrierte sich vor allem in denjenigen albanischen Gebieten, wo der Großteil der Bevölkerung arm und nicht sehr gebildet war, auf reiche Volkstrachten, Volkstanz und mündlich überlieferte Epen, zu denen man auch die gewohnheitsrechtlichen Gesetzeswerke, die verschiedenen Kanun-Versionen, zählen kann.

Insbesondere unter der kommunistischen Regierung wurde die Volkskultur gepflegt und gefördert, aber auch für ideologische Zwecke eingesetzt.[23] Folkloristische Feste wie das Nationale Folklorefestival, das alle fünf Jahre in Gjirokastra ausgetragen wird, finden im ganzen Land regelmäßig statt.

Volksmusik

Hauptartikel: Albanische Musik
Die iso-polyphone Musik ist typisch für die Tosken Südalbaniens. 2005 wurde sie von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Traditionelle albanische Volksmusik gehört noch heute zu jedem Hochzeitsfest, Volksfesten und zu jedem Stelldichein. Die musikalische Tradition ist reich und variiert ziemlich stark von Region zu Region.

Wie bei der Sprache gibt es auch bei der Volksmusik eine Trennung: Im Süden ist iso-polyphone Musik typisch. Bezeichnend für den Norden ist homophone Musik mit epischen Liedern, Lauten-Musik und Ausrufs-Lieder (këngë thirrje), die zur Übermittlung von Nachrichten in den Bergen dienten.[79]

In der albanischen Volksmusik gibt es eine Vielzahl eigener Instrumente. Dazu zählen zum Beispiel die Lahuta, eine einsaitige Schalenhalslaute, sowie verschiedene Langhalslauten wie die zweisaitige Çiftelia, die dreisaitige Sharki und die Saze mit zehn Saiten. Wichtig sind auch Flöten (Fyell) und Blasinstrumente wie die Kegeloboe Surle (ähnlich der Zurna) oder der albanische Dudelsack Gajde, eine Variante der thrakischen Gaida. Fehlen dürfen auch verschiedene Rhythmusgeber wie Tamburin (Dajre) und Trommeln in vielen verschiedenen Materialien und Größen nicht.[80]

Gesang ist in der albanischen Volksmusik sehr bedeutend. Bei epischen Liedern, die Geschichte und Wertvorstellungen darstellen, begleitet sich der Sänger oft selber auf der Lahuta oder einer Laute.[80] Im Süden sind die iso-polyphonen Gesänge der Tosken, die im Jahr 2005 von der UNESCO ins Welterbe der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und mit einem speziellen Schutz-Programm gefördert wurden,[81][82] besonders populär. Das Land hat eine reiche Tradition an städtischer Musik, wo sich auch diverse Orchester und Kapellen bildeten: aus Shkodra Jahres-Lieder, aus Elbasan und Korça Serenaden-Lieder sowie aus Vlora, Përmet, Leskovik und Delvina Saze-Lieder.

Volkstänze

Hauptartikel: Albanischer Tanz

Albanien hat auch eine reiche Tradition an Tänzen mit abwechslungsreichen Kostümen und Choreographien. Es gibt epische und lyrische Tänze, bei denen die Tänzer auch singen. Es gibt viele Formen von Reihentänzen, Einertanz und kleinen Gruppen, am bedeutendsten sind hingegen die Rundtänze, bei denen eine beliebige Zahl Tänzer verschiedene Kreise in verschiedenen Variationen bilden.[80]

Volkstrachten

Hauptartikel: Volkstrachten der Albaner
Traditionelle Tracht aus der Mirdita (Marubi, ca. 1900–1920)

Die Volkstrachten waren bis in die 1950er Jahre auch im Alltag verbreitet. Früher zeigten sie oft den Reichtum oder den gesellschaftlichen Status eines Menschen. Heutzutage werden die Trachten in den zahlreichen Kultur-Ensembles gepflegt. Vor allem in ländlichen Gebieten aber trifft man sie noch zu Hochzeiten und anderen familiären Anlässen.

Architektur

Die Architektur in Albanien ist wie die Kultur ziemlich kontrastreich. Dort wo historische Stadtkerne bewahrt werden konnten, kann man architektonische Leistungen vor allem aus osmanischer und venezianischer Zeit betrachten. So wurden die südalbanischen Städte Berat (Stadt der Tausend Fenster genannt) und Gjirokastra wegen ihrer architektonischen Besonderheit aus der osmanischen Epoche zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.[83] Auch in Tirana und Elbasan finden sich ganze Straßen mit solchem Architekturstil. Gute Beispiele des ottomanischen Baustils sind unter anderem das Historische Museum von Shkodra und das Hotel Tradita ebenda. Andere Städte wiederum erhielten durch verschiedene kulturelle oder wirtschaftliche Einflüsse ihr heutiges – für Albanien – einzigartiges Aussehen. Da sind vor allem Korça (Kaufmanns-Wohnhäuser im Stil der Gründerzeit und aber auch im Jugendstil), Shkodra, Vlora, Saranda und Durrës (italienische Architektur) zu nennen. Sehr archaische Formen der Architektur finden sich vor allem in den bergigen Regionen. Einige Überbleibsel der mittelalterlichen Bauweise finden sich z. Bsp. in der Burg von Petrela.

Heute ist die Architektur durch zahlreiche Plattenbauten aus der sozialistischen Zeit (1944 bis 1990) geprägt, die Teil der Pläne der diktatorischen Regierung von Enver Hoxha waren, welche ein einheitliches Aussehen für jede Ortschaft wollten.

Einen ganz eigenen Weg hat die moderne Architektur eingeschlagen: Nachdem der Künstler und damalige Bürgermeister von Tirana, Edi Rama (heutiger Ministerpräsident), im Jahr 2000 damit begonnen hatte, triste Gebäude im Stadtzentrum farbig zu streichen, wurden Häuser im ganzen Land farbenfroh bemalt. Insbesondere die Stadtbilder der größeren Orte werden durch viel Farbe und verspielte Architektur aufgelockert.

Zu den bekanntesten Bauwerken der modernen Architektur Albaniens zählen das ABA Business Center, das ETC European Trade Center, die Twin Towers und der TID Tower, allesamt in der Hauptstadt Tirana.

Küche

Hauptartikel: Albanische Küche
Tarator, beliebte albanische Sommervorspeise. Hergestellt aus Joghurt, Wasser, Gurken, Knoblauch, Olivenöl, Essig und Dill

Die albanische Küche ist mediterran und orientalisch geprägt. Albanische Spezialitäten sind Byrek, Pite, Fli, Bohnensuppe, Biftek, Tarator, Llokum, Kadajif, Sultjash und Bakllava. Typische einheimische Getränke sind Boza, Dhallë und Raki. Viele Spezialitäten sind auch in anderen Ländern Südosteuropas und des Nahen Ostens verbreitet.

Film

Albanische Filmproduktion gibt es seit dem Jahr 1952, als mit russischen Regisseuren der erste Kinofilm gedreht wurde. Es handelt sich dabei um einen Film über den Nationalhelden Skanderbeg, sein Leben und dem Krieg gegen die Osmanen. Produziert wurden die Filme vom 1991 aufgelösten Kinostudio „Shqipëria e Re“ (Neues Albanien) in Tirana. Dieses Studio produzierte bis zu 14 Filme pro Jahr. Heute gibt es zahlreiche kleine Produktionsfirmen.[84]

Kunst

Herausragendes Beispiel früher albanischer Kunst ist der im 16. Jahrhundert in Südalbanien tätige Ikonenmaler Onufri. Kolë Idromeno gilt als erster Albaner, der sich säkularer, realistischer Malerei widmete.

Zeitgenössische Musik

Zahlreiche Festivals und Fernsehsendungen widmen sich aktueller Musik, so das in Tirana stattfindende Musikfestival Festivali i Këngës, das seit 1961 jedes Jahr organisiert wird und seit 2003 den albanischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest darstellt.

Literatur

Hauptartikel: Albanische Literatur
Ismail Kadare ist wohl der bekannteste albanische Schriftsteller.

Zu den bedeutendsten Dichtern der albanischen Literatur des 19. Jahrhunderts gehören neben Gjergj Fishta (1871–1940) unter anderem Naim Frashëri (1846–1900) und Girolamo de Rada (1814–1903). Die bekanntesten Vertreter der neueren Prosa sind Fan Noli (1882–1965), Mimoza Ahmeti (* 1963) und Anila Wilms (* 1971). Namhafte Autoren des albanischen sozialistischen Realismus und der zeitgenössischen Literatur sind unter anderem Sterjo Spasse (1914–1989), Dritëro Agolli (* 1931) und der auch international bekannte Ismail Kadare (* 1936).

Medien

Neben dem staatlichen Radio Televizioni Shqiptar gibt es weitere, private Sender wie Albanian Screen Radio Television, Top Channel und TV Klan. Wie die staatlichen Medien sind auch viele private Sender und Publikationen politisch nicht unabhängig. Seit 2004 sendet der Bezahlfernsehen-Konzern Digitalb viele albanische und internationale Kanäle durch den Satelliten Eutelsat, aber auch durch nationalen Funk aus. Die Reichweite der elektronischen Medien ist viel größer als die der meisten Zeitungen und Zeitschriften, von denen viele mit sehr kleinen Auflagezahlen und schwieriger Distribution zu kämpfen haben. Mit einer Gesamtzirkulation von 95.100 aller zwölf im Jahre 2001 in Albanien erscheinenden Tageszeitungen hat das Land eine der niedrigsten Zeitungsleserraten Europas.[85] Die meistgelesenen Zeitungen Albaniens sind Shqip und Shekulli.

Sport

Der beliebteste Sport im Land ist der Fußball. In der Kategoria Superiore spielen zwölf Mannschaften um den Landesmeistertitel. Die bisher meisten Siege erzielte der Hauptstadtclub KS Dinamo Tirana. Den größten Sieg konnte die Albanische Fußballnationalmannschaft beim Balkan-Cup 1946 erreichen. Daneben spielen Basketball, Volleyball und Sportschießen eine wichtige Rolle. Seit einigen Jahren gewinnt auch der Motorsport markant an Fans.

Albanien ist Mitglied der UEFA, FIFA und des Internationalen Olympischen Komitees.

2013 wurden mit den Europameisterschaften im Gewichtheben erstmals bedeutende internationale Wettkämpfe in Tirana ausgetragen.

Feiertage

Gesetzliche Feiertage 2014[86]
Feiertag Albanische Bezeichnung Datum 2014 Bemerkung
Neujahrsfest Festat e Vitit të Ri 1. und 2. Januar christlicher Feiertag
Tag des Sommers Dita e Verës 14. März heidnischer Feiertag
Nouruz Dita e Nevruzit 22. März Feiertag der Bektaschi
Ostern (katholisch) Dita e Pashkës Katolike 20. April 2014 Feiertag der Katholiken (wechselndes Datum)
Ostern (orthodox) Dita e Pashkës Ortodokse 20. April 2014 Feiertag der Orthodoxen (wechselndes Datum)
Internationaler Arbeitertag Dita Ndërkombëtare e Punëtoreve 1. Mai Tag der Arbeit
Fest des Fastenbrechens Dita e Bajramit të Madh (Fitër Bajrami) 28. Juli 2014 Islamischer Feiertag (wechselndes Datum)
Islamisches Opferfest Dita e Bajramit të Vogël (Kurban Bajrami) 4. Oktober 2014 Islamischer Feiertag (wechselndes Datum)
Tag der Seligsprechung von Mutter Teresa Dita e Lumturimit të Nënë Terezës 19. Oktober christlicher Gedenktag
Unabhängigkeits- und Flaggentag Dita e Pavarësisë dhe Festa e Flamurit 28. November Nationalfeiertag
Tag der Befreiung Dita e Çlirimit 29. November Befreiung vom faschistischen Regime
Nationaler Tag der Jugend Dita Kombëtare e Rinisë 8. Dezember Befreiung vom kommunistischen Regime
Weihnachten Krishtlindjet 25. Dezember Christlicher Feiertag

Siehe auch

 Portal: Albanien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Albanien

Literatur

  • Peter Jordan, Karl Kaser u.a. (Hrsg.): Albanien. Geographie – Historische Anthropologie – Geschichte – Kultur – Postkommunistische Transformation. Österreichische Osthefte. Sonderband 17. Peter Lang, Frankfurt/a. M. 2003. ISBN 3-631-39416-0.
  • Peter Bartl: Albanien. Pustet, Regensburg 1995. ISBN 3-7917-1451-1.
  • Christine von Kohl: Albanien. Beck’sche Reihe, München 2003. ISBN 3-406-50902-9.
  • Marianne Graf: Albanien nördlich des Shkumbin. Ein Stück vergessenes Südeuropa. Gnas 2003. ISBN 3-7059-0166-4.
  • Löhr, Hanns Christian: Die Gründung Albaniens: Wilhelm zu Wied und die Balkan-Diplomatie der Großmächte. 1912-1914. Peter Lang, Frankfurt/a. M. 2010. ISBN 3-631-60117-4.

Weblinks

 Commons: Albanien – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Albanien – geographische und historische Karten
 Wiktionary: Albanien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Wikijunior Europa/ Albanien – Lern- und Lehrmaterialien
 Wikisource: Albanien – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Portal:Albanien – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Albanien – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i CIA World Factbook: Albanien (englisch)
  2. a b c d e f g h i j k l m n  Instat (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Main Results (Part 1). Tirana Dezember 2012 (Online-Version (PDF)).
  3. a b Schätzung International Monetary Fund: World Economic Outlook Database (BIP 2013 nach Ländern), Stand: Oktober 2013. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  4. a b c  Instituti i Statistikës (Hrsg.): Shqipëria në Shifra / Albania in Figures 2012. Tirana 2013 (PDF-Datei, 3,45 MB, abgerufen am 16. Mai 2014).
  5. Das Klima in Albanien und Klimatemperaturen von Korca, Tirana und Vlora
  6. Protecting Biodiversity in Albania through promotion of Natura 2000. WWF, abgerufen am 3. April 2012 (englisch).
  7. Bureau of Ecological Studies (2007): Karte 8 zum Grünen Band Europas [PDF]
  8. SCHWARZ, U. (2012): Balkan Rivers – The Blue Heart of Europe, Hydromorphological Status and Dam Projects, Report, 151 pp. [PDF, 6,4 MB]
  9. National Tourism Agency of Albania: Flora and Fauna (Version vom 27. September 2013 im Internet Archive)
  10.  Eckehard Pistrick: In der archaischen Bergwelt Albaniens. In: Die Südostschweiz. 6. Juli 2010, S. 22.
  11. a b Mediterranean Association to Save the Sea Turtles. Abgerufen am 12. April 2009.
  12. Albania's hunting ban to protect species. In: SkyNews. 5. Februar 2014, archiviert vom Original am April 2014, abgerufen am 11. Februar 2014.
  13. Paul Brown: Tirana, pollution capital of Europe. In: Guardian Weekly. 8. April 2004, abgerufen am 16. Januar 2012 (englisch).
  14.  Jochen Blanken: Albanien – ein Land im Wandel. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. Nr. 3, Bochum 2011, ISSN 0930-1437, S. 11–21.
  15. Johan von Mirbach: Albanien versinkt im Müll. In: Deutsche Welle. 13. August 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  16. Verteilung der Weltbevölkerung 2005 (UNO)
  17. Instituti i Statistikës: Bevölkerungszahlen 2001-2008 (Version vom 10. Oktober 2008 im Internet Archive)
  18. a b Russell King, Nicola Mai: Out of Albania – From risis migration to social inclusion in Italy, Berghahn Books, New York 2008, ISBN 978-1-84545-544-6
  19.  Dhimitër Doka: Die ethnischen Minderheiten in Albanien im Licht der Volkszählung 2011. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. Nr. 4, Bochum 2013, ISSN 0930-1437, S. 14–16.
  20.  Lars Brügger: Umstrittene Identitäten. Grenzüberschreitungen zuhause und in der Fremde. In: Karl Kaser, Robert Pichler, Stephanie Schwander-Sievers (Hrsg.): Die weite Welt und das Dorf. Albanische Emigration am Ende des 20. Jahrhunderts = Zur Kunde Südosteuropas: Albanologische Studien. Bd. 3, Böhlau-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-205-99413-2.
  21. a b c  Wolfgang Stoppel: Rechte und Schutz der nationalen Minderheiten in Albanien. K&B, Tirana 2003, ISBN 99927-777-9-6.
  22. Konrad Clewing: Albanischsprachige und Albaner in Griechenland sowie Griechen in Albanien, in: pogrom – bedrohte völker Heft 2/2001. Abgerufen am 24. Oktober 2009.
  23. a b  Vassilis Nitsiakos: On the Border. LIT, Münster 2010, ISBN 978-3-643-10793-0.
  24. Stavros Tzimas: State turns its back on ethnic Greeks in southern Albania. In: ekathimerini.com. 20. Februar 2013, abgerufen am 25. Februar 2013 (englisch): „In a bid to encourage these people to remain, the Greek state decided to grant them a small pension of around 300 euros (they also get 30-40 euros from the Albanian state) a month …“
  25. Nertila Mosso: Quartalsbericht Albanien IV/2011. Hanns-Seidel-Stiftung, 10. Dezember 2011, S. 6f., abgerufen am 30. Januar 2013 (PDF; 572 kB).
  26. a b Gerhard Seewann und Péter Dippold: Bibliographisches Handbuch der ethnischen Gruppen Südosteuropas, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1997, Band 1, ISBN 3-486-56261-4
  27. Peter Atanasov: Aromunisch, in der Enzyklopädie des europäischen Ostens der Universität Klagenfurt (PDF; 201 kB)
  28. Artan Hoxha and Alma Gurraj: Local Self-Government and Decentralization: Case of Albania. History, Reforms and Challenges, Zagreb 2001 (PDF; 246 kB)
  29. Peter M. Hill: Makedonisch, in der Enzyklopädie des europäischen Ostens der Universität Klagenfurt (PDF; 436 kB)
  30. European Roma Rights Centre. Archiviert vom Original am 29. Dezember 2008, abgerufen am 23. August 2007 (englisch).
  31. Center for Documentation and Information on Minorities in Europe – Southeast Europe: Roma of Albania. Abgerufen am 23. August 2009 (MS Word; 161 kB). (The OCSE estimated the number of Roma at between 100,000 and 120,000 people)
  32. Unioni i Rromëve të Shqipërisë: Gjendja aktuale e minoritetit Rrom ne Shqiperi. Archiviert vom Original am 17. Mai 2009, abgerufen am 23. August 2009 (albanisch).
  33. Günter Benning: Schläge für den Kampf gegen Roma-Diskriminierung. In: Westfälische Nachrichten. 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013: „Die Roma sind eine Minderheit von unklarer Größe, 80 Prozent von ihnen leben unter der Armutsschwelle.“
  34. Michael Schmidt-Neke: Zigeuner in Albanien, in: Albanische Hefte 2/2009, ISSN 0930-1437
  35. Demokratische Union der Balkan-Ägypter Albanien. Archiviert vom Original am 22. Januar 2013, abgerufen am 19. Mai 2010.
  36. Top Channel: Dëbimi i romëve, reagojnë ambasadorët (Vertreibung der Roma, die Botschafter reagieren). 16. März 2011, abgerufen am 16. März 2011 (albanisch).
  37. Shqipëria, ndërtimorja më e madhe në Evropë, Bota Sot, zuletzt abgerufen am 31. März 2011
  38. Serbët në Shqipëri sërish mësojnë në gjuhën amtare. In: Zhurnal. 13. September 2010, abgerufen am 28. April 2013 (albanisch).
  39. UNHCR zu Status von Minderheiten in Albanien (Version vom 24. Oktober 2013 im Internet Archive)
  40. Srbi u Albaniji jedna od najugroženih manjina u svetu (Bericht der serbischen Regierung) (Version vom 9. Juni 2009 im Internet Archive)
  41. Eri Murati: Serbian-language school in Albania is a sign of improving relations. In: SETimes.com. 23. Januar 2014, abgerufen am 25. Januar 2014 (englisch).
  42.  Arqile Berxholi, Dhimiter Doka, Hartmut Asche (Herausgeber): Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien. Atlas von Albanien. Shtypshkronja Ilar, Tirana 2003, ISBN 99927-907-6-8., vgl. Universität Potsdam: Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien
  43. U.S. Department of State: International Religious Freedom Report 2008. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  44.  Robert Elsie: Der Islam und die Derwisch-Sekten Albaniens. In: Kakanien Revisited. Wien/Olzheim 27. Mai 2004 (Artikel als PDF).
  45. Albert Ramaj: Dienst an der Menschlichkeit– Die Rettung der Juden in Albanien und Kosovo. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  46. Besa: Ein Ehrenkodex. S. 15, abgerufen am 2. Februar 2014.
  47. a b Gillian Gloyer: Albania: the Bradt travel guide, 3rd ed., Bradt Travel Guides, Chalfont St. Peter 2008, ISBN 9781841622460, S. 44.
  48.  Instituti i Statistikës (Hrsg.): Shqipëria në Shifra / Albania in Figures 2012. Tirana 2013, S. 19–22 (PDF-Datei, 3,45 MB, abgerufen am 14. Mai 2014).
  49. Bunkerland Albanien, Bericht auf einestages (abgerufen am 7. August 2012).
  50. Amnesty International: Länderbericht Albanien. 22. Mai 2013, abgerufen am 24. Mai 2014.
  51. Ergebnisse auf der Website der Wahlkommission (pdf, albanisch; 114 kB)
  52. tagesschau.de: Albanien will in die EU (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  53. EU öffnet Grenzen für Bosnier und Albaner. In: Tagesschau. 8. November 2010, abgerufen am 25. September 2013.
  54. Albanien jetzt offiziell EU-Beitrittskandidat. In: Spiegel Online. 24. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014.
  55. Jonilda Koci: Albania to abolish conscription by 2010. Southeast European Times, 21. August 2008, abgerufen am 18. Dezember 2012 (englisch).
  56. Center for strategic & International Studies; „Trends in European Defense Spending, 2001–2006“. Abgerufen am 6. April 2012 (PDF; 342 kB). Seite 13 ff.
  57. World Development Indicators and Global Development Finance. Weltbank, abgerufen am 18. Dezember 2012 (englisch).
  58. Albanien trotzt der Wirtschaftskrise. Abgerufen am 11. August 2010.
  59. Instituti i Statistikës:Offizielle Internetseite
  60. Weltbank: United Nations Development Programme in Albania (Englisch)
  61. INSTAT: Tregues sipas qarqeve/Indicators by Prefectures 2005/06, Tirana 2007 (Version vom 24. Juli 2011 im Internet Archive)
  62. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Albanien, Stand 2006 (Version vom 7. Oktober 2006 im Internet Archive)
  63. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Albanien, Stand 2014
  64. albanien.ch:EVN plant Staudämme in Südostalbanien
  65. Waldemar Lichter: Albaniens Bergbau bietet Chancen für Investoren. Tender für Chromkonzessionen im Gang / Gips- und Kalksteinabbau mit Aussichten. (Nicht mehr online verfügbar.) Germany Trade and Invest, 10. April 2009, ehemals im Original, abgerufen am 18. März 2011 (deutsch). (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.gtai.de
  66.  Thomas Heise: Investitionsrelevante Grundlagen zur Durchführung von Bergbautätigkeiten in Albanien. GRIN, München 2009, ISBN 978-3-640-29495-4 (Auszug bei Google Books).
  67. a b c  Ministry of Agriculture, Food and Consumers Protection (Hrsg.): Vjetari statistikor/Statistical yearbook 2011. Tirana April 2012 (Publikation online (Version vom 28. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 43,3 MB), abgerufen am 13. April 2013).
  68. a b  Jochen Blanken: Probleme der albanischen Landwirtschaft. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. 4/2012, Bochum 2013, ISSN 0930-1437, S. 16–18.
  69.  Andreas Hemming: Die tückische informelle Dekollektivierung in Albanien der 1990er Jahre. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. 4/2012, Bochum 2013, ISSN 0930-1437 , S. 14f.
  70. Dhimitër Doka: Albaniens vergessener Exportschlager. In: Kosmos 91 (Alexander von Humboldt-Stiftung). 2008, abgerufen am 29. August 2012.
  71. Ministria e Turizmit Kulturës Rinisë dhe Sportëve (Version vom 14. September 2010 im Internet Archive)
  72. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format2012 Economic and Fiscal Programmes of Albania, Bosnia and Herzegovina: EU Commission’s overview and country assessments. European Commission, Juni 2012, abgerufen am 15. September 2014 (englisch).
  73. Blerina Hoxha: FMN: Shqipëria „parajsa“ e pastrimit të parave („IWF: Albanien „das Paradies“ der Geldwäsche“). MAPO ONLINE, 23. August 2011, archiviert vom Original am 12. September 2011, abgerufen am 23. August 2011 (albanisch).
  74. Resultate des Korruptionsindexes 2013. In: Transparency International. Abgerufen am 3. Dezember 2013 (englisch).
  75. Railway network at the end of the year (1993–2013). INSTAT, abgerufen am 15. September 2014 (XLS, englisch).
  76. Railway transport of goods and passengers (1993–2013). INSTAT, abgerufen am 15. September 2014 (XLS, englisch).
  77. Website Zumax AG
  78. Shekulli Online: Projektohet një linjë avionësh Tiranë- Kukës (Version vom 30. März 2010 im Internet Archive)
  79.  Pirro Miso: Die albanische Volksmusik. In: Walter Raunig (Hrsg.): Albanien – Reichtum und Vielfalt alter Kultur. Museum für Völkerkunde München, München 2001, ISBN 3-9807561-2-2, S. 178–181.
  80. a b c  Ramadan Sokoli: Albanische Volksmusik. In: Werner Daum (Hrsg.): Albanien zwischen Kreuz und Halbmond. Museum für Völkerkunde München/Pinguin-Verlag, München und Innsbruck 1998, ISBN 3-7016-2461-5, S. 198–202.
  81. Unesco Website
  82. Ton-Aufnahmen einer polyphonen Gruppe und eines Saze-Ensembles
  83. Albanien und die UNESCO Aufgerufen am 2. Oktober 2011
  84.  Bruce Williams: Red Shift. New Albanian Cinema and its Dialogue with the Old. In: Anikó Imre (Hrsg.): A Companion to Eastern European Cinemas. John Wiley & Sons, Chichester 2012, ISBN 978-1-4443-3725-9 (The Wiley-Blackwell Companions to National Cinemas).
  85. Media Landscape of Albania. Legal Framework. Media online, 2001 (PDF) (Version vom 7. Juli 2014 im Internet Archive)
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41.3519.983333333333Koordinaten: 41° N, 20° O