Bahnstrecke Amstetten–Laichingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Albbähnle)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Amstetten–Laichingen
Kursbuchstrecke (DB): 12759, ex 905
Streckennummer (DB): 9471
Streckenlänge: 18,96 km
noch in Betrieb: 5,73 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Minimaler Radius: 140 m
Streckenende auf freier Strecke – Anfang
Rollbockgruben
   
Übergabegleis zur Filstalbahn
Bahnhof, Station
0,00 Amstetten 581 m
   
1,30 Ladestelle Steinbruch (bis 1933)
   
5,73 Oppingen 704 m
   
8,55 Nellingen
   
9,xx Ladestelle Nellingen Reichsautobahn (ca. 1935–1938)
   
12,80 Merklingen Ost (seit 1958)
   
13,36 Merklingen
   
15,25 Machtolsheim
   
18,50 Ausweichanschlussstelle (bis 1974)
   
18,96 Laichingen

Die Bahnstrecke Amstetten–Laichingen ist eine 18,96 Kilometer lange meterspurige Schmalspurbahn auf der Schwäbischen Alb. Sie beginnt im Anschlussbahnhof Amstetten mit Anschluss zur Filstalbahn und verläuft in südwestlicher Richtung nach Oppingen. Von dort aus führte sie ursprünglich über Nellingen und Merklingen nach Laichingen. Heute bieten die Ulmer Eisenbahnfreunde (UEF) auf dem 5,73 Kilometer langen Teilstück Amstetten–Oppingen einen Museumsbahnverkehr an, dieser wird unter der Bezeichnung Albbähnle vermarktet. Die restliche Strecke ist stillgelegt und abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke wurde am 20. Oktober 1901 von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) eröffnet. Im Güterverkehr wurden Rollböcke eingesetzt, um normalspurige Güterwagen mit Hilfe einer Rollbockgrube auf zweiachsige Rollschemel zu schieben.

Depot in Laichingen

Die WEG stellte den Personenverkehr am 31. August 1985 und den Güterverkehr am 14. September 1985 ein. Lediglich das Teilstück nach Oppingen wurde nicht zurückgebaut. Der Rest der Strecke wurde komplett abgebaut und ihr Verlauf ist heute zu eine großen Teil nicht mehr zu erkennen. In Laichingen sind noch das Empfangsgebäude und das 1981 modernisierte Depot vorhanden. Letzteres diente auch als Werkstatt und wird heute als Omnibusgarage genutzt. Sein rechter Teil ist der ursprüngliche Dampflokschuppen von 1901. Das Stationsgebäude Nellingen wurde 2013 abgebrochen.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Ab Mitte der 1950er Jahre kamen Dieseltriebwagen zum Einsatz. Der erste Triebwagen war ein umgebauter Omnibus aus Hannover, bei dem die Achse blockiert und Eisenbahnräder eingebaut wurden. Er wurde als T 35 bezeichnet und 1968 nach einem Achsbruch ausgemustert. Sein Nachfolger wurde ebenfalls als T 35 bezeichnet und fuhr von 1968 bis 1976 auf der Strecke. 1973 kamen zwei Triebwagen von der kurz zuvor eingestellten Härtsfeldbahn nach Laichingen, T30 und T31. Bei diesen beiden Triebwagen handelte es sich um vierachsige und viermotorige Exemplare der Waggonfabrik Fuchs aus Heidelberg. Die Triebwagen bedienten auch den Güterverkehr. Zudem gelangte ebenfalls von der Härtsfeldbahn kommend noch der T 37 von MAN auf die Laichinger Strecke, dieser Einzelgänger basierte auf den zweiachsigen und normalspurigen MAN-Schienenbussen.

Auf der verbliebenen Teilstrecke verkehren seit 1990 regelmäßig Dampf- und Dieselzüge der Ulmer Eisenbahnfreunde. Als Zuglok dient die 99 7203, die ursprünglich auf der Bahnstrecke Mosbach–Mudau eingesetzt war und später als Bau-Lokomotive auf der Albtalbahn genutzt wurde, und eine ehemalige Industriediesellok vom Typ FAUR L18H-C. Eine weitere Schmalspur-Diesellok des Typs O&K MV8 der ehemaligen Wandsbeker Industriebahn wartet auf eine Hauptuntersuchung. Die ehemals Laichinger Dampflok Ts 2 kehrte vom Fahrzeugmuseum Marxzell zurück und steht in Amstetten. Sie wurde dort 2009 in Baugruppen zerlegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludger Kenning: Die Schmalspurbahn Amstetten–Laichingen. Verlag Kenning, Nordhorn 2002, Nebenbahndokumentationen 73. ISBN 3-933613-48-5
  • Hans-Joachim Knupfer: Schmalspurig nach Laichingen. Die Geschichte der Alb-Bahn Amstetten – Laichingen. Bleiweis, Schweinfurt 2002, ISBN 3-928786-87-3
  • Das große Archiv der Eisenbahn-Strecken in Deutschland, GeraMond-Verlag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Amstetten–Laichingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien